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ARTIST STATEMENT
Kunst ist für mich eine Verbindung
mit dem Höheren, dem Metaphysischen. Hanno Rauterberg
konstatiert in seinem 2007 erschienenen populären
Buch Und das ist Kunst?! Eine Qualitätsprüfung
ein wachsendes Bedürfnis nach Wiederverzauberung
und Übersinnlichkeit in unserer Gesellschaft,
ohne jedoch genauer die tieferen Gründe zu analysieren.
Er schreibt: Verwunderlich ist hingegen, dass
einige Künstler meinen, dieses Bedürfnis
mit ein paar Transzendenzgebärden stillen zu können.
Kunst unterscheidet sich von Esoterik eben dadurch,
dass sie sich freihält von vorschnellen Glücksversprechen
und ratgeberhaften Anweisungen zur Selbstfindung
(Rauterberg, Hanno: Und das ist Kunst?! Eine Qualitätsprüfung.
Frankfurt am Main 2008, S.246 f.)
Ich habe - in meinem Kunstkonzept -
eben dieses Zitat aufgegriffen, ohne es zum damaligen
Zeitpunkt zu kennen und in seiner Aussage umgedreht,
also positiv verstanden, was von Rauterberg per se
negativ gemeint war.
Mein esoterischer Ratgeber Mami Watas Tanz
ist längst geschrieben und offeriert ein praktisches
und nachvollziehbares Programm zur Wunscherfüllung
und persönlicher Transformation für jedermann
und jedefrau. Eben dieses Konzept verbinde ich mit
Kunst, in dem ich mein Ratgeber-Buch als spielerischen
Ausgangspunkt nehme, um mich, meine Leser/innen und
meine Rezipient/inn/en mit einer spirituellen Ebene
zu verbinden und so die heilende Kraft der Kunst, die
für jedermann und jedefrau spürbar ist, nicht
nur zur Entfaltung zu bringen, sondern auch zu zelebrieren.
Rauterberg schreibt zwar: Kunst
kann nicht dazu dienen, den Menschen mit sich selbst
zu versöhnen, sie kann nicht jene große
Geborgenheit stiften, in der alles wieder mit allem
verschmilzt, Individuum, Volk und Natur. Kunst ist
immer uneigentlich, sie vereinzelt und abstrahiert,
hebt einzelne Dinge und Bilder heraus. Sie ist nicht
die Welt selbst, sondern immer nur Metawelt.
(S. 247) Doch das, was Rauterberg hier so plakativ
ausdrückt, verhält sich - zumindest in meinem
Fall - komplizierter. In meiner Kunst erschaffe ich
- auf spielerisch-kreative Weise - meine eigene Mythologie,
jenseits der großen etablierten Religionen. Am
Anfang war das Wort, heißt es schon in
der Bibel. Indem ich fantasiere und kreiere, schöpfe
ich - wie Rautenberg treffend formuliert - eine Metawelt.
Doch sie enthält - entgegen der zitierten Aussage
- inhärent immer die zukünftige Möglichkeit,
fassbare Realität zu werden. Indem ich dabei Gemeinsamkeiten
zwischen verschiedenartigen spirituellen Traditionen
entdecke, werden scheinbare Gegensätze aufgehoben
und es kommt zu jener Überwindung des dualistisch-abendländischen
Denkens, das mit Verschmelzung so treffend
beschrieben ist und immer auch die Hoffnung auf eine
friedlich-ökologische Weltzukunft enthält.
Insofern entfaltetet hier Kunst eine heilende Wirkung.
Gleichfalls fordere ich dabei die entwurzelten
Menschen der post-industrialisierten und globalisierten
Gesellschaften auf, sofern sie meinen pädagogischen
Fingerzeig wahrnehmen wollen und können, es mir
gleichzutun, und aus den Versatzstücken verschiedenartiger,
nun gebrochener Mythologien, die in einem Kollektiv
wurzeln, das längst nicht mehr existiert, eine
individuell-lustvolle Patchwork-Spiritualität
zu kreieren, die auf eine lebenswerte, zukünftige
Gesellschaft verweist.
Dabei bin ich mir jedoch bewusst, dass ich hier - mit
Hilfe der Kunst - ein neues Paradigma erschaffe, das,
um auf das o.g. Zitat von Rauterberg zurückzukommen,
nicht die Welt selbst, sondern immer nur eine
Metawelt (S. 247) ist.
Bildnerisch gebe ich in meinen Bildern auf den x-beliebigen
Charakter dieser Metawelt konkrete Hinweise, indem
ich scheinbare Räume öffne, die aber teilweise
perspektivisch unmöglich dargestellt
sind und so auf die Illusion verweisen, die dem Raum
schon aus physikalischer Sicht innewohnen, dass nämlich
jeglicher Raum sich relativ zum Betrachter/zur Betrachterin
verhält. (Genauere Erklärungen, auch mit
Verweis auf Einsteins Aussage Zeit ist, was man
an der Uhr abliest finden sich bei: Nienz, Markolf
H.: Lucys Vermächtnis. Der Schlüssel zur
Ewigkeit. Leipzig 2009, S. 31 ff)
Die in meiner Kunst aufgestellten Paradigmen
sind genauso Illusionen, wie es auch alle anderen Paradigmen
sind. Insofern integriert meine Kunst die Weisheit
des Narren/der Närrin und steht somit der psychonautischen
Chaosmagie eines Pater Caroll nahe. (Siehe: Caroll,
Pater: Liber Null & Psychonaut: An Indroduction
to Chaos Magic. Newburyport 1990)
Am Ende meiner kleinen Ausführung bleibt
mir nun nur noch, euch in meiner Welt der INDIVIDUELLEN
MYTHOLOGIEN willkommen zu heißen. So folgt mir
nach und seht euch einen kleinen Ausschnitt meiner
Bilder an, die sich thematisch mit den kulturübergreifenden
Aspekten der Orishas beschäftigen!

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