Der geheimnisvolle Steinkreis

Sobald man das Haus verlässt, kann man Entdeckungen machen, die die alltägliche mit der nicht-alltäglichen Welt verbinden. So stand ich letztens erstaunt vor diesem Steinkreis:

 

Das dazugehörige  Schild sagt:

„Findling mit einem Durchmesser von 1.7 umgeben von 6 kleinen Findlingen. Der Stein ist aus Granit mit eiszeitlich bedingten Erscheinungsformen. Zum Naturdenkmal erklärt am 1. Oktober 1938.“

Merkwürdig. Ich zähle nach und finde neben dem mittleren Stein neun weitere vor. Eigentlich sind es sogar zehn Steine, die den Kreis bilden. Jedoch sind zwei „hintereinander platziert“, sodass sie wahrscheinlich als ein Stein gewertet werden können. Überhaupt sind die Steine merkwürdig klein und wenig repräsentativ, was mir, für das Jahr 1938,  wo der Hang eher zum Großen ging – ziemlich anachronistisch vorkommt.

Und da es mich immer freut, wenn das Wundersame Einzug hält in meine Existenz, beginne ich mir Gedanken darüber zu machen, wie diese auffälligen Unstimmigkeit zu erklären ist.

Ich lese bei Wikipedia nach, dass der Hermann-Löns-Park, in dem sich der Steinkreis befindet, massiv von Bombenangriffen beschädigt worden ist.  350 Bomben sollen den Park getroffen haben und die ein oder andere wird vielleicht die Findlinge entzweigebrochen haben.  Dies würde nicht nur erklären, warum manche Findlinge so klein geraten sind,  es würde  auch den zehnten Stein deuten.

Wie viele Steine waren es nun aber ursprünglich?  Sechs oder neun? Das aufgestellte Schild, das von sechs Steinen spricht, muss schon älter sein, da die Postleitzahl vierstellig angegeben ist. Die neue Erklärungs-App (weiteres Schild, aber auch online zu hören!) ist zwar kurzweilig, lüftet aber nicht das Geheimnis, verrät nur, dass der Findlingskreis eventuell auf Bitten eines Bürgers angelegt worden ist, der 1935 einen „Hünenbrink“, der in der Nähe des Annateichs gelegen sein sollte, in dem Park integriert haben wollte. Die Steine sollen dann nachträglich in den Park verbracht worden sein.

Eine Recherche in alten Zeitungen scheue ich (noch). Insofern spekuliere ich weiter und erachte  die Anzahl von neun Steinen für die ursprüngliche Version. In der Nachkriegszeit ist man davon vielleicht abgewichen, weil der Park neu aufgebaut und der Sinn für geomantische Stimmigkeit gefehlt hat.

In der jetzigen Form kann  das Ensemble auf dem Kiebitzsberg an die Sonne, die von neun Planeten umkreist wird, erinnern. Ich sehe darin auch das eigene Selbst, das von den neun germanischen Welten umgeben ist.

Steinkreise erzeugen einen spirituellen Ort und meine Überprüfung per Pendel ergibt dann auch eine Boviseinheit von 14000, was einen Kraftort anzeigt.

Eine Tarotkarte, die ich aus dem Haindl-Deck ziehe, um Kontakt mit dem Genus Loci aufzunehmen, zeigt mir Brahma und dazu sagt Rachel Pollack:

„Bei Befragungen steht Brahma für einen Mann (oder eine Frau), der ruhig ist und die Situation beherrscht. Er kann zur Passivität oder vielleicht zur Langeweile neigen. Er hält sich an das Überlieferte und erwartet von anderen das gleiche. Gleichzeitig sind ihm Zorn oder Aggressivität fremd. Er ist in einer Weise verwurzelt, die anderen Kraft gibt.“ (Pollack, Rachel: Der Haindl Tarot. München 1988, S. 402)

Und so flüstert mir der Geist des Ortes still und leise zu: „Komm wieder!“

 

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