Der Park an der Ilm in Weimar (4. Tag)

Die mir in Weimar verbleibende Zeit nutzte ich, nachdem ich mir einige Gebäude des nationalsozialistischen Weimars angeschaut hatte, noch für eine kurze Begehung des Parks an der Ilm, der zwischen 1778 und 1828 entstand.

Der Park  zeigte sich mir, obwohl wir doch schon den März datieren, im winterlichen Kleid.

Immer wieder taten sich dabei Sichtachsen auf. Hier wandert der Blick zu Goethes Gartenhaus, was einst der Herzog Carl August von Sachsen-Weimar-Eisenach den Dichter geschenkt hatte und was von Goethe 1776 bezogen wurde.

Sichtachsen als gestalterisches Moment der Gartengestaltung sind mir u.a. schon vom Wörlitzer Landschaftspark bekannt und wirklich war dieser das Vorbild für den Park an der Ilm. Herzog Karl August und Goethe  hatten Wörlitz nämlich, im Zuge einer Informationsreise besucht, bevor sie unter Einbeziehung älterer Anlagen, mit der Planung in Weimar begannen. In der Anfangszeit leitete Goethe die gestalterische Arbeit, später wurde dies vom Herzog übernommen.

Leider ließ es meine Zeit nicht zu, alles zu entdecken. So schlenderte ich von der Parkhöhle kommend zur künstlichen Ruine und dann zum römischen Haus, um dann im kleinen Bogen umzukehren und vorbei an Goethes Haus zurück zur Altstadt zu laufen.

Goethes Gartenhaus

Laut dem Dumont-Thüringen-Reiseführer von Hans Müller handelt es sich bei Goethes Gartenhaus vermutlich um den geistigen Geburtsort des Parks  (nach: Müller, Hans: Thüringen, Köln 1996, S. 149).

Bis 1782 soll Goethe sein Gartenhaus ständig bewohnt haben, was ich durchaus verstehen kann, weist es doch mit seiner Nähe zur Stadt und gleichzeitig durch das Eingebettetsein in einem Landschaftsgarten nach englischen Vorbild, alle Vorzüge auf, die man sich auch heute von einer perfekten Wohnumgebung erträumt.

 

Das Römische Haus

Dies war der Sommersitz des Herzogs, was ich leider auch nur von Außen besichtigen konnte.

Hier, wo die 55 ha große Gartenanlage in der Talaue endet, kündigt sich zugleich die neue Haltung gegenüber Natur und Garten an: Nicht mehr die romantischen, geschlossenen Parkräume werden bevorzugt. Der Ausblick, die Sicht durch gewachsene und nur vorsichtig umgestaltete Natur erlangt Vorrang, die Staffagen aus Büßen und Büschen, Beeten und anderen ‚Gartenbauten‘ verlieren ihren künstlichen Charakter. Den künstlerischen Neubeginn schufen mit dem Ausholzen und der Anlage großer großer, Garten und Stadt verbindender Sicht- und Wegschneisen seit 1844 Hermann Fürst von Pückler-Muskau und der ihm in Weimar ebenbürtige Karl Eduard Petzold. (Ebd., S 150 f.)

Als erstes klassizistisches Bauwerk  wurde es in den Jahren 1792 – 1797 nach Plänen des Hamburger Architekten und Baurats Johann August Arens erbaut. Die Inspirationen für die Villa stellte Goethes Italienische Reise dar.

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