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MAGISCH REISEN, KUNST und KULTUR: In die Tiefe geschaut!

Wilde Männer, Glasbläser und Häusermaler in Venedig. Teil 3

Written By: Marina Sosseh - Nov• 19•17

Dies ist der letzte Teil des Berichtes über meine Venedigreise. Hier sind Teil 1 und Teil 2.

Nach dem Frühstück fuhr ich mit dem Zug zur Altstadt. Vom Bahnhof Santa Lucia schlenderte ich gemächlich in Richtung Markusplatz, offen für das, was ich dabei eventuell  noch entdecken könnte. Insofern ließ ich mich treiben. Irgendwann fand ich mich auf eine  der selten Bänke Venedigs wieder, wo ich dem Treiben der Touristen und Einheimischen kontemplativ zuschauen konnte. Solchermaßen eingestimmt  begegnete ich danach dem „Wilden Mann“.  Seht ihr ihn?

An der Vorderfront des Palazzo Bemba-Boldù im Stadtteil Cannaregio ziert er die Häuserfront.   (mehr …)

Der zweite Tag in Venedig und meine Gedanken zur aktuellen Kunst-Biennale. Teil 2

Written By: Marina Sosseh - Nov• 12•17

Der Samstag begann mit einer zweistündigen Stadtführung durch Venedig.

Wir bekamen dabei ein Audiogerät und Kopfhörer ausgehändigt, sodass wir die Führung, trotz der Besuchermassen in Venedig, gut verfolgen konnten.

Wir hielten uns dabei lange Zeit auf dem Marktplatz auf und bekamen nähere Informationen zu den einzelnen Sehenswürdigkeiten präsentiert. Danach schlenderten wir durch das Gewirr der kleinen Straßen von Venedig, begleitet von  durchaus unterhaltsamen Erklärungen unserer Führerin Elisabeth.

Die Figur auf der Säule soll den Sieg über das Heidentum darstellen.

Mir hat die Stadtführung sehr viel Freude bereitet  und ich kann sie unumschränkt empfehlen. Man sieht schließlich nur, was man weiß und eine professionelle Führung kann den  ersten Zugang  erleichtern. Danach sollte man sich dann die Zeit nehmen, um seinen eigenen Vorlieben nachzugehen oder sich einfach treiben zu lassen, um sich von dem überraschen zu lassen, was einen begegnet.  So ähnlich halte ich es auf all meinen Reisen. (mehr …)

O Isis und Osiris!

Written By: Marina Sosseh - Nov• 04•17

Bis zum 25. Februar wird im Hannoverschen Kestnermuseum die Ausstellung „O Isis und Osiris“ gezeigt.  Der Titel der Ausstellung  ist  einer Arie des Freimaurers Mozart entnommen. In der Zauberflöte singt  nämlich der Priester Sarasto: „O Isis und Osiris, schenket der Weisheit Geist dem neuen Paar“.

Inhaltlich behandelt die Ausstellungen den Einfluss eines imaginären Ägyptens auf die Mysterienkulte, die die Freimaurer-Logen seit dem 18. Jahrhundert zelebrier(t)en.

Beispielsweise wird vom Gott Set(h) berichtet. Dieser ist vor allem durch den Osiris-Mythos bekannt.  Er tötete seinen Bruder Osiris und zerstückelte ihn.  Nach dessen Tod beansprucht Set(h) den Thron über ganz Ägypten. In ihrer Eigenschaft als liebende Gemahlin und Schwester fügte Isis, mit Hilfe von Magie,  die zerstreuten Glieder Osiris wieder zusammen und erweckte Osiris so wieder zu neuem Leben. In der Gestalt eines Milans empfing sie so Horus, der später zum Himmelsgott aufstieg und sich an Set für den Mord an seinen Vater rächte.

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Ankunft in Venedig. Teil 1

Written By: Marina Sosseh - Nov• 04•17

Jetzt ist mein Bericht über meine Rumänien-Reise noch nicht vollständig geschrieben und schon war ich wieder unterwegs. Es gab schließlich, aufgrund des Reformations-Feiertages, ein verlängertes Wochenende zu genießen, was ich nutzen wollte, um mir einen Eindruck von Venedig zu verschaffen.

Die Anreise:

Für meine Venedigreise musste ich früh aufstehen. Schon um 6.25 Uhr startete mein Flugzeug von Hannover aus nach München. Da man wegen der Sicherheitskontrollen ja schon sehr viel früher dort sein musste und in Hannover die Bahnen in der Nacht auch nicht ständig fahren, war es mit dem Schlaf für mich um 3 Uhr vorbei. Das sind dann die Momente, wo ich mich frage, warum ich mir diesen Freizeitstress eigentlich antue und warum ich nicht einfach ein ruhiges und entspanntes Wochenende zu Hause verbringen kann?

Der Flug mit Lufthansa war sehr viel entspannter als meine Ryanair-Erfahrung in Richtung Rumänien. Pünktlich – mit sanften Start und Landung – und einer Innenausstattung, die einen nicht gleich an der Sicherheit des Flugzeuges zweifeln ließ.

Von München ging es dann mit Air Dolomiti problemlos weiter, sodass ich dann bereits um 9.45 am Flughafen Marco Polo war. Dort hatte ich die Wahl, ob ich mit dem Shuttle-Bus in Richtung Markusplatz aufbrechen wollte oder lieber den „Wassertransport“ wählen sollte. Ich entschied mich für die letztere Variante, die zwar mit 15 Euro nicht ganz billig war, aber eine ruhige Annäherung an den Zauber von Venedig bot, zumal zu dieser frühen Zeit kaum Besucher an Bord waren.

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In Draculas Reich. Teil 3

Written By: Marina Sosseh - Okt• 21•17

 

Dies ist der dritte Teil meines Berichts zu meiner Reise durch Siebenbürgen und zu den Moldauklöstern. Den ersten Teil findet ihr hier.

Nach dem Frühstück fuhren wir  nach Biertan/Bierthälm. Von dem, was mich dort erwartete, war ich überrascht, hatte ich mich im Vorfeld nicht explizit auf die einzelnen Rundreise-Punkte vorbereitet und war jetzt mit einer Kirchenburg, noch dazu der größten in Siebenbürgen, konfrontiert.

Bisher hatte ich zwar schon viele Kirchen besichtigt, eine Kirche aber, die nicht nur ein Sakralbau, sondern  gleichzeitig eine Burg darstellt, hatte ich zuvor noch nicht erlebt. (mehr …)

Eine Herbstwanderung zur Wewelsburg

Written By: Marina Sosseh - Okt• 15•17

Das schöne Herbstwetter nutzte die Wildfrauenhaus-Wandergruppe für einen Ausflug nach Büren zur Wewelsburg.

Mit der S-Bahn fuhren wir  vom Hauptbahnhof Hannover nach Paderborn und dann weiter mit dem Bus S61 ich Niedernturdorf, Abzweigung Bahnhof Salzkotten. 

Sind das noch Sturmschäden vom Orkan Xavier?

Im Dorf gibt es schon einmal eine Kirche und einen Findling zu bestaunen. Über das Flüsschen Alme hinweg ging es durch eine liebliche Wald-Wiesen- und Hügellandschaft bis hin nach Büren.

Vor dem Ortseingang  in Büren kamen wir an einem ehemaligen Schießstand der SS vorbei. Ein Schild informiert über das historische Geschehen. (mehr …)

In Draculas Reich. Teil 2

Written By: Marina Sosseh - Okt• 13•17

 

 

Das ist die Fortsetzung meines Reiseberichts „Siebenbürgen und die Moldau-Klöster“.  Hier findet ihr den ersten Teil.

Nachdem wir Bukarest hinter uns gelassen hatten, was aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens nicht so einfach war, ging es durch eintönigste Landschaft zur Grenze zwischen der Walachei und Siebenbürgen.

Im Olt-Tal, bei einem der ältesten Klöster Rumäniens, machten wir eine kurze Pause. Das Kloster Cozia wurde 1386 vom Fürst Mircea d. Älteren gegründet. Mit seinen Befestigungen diente es nicht nur religiösen Zwecken, sondern vor allem der Sicherung des Südkarpatenübergangs.

Auch heute wird es noch religiös bespielt und ich war von der orthodoxen Pracht mit seiner Bilderflut schier erschlagen.

Die orthodoxen Kirchen sind immer in drei Räume unterteilt: Vorraum, Gemeinderaum und Altarraum. Letzterer ist durch eine sogenannte Ikonostase verborgen und nur für den Priester zugänglich. Äußerlich sind es Kreuzkuppelbauten, die ihren orientalisch-byzantinischen Architektur-Ursprung deutlich zeigen.

Nach der Besichtigung fuhren  wir weiter in Richtung Hermannstadt, doch nur wenige Kilometer weiter stoppte der Autofahrer vor uns aus unerklärlichen Gründen, was unserem Fahrer zu einer Spontanbremsung nötigte, die wiederum dazu führte, dass der Autofahrer hinter uns einen kleinen Auffahrunfall produzierte. (mehr …)

In Draculas Reich. Teil 1

Written By: Marina Sosseh - Okt• 12•17

Nachdem ich ja im Sommer Rübezahl in Schlesien besucht hatte, machte ich im Oktober Dracula meine Aufwartung.

Rumänien interessierte mich, stammte nämlich meine beste Schulfreundin aus Grundschultagen aus Rumänien und war ich so schon früh mit rumänischen Mitbringseln, wie volkstümlichen Blusen oder bunten Trinkflaschen mit Lederbezügen in Berührung gekommen. Allerdings hatte ich mich in späteren Jahren nie zu einer Reise nach Rumänien durchringen können, zu gefährlich und seltsam erschien mir das Land, was bis 1989 noch in den Händen der Ceausescu-Diktatur war und was ich mir auch danach vorrangig als arm, korrupt und unsicher vorstellte, womit ich (so mein jetziger Eindruck) so falsch nicht lag.

Darüber hinaus fasziniert mich die dunkle Ästhetik der Vampirromane sowie die Schauerromantik  und so sprach mich eine Reise nach Transsylvanien, zu den Schauplätzen von Bram Strokers Dracula, durchaus an.  Auf dem oberen Foto seht ihr einige Dracula-Devovtionalien, die im angeblichen Schässburger Geburtshaus von  Dracula käuflich zu erwerben sind.

Transsylvanien heißt in deutscher Sprache Siebenbürgen und dieser rumänische Landesteil war fest in der Hand der Siebenbürger Sachsen, einer deutschsprachigen Minderheit, die nach der Öffnung Rumäniens  mehrheitlich nach Deutschland und Österreich  übersiedelte.   Insofern versprach ich mir von meiner Rumänien-Reise durchaus deutsche Architektur und deutsche Geschichte. Meine Erwartung wurde hier nicht enttäuscht: Die pittoresken Altstädte in Siebenbürgen ermöglichten  mir einen Zeitsprung in ein Deutschland von Gestern, den ich durchaus zur Nachahmung empfehlen kann.

Da ich nicht sehr viel freie Zeit zur Verfügung hatte, entschied ich mich für eine organisierte Rundreise und wählte als Anbieter Studientours aus. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln hätte ich die meisten Orte nur schwerlich besuchen können und selbst wenn ich mich hier beschränkt hätte, wäre die Anreise zu dem ein oder anderen Höhepunkt der Reise zu einer logistischen Herausforderung für mich geworden. (mehr …)

Sachlich-monumentale Industriearchitektur in Vahrenwald, Hannover: Ein Fotospaziergang

Written By: Marina Sosseh - Sep• 18•17

Einmal im Jahr findet der Tag des Denkmals statt.  Viele Denkmäler, die normalerweise nicht öffentlich zugänglich sind, lassen sich dann besichtigen.

Ich schaute mir das Verwaltungsgebäude der Continentalwerke an der Vahrenwalder Straße in Hannover an.  Leider war  im Innern des Gebäudes nur der erste Lichthof begehbar. Dieser ist auch an Werktagen für die Öffentlichkeit zugänglich und kann jederzeit besichtigt werden. Die anderen beiden Lichthöfe waren leider auch am Tag des Denkmals abgesperrt, was ich schade fand.

Sid Auffahrt gibt einige Erklärungen zum Gebäude ab.

Das Conti Verwaltungsgebäude ist 1912 – 1914  errichtet und von Peter Behrens entworfen worden. Die Firma selbst gründete sich 1871 unter dem Namen „Continental-Caoutchouc & Gutta-Percha-Compagnie“ als Produzent von Fahrradreifen und entwickelte sich zu einem weltweit führenden Zulieferer der Autoindustrie.

Man beachte im folgenden Bild die groben Steine zu denen die glatte, sachliche Fassade einen aufstrebenden Kontrast bildet. Die sachliche Nüchternheit zeugt von einer Befreiung von der zeittypischen Historisierung. Obwohl Peter Behrens in seiner Frühphase  die Ornamentik favorisiert hat, tritt sie hier zugunsten einer Großflächigkeit und Schlichtheit fast vollständig zurück.

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Wenn das keine repräsentative Architektur ist! Die fünf Köpfe zeigen die Physiognomie der Erdteile.

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Mögt ihr Stuck?

Written By: Marina Sosseh - Sep• 16•17

Ich ja, was ja in meinem Blog immer wieder durch meine viele Fotografien von Stuckfassaden zum Ausdruck kommt.

Ich mag jede Art von Verzierung

Ornamente verzaubern nüchterne Hausfassaden.

Adolf Loos hat in seinem Vortrag „Ornament und Verbrechen“ 1910 dazu aufgerufen, das Ornament aus den Städten zu verbannen.

Der moderne Mensch, der Mensch mit den modernen Nerven, braucht das Ornament nicht, er verabscheut es.

In der Zeit, als er dies geschrieben hatte, wurden  Fassaden noch opulent ausgeschmückt. Die Gedankengänge von Adolf Loos  trafen jedoch auf den Zeitgeist einer nüchternen Gegenbewegung  und sie führten letztendlich dazu, dass die Innenstädte in Deutschland immer schlichter wurden. Einfaltsloser! Gründerzeitshäuser, die den Krieg überlebt hatten, wurde der Stuck sogar nachträglich abgeschlagen.

Für die Mehrheit der Menschen in den 50er Jahren war Stuck geschmacklose Pseudostilistik

Der Historizismus, den Adolf Loos verachtete, weil er ihn vorwarf sich beliebig an allerlei Zierart zu vergehen, wurde in den 1964 erschien Bildband von Wolf Jobst Siedler  „Die gemordete Stadt“  post mortem gelobt, schließlich trugen, so seine Meinung,  die Dekors der Gründerzeitfassaden zu einer Stadtlandschaft bei, in der man sich wohlfühlen konnte. Die Tristesse der  funktionalen Nachkriegsbebauung dagegen lässt keine Heimeligkeit aufkommen.  Leider dominiert diese fade Nüchternheit bis heute das Stadtbild.

Allerdings lässt sich glücklicherweise mittlerweile  ein leises  Umdenken feststellen und es kommt sogar zu Neuverstuckungen. Überhaupt sind Retrobauten wieder gefragt. Nach historischem Vorbild soll wieder neu erstehen, was uns mit dem verbindet, was längst vergangen ist.

In Hannover wird gerade diskutiert, die Markthalle abzureißen und durch einen Neubau mit historischen Anleihen zu ersetzen. Eine vollständige Rekonstruktion des einstigen Jugendstilbaus ist leider, aufgrund von Bebauungen, nicht mehr möglich. Spannend wird die Diskussion auch dadurch, dass auch die jetzige Markthalle unter Denkmalschutz steht.

Interessant fände ich es,  sich durchaus moderne Bauten zu erdenken, die Versatzstücke aus dem Historizismus, der sich  ja selbst wieder in der Antike, Gotik, Renaissance, … bedient, interagiert. Das Ornament könnte so mit der Funktionalität in den Dialog treten oder aber gerade im Kontrast eine neue ästhetische Dimension entfalten.

Ich glaube, dass mich eine solche Architektur begeistern könnte.

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