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Rendevous mit Aphrodite und Mami Wata

Montag, 31. Mai 2010

Letztens habe ich einen Kurs zum Thema “Mediale Heilung” an der VHS Hannover belegt und dabei die Kursleiterin Brigitte Göbel, www.mahuna-institut.de,  kennen- und schätzen gelernt. Daraus hat sich mittlerweile ein interessanter Kontakt ergeben, zumal wir festgestellt haben, dass Brigitte sich schwerpunktmäßig mit Aphrodite und ich eben mit Mami Wata, der afrikanischen Aphrodite, beschäftige. Diese Gemeinsamkeit hat uns viel Lust auf eine Zusammenarbeit gemacht, an der wir auch andere Menschen teilnehmen lassen wollen. Insofern sind wir sehr glücklich darüber, dass uns die VHS Hannover die Möglichkeit bietet, im Herbst zusammen ein Wochenendseminar anzubieten. Es wird am 23./24.10.2010, also am letzten Wochenende der niedersächsischen Herbstferien, stattfinden und ihr seid herzlichst dazu eingeladen. Anmeldung  bitte über die VHS Hannover.

Tänzerisch-spielerischer Dialog zwischen den Kulturen:  Rendezvous mit Aphrodite und Mami Wata

Wem ist sie nicht bekannt? Die griechische Göttin Aphrodite,  die Liebe und  Fruchtbarkeit spendet. Sie verkörpert die ewige Macht der Liebe, ihrer Verheißungen, Erfüllungen und Enttäuschungen. Sie hat eine dreitausendjährige Geschichte aufzuweisen, und ein Ende ist nicht abzusehen. In vielfältiger Form wollen wir uns mit ihr auseinandersetzen.

Aphrodite,   die Schaumgeborene, heißt in Westafrika Mami Wata. Sie besitzt eine weiße Hautfarbe und erinnert  auch  rein äußerlich an eine europäische Meerfrau.  Später kamen noch indische Einflüsse hinzu, sodass es sich bei ihr  wahrlich um eine „multikulturelle“ Göttin handelt.

Genauso wie Aphrodite wird Mami Wata  mit Liebe, Schönheit und Fülle in Verbindung gebracht. Spätestens dann, wenn dir Mami Wata in deinen Träumen mit langen Haaren und hellem Teint erscheint,  solltest du ihrem Ruf folgen und in das Blau-Grün des Wassers hinabtauchen, um dich auf die Suche nach einer Vision für dein Leben zu begeben.

Mit Hilfe der Methode „Jeux Dramatique“, die aus dem freien Theaterspiel stammt,  werden wir zuerst eine spielerisch-tänzerische   Begegnung mit Mami Watas Element, dem Wasser, erleben. Mit Hilfe von  tänzerischen Kreisen, Spiralen und Achten vertiefen wir dieses Erlebnis, um danach Bewegung als Auslöser für eine schamanische Reise zu erfahren.  Während der Reise können tiefgreifende Erlebnisse möglich sein.

Zum Schluss dieses Wochenendseminars werden wir Aphrodite mit Mami Wata in den Dialog treten lassen  und unsere Assoziationen ausdrücken, was Aphrodite und Mami Wata mit uns selbst zu tun haben und wie wir sie in unser alltägliches Leben integrieren können.

Bitte eine Decke, bequeme Tanzkleidung und Zeichenmaterial mitbringen.

Soul of Africa

Donnerstag, 18. März 2010

Es gibt ja keine Zufälle. Am Mittwoch konnte mein Radiowecker mein präferiertes Programm “Deutschlandradio Kultur” nicht mehr empfangen, sodass ich mich auf die Suche nach einer erträglichen Alternative aufmachte, nach einem Radiosender also, dessen Moderatoren nicht ”platt” daher”schwafeln”, um eine Musik anzusagen, die so belanglos und weichgespült ist, dass sie mir schon am Morgen Kopfschmerzen bereitet und dessen redaktioneller Höhepunkt die ”Ansage von Schlaglöchern” ist. Kurz und gut, ich fand schließlich ”WDR 5″, hörte mir eine morgendliche Presseschau an und wurde mit einem Programmhinweis konfrontiert, der mich direkt wieder zu “Mami Wata” führte. Ich erfuhr, dass es am 17.3. in der Sendung “Tischgespräche” ein Interview mit dem Fotografen Henning Christoph geben würde, dessen Name mir schon durch seine Fotografien im Bildband “Soul of Africa. Magie eines Kontinents” bekannt war. Schnell vermutete ich, dass während des Gesprächs sicherlich auch das Thema “Mami Wata” berührt werden würde. Und richtig: Ich wurde nicht enttäuscht, erzählt Henning Christoph doch gleich zu Beginn des Interviews die Geschichte seines Mami Wata-Altars, den er von Benin nach Essen importiert hatte. Nachzuhören ist das Interview auf: #Tischgespräch#

Der Todesaspekt von Mami Wata

Samstag, 6. März 2010

Mami Wata kann auch einen bedrohlichen Aspekt haben, ist ihr Unterwasserreich doch auch assoziiert mit dem Tod. Wenn Mami  Wata dich ruft und du dies ignorierst, wird sie dich mit Krankheit und Unheil strafen, bis du ihr einen angemessenen Platz in deinem Leben eingeräumt hast.

Todes-Mami Wata

Afrodite

Samstag, 27. Februar 2010

Jetzt ist es schon eine Woche her, dass ich meine Ausstellung “Mami Watas Traumkunst”  im Café Lohengrin eröffnet habe. Sie stand ganz im Zeichen von Mami Wata, was ja letztendlich nur ein anderer Name für Eurynome-Aphrodite ist. Wer Genaueres über die Hintergründe  wissen möchte , kann dazu in meinem Buch nachlesen.

Die afrikanische Mami Wata wurde von Dirk Grothe dann in “Afrodite” umgetauft und  gab  ihm  die kreative Inspiration für eine kleine Minigeschichte, die ich nachfolgend zitiere:

Afrodite

Sie hatte sich die schwarze Göttin auf dem Basar von Casablanca gekauft, weil diese ihre eigene Schönheit widerspiegelte in allen Formen und Zügen wie ein verkleinertes Spiegelbild. Seitdem war sie bestrebt, sich auf ewig die göttliche Schönheit zu erhalten, indem sie sich täglich mit der Göttin verglich.

Die schwarze Göttin hatte allerdings einen Heidenspaß daran, sich den Veränderungen ihrer Besitzerin im Laufe der Jahre haargenau, aber kaum wahrnehmbar anzupassen, wodurch diese in dem Glauben bestärkt wurde, sich stets im „status quo“ ihrer Schönheit zu befinden.

Raus kam die Sache, als die Besitzerin ihre Göttin stolz ihrer Freundin zeigte, diese jedoch verunsichert bemerkte: Aphrodite hatte ich mir aber ganz anders vorgestellt, nicht so dick!

Wie Dirk mir erzählt hat, schreibt er tagtäglich solche kleinen Geschichten, die er u.a. auch auf  www.typeer.de veröffentlicht.  Außerdem schreibt er selbst Theaterstücke und macht  im “ensemble kamusa”  (schau hier: www.kamusa.de ) Theater.

Ich selbst bin immer wieder erstaunt und auch erfreut darüber, wie viele Menschen in meiner Umgebung kreativ-künstlerisch tätig sind. Ich wünsche mir nämlich eine Gesellschaft, in der jedermann und jedefrau - jenseits von pervertierten Castingshows - kreativ  ist, und dies einfach so! Einfach zur gegenseitigen Freude.

Mami Wata

Sonntag, 14. Februar 2010

72_aquatinta_mamiwata_20091Jetzt ist es bald soweit. Am 20.2. um 20 Uhr findet meine Ausstellungseröffnung mit Tanz und Performance im Café Lohengrin in Hannover statt.

Das ist meine offizielle Ankündigung:

Das Café Lohengrin in der Sedanstraße, das sich durch ein breit gefächertes Kulturprogramm auszeichnet, zeigt vom 20.02. – 20.03. Arbeiten von Marina Sosseh (Jahrgang 1966).

Die Künstlerin sieht sich in der Tradition der „Individuellen Mythologie“, einer Kunstrichtung, in der eigene mythologische Vorstellungen in eine symbolisierte Bild- und Zeichensprache umgesetzt werden.
Auch bedingt durch längere Aufenthalte in Gambia finden sich in ihren, meist in Acryl gehaltenen, obsessiv farbigen Bilder, nicht nur Reminiszenzen an afrikanische Götter und Göttinnen, sondern auch transkulturelle Vernetzungen, die auf eine individuelle Patchwork-Spiritualität hinweisen.
Da im Verständnis von Marina Sosseh Kunst nicht in verschiedene Teildisziplinen katalogisierbar ist, wird die Ausstellungseröffnung am 20.02. um 20 Uhr von einer Performance gerahmt, bei der die Künstlerin u.a. aus ihrem Buch „Mami Watas Tanz“ vorlesen wird. Man darf gespannt sein.

Marion hat sich schon zuvor von “Mami Wata” inspirieren lassen und einen kleinen Druck angefertigt, den ihr oben seht.  Mehr von ihr  gibt es unter  www.kunstart-hannover-leipzig.de zu sehen.

Mami Wata???

Montag, 20. April 2009

Willkommen auf meiner Seite, in der ich in unregelmäßigen Abständen über … (tja, das weiß ich selbst noch nicht) berichten werde.

Heute möchte ich euch erst einmal den Namen meines Blogs erklären. “Mamiwata” habe ich ihn in Anlehnung an die afro-amerikanische Meeresgöttin Mami Wata genannt.

Mami Wata wird in ganz Westafrika, aber auch in Brasilien oder der Karibik verehrt. Hinter der Pidgin-Bezeichnung Mammy Wata oder auch Mami Wata (auch Yemanja) verbirgt sich eine fischschwänzige Wassernixe.

In der Ifa-Religion, die ursprünglich in Nigeria, Benin und Togo beheimatet ist, wird jedem Menschen ein Geistwesen zugeordnet. Bestimmt wird es im Orakel. So viel sei verraten: Meines ist nicht Mami Wata.

Trotzdem spricht mich Mami Wata an. Historisch gesehen stellt ihr Kult nämlich eine Verbindung zwischen europäischen, afrikanischen und indischen Traditionen dar. Insofern ist sie prädestiniert dafür, ein Symbol für eine religionsübergreifende Spiritualität zu sein.

Ifa-Anhänger/innen werden das selbstverständlich anders sehen. Mir ist aber nicht die Zugehörigkeit zu irgendeiner spirituellen Richtung wichtig, sondern vielmehr die Auflösung von Grenzen. “Entgrenzung” also. Ich gehe nämlich davon aus, dass sich die Zeit der “Entweder-Oder”-Religionen (zumindest in den westlichen Ländern) dem Ende zuneigt und von einer ganzheitlichen Sicht der Welt abgelöst wird. Insofern finde ich dieselben Götter- und Geistwesen in unterschiedlichen Kulturkreisen wieder, allerdings mit verschiedenartigen Namen versehen. Sie sind allesamt Aspekte eines göttlichen Wesens, womit ich dann wieder mit der traditionellen Ifa-Religion übereinstimme, die sich - was jetzt sicherlich einige Leser/innen verwundert - als monotheistisch definiert.

Unterschiedliche spirituelle Traditionen sind, folgt man meiner Argumentationsweise, nur verschiedenartige Wege, um sich der göttlichen Wesenseinheit, die ich einmal vorsichtig mit “Ganzheit” umschreiben möchte, anzunähern. Missionierungsversuche und die aggressive Variante der Glaubenskriege sind damit als vollkommen obsolet und kontraproduktiv erkannt. (Ob sie jemals aktuell waren oder einfach nur “bescheuert” sind, kann sich jede/r selbst beantworten!)

Nachdem es nun, entgegen meiner ursprünglichen Absicht, kompliziert geworden ist, gibt es hier noch ein Bild von Mami Wata, das ich 1999 angefertigt habe. Es ist eine Assemblage, bestehend aus Kies, Sträuchern, einer Barbiepuppe mit Fischhaut, Plastikboot und Glasscherben.

Mami Wata