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MAGISCH REISEN, KUNST und KULTUR: In die Tiefe geschaut!

Ankunft in Venedig. Teil 1

Written By: Marina Sosseh - Nov• 04•17

Jetzt ist mein Bericht über meine Rumänien-Reise noch nicht vollständig geschrieben und schon war ich wieder unterwegs. Es gab schließlich, aufgrund des Reformations-Feiertages, ein verlängertes Wochenende zu genießen, was ich nutzen wollte, um mir einen Eindruck von Venedig zu verschaffen.

Die Anreise:

Für meine Venedigreise musste ich früh aufstehen. Schon um 6.25 Uhr startete mein Flugzeug von Hannover aus nach München. Da man wegen der Sicherheitskontrollen ja schon sehr viel früher dort sein musste und in Hannover die Bahnen in der Nacht auch nicht ständig fahren, war es mit dem Schlaf für mich um 3 Uhr vorbei. Das sind dann die Momente, wo ich mich frage, warum ich mir diesen Freizeitstress eigentlich antue und warum ich nicht einfach ein ruhiges und entspanntes Wochenende zu Hause verbringen kann?

Der Flug mit Lufthansa war sehr viel entspannter als meine Ryanair-Erfahrung in Richtung Rumänien. Pünktlich – mit sanften Start und Landung – und einer Innenausstattung, die einen nicht gleich an der Sicherheit des Flugzeuges zweifeln ließ.

Von München ging es dann mit Air Dolomiti problemlos weiter, sodass ich dann bereits um 9.45 am Flughafen Marco Polo war. Dort hatte ich die Wahl, ob ich mit dem Shuttle-Bus in Richtung Markusplatz aufbrechen wollte oder lieber den „Wassertransport“ wählen sollte. Ich entschied mich für die letztere Variante, die zwar mit 15 Euro nicht ganz billig war, aber eine ruhige Annäherung an den Zauber von Venedig bot, zumal zu dieser frühen Zeit kaum Besucher an Bord waren.

Das Alilaguna-Boot mäanderte über eine Stunde lang  die imposanten Wasserstraßen entlang. Vom Flughafen ging es nach Murano, von dort am Lido vorbei bis hin  zum Markusplatz.

Was kann es Schöneres geben, als auf diese gemächliche Art und Weise, sich Venedig anzunähern!

Erste Eindrücke:

Der Markusplatz ist ja das Herz von Venedig und so wollte ich meine kleine Erkundungstour des alten Venedigs von dort starten. Da ich ja leider mein gesamtes (Hand-)Gepäck dabei hatte, da das Hostel, in dem ich übernachten würde, erst ein Check-in um 15 Uhr ermöglichte, hatte ich mir in meiner Phantasie ein gemütliches und kontemplatives Ankommen so vorgestellt, dass ich mir eine Bank suchen würde und erst einmal den Platz auf mich hätte wirken lassen wollen.

Leider blieb das ein frommer Wunsch. Im alten Venedig gibt es so gut wie keine nicht-kommerziellen Sitzgelegenheiten. (Kleiner Tipp: Wie ich am nächsten Tag herausbekam, befinden sich vor dem Dogenpalast  ein paar Steinbänke!) Darüber hinaus ist die Stadt mit ihren verwinkelten Gassen so überfüllt, dass ich von der Besichtigung des Markusdoms erst einmal Abstand nahm, stattdessen ließ ich mich nun im Einklang mit dem Gehen und Schieben der Massen einfach treiben.

Mir kam es dabei so vor, als ob Venedig  auf das, was ihr historisch gegebenen ist,  eine touristische Realität mit singenden Gondelfahrern, Murano-Glasläden und Geschäften, die Masken aus Pappmaschee und auch aus anderen Materialien feilbieten, legt. All dies machet es mir erst einmal schwierig, sich der Seele des Ortes anzunähern. Dafür muss man wohl im Winter oder in der Nacht kommen.

sdr

So schön das pittoreske Stadtbild  ist, es war zu viel. Zu viele Menschen, zu viel Geschubse, zu viele Kitschartikel, deren Farben mein Gehirn fast explodieren ließen, zu viel wunderschönes Kunsthandwerk, zu viele Animateure, die einen in ein Restaurant locken wollten. Ich konnte irgendwann nicht mehr und flüchtete mich in eine katholische Kirche. Endlich Ruhe und ein Sitzplatz!

Danach suchte ich mir meinen Weg zum Bahnhof Santa Lucia, nahm aber nicht den Zug zum Festland, sondern einen Linienbus. Diese fahren am dort angrenzenden Busbahnhof ab, genauso wie auch eine Straßenbahn.

In den folgenden zwei Tagen würde ich dann aber die Bahnverbindung bevorzugen.

Das A&O Hostel:

Das A&O Hostel, wo ich untergebracht war, liegt nämlich in unmittelbarer Nähe des Bahnhofes Mestre. Solche Fehler unterlaufen mir, wenn ich mich auf Reisen nicht sonderlich vorbereite, sondern einfach losfahre.

Die Hotelmitarbeiterin im Hostel wusste nichts von meiner Buchung, da ich Teil einer Lehrerinformationsfahrt war, sodass sich die Abwicklung an der Rezeption etwas hinzog, was immer dann  extrem nervig ist, wenn man denn nur noch Ruhe haben will. Irgendwann jedenfalls war ich in meinem Zimmer angekommen, was von der Ausstattung her modern und zweckmäßig daherkam. Es war ein Doppelzimmer, was ich zur Einzelnutzung zur Verfügung hatte. Auch dies ist in Hostels möglich. Für mich erstaunlich war es, dass es dort sogar ein Bidet im Badezimmer gab, was in Italien, wie man mir später versicherte, vorgeschrieben ist.

Nach einer Pause bekamen diejenigen von meiner Gruppe, die schon angekommen waren, eine Führung durch das Hostel. So konnten wir auch Blicke in die Zimmer werfen, die für mehrere Personen angelegt sind. Die Hochbetten haben jeweils eine kleine Holzumrahmung, sodass auch bei einer größeren Gruppe im Zimmer Privatssphäre gewährleistet ist. Außerdem verfügt jedes Bett über eigene elektronische Anschlüsse, sodass der multimedialen Datennutzung im Bett nichts mehr im Wege steht. Für mich persönlich jedoch wäre ein Acht-Personen-Zimmer ein No-Go, für Familien, Klassenfahrten und Jugendreisen bietet ein solches Zimmer aber sicherlich eine preisgünstige Möglichkeit der Übernachtung.

Gefallen hat mir  die ansprechende Lobby des Hostels und dass für die Besucher eine Küche mit Kochplatten und Mikrowelle, Schließfächer (jedoch nicht im Zimmer) und Waschmaschinen und Trockner zur Verfügung stehen. Es gibt im Hostel  sogar einen  eigenen Unterrichtsraum.

Als Minuspunkt werte ich die doch sehr langen Wartezeiten an der Rezeption. Auch wer ein Getränk an der Bar trinken möchte, muss sehr viel Geduld mitbringen. Glücklicherweise gibt es aber auch Getränkeautomaten.

Die Lage ist verkehrsgünstig, ansonsten ist der Blick aus dem Fenster eher prekär und hat absolut nichts mit dem zu tun, was man von Venedig erwartet. Mestre gilt als die „hässliche Schwester von Venedig“  und lässt mit seinen Industrieansiedlungen und Plattenbauten kein Wohlfühl-Ambiente aufkommen.

Das Bett jedoch war recht bequem und da ich auf meinen Reisen immer Lärmschutz-Kopfhörer dabei habe, konnte ich auch gut schlafen. Ohne dieses Hilfsmittel wäre es eventuell schwierig geworden, da die Zimmer doch erschreckend hellhörig sind. Wenn dann das eigene Zimmer an den von  pubertierenden Jugendliche angrenzen sollte, kann ich mir die Nachtruhe schwierig vorstellen.

Auch sind zwei Fahrstühle für ein Hostel mit neun Etagen viel zu wenig und es macht keinen Spaß, gefühlt 10 Minuten darauf zu warten, dass der Lift hält und noch ein wenig Platz für den eigenen Zustieg ermöglicht.

Während meines kurzen Aufenthaltes habe ich dort einmal zu Abend gegessen und ansonsten gefrühstückt. Das Essen wird in Buffetform serviert und war soweit in Ordnung. Beim Frühstück ist es sehr unglücklich, dass der Automat für die Kaltgetränke direkt neben den der Warmgetränke steht. So kommt es, zumindest in den hochfrequentierten Phasen,  zu Staus, die zumindest mir die Lust auf eine weitere Tasse Tee genommen haben.

Apropos Tee: Auch hier erwartet den ambitionierten Teetrinker, wie so oft,  nur müder Beuteltee in einer Kaffeetasse.

Ein höchst unfreundlicher Zerberus fauchte mich während meines Aufenthaltes zu allem Überfluss  im Frühstücksraum noch an, dass ich, vor Nutzung des Buffets,  gefälligst eine Plastikmarke in ein Sammelgefäß werfen müsste.  Diese vorgeschriebene Handlung dient wohl der Kontrolle der Legitimation der Gäste, wofür diese Dame wohl u.a. abbestellt war. Ich jedenfalls war von der mir gegenüber gebrachten Unfreundlichkeit am frühen Morgen geschockt.

Gut, dass ich am Ankunftstag, während meiner Schifffahrt vom Flughafen Marco Polo mit dem Wassertransport,  schon die schönen Seiten Venedigs genossen hatte, sodass mir der barsche Ton der Mitarbeiterin nicht die Freude auf die geplanten  Entdeckungstouren nahm.  Zwei interessante Tage lagen nun vor mir.

Die Fortsetzung findet ihr hier.

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2 Kommentare auf "Ankunft in Venedig. Teil 1"

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[…] ist der letzte Teil des Berichtes über meine Venedigreise. Hier sind Teil 1 und Teil […]

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[…] Wer ihn noch nicht gelesen haben sollte, findet meinen Bericht zum ersten Tag hier. […]

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