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MAGISCH REISEN, KUNST und KULTUR: In die Tiefe geschaut!

Der Herkules feiert Geburtstag!

Written By: Marina Sosseh - Jun• 06•17

Der Herkules ist hier von hinten zu sehen. Er ist ein Symbol für die Stärke. Er stützt sich auf eine Keule, um die eine Löwenhaut gewickelt ist. Versteckt hält er in seiner anderen Hand drei Äpfel, die er aus dem Garten der Hesperiden entwendet hat.

Der Herkules in Kassel feiert dieses Jahr Geburtstag, ein Grund mehr für mich, den Bergpark Wilhelmshöhe  zu besuchen. Nun hätte mich die Bezeichnung „Bergpark“ stutzig machen sollen, hatte ich letzten Sonntag nämlich eher einen gemütlichen Spaziergang durch Blumenbeete im Sinn, als eine Bergbesteigerung, zu der es dann aber gekommen ist.   Informationen im Vorfeld hätten mir sicherlich den Schock ersparen können, der sich mir beim Austritt aus dem Bahnhofsgebäude erwartete.  Die Wilhelmshöher Allee führte nämlich beständig bergauf und meine um etliche Jahre jüngere (und sportlichere ) Reisebegleiterin ließ mich nicht den Mut fassen, mir die Blöße zu geben,  auf  eventuell andere Möglichkeiten der weiteren Anreise zu bestehen. Die hätte es in der Tat gegeben (Straßenbahn, Busverkehr).  So aber begann nun sofort der Aufstieg. Beim Besucherzentrum Wilhelmshöhe betraten wir endlich den Park und waren erfreut über die Vielfalt von landschaftlichen Szenarien, die sich uns auftaten. Die Blumen dufteten, als ob es kein morgen mehr geben würde, allein, ich will es nicht verschweigen, ging es  auch weiterhin BERGAUF!!!

Das Schloss ließen wir links liegen, obwohl es dort nicht nur eine sehenswerte Gemäldesammlung, sondern auch eine Ausstellung zum Herkules (bis zum 8. Oktober 2017) gegeben hätte.

Wir jedoch wollten erst einmal „hinauf“, nicht beachtend, dass später zumindest meine Erschöpfung so groß gewesen sein würde, dass wir uns diesen Park-Höhepunkt entgehen lassen mussten.

Vorbei am Grabmal des Vergils mäanderten wir weiterhin aufwärts, um irgendwann vor der großen barocken Kaskade zu stehen, neben der sich beidseitig eine mir  mörderisch anmutende Treppe nach oben schlängelte.

Selbst Rentner keuchten hier nicht so sehr wie ich,  was mir noch immer zu denken gibt. Mit vielen kleinen Pausen gelang dann jedoch auch mir der Aufstieg zum Oktagon mit der Herkulesstatue. Dort begaben wir uns zur oberen Touristikinformation und hatten das Glück, noch an einer Führung teilnehmen zu können.

Unsere Intention  war es, dass wir, nachdem wir zum „Olymp“ und zum Herkules emporgestiegen waren, dem Wasser, das ab 14.30 Uhr freigeschaltet werden sollte, mit Erklärungen folgen würden. Das dann herunterfließende Wasser setzt immer wieder neue Wasserkünste in Gang, bis dann alles schließlich in der großen Fontäne vor dem Schloss und dem See enden sollte.

Der Plan …

  1. Beginn am Herkules – 14.30 Uhr
  2. Kaskaden – 14.40 Uhr
  3. Steinhöfer Wasserfall – 15.05 Uhr
  4. Teufelsbrücke – 15.20 Uhr
  5. Aquädukt und Peneuskaskaden – 15.30 Uhr
  6. Höhepunkt am Fontänenteich – 15.45 Uhr
  7. Lac

… und die Wirklichkeit!

Mittlerweile waren, schier aus dem Nichts, Menschenmassen angereist. Leider mussten wir deshalb die Führung schon unterhalb der Herkules-Figur verlassen. Nichts ging mehr,  zumal eine Seite der Treppe gesperrt war, befindet sich die Anlage nämlich noch bis 2018 im Renovierungszustand.

Etwas enttäuscht begaben wir uns auf Schleichwegen zurück nach unten, wo wir dann die große Fontäne in Betrieb erleben durften.

 

Historisches:

Der Park wurde im Auftrag des Landgrafen Karl vom italienischen Architekten Giovanni Francesco Guerniero angelegt und 1718 vollendet. Bis in die 1820er wurde er von seinen Nachfolgern in einem englischen Landschaftspark umgestaltet, wobei aber die barocken Elemente, wie beispielsweise die Wasserkunst mit dem Herkules, integriert  blieben.   Dieser größte europäische Bergpark bietet nicht nur eine Reise durch die griechische Mythologie, sondern  u.a. auch eine mittelalterlich inspirierte Löwenburg und eine chinesische Pagode.

Resümee:

In der Nachbearbeitung meines kleinen Ausflugs nach Kassel, wird mir jetzt erst bewusst, was ich in dieser einmaligen Parklandschaft alles nicht gesehen habe. Ich habe vom Bergpark nur einen kleinen, wenn auch anstrengenden Eindruck erhalten. Ich werde mit Sicherheit noch einmal wiederkommen, dann aber bequem bis zum Herkules-Denkmal anreisen, um dann die inszenierte Landschaft ausschließlich „bergab“ genießen zu können. So aber konnte ich mich wie Herkules als Heldin fühlen, die erfolgreich zum Götterhimmel aufgestiegen war. Durch mich selbst ermächtigt! Wer kann mir jetzt noch etwas anhaben?

Literaturempfehlungen:

 

Fotoalbum:

Schau hier!

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