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Die Teufelskuhle, das Mausoleum Graf Carl von Alten und die Döhrener Wolle: Eine hannoversche Winterwanderung

Written By: Marina Sosseh - Feb• 11•18

Gestern unternahmen eine Freundin und ich eine kleine Winterwanderung im Nahbereich.

Wir starteten am Freizeitheim Ricklingen und gingen von dort zum Ricklinger Holz. Von dort wanderten wir weiter in Richtung Hemmingen. Dabei hatte ich die Hoffnung, dass wir an der sogenannten Teufelskuhle vorbeikommen würden, hatte ich nämlich unlängst gebraucht ein Buch mit niedersächsischen Sagen erstanden, wo genau dieser geheimnisvolle Ort Erwähnung fand. Ein Einsiedler soll dort einmal gelebt haben, der nachdem er einen jungen Mann für den christlichen Glauben missioniert hatte, von dessen Bruder ermordet worden sein soll. Danach versank die Kirche mitsamt dem Mörder im Boden und die Erdspalte füllte sich mit Wasser.

Die Wegbeschreibung im Sagenbuch ist leider ungenau:

Wenn man von Ricklingen bei Linden nach Hemmingen geht, sieht man dicht vor dem Hemmingen Holze rechter Hand einen einsam gelegenen Teich, etwa 50 Meter lang und 10 Meter breit, umrahmt von hohen Pappeln. Das ist die ‘Teufelskuhle’. Ihre Ufer sind steil und das Wasser ist sehr tief. Wer zu gewissen Zeiten an dem düsteren Weiher vorbeikommt, hört unter der Oberfläche des Wassers leises Glockenläuten. Das rührt von dem Kirchlein her, das hier in der Tiefe versunken ist.”  (Henniger, Karl, Hrsg.: Niedersachsens Sagenborn, Bd. 2, Hildesheim 1994, S. 24)

Nun hatte ich die Hoffnung, dass der als “Krötenteich” ausgewiesene Gewässer die Teufelskuhle sein könnte, schloss dies dann aber vor Ort aus. Zu hell und lichtvoll ist der Krötenteich. Das konnte also nicht der gesuchte Spukort sein und ich beschloss mir im Verlauf des Jahres die Gegend noch einmal genauer anschauen, um die Teufelskuhle zu finden. (Falls jemand deren genauen Koordinaten für mich hat, wäre ich für einen entsprechenden Hinweis als Kommentar überaus dankbar!)

Durch eine leicht überschwemmte Auenlandschaft setzten wir unseren Weg in Richtung des Mausoleums Graf Carl von Alten fort. Dieses liegt auf einer verlandeten Fussschleife des Urstromtals der Leine, inmitten des Naturschutzgebietes Sundern. Das Mausoleum, dessen Entwurf noch vom Hofbaumeister Georg Ludwig Friedrich Laves stammte und das vom Architekten Conrad Wilhelm Hase als erstes Gebäude der Neugotik in Norddeutschland erbaut wurde, ist leider zerfallen. Von vier Türmen ist beispielsweise nur noch einer erhalten.  Nach dem Zweiten Weltkrieg kam es wiederholt zu Plünderungen und Zerstörungen. Sogar die Steine wurden gestohlen. Die Tür des Mausoleums wurde 2016 in einem Wohnhaus in Geehrten  wiederentdeckt.

Ich kann absolut nicht verstehen, wie Menschen aus Profitgier nicht nur die Grabesruhe stören, sondern auch ein architektonisches Kunstwerk in seinem Gesamtkonzept vernichten.  1982 wurde das Mausoleum dann endgültig zur Ruine; “eine Restauration mit Sicherung der Baureste gegen weiteren Verfall, deren Kosten sich auf mehr als 60.000 Euro beliefen, erfolgte in den Jahren 2013 und 2014 durch den Förderverein Mausoleum Graf Carl von Alten. (Wikipedia “Mausoleum Graf von Alten”, besucht am 11.02.2018)

Hier geht es zur Seite des Fördervereins mit vielen vertiefenden Informationen, u. a. lässt sich dort die wiedergefundene Eingangstür des Mausoleums bewundern.

Für uns ging es weiter durch die Maschlandschaft zur ehemaligen Döhrener Wolle, der ersten deutschen Fabrikationsstelle zur Waschung von Wolle. Heute ist von der Fabrik fast nichts mehr gesehen. Das Gelände wurde in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts neu bebaut.  Jetzt ist es ein  ruhiges Wohnquartier, was idyllisch auf der Leineinsel liegt und seinen Bewohner  schöne Aussichten auf die Flusslandschaft ermöglicht und gleichzeitig recht verkehrsgünstig liegt.

Ich hätte mir allerdings auf der Leineinsel eher eine Parklandschaft gewünscht, die die landschaftliche Schönheit eben nicht nur zum Privatvergnügen von einigen wenigen Bewohnern, sondern stattdessen öffentlich gemacht hätte.

Nach dieser recht entspannten  Wanderung kehrten wir in der Südstadt in einem eritreischen Restaurant  (hier) ein. Die Speisenauswahl ist  dort nicht allzu groß. Man sollte außerdem Zeit und Geduld mitbringen. Auch hätten wir uns warmes Brot gewünscht. Insgesamt hat es uns dort jedoch gut gefallen und wir würden jederzeit wiederkommen.

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