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MAGISCH REISEN, KUNST und KULTUR: In die Tiefe geschaut!

Ein unterhaltsamer Besuch auf der Esoterikmesse!

Written By: Marina Sosseh - Sep• 05•17

Eine Esoterik-Messe  kann recht unterhaltsam sein. Hier seht ihr mich, wie ich gerade einen Massagestuhl ausprobiere, während ich zeitgleich mit der Mindmachine eine Entspannungs-Session genieße.

Das war richtig toll, was auch daran liegen mag, dass es sich hierbei eben um keine „Esoterik“ im herkömmlichen Sinn,  sondern um eine Methode  handelt, bei der die blinkenden Lichter der Mindmachine das Gehirn in die Frequenzbereiche, die zuvor ausgewählt worden sind, versetzen.  Das Ziel  ein solcher  „Sitzung“  muss auch nicht unbedingt „Entspannung“ sein, genauso ist „Aktivierung“, „Tiefschlaf“ oder beispielsweise „Lernsteigerung“ möglich.

Ich liebe diese Technik  und bedaure es zutiefst, dass  das „brainwave entrainment“- System, was ich bestimmt acht Jahre fast täglich in Gebrauch hatte, letztes Jahr leider seinen Geist aufgegeben hatte.

Ist eine Mindmachine an sich schon eine tolle Anschaffung, war die Erfahrung der Kombination  von Mindmachine und Massagestuhl eine himmlische Steigerung des Wohlfühlerlebnisses! Gerne wieder.

Selbstverständlich hatte ich mir auf der Messe ein „Entspannungsprogramm“ gewünscht, was beim anschließenden Spaziergang über die Esoterikmesse auch noch eine gewisse Langzeitwirkung entfaltet. Ganz beschwingt, ohne jegliche Aggressivität, tänzelte ich im Nachgang über die Esoterikmesse: immer auf der Suche nach Einhörnern.

Rein äußerlich hatte ich mein Outfit sowieso schon dem Thema der Messe angepasst. Sehe ich hier nicht so aus, als ob ich Engel channeln könnte?

Mo und ich  bestaunten spirituell gechannelte Bilder. Beim  „Jesus Encounter“ wurde uns sogar eine kostenlose“Segnung“ angeboten, was wir aber dankend ablehnten. Eine Schamanin, in tuvinsich inspirierter Verkleidung, offerierte Beratung. Verschiedene Heiler boten Reiki und andere Energiemedizin an. Die Bücherstände mit ihrem  bunten  Angebot an esoterischer Literatur wirkten gegenüber all diesen Coaching-Angeboten fast schon seriös.

Das folgende Buch sollte man aufschlagen, wenn man vor wichtigen Entscheidungen steht. Als Antwort erhält man allgemeine Sprüche, wie diesen hier: „Was du auch tust, das Ergebnis wird Bestand haben.“ Ach ja!

Ein paar Meter entfernt  wird  die Aura, also der angenommene Energiekörper des Menschen,  sichtbar gemacht. Dazu muss man seine beiden Hände auf die beiden Metallkästen, die im Bild jeweils auf den Hockern platziert sind, legen.

Schon wenige Sekunden später spuckt ein Drucker ein buntes Foto aus, dass aufgrund irgendwelcher ominöser Messungen  (vielleicht die Wärmefrequenze der Haut?) zustandekommen ist.  Dieses wird von der wirklich  sehr unterhaltsamen Anbieterin im Sinne eines Orakels wortreich gedeutet. Eine Ecke des Bildchen  steht dann für die Vergangenheit, eine andere für das, was ein mögliches Problem ist, usw.  Zuvor wird aber die Kundin nach dem Geburtstag gefragt, um das Wissen über die jeweiligen Geburtszahlen  in  die Wahrsagerei miteinzubeziehen. Es folgt eine kleine Beratung, in der man zum Schluss  das, was angeblich hinderlich im eigenen leben ist, in einem Plastikpapierkorb entsorgen soll. Wenn das keine Küchenmagie ist!  Leider habe ich mittlerweile schon vergessen, was meiner Freundin beratend gesagt worden war. Soviel sei aber verraten: Auch hier waren die Ausführungen so allgemein gesprochen, dass sich  wahrscheinlich jeder Besucher der Messe damit hätte identifizieren können.

Kurzweilig war es dennoch. Ob es die 40 Euro für ca. 20 Minuten Zeitvertreib wert gewesen ist, muss jedoch jeder selbst für sich  entscheiden.

Anschließend gab es noch einen Vortrag zur Aura-Energieeffizienz, wo heftigst ein „Klemmbrett“ beworben wurde, was die Ausstrahlung der Aura vergrößern und so gegen Krankheiten aller Art helfen soll.

Der Vortrag war werbetechnisch-manipulativ grandios aufbereitet. Zu Beginn gab es eine kleine Einführung ins Aurasehen, wobei die Raumabdunkelung, die suggestiven Fragen der Vortragenden und der Klangteppich im Hintergrund für die verkaufsfördernden Effekte sorgte.  Whow … da war ja wirklich ein kleiner Schatten sichtbar, der sich um den Körper der Vortragenden ausbreitete.  Für den Effekt scheint es jedoch überaus förderlich zu sein, wenn der Probant möglichst dunkel gekleidet ist und vor einer weißen Leinmwand im abgedunkelten Raum steht. Nachdem dann eine Zuschauerin als weiteres Demonstrationsobjekt von der „Verkäuferin“ ausgewählt  und vor die Leinwand gestellt wurde, folgte die erneute Aufforderung an uns,  unseren Kopf in den Nacken zu legen, unseren Daumen vor das Gesichtsfeld zu halten und so, etwas verschwommen, die Frau zu fixieren. Und wirklich sahen wir schon bald einen kleinen Energieschatten.  „Ist er groß? Ist er klein? Wer sieht Farben? Welche Farben?“, wurden wir beständig tranceartig gefragt.  Widersprüchliche Aussagen wurden dabei übergangen und auf den ausführlichen, selbstverständlich kostenpflichtigen  Kurs im Aurasehen am nächsten Tag verwiesen.  Derweil stand die Dame noch immer etwas vor der Leinwand, bekam jetzt aber das besagte „Klemmbrett“ in die Hände gedrückt, was nun, so die Moderatorin,  gegen alle Krankheiten helfen soll und die Energie, die sich durch die Aura ausdrückt, potenzieren soll. Und wirklich: Der Energieschatten vergrößerte sich. Lag es an den begleitenden suggestiven Worten oder gar an der Musik,   die fast unbemerkt im Hintergrund säuselte und durch eine kleine dramatische Tonfolge diesen Effekt erzeugt haben mag?

Auch wir bekamen „Klemmbretter“ ausgeteilt, um diesen Effekt auszuprobieren.  Ich spürte nichts, außer der Gewissheit, hier veräppelt zu werden, was sich irgendwann, in Form von Lachen, entlud. Einige Zuschauerinnen schauten mich betreten an, andere konnten  ihre offensichtliche Belustigung ebenfalls nur mit Mühe im Zaum halten.

Nach der Veranstaltung sollten wir die „Klemmbretter“ am Eingang wieder abgegeben. Wer das nicht wollte,  konnte aber auch das Angebot annehmen, sie für drei Monate unverbindlich zu testen. 250 Euro sollten sie danach  kosten und ich lernte, wie man aus Sch …. Gold machen kann. Wenn das keine Magie, der niedrigsten Stufe (auch genannt: lower black magic) ist!

Fazit: Wer Unterhaltung sucht, ist hier richtig. Ethisch zu verurteilen ist allerdings die Tatsache, dass die meisten Anbieter hier Wunder und Wahrheiten versprechen, die allesamt in den Bereich des „Glaubens“ fallen und dabei gerade Menschen in Notsituationen ansprechen, die im Zweifelsfall dadurch noch mehr verwirrt sind, als sie ohnehin schon sind. Ich würde mir wünschen, dass  solche Veranstaltungen als „Unterhaltung“ oder als „künstlerische Performance“ beworben werden. Alles andere ist Bauernfang.

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