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Eine winterliche Stippvisite in Dresden

Written By: Marina Sosseh - Dez• 03•17

Impression vom Dresdner Zwinger

Mit der Bahn ist man von Hannover aus in ca. vier Stunden in Dresden. Da ich Dresden bisher nur von der Durchfahrt her kannte, unternahm ich am Samstag also einen Tagesausflug nach Dresden, bei dem ich knapp fünf Stunden Aufenthalt zur Verfügung hatte.

Dresden in fünf Stunden

Rückblickend muss ich sagen, dass dieser Zeitrahmen für eine winterliche Stippvisite ausreichend ist.  Schließlich war es fröstelig und ich hatte diesmal auch kein Museum auf dem Plan,  in dem ich mich zwischenzeitlich hätte aufwärmen können.

Allerdings las ich auf der Hinfahrt im Zug, dass das „Museum für Sächsische Volkskunde“ eine große Puppenspielsammlung präsentiert, was mich in der Tat ausgesprochen interessiert hätte.

Überhaupt bietet Dresden in Bezug auf Museen und Ausstellungen so einiges, doch mein Fokus sollte heute das große Ganze sein, wobei ich es ruhig angehen lassen wollte.

Doch es ist Weihnachtszeit und da ist es in deutschen Großstädten selten ruhig. Überall sind Buden mit vielfältigen Weihnachtszauber aufgebaut.

Um vom Bahnhof zur historischen Altstadt zu gelangen, musste ich gleich den ersten Weihnachtsmarkt  durchqueren.

Absperrungen und Polizeipräsenz sollen beim Striezelmarkt für Sicherheit sorgen.

Weihnachtsmärkte bereiten mir selten Freude, da ich Menschenansammlungen nicht schätze.  In Zeiten des islamisch motivierten Terrors kann ich die Weihnachtsmarkt-Seeligkeit meiner Zeitgenossen überhaupt nicht nachvollziehen, muss aber zugeben, dass ein Becher Glühwein sicherlich gegen die Kälte geholfen hätte.

So entschied ich mich für eine Stadtrundfahrt mit einem roten Doppeldeckerbus.

In Dresden  werden (ab Theaterplatz)  Stadtführungen angeboten, wo man an bestimmten Hotspots beliebig oft aussteigen und wieder zusteigen kann und welche, bei denen man ca 1 1/2 Stunden durch Dresden fährt und dabei einen Gästeführer lauscht, der glücklicherweise noch nicht durch eine Tonbandaufzeichnung ersetzt wurde.

Ich entschied mich für letztere Variante und ging deshalb zum Stadtmuseum, vor dem der Bus des Veranstalters parkte.

Insgesamt war ich zufrieden mit meiner Wahl, stellte die Rundfahrt für mich doch eine recht gemütliche  (und warme) Möglichkeit dar,  einen ersten Eindruck von Dresden zu bekommen.

Während der Tour gab es nur einen einzigen Stopp und zwar bei Pfunds Molkerei. Hier war mir nicht klar, ob dieser Halt nur wegen des hübschen Milchlädchen mit seinen Fliesendekorationen geschah, das sogar im Guinness Buch der Rekorde erwähnt wird,  oder ob dafür vorrangig verkaufstaktische Überlegungen eine Rolle spielten.  Wahrscheinlich beides, dachte ich mir. Meine Mitreisenden bestiegen jedenfalls mehrheitlich nach der kleinen Unterbrechung mit vielen Tütchen den Doppeldecker.

Die Karte zeigt den genauen Tourenverlauf:

Nach der Stadtrundfahrt, bei der  der Bus  u. a. auch durch Blasewitz, Striesen, Neustadt und  an den Elbschlössern vorbei fuhr, schlenderte ich zum Zwinger.

Gerne hätte ich mir nun noch die Semperoper von innen angeschaut, aber man musste dafür vor der Tür warten, was definitiv zu kalt war.  Nach der computerunterstützten Anzeigetafel hätte die Führung schon längst starten müssen (oder hatte ich etwas falsch verstanden?), jedenfalls gab ich genervt die Warterei auf und machte mich auf dem Weg zur Frauenkirche.

Blick auf die Frauenkirche und das weihnachtliche Treiben

Auch hier war mir das Glück nicht hold, schließlich fand gerade die Generalprobe für ein Adventskonzert statt. So konnte ich keinen Blick in die Kirche werfen, dafür jedoch kann ich mir heute die Aufzeichnung im Fernsehen anschauen. Ich muss jetzt wohl nicht extra betonen, dass mir ersteres lieber gewesen wäre.

Danach ging ich langsam zurück in Richtung Hauptbahnhof, wo ich vor der Rückreise noch etwas essen wollte. Leider musste ich feststellen, dass das Angebot am Dresdner Hauptbahnhof nicht mit dem von Hannover mithalten kann.

Der Fürstenzug war ursprünglich in Sgraffito Technik auf der Hauswand angebracht. Wegen Schädigungen wurde es im späten 19. Jahrhundert auf Fliesen übertragen und stellt jetzt das größte keramische Wandrelief der Welt dar. In Meißen bei Dresden wurde das erste europäische Porzellan entwickelt. Erfunden wurde es durch Zufall von einem Alchemisten: Johann Friedrich Böttger.

Mein Fazit :

Dresdens Altstadt ist wunderschön und lässt auch da, wo es sich bei der Architektur nicht um Originale, sondern um Rekonstruktionen und Wiederaufbauten handelt,  erahnen, dass Dresden zu Recht als Elbflorenz bezeichnet wurde. Leider hat das verbrecherische dreitägige Bombardement der Stadt ab den 13. Februar 1945 nicht nur unzähligen Zivilisten das Leben gekostet, sondern auch die Stadt fast vollständig zerstört.

Die DDR Plattenbauten, die die alte Bebauung ersetzten,  sind trostlos, weshalb es zu begrüßen ist, wenn historische Gebäude neu errichtet werden. Dies stärkt die Identifikation der Bewohner mit ihrer Stadt.

Die Waldschlösschenbrücke verschandelt in der Tat das Elb-Panorama, weswegen mir die Aberkennung des Welterbetitels für die Kulturlandschaft Dresdner Elbtal nur schlussfolgernd erscheint.

Um die Stadt und die Museen mit Muße zu entdecken und beispielsweise auch die Stadtteile und Vorstädte mit ihren vielen architektonischen Kleinodien zu sehen, braucht es mehrere Tage, für einen ersten Eindruck ist jedoch eine Stippvisite mit einer kleinen Stadtführung durchaus geeignet.

Dresden steht ganz im Zeichen des Barocks. Was wir von dieser Zeitepoche lernen können, habe ich hier schon einmal resümiert.

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1 Kommentar auf "Eine winterliche Stippvisite in Dresden"

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