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Gartenträume in Wörlitz

Written By: Marina Sosseh - Jun• 24•17

Gotisches Haus

Schon 1790, kurz nach seiner Vollendung, zählte der Landschaftsgarten in Wörlitz zu den wichtigsten  Sehenswürdigkeiten Europas.

Nicht jeden wird er bekannt sein. Er lohnt aber durchaus einen mehrtägigen Aufenthalt.

Ich war leider nur für vier Stunden dort. Gut die Hälfte davon verbrachte ich in der Gastronomie bei gehaltvolle Gesprächen. Danach nahm ich an einer kurzen Führung durch den Park, eine Schöpfung von Fürst Friedrich Franz von Anhalt-Dessau und seines Architekten Friedrich Wilhelm von Erdmannsdorff,  teil.

Der Garten sollte im Ursprung, ein Modell für den aufgeklärt-humanistischen  Staat darstellen. Die unmittelbare Umgebung des Schlosses, wurde noch, vom Vater des Fürsten, im Stil des Barocks gestaltet, der, inmitten einer Auenlandschaft, ein Jagdschloss unterhielt.  öffnet sich dann aber einen englischen Landschaftsgarten mit geplantem Wildwuchs  von ungefähr 110 Hektar. Das Schloss selbst gehört zu den frühesten klassizistischen Schlossbauwerken außerhalb Englands und wies für seine Zeit bahnbrechende technische Finessen auf.

Leider reichte meine Zeit nicht aus, um es zu besichtigen, dafür konnte ich zumindest einen kleinen Eindruck vom Wörlitzer Park gewinnen. Dieser gehört zum Gartenreich Wörlitz-Dessau, das seit 2000 dem Unesco-Weltkulturerbe zugeordnet ist  und verkörpert bis heute die aufklärerische Vision des Fürsten, der nach seinem Tod zwar verfügt haben soll, dass der Garten verwildern solle, woran sich aber glücklicherweise nicht gehalten wurde. So stellt der Garten bis heute ein einmaliges Zeugnis des weltoffenen „Musterstaates“ des Fürsten und seines Architekten dar.

Idealerweise  sollte man, wenn man diesen Garten besucht, sehr viel Zeit mitbringen.  Während man dann  durch den Garten mit seiner Vielzahl von unterschiedlichen Bäumen  streift, tun sich immer wieder neue Sichtachsen auf.

Angezogen von Tempeln und anderen interessanten Gebäuden und Objekten möchte der Spaziergänger diese erreichen, doch der Weg mäandert über eine Vielzahl von Brücken, um dann schon die nächste Aussicht zu bieten, die man erreichen möchte. Und so verliert sich der Besucher nun in Raum und Zeit, es sei denn, man ist – wie ich –  mit einer festen Gruppe unterwegs.

Auch Gondelfahrten werden angeboten und ermöglichen ein entspanntes Genießen. Italien kann so nahe sein.

Der Fürst verfolgte in seinem Garten  die Vision eines Gelehrtenstaates, was ich für eine wunderbare Idee erachte.  Daher diente der Park nicht nur ästhetischen Zwecken, sondern auch als Bildungseinrichtung für die Bürger, für die er, bis auf den Bereich, der seiner Frau vorbehalten blieb, seit seiner Entstehung frei zugänglich war.  Landwirtschaft und Gartenbau wurden hier genauso demonstriert, wie Architektur, die der Fürst auf seiner „grand tour“ erlebt hatte und die er in seiner Heimat nachbauen ließ. Georg Forster, der große Weltreisende, stellte hier beispielsweise in einem Südseepavillion Objekte seiner Reisen aus und ein Haus auf einen künstlichen Vulkan, der an den Ätna erinnern soll, ist dem Geologen Sir William Hamilton gewidmet.

Ich jedenfalls werde noch einmal wiederkommen, dann jedoch mit sehr viel mehr Zeit und Muße, als ich sie bei diesem Tagesausflug am 29.04 zur Verfügung hatte.

Wie sind eure Eindrücke vom Wörlitzer Park? Ich freue mich über Kommentare.

Auch eine Fährfahrt ist möglich.

Mystisches Naturerleben beim Hexenhaus

Linktipp: Der grüne Lord von Wörlitz

Das ganze Fotoalbum lässt sich hier anschauen.

Literaturempfehlungen:

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