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MAGISCH REISEN, KUNST und KULTUR: In die Tiefe geschaut!

In Draculas Reich. Teil 1

Written By: Marina Sosseh - Okt• 12•17

Nachdem ich ja im Sommer Rübezahl in Schlesien besucht hatte, machte ich im Oktober Dracula meine Aufwartung.

Rumänien interessierte mich, stammte nämlich meine beste Schulfreundin aus Grundschultagen aus Rumänien und war ich so schon früh mit rumänischen Mitbringseln, wie volkstümlichen Blusen oder bunten Trinkflaschen mit Lederbezügen in Berührung gekommen. Allerdings hatte ich mich in späteren Jahren nie zu einer Reise nach Rumänien durchringen können, zu gefährlich und seltsam erschien mir das Land, was bis 1989 noch in den Händen der Ceausescu-Diktatur war und was ich mir auch danach vorrangig als arm, korrupt und unsicher vorstellte, womit ich (so mein jetziger Eindruck) so falsch nicht lag.

Darüber hinaus fasziniert mich die dunkle Ästhetik der Vampirromane sowie die Schauerromantik  und so sprach mich eine Reise nach Transsylvanien, zu den Schauplätzen von Bram Strokers Dracula, durchaus an.  Auf dem oberen Foto seht ihr einige Dracula-Devovtionalien, die im angeblichen Schässburger Geburtshaus von  Dracula käuflich zu erwerben sind.

Transsylvanien heißt in deutscher Sprache Siebenbürgen und dieser rumänische Landesteil war fest in der Hand der Siebenbürger Sachsen, einer deutschsprachigen Minderheit, die nach der Öffnung Rumäniens  mehrheitlich nach Deutschland und Österreich  übersiedelte.   Insofern versprach ich mir von meiner Rumänien-Reise durchaus deutsche Architektur und deutsche Geschichte. Meine Erwartung wurde hier nicht enttäuscht: Die pittoresken Altstädte in Siebenbürgen ermöglichten  mir einen Zeitsprung in ein Deutschland von Gestern, den ich durchaus zur Nachahmung empfehlen kann.

Da ich nicht sehr viel freie Zeit zur Verfügung hatte, entschied ich mich für eine organisierte Rundreise und wählte als Anbieter Studientours aus. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln hätte ich die meisten Orte nur schwerlich besuchen können und selbst wenn ich mich hier beschränkt hätte, wäre die Anreise zu dem ein oder anderen Höhepunkt der Reise zu einer logistischen Herausforderung für mich geworden.

Da die arbeitsfreien Tage, die ich für die Reise nutzen wollte,  mich möglichst nicht zusätzlich stressen sollten (Organisationstalent ist bei mir im Arbeitsalltag schon genug gefordert!), entschied ich  mich für den bequemen Weg und wählte die Rundum-Betreuung durch einen Reise-Anbieter.

Natürlich ist solch eine organisierte Reise, vor allem wenn sie nicht im hochpreislichen Niveau angesiedelt ist,  auch mit Nachteilen verbunden.  Mit dem ersten machte ich schon auf der Hinreise Bekanntschaft. Sicherlich hätte ich  selbst keinen Ryanair Flug mit sehr unfreundlichen Flugzeiten gewählt, der noch dazu vom chaotischen Berliner Flughafen Schönefeld startete. So kam ich dann, nach der obligatorischen Ryanair-Verspätung, erst am Abend in Bukarest an, wo unsere kleine Reisegruppe schon vom netten Reiseleiter empfangen wurde.

Mit dem Kleinbus fuhren wir in das in Flughafennähe gelegene Hotel Ramada Parc.  Meine ersten Eindrücke von Rumänien bestanden aus großabgelegten Firmenansiedlungen, zumeist deutsche Unternehmen, die sich an der Hauptstraße  aneinanderreihten und einem IKEA-Markt, dessen Reklame in der Dunkelheit nach Aufmerksamkeit heischte. Rumänien scheint im Fokus der globalisierten Wirtschaft zu sein, dachte ich mir, bevor ich dann beim schmackhaften Abendessen meine Mitreisenden näher kennenlernte.

Zum Hotel ist nicht viel zu sagen, außer, dass mir das Zimmer eine wunderbare Sicht auf das ehemalige Pressehaus im Stalin-Zuckerbäcker-Stil bot und ansonsten nicht ganz das hielt, wofür „Ramada“ im Allgemeinen steht.  Das Bett war nicht besonders gut und das Frühstücksbuffet war zwar reichlich, hielt aber für Teetrinker wie mich nur billige Teebeutel zur Verfügung.

Selfie auf dem hoteleigenen Balkon

Morgendlicher Blick auf das Haus der freien Presse (bis 1989) und seine sozialistische Architektur!

Insgesamt gab es im Verlauf der Rundreise zwei Übernachtungen im Ramada Parc Hotel, eine zu Beginn und eine am letzten Tag, an dem es dann gar Probleme mit den sanitären Anlagen gab, sprich die Toilettenspülung funktionierte nur ausgesprochen müde, was ärgerlich war.

Insgesamt stellte das Ramada Parc Hotel in Bezug auf die Unterkünfte noch den Höhepunkt der Reise dar. Es sollte schlimmer kommen! Glücklicherweise wurde dieses unterkunftsbezogene Ungemach durch eine ansonsten inspirierende Rundreise wettgemacht, an der ich euch hier auf dem Blog teilhaben lassen werde.

Hier geht es zum zweiten Teil meines Reiseberichtes.

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