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MAGISCH REISEN, KUNST und KULTUR: In die Tiefe geschaut!

In Draculas Reich. Teil 2

Written By: Marina Sosseh - Okt• 13•17

 

 

Das ist die Fortsetzung meines Reiseberichts „Siebenbürgen und die Moldau-Klöster“.  Hier findet ihr den ersten Teil.

Nachdem wir Bukarest hinter uns gelassen hatten, was aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens nicht so einfach war, ging es durch eintönigste Landschaft zur Grenze zwischen der Walachei und Siebenbürgen.

Im Olt-Tal, bei einem der ältesten Klöster Rumäniens, machten wir eine kurze Pause. Das Kloster Cozia wurde 1386 vom Fürst Mircea d. Älteren gegründet. Mit seinen Befestigungen diente es nicht nur religiösen Zwecken, sondern vor allem der Sicherung des Südkarpatenübergangs.

Auch heute wird es noch religiös bespielt und ich war von der orthodoxen Pracht mit seiner Bilderflut schier erschlagen.

Die orthodoxen Kirchen sind immer in drei Räume unterteilt: Vorraum, Gemeinderaum und Altarraum. Letzterer ist durch eine sogenannte Ikonostase verborgen und nur für den Priester zugänglich. Äußerlich sind es Kreuzkuppelbauten, die ihren orientalisch-byzantinischen Architektur-Ursprung deutlich zeigen.

Nach der Besichtigung fuhren  wir weiter in Richtung Hermannstadt, doch nur wenige Kilometer weiter stoppte der Autofahrer vor uns aus unerklärlichen Gründen, was unserem Fahrer zu einer Spontanbremsung nötigte, die wiederum dazu führte, dass der Autofahrer hinter uns einen kleinen Auffahrunfall produzierte.

Bei diesem Unfall waren glücklicherweise alle mit einem Schreck davon gekommen und auch der Schaden war gering: Er belief sich auf defekte Bremslichter und ein verbogenes Nummernschild.

Überhaupt ist der Zustand der rumänischen Straßen meist abenteuerlich und  hat mich zeitweise an afrikanische Zustände erinnert. Die Fahrt im Kleintransporter war aufgrund von Schlaglöchern und anderen Unwegsamkeiten insgesamt recht beschwerlich.

Während unser Fahrer nun mit der organisatorischen Abwicklung beschäftigt waren, nutzten wir die Zeit, um uns ein weiteres Kloster anzuschauen,  schließlich war der Unfall direkt vor dessen Einfahrt  passiert. Dies war dann, im Gegensatz zu Cozia, ein Frauenkloster, das die Besonderheit aufwies, dass unterhalb der Klostereinfahrt  Bahnschienen verlegt worden waren. Ein kleines Schild klärte uns darüber auf, dass es sich dabei um ein historisches Monument handelt.

Am Nachmittag erreichten wir, ohne weitere Zwischenfälle,  Hermannstadt (Sibiu). Diese Stadt wurde im Zuge der deutschen Ostsiedlung im Jahre 1150 von den „Sachsen“ besiedelt. Die Bezeichnung „Sachsen“ ist keine ethnische, sondern eine Standes-Aussage, hatten diese nämlich Adelsrechte inne, waren also weitgehend von steuerlichen Verpflichtungen befreit. Dies erklärt auch, warum die Zuwanderer, die beispielsweise aus Köln, Trier und Lüttich stammten, trotz massiver feindlicher Angriffe, das Gebiet nicht verlassen haben. Die Vorteile überwogen gegenüber den Nachteilen.

Das von den Siebenbürger Sachsen  besiedelte Gebiet wird auch als „sieben Stühle“ bezeichnet. Sieben befestigte Städte sollten ein Bollwerk gegen die Osmanen bilden.

Hermannstadt ist die älteste und hat sich ein mittelalterliches Stadtbild bewahrt. 2007 war die Stadt Kulturhauptstadt. Es macht Spaß durch die Straßen zu schlendern, die – anders als in Polen – gleichwohl mit rumänischen wie auch mit deutschen Beschriftungen ausgestattet sind.

 

Dies ist die Evangelische Stadtpfarrkirche.

Hier hat mich vor allem diese lustige Grabplatte mit der lateinischen Aufschrift  „Heute ich, morgen du!“ beeindruckt.

Außerhalb der Altstadt  gibt es  noch  eine orthodoxe Kathedrale zu  ehen. Danach fuhren wir in Richtung Bazna weite, wo wir zwei Nächte logierten.

 

 

 

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