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MAGISCH REISEN, KUNST und KULTUR: In die Tiefe geschaut!

In Draculas Reich. Teil 4

Written By: Marina Sosseh - Dez• 01•17

Jetzt ist ja schon reichlich viel Zeit seit meiner kleinen Rumänien-Reise vergangen, noch immer aber ist mein Bericht von meiner Pauschal-Rundfahrt nach Siebenbürgen und den Moldau-Klöstern nicht abgeschlossen Vergessen habe ich das Weiterschreiben nicht, nur leider droht solch müßige Tätigkeiten, wie eben das Bloggen,  im leider allzu hektischen Alltagsgeschäft unterzugehen. Traurig, dass dies selbst in der Vorweihnachtszeit, die eigentlich ruhig sein sollte, nicht anders ist.

Wie dem auch sei: Ich nehme mir die Zeit und setzte meinen Bericht fort.  Hier findest du die vorangegangenen Teile: Teil 1, Teil 2, Teil 3

Der Weg führte mich von Biertan aus, noch am selben Tag, weiter nach Schäßburg (Sighisoara). Die mittelalterliche Altstadt hat sich hier fast vollständig erhalten und wenn man durch die Gassen mit ihren bunten Häusern schlendert, hat man das Gefühl, dass die Zeit stehen geblieben ist.

In der 2. Hälfte des 12. Jahrhundert wurde Schäßburg  als sechste der sieben Burgen der Siebenbürger Sachsen gegründet.


Kleiner Exkurs zu  den Siebenbürger „Sachsen“:

Die Ungarn (Magyaren) ließen sich schon ab 896 im Karpatenbecken nieder. Schon um 1000 wurden Festungen und Bistümer in Siebenbürgen gegründet. Im 12. und 13. Jahrhundert wurde erst der Deutsche Ritterorden  und dann die Siebenbürger Sachsen ins Land geholt.

Die Bezeichnung „Sachsen“ meint deutsche Siedler im Allgemeinen. Diese waren nämlich auch schon damals für ihren Fleiß und ihre Arbeitsmoral bekannt, sodass sich die Ungarn wohl dachten, dass solche Siedler prädestiniert dafür wären, dass Land nach diversen Überfällen durch die Türken wieder aufzubauen und es auf Dauer zu schützen.

Diese  „Sachsen“ kamen  u.a. aus Luxemburg, Bayern, Franken und dem Mittelrheingebiet. Sie erhielten klassische Adelsrechte in  Wirtschaft, Weinbau, Schweine- und Viehzucht, Abgabenfreiheit sowie Befreiung von der Kriegsumlage.

Später wurde Siebenbürgen zum weitgehend autonomen Teil des ungarischen Reiches.  „Nach der Niederschlagung eines Bauernaufstands 1437 schlossen sich der ungarische Adel, die Sachsen und die Szekler (also die Ungarn, meine Anm.)  zur sog. Nationsuniversität (fett) zusammen. Die anderen ‚Nationen‘, darunter auch die Rumänen, wurden nur toleriert. Der daraus resultierende Konflikt dauert bis heute an. (Baedeker: Rumänien, 6. Aufl. 2017, S. 48)

Die meisten der Siebenbürger Sachsen sind mittlerweile nach Deutschland und Österreich aus.


Im Schäßburger Stundturm zeigt alle 24 Stunden eine neue Figur den Wochentag an. Hier ist der Göttervater Zeus mit seinem Blitz zu sehen.

Früher war im Turm auch das Rathaus untergebracht.

Ein Raum im Turm erinnert an Hermann Oberth, einen Pionier der Raumfahrttechnik, der im Jahre 1894 in Sibiu geboren und auch das dortige Gymnasium besucht hatte.

So sieht der Turm von außen aus.

In Schäßburg soll sogar Dracula geboren worden sein. Historisch gesichert ist das jedoch nicht.

Das vermeintliche Geburtshaus lässt sich besichtigen. Dort ist nicht nur eine Kneipe untergebracht, sondern auch ein kleines Dracula-Museum. Ein lebendiger Dracula-Darsteller erschrickt dort regelmäßig  die Besucher.

Natürlich gibt es dort auch eine  Reihe von Dracula-Devotionalien zu kaufen.

Die Stadt selbst gehört zum UNESCO Weltkulturerbe und bietet ein malerisches mittelalterliches Ambiente. Die Zeit scheint hier stehengeblieben zu sein.

Die überdachte Schülertreppe führt erst hinauf zum Gymnasium und dann hinauf zur Bergkirche.

Um diesen Schulweg, bestehend aus 175 Stufen, beneide ich die Kinder jedenfalls nicht.

Das ist der Blick von oben nach unten.

Das Bild zeigt die Bergkirche. Der leicht verwilderte Friedhof zeigt alte Grabsteine mit Inschriften in deutscher Sprache.

Nachdem wir durch Schäßburg geschlendert sind, ging es zurück zur zweiten Übernachtung in unserer rustikalen Pension in Bazna (Casa Bazna).  Am Abend wurde uns noch ein weiterer  Programmpunkt, den wohl  alle Reisegruppen, die hier stranden genießen dürfen, geboten,  nämlich eine Planwagenfahrt zur Kirchenburg ins angrenzende Bonnesdorf (Bolan). Mir hat die gemächliche Fahrt, die immer von einem kleinen Hund, der die ganze Zeit der Kutsche folgte, begleitet wurde, gut gefallen.

Die Kirchenburg selbst befand sich in einem unrenovierten Zustand und war ein klassischer „Lost Place“, der zu allerlei morbid-melancholischen Gedankengänge inspirierte. Dass man dann dort noch ein Gläschen Wein kredenzt bekam, machte diesen Ausflug zu einem perfekten Erlebnis für mich.

Fortsetzung folgt!

 

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