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MAGISCH REISEN, KUNST und KULTUR: In die Tiefe geschaut!

In Draculas Reich. Teil 6

Written By: Marina Sosseh - Dez• 21•17

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Am nächsten Morgen besuchten wir ein weiteres Moldau-Kloster, das genauso, wie das Kloster Modovita, zum Unesco-Weltkulturerbe gehört: das Kloster Voronet.

Die Moldauklöster sind eine Gruppe von rumänisch-orthodoxen Klöstern in der südlichen Bukowina in Rumänien. Ihr Bau wurde im 15. und 16. Jahrhundert im damaligen Fürstentum Moldau von Stefan dem Großen und seinen Nachfolgern – insbesondere Petru Rareș – rund um den Amtssitz Suceava veranlasst.

Überlieferungen zufolge versprach Stefan der Große für jeden Sieg auf dem Schlachtfeld die Errichtung einer Kirche oder eines Klosters. Seine Erfolge über Ungarn, Polen und Türken führten zur Stiftung von insgesamt über 40 Gotteshäusern und zur größten Ausdehnung des Fürstentums Moldau im heutigen Rumänien, Moldawien und der Ukraine.

Ein Teil der Klöster zeichnet sich durch detaillierte Wandmalereien auf den Außenmauern aus. Diese sollten dem damals des Schreibens und Lesens unkundigen Volk Szenen und Gleichnisse aus der Bibel vermitteln. Sowohl die Architektur der oftmals von quadratischen Schutzmauern umgebenen Klosterkirchen als auch die Freskenmalereien selber lassen dabei starke byzantinische Einflüsse erkennen (Ikonenmalerei). Der Baustil ist zum Teil stark von der Gotik geprägt.

Die schönsten Beispiele dieser Außenmalereien finden sich in Sucevița, Moldovița, Arbore und Voroneț. Als Königin der Moldauklöster gilt jedoch das schlichtere, 1466-1469 in einem Karpatental errichtete Kloster Putna, in dem Stefan der Große seit 1504 auch begraben liegt. (Wikipedia zum Stichwort “Moldauklöster”, besucht am 21.12.2017)

Das Dach soll übrigens die Malereien schützen.

Auf der Nordseite sind sie nämlich, genauso wie beim Kloster Moldovita, schon teilweise vom Regen weggewaschen worden.

Dieser Bildausschnitt zeigt das Jüngste Gericht.

Der Heilige Georg kämpft hier mit dem Drachen. Oberhalb sieht man, wie die drei Heiligen Johannes Novus, Georg und Daniel die Moldau gegen die Osmanen verteidigen.

Nach der eindrucksvollen Besichtigung des Klosters fuhren wir in Richtung Bicaz-Klamm.

Erst einmal passieren wir trübe Plattenbauten, um dann an Holzhäusern mit Zinndächern immer weiter ins Gebirge vorzudringen.

In der engen Klamm sind  eine Vielzahl von Souvenirständen aufgebaut und ich ärgere mich noch heute, die Marmelade aus Tannenzapfen (oder so ähnlich) nicht probiert zu haben. Immerhin kaufte ich hier ein Schaffell, was mittlerweile mein Sofa ziert.

Am Ende der Bicaz-Klamm  befindet sich der Rote See, der nicht mehr zur  Provinz Moldau, sondern bereits  wieder in Siebenbürgen liegt. Aus dem See ragen Baumstümpfe aus dem Wasser, da er durch einen Felsrutsch entstand, der eben einen ganzen Wald unter Wasser setzte.

In einem Restaurant esse ich eine Kuttelsuppe, bevor die Fahrt weitergeht.

Nach einer wirklich  langen Fahrt erreichten wir dann erst am Abend das  Hotel Piemonte in Predeal. Dieses liegt direkt an der Europastraße 60, die sich in Serpentinen von Kronstadt (rum. Brasov) auf eine Höhe von  1040 bis 1100 m hinaufschlängelt und weiter bis nach Bukarest führt. Predeal ist dann auch die am höchst gelegenste Stadt Rumäniens und liegt malerisch umgeben von  Karpaten-Bergmassiven. Wahrscheinlich muss man hier in der Nacht Angst vor den Bären haben, die Ceausescu einst ansiedelte, um  sich herrschaftliche Jagdvergnügen zu ermöglichen. 

Das Hotel war soweit in Ordnung, jedoch hatte ich wenig Vertrauen zu den hygienischen Gegebenheiten der Essenszubereitung, musste ich doch am zweiten Abend feststellen, dass Reste vom Omelett des Frühstücksbüffets noch an den Behältern, in denen das abendliche Menü angeboten wurde, klebten.

An die unbequemen Betten in Rumänien hatte ich mich mittlerweile schon gewöhnt und meine Lärmschutzkopfhörer sorgten dafür, dass mich der nächtliche Autoverkehr nicht weiter störte.

In der Nacht schneite es.

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