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MAGISCH REISEN, KUNST und KULTUR: In die Tiefe geschaut!

Mögt ihr Stuck?

Written By: Marina Sosseh - Sep• 16•17

Ich ja, was ja in meinem Blog immer wieder durch meine viele Fotografien von Stuckfassaden zum Ausdruck kommt.

Ich mag jede Art von Verzierung

Ornamente verzaubern nüchterne Hausfassaden.

Adolf Loos hat in seinem Vortrag „Ornament und Verbrechen“ 1910 dazu aufgerufen, das Ornament aus den Städten zu verbannen.

Der moderne Mensch, der Mensch mit den modernen Nerven, braucht das Ornament nicht, er verabscheut es.

In der Zeit, als er dies geschrieben hatte, wurden  Fassaden noch opulent ausgeschmückt. Die Gedankengänge von Adolf Loos  trafen jedoch auf den Zeitgeist einer nüchternen Gegenbewegung  und sie führten letztendlich dazu, dass die Innenstädte in Deutschland immer schlichter wurden. Einfaltsloser! Gründerzeitshäuser, die den Krieg überlebt hatten, wurde der Stuck sogar nachträglich abgeschlagen.

Für die Mehrheit der Menschen in den 50er Jahren war Stuck geschmacklose Pseudostilistik

Der Historizismus, den Adolf Loos verachtete, weil er ihn vorwarf sich beliebig an allerlei Zierart zu vergehen, wurde in den 1964 erschien Bildband von Wolf Jobst Siedler  „Die gemordete Stadt“  post mortem gelobt, schließlich trugen, so seine Meinung,  die Dekors der Gründerzeitfassaden zu einer Stadtlandschaft bei, in der man sich wohlfühlen konnte. Die Tristesse der  funktionalen Nachkriegsbebauung dagegen lässt keine Heimeligkeit aufkommen.  Leider dominiert diese fade Nüchternheit bis heute das Stadtbild.

Allerdings lässt sich glücklicherweise mittlerweile  ein leises  Umdenken feststellen und es kommt sogar zu Neuverstuckungen. Überhaupt sind Retrobauten wieder gefragt. Nach historischem Vorbild soll wieder neu erstehen, was uns mit dem verbindet, was längst vergangen ist.

In Hannover wird gerade diskutiert, die Markthalle abzureißen und durch einen Neubau mit historischen Anleihen zu ersetzen. Eine vollständige Rekonstruktion des einstigen Jugendstilbaus ist leider, aufgrund von Bebauungen, nicht mehr möglich. Spannend wird die Diskussion auch dadurch, dass auch die jetzige Markthalle unter Denkmalschutz steht.

Interessant fände ich es,  sich durchaus moderne Bauten zu erdenken, die Versatzstücke aus dem Historizismus, der sich  ja selbst wieder in der Antike, Gotik, Renaissance, … bedient, interagiert. Das Ornament könnte so mit der Funktionalität in den Dialog treten oder aber gerade im Kontrast eine neue ästhetische Dimension entfalten.

Ich glaube, dass mich eine solche Architektur begeistern könnte.

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