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MAGISCH REISEN, KUNST und KULTUR: In die Tiefe geschaut!

„Heikles Erbe“

Written By: Marina Sosseh - Okt• 06•16

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Die Ausstellung

Heikles Erbe (30. September 2016 bis 26. Februar 2017)

im Landesmuseum verstört und verärgert mich gleichermaßen.

Zu Beginn läuft auf einem Bildschirm in Endlosschleife eine Befragung hannoverscher Passanten zur Kolonialgeschichte, die historisches Halb- und Viertelwissen von sich geben, was überwiegend Schulbuch konform  und politisch korrekt zu sein scheint.  Ich höre nur mit halber Aufmerksamkeit hin und schaue mir gleichzeitig eine Wächter-Figur an, die  in der ersten Vitrine steht und mit der die Ausstellung auch in der Öffentlichkeit wirbt.

Hellhörig machte mich dann ein älterer Herr, der in der Befragung den guten Ruf Deutschlands als Kolonialmacht in eben diesen Ländern betont,  schließlich bin ich Töne,  die der herrschenden Geschichtsauslegung widersprechen nicht mehr gewöhnt. So war ich denn verwundert, dass sein Redebeitrag präsentiert wird, allerdings  – so erkläre ich es mir im Nachhinein –  soll sein Statement wohl den Part des Ewig-Gestrigen übernehmen, der noch nicht gelernt hat, zu welchen Schrecknissen Deutschland als Kolonialmacht fähig gewesen war.

Mich erinnerte seine Rede an einem ebenfalls älteren Herren, den ich in Kamerun begegnet war und der ebenfalls Deutschland als Kolonialmacht im Vergleich zu den Engländern und Franzosen lobte. Die Deutschen hätten zumindest Brücken und eine Bahnstrecke gebaut, also nicht nur aus dem Land herausgeholt, was herauszuholen ist, sondern auch Investitionen getätigt.

Dass dieser positive Blick auf die deutsche Kolonialgeschichte im Fortgang der Ausstellung aber fort-pädagogisiert werden soll, wird bei der Betrachtung der folgenden Vitrine deutlich, wo allerlei  (Ich traue es mich kaum zu schreiben ….so böse das Wort !) -„Neger“-Figuren davon Zeugnis ablegen sollen, wie die Deutschen doch einst rassistisch waren. Der Vitrine gegenüber  gibt es dann einen  Text-Verweis auf die Völkerausstellungen in den Zoologischen Gärten zu Anfang des letzten Jahrhunderts, wobei kein Wort darüber fällt, dass deren Darsteller ein recht gutes Einkommen durch ihre Zurschaustellung erzielten, sodass ihnen, im Anschluss an ihre Tournee, ein komfortables Leben in ihren Heimatländern möglich war.

Die Welt ist eben nicht so schwarz-weiß, wie es die modernen Museumsdidaktiker und Kuratoren es gerne hätten.

Weiter ging es dann, etwas uninspiriert und systematisch, durch die Kolonialgeschichte. Jeder ehemaligen Kolonie ist ein Abschnitt gewidmet, in der die ethnologischen Objekte des Landesmuseums gezeigt werden. Vieles davon versteckt sich normalerweise im Magazin und ist nicht zu sehen.  Informationstafeln klären über diejenigen auf, die die Objekte den Museum einst geschenkt haben, wobei besonders gerne Straf-Expeditionen Erwähnung finden.

Mittlerweile gewöhnt daran, dass das Negative betont und das Positive vergessen wird und so ein recht einseitiges Bild vermittelt wird, was nicht vermitteln kann,  was die damaligen Beweggründe waren, erfreue ich mich an der Präsentation der Objekte. Die können schließlich nichts dafür, dass die Ausstellung ideologisch gerahmt ist.

Gerne hätte ich euch hier einige der Exponate gezeigt, doch der Museumswärter machte mich darauf aufmerksam, dass das Fotografieren in der Sonderausstellung nicht erlaubt sei. Über Sinn und Zweck dieses Verbotes konnte er mir keine Auskunft geben, ich vermute aber, dass der Verkauf des Kataloges  vorangetrieben werden soll?

Auf einem weiteren Bildschirm ist ein Afrikaner und eine Chinesin zu sehen, die über nachkoloniale Erfahrungen sprechen, während ich mir eine Vitrine mit Devotionalien der Unabhängigkeitsfeier von Ghana anschaue.

Eigentlich hätte hier der logische, wenn auch etwas konstruierte Schlusspunkt  der Ausstellung sein müssen. Konstruiert deshalb, weil zumindest Ghana keine deutsche Kolonien gewesen war (nur Teile vom ehemaligen  deutschen Togo haben sich  später Ghana angeschlossen)  und es zuvor thematisch ausschließlich um die deutsche Kolonialgeschichte gegangen war, die dem Landesmuseum eben ihr „heikles Erbe“ hinterlassen hatte. Ich hätte die Ausstellung , wenn sie hier zu Ende gegangen wäre, im Zwiespalt verlassen, einerseits erfreut über die gesehenen Objekte und andererseits verstört darüber, dass die Geschichte so einseitig erzählt und der deutsche Schuldkomplex immer weiter in die Vergangenheit ausgedehnt wird.

Doch leider war die Ausstellung hier noch nicht zu Ende. Sie führte mich nun – ohne Vorwarnung und Erklärung – nach Hawaii,  wahrscheinlich um koloniale Kontinuitäten und deren zeitgenössischen Umgang damit zu thematisieren. Schließlich ist Hawaii von den Amerikanern annektiert und der USA einverleibt worden, was bei der einheimischen Bevölkerung – bis heute – Protest hervorruft.

Ich wurde nun mit konzeptueller Widerstandskunst konfrontiert, die auch nicht besser zu sein scheint, als die Konzeptkunst anderswo  (und ja, ich mag keine Konzeptkunst!).

Zum Werk von April A. H. Drexel, In flagrant delicto, was irgendwelche bedruckten Plastikkärtchen zeigt, steht folgender Erklärungstext:

Diese Serie visueller Texte versucht auszuloten, aufzudecken und auszusprechen, wie der Raub unserer Identität sich auswirkt auf das Land unserer Vorfahren, auf die Nation, auf politische Rechte, sozio-ökonomische Nachhaltigkeit, kulturelle Ausstrahlung und Menschenwürde.

Und während ich das las, fühlte ich mich selbst (und von den Ausstellungsmachern wohl didaktisch ungeplant) – in Deutschland – kolonialisiert und entfremdet. Fremd im eigenen Land, bedingt durch eine globalisierte Wirtschaft und deren Lobbyisten, die Einwanderungsströme in unser Land lenken, die in rasantem Tempo mein Leben und das all der anderen verändert. Ungefragt.

Doch die Ausstellung soll mich beruhigen.  Homes Bhabiba (wer immer das ist) wird großflächig zitiert und ich lese:

Der Prozess kultureller Hybridität lässt etwas anderes entstehen, etwas Neues und Unbekanntes, ein neues Feld in dem Bedeutung und Repräsentation verhandelt werden.

Das ist richtig, aber soll ich mich darüber freuen? Oder soll ich den Verlust betrauern und dagegen in Widerstand gehen, zumal das Neue nicht unbedingt das Bessere sein muss? Darf ich den favorisierten multikulturellen Gesellschaften  mit Skeptik begegnen, auch weil ich die Unterschiede der vielfältigen Volksgruppen mag und ich beispielsweise nicht in Deutschland, Indien und Paraguay die selben globalisierten Finanzsklaven sehen möchte, wie sonst auch überall auf der Welt? Während ich darüber noch nachdenke, macht mir eine weitere Tafel deutlich, dass dieses Festhalten  am  Eigenen überwunden gehört.  Dort steht:

Die Wissenschaft hat sich verändert, doch in der Gesellschaft bleiben alte Denkmodelle oft noch lange bestehen. Den häufig verwendeten Begriffen ‚Entwicklungsländer‘ und ‚Entwicklungshilfe‘ unterliegen zum Beispiel evolutionäre Ansichten: es soll zu einem europäischen „Bestzustand“ hin entwickelt werden. Auch rassistische Denkweisen sind gerade in der Debatte um Flüchtlinge immer wieder zu hören. Noch immer wird von Kulturkreisen gesprochen und es werden dabei vereinfachen Einteilungen vorgenommen.

Verloren im Museum. Die Vereinfachungen, die hier angeprangert werden, sind doch das Programm der Ausstellung!

Ganz schlimm wird die ideologische Beeinflussung und Pädagogisierung beim Hören des Beitrages, der den Audioguide zugefügt ist und der sich auf den letzten Präsentationsraum bezieht. Offen wird hier zugegeben, dass die Dekonstruktion vorherrschendes Ziel ist und sich das Museum als Handlanger von Globalisierungsstrategien  sieht, dies alles (meine Interpretation!)  unter der Vorgabe des moralisch „Guten“. Der eurozentrische Blick soll  genauso aufgelöst werden, wie die eigene Identität und so dürfen wir uns dann alle als fröhlich Kolonialisierte und damit Gleichgestellte fühlen. Schöne neue Welt eben!

Dieses Machtungleichgewicht aufzulösen und bestehende Herrschaftsverhältnisse zu demonstrieren stellt eine herausragende Aufgabe der ethnologischen Museen der Gegenwart dar. Das Museum als Kontaktzone zwischen verschiedenen Kulturen in denen statt nationaler Grenzen die Vernetzung der Welt, die kulturelle Vielfalt und der Wandel statt hegemonialer Diskurse stattfinden ist ein Museum der Zukunft.

Anbei noch ein kleiner Blick in mein Fotoalbum, was u.a. deutsche Hinterlassenschaften in Kamerun zeigt.

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Heiligers Brunnen

Written By: Marina Sosseh - Sep• 20•16

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Am Sonntag habe ich mit einem Freund einen kleinen Spaziergang unternommen.

Startpunkt war die Herderstraße 6 in Hannover, was laut dieser Informationsseite die postalische Adresse des im 18. Jahrhundert errichteten Brunnens sein sollte, den ich mir unbedingt einmal anschauen wollte.

Zuerst musste dieser aber erst einmal gefunden werden. Zuvor beeindruckte die Herderstraße durch imposante Villen, die bei mir die Frage nach sozialen Gerechtigkeiten hervorrief, womit ich eigentlich nur sagen möchte: Ja, ich war neidisch und möchte auch gerne ein solch repräsentatives Gebäude mein eigen nennen.

Wo war das Denkmal? Nach einigen Suchen nahmen wir den Weg geradeaus direkt in die Eilenriede (Startpunkt war in der Tat die besagte Adresse!)  und erreichten den kleinen Stein, der Heiligers Brunnen heißt, nach kurzer Zeit.

Obwohl hier  einmal eine schwefelhaltige Quelle gewesen sein soll,  die vom Stein eingefasst wurde, ist kein Wasser mehr zu sehen. Vermutlich ist der Born versiegt, auch wenn ich bei Wikipedia lese:

Das Wasser tritt heute aus einem Rohr zwischen Steinen als kleiner Quell in Höhe eines Fußweges zutage.

Hier muss widersprochen werden, denn: Nein, davon haben wir leider nichts gesehen.

Unweit des Gedenksteins befindet sich eine Informationstafel, die  davon spricht, dass die Quelle „nahezu versiegt“ sein soll, womit dann (mal wieder) bewiesen ist, dass Wikipedia nicht unbedingt eine verlässliche Quelle (sic!) sein muss.

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Die Informationstafel inspirierte uns, nach dem „Teufelsbad“ und den 100 Meter westlich liegenden Findling Ausschau zu halten.

Vergeblich. Insofern machten wir uns in  Richtung Hermann-Löns-Park auf und wurden sogleich von einem Radfahrer-Paar angesprochen, die uns fragten, ob wir wissen würden, wo sich „der Findling“ befinden solle, was ja an sich schon lustig ist, kann ich mir nämlich nicht vorstellen, dass sich viele Menschen am Sonntag aufmachen, um Heiligers Brunnen, das Teufelsbad oder den Findling aufzusuchen.

Wir konnten leider nur den Weg zur Informationstafel weisen, begegneten ihnen dann aber ca. 20 Minuten, kurz vor dem Park, wieder, wo sie uns erzählten, dass der Findling winzig wäre und das „Teufelsbad“ links von der Tafel zu finden wäre.

Nach unserem Spaziergang durch den Hermann-Löns-Parks kehrten wir zur versiegten Quelle zurück und fanden vermutlich (???) das Teufelsbad, eine ehemalige Badestelle, was eigentlich Kopperloch heißt, allerdings in wenig attaktivem  Zustand, unweit der Infotafel, vor.  Es sah bei weitem nicht so gepflegt aus, wie auf der Info-Tafel zu sehen! Ob es sich beim unnah gelegenen Steinchen am Weg, um den ominösen Findling handeln soll, vermag ich ebenfalls nicht mit Sicherheit zu behaupten.

Es wäre schön, wenn die Besucher dieses denkmalgeschützten Ortes mit detaillierteren Informationen versorgt werden würden, ähnlich wie dies beispielsweise im Hermann-Löns-Park bereits geschehen ist.

Das Gefühl von Heimat und Verbundenheit mit einem Ort entsteht nämlich auch durch die Pflege der historischen Hinterlassenschaften seiner vormaligen Bewohner. Denkmalschutz kann zur Lebensqualität beitragen. Erinnerungspunkte müssen nicht nur „Stolpersteine“ sein, sondern können auch auf positiv besetzte Geschichte verweisen.

Zweimal Morandi!

Written By: Marina Sosseh - Sep• 02•16

Letztens lese ich von einer Provinz-Posse in der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung, in der ein Gastwirt ein Kunstwerk gestohlen haben soll, was ihm, so seine Aussage, aber als Schrott angeboten wurde. Das Kunstwerk ist mittlerweile verschwunden, was den Verdacht nahelegt, dass er es schon anderweitig verkauft haben könnte. Muss aber nicht sein; ich kenne den Fall nicht und die Presse berichtet – wie fast immer in Hannover – „schwammig“.

Schaut hier: http://www.haz.de/Hannover/Aus-der-Stadt/Uebersicht/Verschwundenes-Kunstwerk-in-Hannover

Obwohl die reißerische Facebook-Überschrift „Wo ist das teure Kunstwerk aus dem HCC geblieben?“, was mich zum Anklicken des Beitrages animierte, ja eine nähere Erläuterung der gestellten Frage suggeriert, erfahre ich im Artikel zwar einiges über dem rechtmäßigen oder unrechtmäßigen Erwerb des Kunstwerkes durch den Gastwirt, nichts aber über dessen Verbleib. Jetzt weiß ich immer noch nicht, ob der Gastwirt es weiter veräußert hat, versteckt hält oder ob es nicht doch im „Schrott“ gelandet ist? Ich erfahre nur, dass das Kulturamt auch nichts weiß.

Immerhin war nun meine Neugier geweckt, sodass ich mich auf die Suche nach dem vermissten Kunstwerkes im Netz machte. Schließlich hatte ich in der Vergangenheit ja schon häufig das Kongresszentrum im Hannover besucht, erinnerte mich aber nicht an das vermisste Kunstwerk. Die schnelle und unvollständige Suchanfrage brachte mich dann nicht zum Wikipedia-Eintrag von Marcello Morandi, dessen Grundlage seiner Arbeit die Beschäftigung mit geometrischen Strukturen sein soll, die er durch Bewegung und Veränderung in neue Formen überführt (kinetische Kunst also!), sondern erst einmal zu Giorgio Morandi, der Google Autokorrektur sei Dank, und dessen Kunst sprach dann etwas in meinem Innern an, was mich zur weiteren Recherche animierte.

So kann es gehen!

Schon Giorgio Morandis Biografie faszinierte mich.  Doch warum? Genau wie ich war er als Lehrer tätig. Er unterhielt ein Wohnzimmeratelier, was ich auch tue, schließlich wird mein Wohnzimmer wahlweise als Atelier, Büro, Schlafplatz, Entspannungs- und Lesezone und Besuchsraum genutzt. Nur die drei Schwestern fehlen mir, die mich umsorgen. Das ist das Privileg des männlichen Geschlechtes: immer bemuttert und umsorgt zu werden! Herrn Morandi wird es gefreut haben. Und dass er so gut wie nie seinen Heimatort verlassen hat, ist mir irgendwie auch sympathisch. Dieses oberflächliche Bereisen von Orten, was meist ja doch nur eine Aneinanderreihung von Postkartenansichten gleicht, ist mir zutiefst zuwider und Menschen, die mich mit ihren Reiseerlebnissen quälen und die dabei nicht den kleinsten Ansatz  davon zeigen, tiefere Entdeckungen gemacht haben zu wollen, langweilen mich – zutiefst.

Soweit die  vordergründigen Gemeinsamkeiten. Giorgio Morandi wollte – laut Wikipedia –  keine Botschaft in seiner Kunst vermitteln, weder eine politische, noch eine weltanschauliche. Und – auf diese Weise – ist er mir voraus. Ich sehe den künstlerischen Schaffensprozess eher hermeneutisch, als einen Dialog also, den ich  mit dem Numinosen führe und der dann wiederum etwas Neues und noch nie Gewesenes  erzeugt. Leider  verfolge ich  anschließend – im Gespräch über das Kunstwerk – noch allzu oft diese pädagogische Unart, meine Mitmenschen auf die vermeintlich „richtige“ Spur bringen zu wollen. Das ist wahrlich eine schlechte Angewohnheit, die ich wohl ablegen und  stattdessen ganz der Ästhetik huldigen sollte!

Genau dies hat Giorgio Morandi getan, indem er sich ganz der Form und der Farbe hingegeben hat. Dadurch hat er in seinen Bildern das Raum-Zeit-Kontinuum durchstoßen, und es ist dabei zu Verschiebungen gekommen, die wahrscheinlich für ihn selbst spürbar waren, über dessen Erfahrung er aber nicht mit seinen Mitmenschen kommuniziert haben soll.  Er wollte über den Gegenstand „hinaussehen“. Sein Werkzeug dabei war die bildnerische Darstellung und diese Zeugnisse seiner Entdeckungen stehen auch uns heute noch zur Verfügung. Jeder Betrachter kann seine Bilder als Tür und Tor ansehen, um das Übersinnliche zu erkennen, genauso wie es Giorgio Morandi  einst getan hat.

Vordergründig mache ich beim Erschaffen meiner eigenen Bilder genau das Gegenteil von ihm. Bei mir gibt es viel zu sehen und dabei keinen Fixpunkt. Die Formen überlappen sich und öffnen dadurch beständig neue Räume. Ich maximiere das Chaos und die Sehebenen überlagern sich. Manchmal bin ich garselbst darüber erstaunt, was sich im kreativen Prozess aus der unbewussten Ebene plötzlich bildnerisch materialisieren will.

Beim Betrachten meiner Bilder sehnt man sich nach der Ruhe,  nach einem Punkt der Stille, der einen erlaubt, die eigene Bewusstseinsebene auszuweiten und sich mit dem zu verbinden können, was wir, jenseits unseres Körpers sind.

Giorgio Morandi dagegen hat den Ruhepunkt unmittelbar ins Bild gesetzt.  Statt  „Wanderungen“  hat er den Stillstand favorisiert und hat dennoch in seinen Stillleben  genau das Numinose gesucht und gefunden, was mich selbst auch zu vielfältigen realen und virtuellen Wanderungen antreibt.

Diese Gemeinsamkeit in der Andersartigkeit hat mich wohl an seiner Kunst fasziniert, bevor ich dies überhaupt in Worte fassen konnte. Jede Bewegung braucht  die Stille, aus der sie schöpfen kann und jede Bewegung führt wieder, wenn wir sie denn maximieren, zurück in die Stille. Ins Stillleben.

Über den Spaziergang

Written By: Marina Sosseh - Aug• 21•16
Spazieren gehen? Just a doodle. Digital bearbeitet, 2016

Spazieren gehen? Just a doodle. Digital bearbeitet, 2016

Das absichtlich Herumschlendern, das Flanieren, in dem man sich von einem visuellen Eindruck zum nächsten begeben kann, ohne dabei nur irgendein Ziel zu verfolgen, das ist der Seinszustand, der das eigentlich menschliche Schöpfertum erst ermöglicht. Hier wird die Voraussetzung für Kreativität geschaffen, die sich immer entzieht, wenn sie „muss“. Das ist der Zustand von Freiheit und ich würde mir einen Tagesablauf wünschen, indem alles treiben kann und die einzige Terminierung der Spaziergang ist, der nach dem Besuch eines Gasthauses beginnt. Arthur Schopenhauer hat es so gehalten und wahrscheinlich hätte er niemals so produktiv sein können, wenn er gefangen gewesen zwischen To do-Listen und einer ungeliebten Erwerbsarbeit, die doch nur Sklaverei unter den Regularien der Blödmaschinen bedeutet.

Der Spaziergang, das ist die „mythologischen Wanderung“ über die ich hier auch schon wiederholt geschrieben habe im Kleinen und Überschaubaren und vielleicht findet er ja Platz in unserem Alltag. Vielleicht müssen wir uns, um uns Zeit für das Ziellos zu schaffen, erst einen Plan erstellen, der eine Verabredung mit uns selbst enthält. Und natürlich ist das ein absurder Widerspruch, der aber vielleicht notwendig ist, um denjenigen, der an die Sklaverei gebunden ist, langsam vom Korsett der Nützlichkeit befreit.

Momentan kann ich nicht spazieren gehen und so spaziere ich durch die imaginären Landschaften, die ich selbst auf Papier erschaffe.

Zum Weiterlesen:

http://www.zeit.de/2016/24/flanieren-kunst-kulturtechnik-spazieren-gehen

„Lou Andreas Salomé“: Meine kleine Filmkritik

Written By: Marina Sosseh - Aug• 18•16

Kann man sich ansehen, muss man aber nicht! Für die Biographie von Lou Andreas Salomé wird ein herkömmliches Erzählformat genutzt. Uninspiriert. Eine alte Lou diktiert einem jungen Germanisten ihr Leben. So ist dann der Rahmen für die linear eingefügten Lebens-Sequenzen vorgegeben, in denen die Männer seltsam „bescheuert“ herüberkommen und die Protagonistin sie dauerbeschwipst zumeist abweist, während sie gleichzeitig schlaue Lebensweisheiten von sich gibt. Das feministische Lehrstück wird untermalt von melancholischer Klaviermusik in der Endlosschleife. „Deutsches Autorenkino“ reloaded. Der auf diese Weise politisch korrekt belehrte Zuschauer kann im Anschluss an die Filmvorführung intelligent-erhaben nach Hause schweben und alles ganz exorbitant gefunden haben! Bei mir bleibt jedoch ein fader Beigeschmack. Filmkunst geht anders.

GerMain Kinesiotapes

Written By: Marina Sosseh - Aug• 16•16

ACHTUNG KUNST!

Nach einer ziemlich schmerzhaften Zahn-OP bot mir die Kiefer-Chirurgin, als privat zu verrechnete Zusatzleistung, Kinesiotapes an, die, nach meiner Einwilligung, flugs im wilden Muster auf meine Gesichtshaut geklebt wurden. Alsbald sah ich aus wie eine Indianerin auf Kriegspfad, hatte mir nun allerdings die Hoffnung, dass die Klebebänder, die auf den Schmerzpunkten lagen, eine Schwellung verhindern und Schmerzen beheben sollten, erkauft. Ehrlicherweise muss gesagt sein, dass ich bis heute nicht weiß, ob die Nachwirkungen, die ich verspürte, ohne die Klebebänder weniger heftig ausgefallen wären, als mit. Vielleicht bin ich auch einfach nur auf ein pseudo-medizinisches Verfahren hereingefallen, das nur wirkt, wenn man fest daran glaubt. Nach zwei Tagen wurde es mir sowieso zu bunt und ich entsorgte die auffälligen Streifen in den Hausmüll, womit ich eigentlich die Vorlage lieferte, um meine Kritik am Verfahren damit kontern zu können, dass ich die Kinesiotapes ja nicht ausreichend habe einwirken lassen. Fehlende Mitarbeit eben.

Da man, so sagt es zumindest die Geomantie, auch Landschaften und Länder heilen kann, ließ ich mich von deren Erdheilungs-Praktiken dazu inspirieren das kranke Deutschland, hier genannt GerMain, zu heilen. Durch korrespondierende Magie entstand das Bild „GerMain Kinesiotapes. Druck, der auf die Schmerzpunkte ausgeübt wird, heilt bekanntlich und wer heilt, hat sowieso recht!
(Wenn es jedoch  dennoch nicht helfen sollte, werde ich demnächst die roten durch blau-kühlende Klebestreifen ersetzen!)

GerMain Kinesiotapes, Mixed Media, 61 x 29,5 cm, Hannover 08.2016

GerMain Kinesiotapes, Mixed Media, 61 x 29,5 cm, Hannover 08.2016

Ausschnitte:

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Neue Romantik

Written By: Marina Sosseh - Aug• 07•16

Der „Welt am Sonntag“ war die Forderung nach einer neuen Romantik durchaus heute eine Titelseite wert. Wiederholt habe ich dies hier ja auch schon im Blog postuliert, doch leider ist das, was da plakativ mit Gemälden von Caspar David Friedrich und modernen Adaptionen in der Zeitung referiert wird, nicht das, was ich selbst dabei im Sinne hatte.

Und so wird dann von einem Robert Macfarlane (Muss ich den kennen?) berichtet, der sich auf der Suche nach den „blinden Flecken“ der Natur aufmacht, die Google Maps angeblich nicht aufzeigen soll. Der „Megatrend Natur“ wird beschworen, der sich in der Vorliebe einer großstädtischen Hipster Szene für Biosupermärkte und dem Erfolg der Zeitschrift „Landlust“ zeigen soll. Der Bestseller Rang des Buches „Das geheime Leben der Bäume“ und das herbeigeredete Comeback der Schrebergärten soll als Indiz für ein „Enlivenment“ herhalten, was nichts anderes bedeuten soll, als die Verlebendigung in der Natur, was meint, dass sich der Sklave des Maschinenzeitalters in der Natur lebendig fühlen darf, wo er sonst nur zu funktionieren hat.

Das, was hier beschrieben wird, ist Eskapismus und Kitsch, ein neues Lifestyle-Segment, das sich zwischen Yogakurs, Achtsamkeitstraining und Burnout-Klinik einreihen kann, mit all den Skills und Methoden, die ein „Human Enhancement“ befördert, dass dem zunehmenden Staccato am Arbeitsplatz und in den urbanen Zombie-Wüsten erträglich machen soll und sich dabei selbst einreiht in den kapitalistischen Wirtschaftskreislauf des ewigen Wachstums, anstatt zu kritisieren und zu torpedieren.

Romantik ist das nicht, sondern pure Ablenkung, was auch den Autoren Wieland Freund und Richard Kämmerling zum Schluss des Artikels bewusst zu werden scheint, schließlich schreiben sie:

In einem jedoch unterscheiden sich die neuen Romantiker von den alten. Unter den Bedingungen des Anthropozäns, des Zeitalters der nicht länger bestreitbaren Herrschaft des Menschen über die Natur, suchen sie draußen nicht mehr sich selbst, sondern das Andere, die fremde, die ungleichförmige Erfahrung, vielleicht auch den Urlaub vom Ich.“

Das Anthropozän soll, wie ein Herr Weber im Interview verkündet, unser gegenwärtiges Zeitalter beschreiben, in dem der Dualismus Natur versus Kultur nicht mehr funktionieren soll und so heißt es dann:

„Alles Natürliche ist immer schon kulturell verstanden. Und gleichzeitig hat alles Kulturelle eine wilde Seite“

, eine Einsicht, die nicht wirklich neu ist und die erst in den letzten Jahrzehnten verleugnet wurde, in dem das Dogma der Wirtschaftlichkeit und des sezierenden Umgangs mit wissenschaftlichen Betrachtungen über eine Sichtweise gestellt wurde, die die Selbsterkenntnis und die Öffnung für mythologisch-spirituell-ästhetische Welten bei der Erfassung des Objektiven den Vorrang gab.

Doch warum, so frage ich mich, wird im Titelthema der Zeitung am falschen Begriff der „Romantik“ festgehalten, wenn doch hier hauptsächlich nur tumber Eskapismus gemeint ist, der wiederum genau das unterstützt, was zur Alltagsflucht animiert hat? Der wirkliche Romantiker nämlich verachtet die Welt der Philister, der Spießer, Krämer und Ja-Sager und stellt ihnen das Wundersame und Bizarre entgegen. Er wird sich ihnen nicht zum Knecht machen.

Eine echte neue Romantik muss genau da anknüpfen, wo die alte aufgehört hat, gesellschaftlich wahrnehmbar zu sein und dabei in den parallelen Untergrund der Anthroposophen, Ästhetiker und Schöngeister abgetaucht ist. Doch dies birgt die Gefahr sich in den Innenwelten zu verlieren, ganz so, wie in den Tiefen des Rheins, wohin die Loreley die Fischer gelockt haben soll. Wer diesen süßen Sog aber widersteht, der kann die blaue Blume finden und mit Ironie die Welt der Krämer und Lakaien auf den Kopf stellen. Meister Floh wird ihm den Weg weisen. Wirtschaftlich verwertbar ist dies alles jedoch nicht, sondern letztendlich eine Gefahr für das betonierte System der globalisierten Finanzlobbyisten, weswegen ein großes Medienimperium dafür wohl niemals Werbung machen wird.

Doch zurück zur Natur: Die ist in der echten Romantik niemals Fluchtpunkt, sondern immer ein Spiegel des eigenen Selbst, was es bewusst zu erkennen gilt. Innerer Vorgänge werden dabei in eine ästhetisch und phantastisch verwandelte Form transzendiert und öffnen den Raum für das Numinose. Es wird mythologisch gewandert. Es werden individuelle Mythologien erschaffen und die nüchterne Alltagswelt des Maschinenmenschens, der all das Wunderbare weder erkennen noch kreieren kann, wird zutiefst verachtet.

„mit goldenem Schlüssel die Kammern unseres Geistes eröffnen, und uns die Schätze zeigen, die wir selbst noch nicht kannten. So entsteht ein (…) wohltuender Umgang mit uns selbst.“ (Ludwieg Tieck in Franz Sternbalds Wanderung, zitiert nach: Thalmann, Hrsg., Bd. 1, München o. J., S.865 f.)

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Erkundungen in Mecklenburg-Vorpommern: Der gute Rest (8. – 10. Tag)

Written By: Marina Sosseh - Jul• 30•16

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Am nächsten Tag machten wir uns per Fahrrad von Schloss Klink auf nach Waren, nicht ohne vorher das fabulöse Frühstücksbüffet des Hotels genossen zu haben.

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Müritz, Reeckkanal

Auf dem Weg nach Waren passierten wir einen Campingplatz, dessen Name bei mir zuerst Befremdung ausgelöst hat: den Camping- und Wohnmobilpark Kamerun. Mir erschien die Benennung nach einem afrikanischen Land zuerst erstaunlich, doch dann erklärte ich mir die Namensgebung mit der deutschen Kolonialvergangenheit. Kamerun war schließlich einmal Bestandteil des deutschen Reiches gewesen und wirklich, so erzählte  es uns die Rezeptionistin, hatte ein  deutscher Kolonialbeamter, Militärangehöriger oder was auch immer nach seiner Rückkehr das Gelände an der Müritz gekauft und wohl in einem Anflug von Sentimentalität  „Kamerun“ getauft.

Den Campingplatz ziert nun eine kamerunische Flagge und auch das Ambiete ist afrikanisch dekoriert. Ein Blick auf die Speisekarte des Restaurants zeigt eine Reihe von afrikanischen Rezepten, die allerdings weniger von der kamerunischen als von der gambischen Küche, mit Ausflügen nach Südafrika, inspiriert sind.

Gegessen haben wir dort nicht, weswegen ich hier kein abschließendes Fazit ziehen kann.

Weiter ging es im beständigen Auf und Ab. Schließlich  erreichten wir unser Ziel, schauten uns eine Kirche an, genossen das Ambiente des hübschen Marktplatzes und fuhren schließlich mit dem Schiff gemütlich zurück nach Klink.

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Uferpromenade Waren

Über den folgenden Tag, den letzten „richtigen“ Urlaubstag, gibt es nicht viel zu berichten, außer dass wir den Sauna- und Wellnessbereich des Hotels genossen. Der punktete mit einer tollen Aussicht auf die Müritz und vermittelte  auch ansonsten – mit Swimming Pool und mehreren Saunen ausgestattet – ein Wohlfühlerlebnis, das jedoch angesichts der hohen Übernachtungspreise des Hotels – modernisiert werden sollte.

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Am Abend aßen wir beim „Müritzer Bauernmarkt“ deftig-rustikal und ließen den Tag gemütlich ausklingen.

Am 10. Tag  waren wir das Fahrradfahren endgültig leid und ließen uns von der Fähre nach Waren übersetzen. Dort nahmen wir den Zug nach Rostock und fuhren mit dem IC zurück nach Hannover. Da der Fahrradtransport bei der Hinfahrt uns arge Probleme bereitet hatte, waren wir erfreut, dass er diesmal ohne Erschwernisse verlief.

Im Zug hatte ich nun ausreichende Muße um mir Walter Pater’s „The Renaissance Studies in Art and Poetry“  als Hörbuch anzuhören und so meine Kenntnisse über die Renaissance aufzufrischen. Schließlich hatte ich die letzten drei Nächte in einem Hotel, dessen Hauptgebäude im Neorenaissance-Stil erbaut war, verbracht und das von uns besuchte Schloss in Güstrow stellt sogar einen originärer Renaissance-Bau.  Und so ging dann eine erlebnisreiche Reise zu Ende.

Erkundungen in Mecklenburg-Vorpommern: Von Serrahn nach Schloss Klink (7. Tag)

Written By: Marina Sosseh - Jul• 28•16

Das war ein anstrengender Tag.

Zuerst ging es mit dem Fahrrad und Gepäck auf kürzesten Weg nach Krakow am See. Von dort ging es mit dem Bus weiter nach Plau am See. In Plau fand gerade die Badewannen-Rallye statt und die ganze Stadt war in Partylaune. Insofern schauten wir uns den Burgturm mit der Wallanlage nur von außen an und genossen ansonsten das Spektakel.

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Von Plau fuhren wir mit dem Schiff nach Lenz, da zu der von uns angestrebten Zeit keine direkte Fahrt mehr nach Malchow möglich war. Von Lenz wiederum radelten wir nach Malchow.

Dort fiel mir gleich ein Gebäude auf, dass mit „Filmpalast“ überschrieben war und das ich der nationalsozialistischen Architektur zuordnete. Ein Irrtum: Das Gebäude soll die typische Architektur der DDR zeigen und beherbergt mittlerweile das DDR Museum, dessen Besichtigung  sicherlich lohnenswert gewesen wäre. Doch wir waren mit großem Gepäck unterwegs.

Letztendlich kann ich meine Fehleinschätzung immer noch nicht fassen. Selbst die Ornamente des Gebäudes scheinen mir germanisch inspirierte Adaptionen zu sein, wie sie mir beispielsweise schon in der Bethlehemkirche in Hannover begegnet sind  und wie sie auch in den Zeiten des Nationalsozialismus gepflegt wurden.   Die Blüte rechts im Bildes ist eindeutig eine  Hagal-Rune, wenn auch in  Blütenform. All das kann natürlich Zufall sein, was mir jedoch zu banal wäre! Vielleicht  lässt sich diese ästhetische Kontinuität aber auch so erklären, dass der Architekt noch von der Ästhetik des Dritten Reichs inspiriert war oder aber, dass die sozialistische und die nationalsozialistische Architekturauffassung Parallelen aufweist.  (Wer hier eine Idee hat, möge es mir schreiben!)  Das Baujahr dieses Gebäudes, in dem auch Jugendweihen und andere kulturelle Veranstaltungen stattfanden,  ist definitiv das Jahr 1957!

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In Malchow ist u.a. noch die Klosterkirche sehenswert. Wir machten uns auf den Weg dorthin und passierten die Drehbrücke. Während meine Freundin dann aber  – hoch motiviert – weiter zur Kirche radelte, machte ich es mir auf einer Parkbank der Langen Straße bequem und genoss den Blick auf den Malchower See: irgendwie erschöpft.

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Später ging es dann mit dem Zug von Malchow nach Waren. Von dort radelten wir nach Schloss Klink an der Müritz.

Leider war unser Hotelzimmer im historischen Teil des Neorennaissance Schlosses sehr klein bemessen, sodass wir in das Nebengebäude mit Balkon wechselten.

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Den Abend ließen wir dann beim leckeren „Müritzer Gold“  ausklingen. P1000652

 

Das gesamte Fotoalbum befindet sich hier.

Erkundungen in Mecklenburg-Vorpommern: Krakow am See und Serrahn (6. Tag)

Written By: Marina Sosseh - Jul• 27•16

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Wir starteten in Serrahn.  Mit dem Fahrrad ging es erst einmal, nach einer ziemlichen Steigung, zum Van der Valk Golfhotel. Dort genossen wir die schöne Aussicht auf dem See, um dann am Ostufer entlang, über Doblin, weiter nach Krakow am See zu fahren.  Dabei umrunden wir nicht den gesamten See, sondern kürzten ab: zu hügelig war die Strecke für ungeübte Fahrradfahrerinnen wie uns. „Fahrradfahren ist mir doch irgendwie zu anstrengend und ich bevorzuge das gemächlichere Spazierengehen und Wandern“, schloss ich: vorerst!

In Krakow am See besichtigten wir die alte Synagoge im neugotischen Stil, um dann – nachdem wir einige Einkäufe getätigt hatten –  zur Ferienwohnung zurückzukehren.

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Nach einer Pause startete ich am frühen Abend noch einmal zu einem Spaziergang, um mir zu Fuß Serrahn näher anzuschauen.  In Serrahn gibt es nicht nur eine alte Backsteinkirche, sondern auch eine ehemalige Poststation, in der sogar schon Napoleon übernachtet haben soll, zu sehen.

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Danach zog es mich erneut in den Zauberwald, der aber so stark von Mücken bevölkert wurde, dass ich mich dort nicht so lange aufhalten konnte, wie ich es eigentlich gewollt hätte.  Insofern konnte ich nicht mehr die alten Skulpturen, die im Garten des zerstörten Schlosses Kuchelmiss gestanden haben, betrachten.  Stattdessen machte ich mich auf dem n Weg nach Serrahn-Hof. Auch die in dieser Richtung  zu findenden Hügelgräber entdeckte ich nicht; immerhin gelangen mir aber einige tolle Fotos.

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Mein Fazit: Ich muss unbedingt noch einmal Serrahn besuchen, um in mehr zeitlicher Muße den Ort und seine fantastische Umgebung  zu entdecken. Da das Nebeldurchbruchstal sumpfig und feucht ist, empfiehlt sich dafür eine mückenfreie Zeit.

Mein gesamtes Fotoalbum befindet sich hier.

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