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MAGISCH REISEN, KUNST und KULTUR: In die Tiefe geschaut!

Wochenrückblick im Zeichen der Wintersonnenwende

Written By: Marina Sosseh - Dez• 22•17

Julkind. Mixed Media, 29,7 x 42

Was für eine merkwürdige Woche. Am Montag fühlte ich mich noch fit, jedoch im Vorfeld schon gestresst von den vielen bevorstehenden Terminen. Am späten Nachmittag überfiel mich dann ein Krankheitsgefühl mit Schüttelfrost und ich lag nur noch auf dem Sofa. Immerhin schaute ich mir noch eine  Reportage über Venedig an, die aktuell noch in der Arte-Mediathek zu finden ist (hier).

Am Dienstag stand die Regionsversammlung an, in der ich mich, trotz fortgesetzten Unwohlseins, quälte, schließlich war ich, innerhalb unserer Fraktion, diesmal diejenige, die die Haushaltsrede (hier) halten sollte. Wir sind ja nur zwei gewählte Vertreter unserer rein kommunal aufgestellten Wählergemeinschaft und wechseln uns  mit dieser Aufgabe ab.

Nun ja …  man darf ja durchaus andere politische Meinungen vertreten als ich, jedoch sollte man, das ist meine feste Überzeugung, gerade im öffentlichen Rahmen einen gewissen Anstand bewahren, wozu eben auch gehört, sich die Reden der anderen Fraktionen in Ruhe anzuhören und nicht durch laute Zwischenrufe, störende Privatgespräche oder durch das demonstrative Verlassen des Saals zu torpedieren. Das macht mich  traurig, zeigt es doch, dass in unserer sogenannten Demokratie mittlerweile eine faire Debattenkultur nicht mehr vorhanden ist und dass gerade diejenigen, die sich hier als moralisch überlegen ausgeben,  dringenden Lernbedarf aufweisen.  In der anschließenden “Diskussion” der Haushaltsreden zeigte sich, dass der Inhalt unserer Rede scheinbar überhaupt nicht verstanden wurde, warf man der AFD und uns, von Seiten einer SPD-“Kollegin” nämlich, “unerträgliche deutschtümelnde Arroganz” vor und ein anderer SPDler las daraufhin  Schlicht-Prosa (wohl aus den sozialen Netzwerken entnommen) vor, in der das multikulturelle Erbe der Weihnachtsgeschichte betont wurde. So ist das eben: Es reicht schon aus, die Probleme der Jetzt-Zeit nur zu benennen, um als “rassistisch”  gebrandmarkt zu werden. Der mediale Beifall ist den so Handelnden dabei auch noch sicher, die im Rausch der scheinbaren moralischen Überlegenheit  nicht bemerken, dass sie sich längst zu Steigbügelhaltern des Totalitarismus haben degradieren lassen.

Ich war dann froh, als die Regionsversammlung beendet und ich endlich zum Arzt gehen konnte. Mittlerweile hatte sich bei mir Fieber eingestellt und ich verließ für die nächsten paar Tage die Wohnung nicht mehr.

Eine Grippe sollte es nicht sein, irgendein viraler Infekt. Gegen Grippe hatte ich mich auch impfen lassen. Merkwürdig. Ich schaute mir die hochbeworbene Netflix-Serie “Dark” in einem Rutsch durch, derweil ich Tee trank und  Hühnersuppe ass.  Hat sie mir gefallen? Die Serie, nicht die Hühnersuppe!  Nun ja …. zeitweilig fand ich sie spannend; gegen Ende der Serie waren  mir die Wechsel zwischen den  verschiedenen Zeitebenen zu konfus durcheinander geraten und mir erschloss sich deren dramaturgischer Sinn auch nicht mehr.  Ganz unterhaltsam war “Dark”: zumindest dann, wenn man gesundheitlich schwächelt.  Allerdings darf man sich in Bezug auf die Qualität der Serie nichts vormachen: Es wurde einfach das gegenwärtig erfolgreiche Plot-Muster für Fantasy-Serie durchexerziert. Immer dann aber, wenn man nach Lehrbuch vorgeht, wird eventuell ein annähernd perfektes Ergebnis erzielt, doch ist dieses seelenlos, was man als Zuschauer/in eben auch spüren kann.   Unterhaltung für die Massen eben.

In den Zeiten, wo mich das abgeschlagene Gefühl zeitweilig verließ, bloggte ich über meine Rumänien-Rundreise  und ich stellte dabei  fest, dass die Nachbereitung einer Reise für mich mindestens genauso beglückend zu sein scheint, wie die eigentliche Reise. Ich schaue mir dann noch einmal die Fotos an, lese in den gekauften Reiseführern nach, recherchiere im Netz und erfahre neue Hintergründe, die mich wahrscheinlich nicht interessieren würden, wenn ich die beschriebenen Orte nicht zuvor im realen Leben besucht hätte.

Der Filmverleih schenkte mir eine Film-DVD zum Ausgleich für den “verpatzten Filmabend” der vorletzten Woche, in dem sich der Kinobetreiber weigerte, meinen Gutschein anzunehmen (lies hier)  Mal sehen, wie mir “Der wunderbare Garten der Bella Brown”  gefallen wird.

Die kürzeste Nacht des Jahres konnte ich nicht angemessen mit einer kleinen Feier würdigen, zu schlapp fühlte ich mich. Immerhin war das Tannenbäumchen schon geschmückt, der jetzt das zauberhafte Grün des Waldes in mein Wohnzimmer bringt. Zwar habe ich gelesen, dass auch die Bäume mit Pestiziden belastet sein sollen, aber für die jetzt kommende Zeit der Rauhnächte möchte ich all diese gesellschaftlichen Verwerfungen für eine kurze Zeit  ganz weit wegschieben und mich in das Private verkriechen. Ob das so reibungslos klappen wird, wie ich es mir vorstelle, weiß ich nicht.

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