Back again!

Lange habe ich hier nicht geschrieben, was nicht daran lag, dass ich keine Lust gehabt hätte, sondern vielmehr daran, dass ich eine fatale Aneinanderreihung von kaputt gehenden Laptops erlebt habe. Nr. 1 war sieben Jahre alt und hat ein Jahr seines Lebens den afrikanischen Sand und Staub ertragen müssen, womit ich sagen will, dass ich mit seiner Lebensdauer (Sind Laptops eigentlich männlich?) zufrieden bin. Nr. 2 kann nur eine höchst miserable Bilanz aufweisen. Er hat – sage und schreibe – knapp über ein Jahr gehalten. Zuvor hatte sich schon das Aufladekabel verabschiedet, dessen Ersatz, da es sich ja um eine chinesische Spezialanfertigung (lol) gehandelt hat, ziemlich kostenaufwändig war. Das zuvor gekaufte Multi-Adapter-Kabel war nicht fähig gewesen, den Laptop aufzuladen. Jedes Verrücken des Gerätes führte zur unweigerlichen Stromunterbrechung! Nachdem das Kabel-Problem endlich gelöst war, kam es zum endgültigen Crash der Festplatte. Laptops scheinen nämlich empfindlich zu sein und jedes Herumtragen des nur scheinbar mobilen Gerätes kann zur Zerstörung der Festplatte führen, was mich wiederum zu der Frage bewegt, ob diese Teile  neuerdings extra so konzipiert werden, dass sich möglichst schnell (also sofort nach Ablauf des Garaniezeitraums!) die einzelnen Bestandteile einzeln verabschieden?

In der darauf folgenden computerlosen Zeit stellte ich fest, wieviel sich von meinen Leben schon in den virtuellen Raum verlagert hat. Erschreckend war das!  Mails konnten nicht mehr abgerufen und geschrieben, die “Lindenstraße” musste von mir wirklich am Sendetag und nicht “irgendwann” im Internet geschaut, Fremdwörter wurden im Duden nachgeschlagen, etc.

Ich erspare euch die weitere Aufzählung der Einzelheiten und überlasse eurer Phantasie, die genaue Ausmalung des Szenarios. Apropos Malen: Dazu hatte ich mehr Zeit.  Überhaupt taten sich  plötzlich “Zeitfenster” (Ich hasse dieses Wort!) für reale Kontakte auf. Auch entdeckte ich solch altmodische Medien wie Radio, Bücher und Zeitschriften wieder und mir wurde bewusst, in welch dramatischer Art und Weise der Computer nicht nur mein  Leben verändert hat.

Letztens habe ich einen Radiobeitrag (sic!) gehört, indem ein Neuro-Wissenschaftler davon berichtet hat, inwieweit sich das Gehirn der  PC-Nutzer/innen verändert und dass die heutigen Menschen zunehmend weniger in der Lage sind, langatmige Bücher, wie beispielsweise den “Zauberberg” von Thomas Mann, zu lesen.  Der normale Internet-User/die normale Internet-Userin  “klickt” sich eben von einem Link zum anderen.

Insofern hoffe ich, dass auch ihr meinen “langen” Artikel, bis zu dieser Stelle verfolgt habt (was ja offensichtlich der Fall ist).

Mittlerweile habe ich einen neuen PC (kein Laptop) und damit er (also doch männlich!) hält, sollte ich es den Koreanern (und Chinesen???) nachmachen, die einen Altar mit Schweinekopf errichten, um geschäftlichen Erfolg zu erlangen. Ich habe gehört, dass es das auch als Bildschirmschoner geben soll, es aber leider nicht im Internet finden können (was wahrscheinlich an meinen diesbezüglich nicht vorhandenen Sprachkenntnissen liegen mag). Für Hinweise bin ich dankbar! (bitte!)

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