Wotan

Ein neues Bild aus meinem Bildzyklus, der den germanischen Göttern und Göttinnen geweiht ist.

Odin,  ein anderer Name von Wotan, erhängte sich, nachdem er sich selbst mit einem Speer verwundete,  neun Nächte am Weltenbaum.

Barbara G. Walker schreibt: “Das Ziel von Odins neunnächtiger Prüfung war es, das Geheimnis des ‘weisen Blutes’ in dem uterinen Kessel der Erdmutter kennenzulernen und die magischen Kräfte der Runen zu beherrschen, die seine weibliche Urform Idun (Freya) erfunden hatte.” (Das geheime Wissen der Frauen. Frankfurt a. Main 1993)

Wotan erwacht!

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Flucht aufs Land?

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Letztes Jahr musste ich leider erleben, wie – wiederholt – ein albanischer Nachbarsjunge meine Kinder (sicherlich auch keine Unschuldsengel!) geschlagen und bedroht hat. Nun ist es so, dass meine Kinder darüber lachen, ich aber dennoch befürchte, dass eben dieser “Junge von Gegenüber”, der nur auf Konfrontation aus ist und der sich auf Ansprache vollkommen uneinsichtig zeigt, letztendlich “gefährlich” werden könnte. Denn auch hier muss ich keine Hellseherin sein, um bei ihm Straftaten im Bereich der Körperverletzung vorherzusehen.

Was also ist zu tun? Ich rufe die Polizei an, versuche eine Vermittlung zu erreichen. Doch was sollen sprachliche Präventionsmaßnahmen greifen, wenn diese Klientel – aus welchen Gründen auch immer – sprachlos ist und nur mit körperlicher Gewalt brachial agieren kann. Wir sind Nachbarn, aber wir haben keine gemeinsame Kommunikationsmöglichkeit!

Ich bin müde von solchen Konflikten und auch müde von einer Politik, die das Migrationsproblem in den Städten nicht wahrnehmen möchte. (Und nein, ich bin nicht “rechts” eingestellt!)

Die Lebenswelten passen nicht zusammen und werden auch nicht zusammenwachsen, denn dazu hätten sie auch in den vergangenen dreißig Jahren genug Zeit gehabt. Das ohnehin schon vorhandene Szenario, dass die Städte in den Außenstädten zunehmend islamisiert-bildungsferne Parallelwelten bilden, während in den südlich gelegenen Stadtbezirken eine junge Schicht aus Kreativen schicke Loft-Appartements bewohnt, die spätestens dann, wenn das erste Kind schulpflichtig geworden ist, die Stadt fluchtartig Richtung “Speckgürtel” verlässt, wird sich verstärken.

Ich arbeite an einer Schule mit gefühlten 98 Prozent Migrationskinderanteil. Was soll ich da noch integrieren? Das türkische mit dem libanesischen Kind? Jede/r, bis auf die entscheidungsbefugten Politiker, kann sicherlich nachvollziehen, dass Kinder, die zu Hause kein Deutsch sprechen, das Lernniveau absenken und mit Unterrichtsstörungen von den eigenen Defiziten ablenken.

Doch das Scheitern wird privatisiert. Die Kinder wollen ja lernen, sagen Vertreter der Landesschulbehörde, und die betreffenden LehrerInnen sind schuld daran, wenn das Lernziel nicht erreicht und die Quadratur des Kreises nicht möglich gemacht wird.

Doch meine KollegInnen und ich sind schon jetzt ”am Boden” angekommen, dachten wir zumindest, aber – wie mir LehrerInnen berichteten, die zur Hauptschule abgeordnet worden sind (freiwillig geht da ja auch niemand mehr hin!) – es geht noch tiefer!

Deutschland verdummt und, anstatt in Bildung zu investieren, wird “Ganztagsbetreuung mit Suppenküche” angeboten, das ganze Gebilde “integrierte” Gesamtschule genannt und gehofft, dass nicht auffällt, um was für ein gesamtgesellschaftliches Lügengebilde es sich dabei handelt. Und während dort idealistische KollegInnen verschlissen werden, fordert die Wirtschaft (und damit ja auch die Politik) hochqualifizierte Fachkräfte aus dem Ausland an, anstatt hierzulande in eine humanistische Bildung zu investieren, was auch voraussetzt, dass die Folgen der fehlerhaften Migrationspolitik des letzten Jahrhunderts repariert werden. Das geht nur mit viel Geld, welches für Sprachförderung und Sozialarbeit ausgegeben werden muss und mit der Einsicht, dass manche Einwandererkinder nicht integriert werden wollen. Wenn ein Schüler seinen Aufsatz mit der Aussage beginnt: “Ich bin ein stolzer Türke”, dann sollte es ihm ermöglicht werden, dort – und nur dort – sich zu verwirklichen.

Statt mich hier aber ungehört aufzuregen, sollte ich es dagegen vielleicht wie Paul Virilio machen, der – nachdem er die Stadt als Schauplatz der Zerstörung wahrgenommen hat – in die Provinz umgezogen ist. ”Die offene Stadt, Kosmopolis, weicht der Klaustropolis”, steht bei Amazon als Kurzbeschreibung zu Virilios Essay “Panische Stadt”, das bei mir ganz oben auf der Liste der noch zu lesenden Bücher steht.

Doch leider wurde mein Versetzungsantrag nach Ostfriesland erst einmal abgelehnt. Man braucht mich hier noch!

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Mami Wata – international!

mami-wataDiese Woche  erhielt ich von einer Leserin meines Buches einen Link auf ein anscheinend ebenfalls interessantes Buch, das aber – die astronomischen Preise auf “amazon.de” lassen darauf schließen – vergriffen zu sein scheint: Cronenburg, Petra van: Schwarze Madonnen. Das Mysterium einer Kultfigur. Basel 1999, S. 210)

Hier ist Izabelas Zitat aus dem o.g. Buch:

Omnifunke erzählt, 1994 hätte der Rat der Ifa durch sein Divinationssystem die Botschaft erhalten, mit den drei Göttinnen Yemoja, Oshun und Oya, den ‘dunklen Müttern’, werde ein Prozess weiblicher Ermächtigung beginnen:
die ganze Menschheit wird ihr gegenüberstehen, sie ehren, empfangen und erinnern. Was 1993/94 in den Industrieländern mit einer neuen Hinwendung zur Schwarzen Madonna und der Wiederentdeckung der dunklen Göttinnen begann, sieht die Yoruba-Priesterin in einem weltweiten Zusammenhang: ‘Wir sind gezwungen, den Menschen zu bestätigen, dass die dunklen Mütter hier sind, dass sie Integration symbolisieren, Gleichgewicht und Frieden als die notwendigen Bestandteile, um das Gleichgewicht der Erde wiederherzustellen.’ Der weltweite Prozess in der weiblichen Spiritualität, der durch die Wiederentdeckung des Geschichtenerzählens und die Beschäftigung mit den Schattenseiten der Psyche in Gang gesetzt wurde, bedeutet für die Priesterin den Beginn einer Befreiung, die weibliche und männliche Kräfte in ein spirituelles Gleichgewicht bringt und dadurch Menschen befähigen könnte, zu ‘Mitschöpfern’ statt Zerstörern zu werden. Frauen begannen, ihre Gewohnheiten, ihre Ethik und ihre Politik miteinander zu teilen, (denn) unsere Leidenschaften zu verleugnen und uns in Angst zu verstecken würde unsere Visionskraft beschränken und die Fähigkeit, aktiv am kreativen Prozess teilzunehmen.

Diese kulturübergreifende “Integration”, die ich immer in  der Göttin Mami Wata, was ja nur ein anderer Name für Yemaja/Yemoya (wie im o.g. Zitat verwendet), mit ihren afrikanischen, afro-amerikanischen, asiatischen und europäischen Wurzeln,  erblickt habe, finde ich im Zitat nicht nur bestätigt, sondern es entspricht auch meiner eigenen Vision, die die verschiedenen spirituellen Kulturen miteinander verbunden wissen möchte, ohne aber ihre jeweiligen Besonderheiten zu negieren.

Meine Zeichnung zeigt deshalb folgerichtig auch eine Mami Wata mit Rune und entsprechender Affirmation von Karl Spiesberger (Runenmagie. Handbuch der Runenkunde. Ulm 1954, S. 51)

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Naturkräfte

nebelhexenHeute gibt es ein wunderschönes Bild von meiner neuen Freudin Berit, das den Titel “Nebelhexen” trägt, im Harz entstanden ist und eindringlich die Naturdevas beschwört.

Dem möchte ich ein Zitat von Wolf-Dieter Storl hinzufügen, der mahnt, dass dieser Welt, die im oben aufgeführten Bild so eindringlich zum Ausdruck kommt, von uns, den Menschen, mit Achtsamkeit, ja – ich möchte sogar in der Aussage weitergehen – mit Verehrung  begegnet werden muss.

Er schreibt:

„Unsere Wiesen und Felder sind eintönig grün – die blühenden Wildpflanzen verschwinden. Gifte, zynisch ,Pflanzenschutzmittel‘ genannt, haben die Schmetterlinge, Bienen und Hummeln dezimiert, welche die farbenfrohen Freudenbringer zu ihrer Bestäubung brauchen. Flammen und Motorsägen machen jedes Jahr 200000 Quadratkilometer Tropenwald nieder – eine Fläche, dreimal so groß wie Bayern! Die Tiergeister und Pflanzendevas ziehen sich aus der Welt der Erscheinungen zurück. Ernst Jünger drückte es einmal deutlich in einem Interview aus: Unser Verstand kann das Ausmaß dieses Geschehens gar nicht begreifen. Es lässt sich nicht in die gängigen Modelle und Kategorien einordnen. Was über die Erde, über Midgard hereinbricht, sind mythologische, archetypische Gewalten. In die Tiefen verbannte titanische Mächte erheben sich, brechen aus, bekriegen und vertreiben die Götter (Devas). Der chthonische Drachen, die Midgardschlange, speit Feuer und Giftrauch über das Land. Der allesverschlingende, gierige Fenriswolf – gezeugt von Loki (Logik) – hat seine Fessel gebrochen.

(Nachzulesen ist das alles bei: Storl, Wolf-Dieter: Von Heilkräutern und Pflanzengottheiten, S. 95. 2004)

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Mami Wata: Ein Gedicht

andrea

Das folgende  Gedicht wurde  von Andrea E. Homersen geschrieben, die es anlässlich ihrer Tanztheaterproduktion “In my Sister’s Country” verfasste.

Es passt natürlich gut zum Titel meines Blogs, weswegen ich es euch nicht vorenthalten möchte.

Weitere Infos über Andrea findet ihr hier: www.sherifah-chandra.com oder hier: www.frauenpfade.de

Mami Wata

Dein Körper bewegt sich in weichen Wellen,

Schaumgeborene,

das Mondlicht glitzert auf Deinem wogenden Haar …

anmutig, sanft, fließend …

salzig Dein Kuss und feucht

wie die See, aus der du kommst,

wild kannst du sein und ungestüm,

alles verschlingend – sogar das Land

träge zuweilen –

lässt du die Sonnenstrahlen auf dir tanzen

tauche ich in dich ein, zerrst du an mir,

wirfst mich um und um …

und gibst mich wieder frei,

atmest mit mir ein und aus,

schüttelst mich durch und durch

und wiegst mich sanft in deinen feuchten Armen

hast mich geboren und alles hier,

bist unsere Mutter,

gibst und nimmst,

scheinst ewig und erneuerst ständig

Danke, Andrea.

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Tanz im Neofeudalismus! Ein Abgesang auf den Tribal-Tanz

Letztes Wochenende bekam ich Besuch von einer Freundin, die leider nicht nur wegen mir (vorwurfsvoll guck), sondern auch wegen des Tribel-Dance-Festivals angereist war.

Ich selbst kam auf diese Art und Weise dann auch in den Genuss der Tribal-Samstagabend-Show, in der es zwar viele (zu viele?) tolle Darbietungen gab, woraus ich aber für mich die Schlussfolgerung gezogen hatte, dass ich dieser Art der Zurschaustellung in Zukunft weder Abend noch Geld opfern werde.

Warum? Nun, wenn ich den äußeren Rahmen außer Acht lasse (der – dies sei hier erwähnt – darin bestand, dass die Zuschauerinnen viel Eintritt bezahlen mussten, um dann letztendlich auf harten Stühlen zu sitzen, die kaum eine Sicht auf die Bühne zuließen) bleibt als mein Resümee übrig, dass es viele perfekt ausgeführte Tänze gab, die sich jedoch – das lag wohl an ihrer endlosen Reihung  – ständig wiederholten und letztendlich bei mir, die ich selbst nicht Tribal tanze und deshalb wohl auch nicht die nötige (sic!) Begeisterung mitbringe, nichts weiter ergab, als einen hirnlosen Brei aus persönlichem Exhibitionismus, Phantasialand-Unterhaltung und akrobatischen Einlagen (schneller-höher-weiter-anders -gähn!)

Wo bei der Tribal-Szene vor zwei Jahren (da kam ich erstmalig in dem zweifelhaften Genuss dieser Show!) noch die sexistisch eingefärbten Striptease-Vorführungen (die sich als “Burlesque” oder als “dark fusion” tarnten) überwogen, da hat die Tribal-Szene mittlerweile anscheinend das Mainstream-Tanztheater erreicht, das nur dem oberflächlichen Kommerz untergeordnet ist. Und – ähnlich wie beim Besuch einer Musical-Vorführung in den großen Unterhaltungs-Palästen oder wie beim Konsumieren der Samstagabendshow – fühle ich mich als Zuschauerin hinterher gleichsam “übersättigt” wie auch “leer”.

Hier findet sich – bis auf wenige Ausnahmen – weder Inhalt, noch Seele. Und die ZuschauerInnen müssen sich dann sagen: “Das kann es doch nicht gewesen sein!’, und hetzen zur nächsten Show, die in neuer Verkleidung dasselbe Nichts präsentieren wird.

Zu meiner Beobachtung passt dann auch, dass es auf solchen Veranstaltungen – Dieter Bohlen sei gegrüßt – immer auch einen “Contest” geben muss, der – ganz kapitalistisch-auswählend -einige hervorhebt, um andere klammheimlich herabzuwürdigen. Das “Diplom”, das dann allen Beteiligten (seien sie nun Show-TänzerInnen oder Workshop-BesucherInnen) im Anschluss an diese – immerhin dreitägige  -Veranstaltung  ausgehändigt wurde, ist ein weiterer Fetisch, der unreflektiert den schnöden Marktgesetzen untergeordnet ist.

Tribal – das war ja mal im Ursprung ein Gemeinschaftstanz von Frauen, bei dem  die Tänzerinnen mit versteinerten Gesichtern die gleichen Tanzfiguren ausführten. Man mag es lieben oder nicht (ich tue es nicht), hervorgegangen jedenfalls ist diese Tanzform aus Bauchtanzbewegungen, die von der Frauenbewegung der 80er Jahre zur Kreation von egalitären Halbkreistänzen genutzt wurden. Als solche war Tribal niemals für Bühnenvorführungen geeignet und es wäre wohl auch besser gewesen, es hierbei bewenden zu lassen und ihn allenfalls beim Frauen- oder Mittelalterfest (oder ähnlichen Veranstaltungen!) zur Aufführung zu bringen, immer umrahmt von anderen (sic!) Programmpunkten.

Diese Art von Tribal-Tanz wird wohl, das ist die gute Nachricht, als ein Tanz für eine Minderheit von Frauen, die sich in “Stämmen” organisiert und auf diese Art und Weise ihrer Tanzlust frönt und sich mit weiblicher Stärke verbindet, erhalten bleiben. Das ist gut so.

Tribal Fusion (und all die anderen “Ableger” dieser Tanzform) reihen sich dagegen mit ihrem “Pops and Locks” freiwillig und selbstgewählt in die kalte Unterhaltungsmaschinerie ein und werden  – das ist ja die Perfidität des Kapitalismus – darin ganz aufgelöst werden. Ist es HipHop oder Tribal, türkische Folklore oder Stummfilmästhetik? Showtanz eben.
Alles verschwimmt, genauso wie die dazugehörige Musik, elektrisch konzipiert, ein Klangteppich, austauschbar und “tot”.

Auch das ist gut so:

R.I.P. Tribal Fusion

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