Mein Garten der Zwergen-Kunst

 

 

Teil 1, Teil 2, Teil 3

Ein künstlerischer Reibungsversuch. Teil 4

Der Schamanismus öffnet unser alltägliches Erleben in metaphysische Bereiche. Auf einer rationalen Ebene bin ich dabei ihn nicht nur zu studieren, sondern auch umzuinterpretieren und so für mich funktionsfähig zu machen. Auf einer praktischen Ebene gehe ich in den ekstatischen Trancezustand, der mich mit meiner individuellen Mythologie konfrontiert und mich dort hineinzieht: erst bodenlos, was ich genieße, danach als Dirigentin der eigenen Welten. Ich bin die Schöpferin und gebe dabei niemals das Steuerruder aus der Hand, egal welche Ungeheuer mir auch begegnen mögen.

Hanno Rautenberg weist darauf hin, dass ich als Künstlerin dabei mein Publikum vergessen kann, was nur dann stimmig ist, wenn meine Kunst aus dem Prozess der ökonomischen Verwertbarkeit hinausgetreten ist. Doch weiter schreibt er: „Natürlich muss kein Künstler sich auf so ein Spiel des Zeichengebens und Geschichtenerzählens einlassen, er kann auch ganz versinken im Kosmos der eigenen Symbole und selbstgebrauten Mythen und sein Publikum vergessen. Allerdings ist es dann meistens nicht Kunst, was er betreibt, sondern Therapie. Er will sich selbst auf die Spur kommen, für andere bleiben die Spuren unleserlich.“ (Rauterberg, Hanno: Und das ist Kunst?!)

Beim Lesen dieses Zitates, empfinde ich meine individuellen Mythologien abgewertet; ich webe doch Magie. Und ich möchte unabhängig sein von den Determinationen eines kapitalistischen Marktes, der Klischees besser verkauft als Entgrenzungen. Warum soll Kunst bloße Therapie sein, wenn keine Bezogenheit auf ein Publikum besteht? Und besteht Bezogenheit nicht immer, weswegen ich mein künstlerisches Schaffen ja auch Coaching nenne?

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Frauen und Kunst

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Das Spiegel-Gespräch mit Georg Baselitz, irgendwann im laufenden Jahr, hat mich verärgert, behauptet er doch, “dass Frauen die schlechteren Künstler seien”. Legt er nicht selbstgefällig männliche Maßstäbe an einem Kunstbegriff an, der historisch Frauen ausgeklammert hat und der immer noch zu wirken scheint?
Seiner Meinung nach bestehen die Frauen “die Marktprüfung” nicht. Sie haben nicht die Grenze des „Schwachsinns“ erreicht, die Männer zu Künstlern macht. Auch fehlt ihnen deren „Brutalität“. Es ist die alte Leier von der künstlerischen Obsession, zu der nur autarke Männer fähig sind, die eben nicht Kind und Mann protegieren müssen.
Überheblich, arrogant: immerhin mutig-offen. H. Baselitz scheint sich gewiss zu sein, dass ihm niemand mehr etwas kann. Ihr aber: Lasst mich mit den alten Männern in Ruhe!

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Wo sich der Gartenzwerg versteckt!

Ein künstlerischer Reibungsversuch. Teil 3

 

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Teil 1 , Teil 2

Normalität ist gestaltet und sobald  ich das verstanden habe, lässt sie sich auch verändern.

Ich spiele mit Klischees, um diese gleichzeitig zu brechen. Ich öffne Räume – hin zu einer Utopie, die auch in einer umdefinierten Vergangenheit liegen mag. Ich will der medialen Trance, in der unsere Gesellschaft langsam zu versinken droht, auf einer persönlichen Ebene entgegenwirken. Verhindern werde ich sie kaum; die Gegenkräfte sind (noch) zu stark, aber immer mehr Menschen wachen auf.

Solange mir diese selbst gewählte Reise Freude bereitet, gibt es für mich keinerlei Grund, aufzuhören.

Selbst Ignoranz, die größte Feme der gegenwärtigen Zeit, kann mich nicht zum Verstummen bringen.

Mein Weg begann 2006/07. Dieses Jahr verbrachte ich in The Gambia, Westafrika. Dort fand ich meine Inspiration. Das Unfertige und Prozesshafte, mit dem ich dort konfrontiert war (und was – bedingt durch die Globalisierung- auch in Auflösung begriffen ist), verschaffte mir den Mut, um selbst zu produzieren und zu schaffen, wobei auch diese Aussage – dem bin ich mir bewusst  – nur eine europäisch-gefärbte subjektive Illusion ist, die ich sicherlich auch „woanders“ hätte finden können:  wahrscheinlich auch “gleich hinter dem Gartenzaun” .

Die Barrieren brachen, die mich in Europa zur ewigen Konsumentin verdammten. Das afrikanische Chaos, geboren aus der roten Erde, wirkte befreiend – – bis heute. Und immer noch tanze ich hinfort: weg von all den Begrenzungen, Beschränkungen, … ich trete sie mit meinen Füßen, die im Sabar-Rhytmus schwingen – ganz leicht, ganz schwer . Und während ich noch tanze, komme ich unmerklich in jenen Trance-Zustand, der auch im Schamanismus gesucht wird. Dort wird unterschieden zwischen einer ruhe-induzierten und einer bewegungs-induzierten, also ekstatischen Trance.

Letztere zieht mich in ihren Bann und wenn ich male, dann bin ich – genauso wie im Tanz – in jenem Zustand jenseits der Zeiten, der „alles“ bedeutet und der mich die Determinationen meiner gegenwärtigen Existenz transformieren lässt. Der Schamanismus öffnet unser alltägliches Erleben in metaphysische Bereiche und wirkt zurück auf unsere alltägliche Existenz.

Auf einer rationalen Ebene bin ich dabei schamanische Techniken  nicht nur zu studieren, sondern auch umzuinterpretieren und so für mich funktionsfähig zu machen. Auf einer praktischen Ebene gehe ich in den ekstatischen Trancezustand, der mich mit meiner individuellen Mythologie konfrontiert und mich dort hineinzieht: bodenlos. Doch ich bleibe die Schöpferin und gebe niemals das Steuerruder aus der Hand, egal welche Ungeheuer mir auch begegnen mögen. Hanno Rautenberg weist darauf hin, dass ich als Künstlerin dabei mein Publikum vergessen kann, was nur dann stimmig ist, wenn meine Kunst aus dem Prozess der ökonomischen Verwertbarkeit hinausgetreten ist. Doch weiter schreibt er: „Natürlich muss kein Künstler sich auf so ein Spiel des Zeichen gebens und Geschichtenerzählens einlassen, er kann auch ganz versinken im Kosmos der eigenen Symbole und selbstgebauten Mythen und sein Publikum vergessen. Allerdings ist es dann meistens nicht Kunst, was er betreibt, sondern Therapie. Er will sich selbst auf die Spur kommen, für andere bleiben die Spuren unleserlich.“ (Rauterberg, Hanno: Und das ist Kunst?!)

Beim Lesen dieses Zitates empfinde ich meine individuellen Mythologien abgewertet; ich webe doch Magie. Und ich möchte unabhängig sein von den Determinationen eines kapitalistischen Marktes, der Klischees besser verkauft als Entgrenzungen. Warum soll Kunst bloße Therapie sein, wenn keine Bezogenheit auf ein Publikum besteht? Und besteht Bezogenheit auf ein Außen nicht immer, weswegen ich mein künstlerisches Schaffen ja auch Coaching nenne: Shamanic Art  Coaching.

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