Wie stelle ich selbst einen Mythos her?

Shaman

In der Vergangenheit habe ich mich schon ausführlich mit dem Thema “Individuelle Mythologien” beschäftigt, einer Kunstrichtung, der ich mich auch selbst zurechne. Schau auch hier: Individuelle Mythologien

Im Stil von Blogartikeln wie “Die zehn besten Tipps wie Sie …. können/machen/bekommen” habe ich mich im Folgenden dazu inspirieren lassen, eine Anleitung zur Erschaffung eines eigenen Mythos, der eben nicht an ein Kollektiv gebunden ist, zu erdenken.

Dabei sind neun Punkte herausgekommen. (Neun deshalb, weil diese Zahl in meinem Weltbild eine gewisse Wichtigkeit besitzt! Und natürlich auch, weil all die populären Blogs und Medien die Zahl Zehn präferieren. Abgrenzung muss schließlich sein, zumindest für mich!)

Los geht es!

1. Dabei beginnen wir natürlich bei uns selbst aus und stellen uns die Frage, was will ich sein? Wenn ich mir selbst eine Theaterrolle auswählen könnte, welche wäre diejenige, die mir am meisten behagen würde? Wenn du so nicht weiterkommst, mache dir die Persönlichkeitsmerkmale bewuss, die du ablehnst und verwirkliche dann das Gegenteil: spielerisch!

2. Stelle dir dabei folgende Fragen: Welche Handlungen im aktiven Leben passen zu dieser gewählten Rolle?
Was kannst du jetzt im momentanen Alltag davon schon integrieren. Was dagegen fällt dir schwer? Welche Gründe gibt es dafür?

3. Eventuell musst du dein Rollenbild modifizieren. Vielleicht sind für dich “Abweichungen” von deiner ersten Vorstellung des gewählten Ichs sinnvoll. Wiederhole den Prozess bei 1. und durchlaufe ihn so oft, bis du mit dem Ergebnis zufrieden bist.

4. Gibt es mythologische Gestalten (Götter, Göttinnen, Helden) oder Romanfiguren, die dieser Rolle entsprechen? (Von der Wahl von real lebenden Personen rate ich ab, zu groß die Gefahr in einem devoten Guru-“Kult” zu verfallen.)

5. Beschäftige dich mit den historischen, religiösen, literarischen, … Hintergründen deiner Vorbilder, ohne aber dein Gewahrsein dafür zu verlieren, dass du einen Mythos kreierst (Geschichte wird übrigens ähnlich “gemacht”, nur dass die jeweils Herrschenden dann vermessenerweisevon einer objektiven Wahrheit sprechen.  Sammle so viele Informationen über deine Vorbilder, wie dir möglich sind.

6. Verändere diese, auf der Grundlage des Bestehenden, in der Form, dass sie für dich wirksam sind. Erschaffe dir ein Bildnis!

7. Kreiere dir Symbole und Rituale, die dein Rollenvorbild manifestieren und dich eventuelle Blockaden überwinden lassen, die dich daran hindern, es im Alltag zu leben. Informiere dich über religiöse Zeremonien. Was kannst du von ihnen übernehmen?

8. Vergesse niemals, dass du die Erschafferin/der Erschaffer bist. Lass dich überraschen … lass dich aber nicht vereinnahmen. Wie ließ schon Goethe seinem Zauberlehrling sagen: “Die ich rief, die Geister, werd ich nun nicht los.”

9.  Experimentiere mit neuen Rollenbildern, wenn dir dein altes nicht mehr behagt. Rufe Teilpersönlichkeiten, Feierabend-Ichs, Archetypen und Fastnachtslarven ins Leben, ganz wie es dir beliebt.  Werde, was du dir erdacht hast.  Multipliziere dich und sei dabei ganz du selbst.

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Teetempel

 

Es ist eine Einschränkung unseres Erkenntnisvermögens,
wenn wir nur die Methoden, die heute in Laboratorien angewandt werden, ausüben.
Wäre die Natur ein Mechanismus, so wären diese Verfahren ausreichend. Die
Schönheit der Welt bezeugt, dass hinter den Sinneserscheinungen nicht bloß ein
Mechaniker, sondern auch eine Künstlerin wirkt. Im Mittelalter kannte man sie als die
Göttin ‚Natura‘. Auf Namen kommt es nicht an. Will man aber zu dem Erleben und
der Erkenntnis eines Wesenhaften in der Natur und in der Kulturgeschichte
gelangen, ist die Kunst die geeignetste Auslegerin dieser Sphäre. Die spirituellen
Zeugnisse der Vorgeschichte sind ohne einen originären neuzeitlichen Zugang zu
diesen Bereichen nicht sachgemäß verstehbar.

Diese Zeilen fand ich unlängst auf den Seiten des Forschungskreises Externsteine.

Und welcher Platz wäre geeigneter gewesen, um der Wahrheit hinter diesen Zeilen nachzuspüren, als der sogenannte “Teetempel” in Derneburg! Er vereinigt klassizistischen Charme mit einer wild wuchernden Waldlandschaft, die einst, als dieses Gebäude erbaut wurde,  nicht vorhanden war.  Da bot der  Tempel einen freien Blick auf  die Gartenanlagen und das Schloss.

Ich trank dort meinen Tee, ganz wie der Graf, der dort “die englische Sitte des Teetrinkens zelebrierte” (aus: Laves-Kulturpfad Broschüre, siehe hier). Dann fing es an zu regnen.

 

Laves Teetempel

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Pyramiden und die eigene Unsterblichkeit!

Unlängst habe ich ja erst die steinerne Pyramide im Parc Monceau in Paris besuchen dürfen. In Derneburg, im Kreis Holle, begegnete  mir nun erneut eine Pyramide. Auch diese entspricht – ähnlich wie das Pariser Beispiel – freimaurerischen Gedankengutes.

Wie ich  nämlich der Broschüre “Laves-Kulturpfad” entnehmen kann, die im “Glashaus”-Café ausliegt, soll über der steinernen Tür der von Laves erbauten Begräbnisstätte einst gestanden haben:

“Ewig ist die Fortschreitung zur Vollkommenheit, wenngleich am Grabe die Spur vor dem Auge verschwindet.”

Vielleicht wird damit die Pyramide als ein Sinnbild des menschlichen Lebens verstanden, dass  sich immer weiter entwickelt, bis es dann in der Spitze fast das Göttliche erreicht, was – je nach Weltanschauung – extern oder intern -gedacht werden kann. 1839, als das Mausoleum errichtet wurde, wird man – so meine Vermutung – das Göttliche über den Menschen verortet haben.

Die Pyramide folgt in ihrem Aufbau der heiligen Geometrie, die vom Göttlichen bestimmt wird.  Der Mensch steht nicht außerhalb der Schöpfung, sondern verfolgt seine bewusste Weiterentwicklung innerhalb von Gottes Plan. Stufig strebt die Pyramide nach oben und verliert dabei an Fläche, was sinnbildlich für eine Konzentration auf das Wesentliche stehen kann. Die Pyramide ist somit mit dem Menschen vergleichbar, der seine Persönlichkeit immer weiter schult, ähnlich wie Faust, der  zum Schluss der Tragödie  göttliche Gnade erfahren darf. Schließlich verkünden die Engel dort:

“Wer immer strebend sich bemüht, den können wir erlösen.”

Der Spruch am Mausoleum verheißt dagegen, dass  “die Spur vor dem Auge verschwinde”.

Wenn ich nun das Auge als Sinnbild für das Göttliche, das allsehende Auge also, interpretiere, dann wird, im Widerspruch zum Goethe-Zitat, nicht mehr die Perspektive des Menschen eingenommen, sondern die Sichtweise von Gott antizipiert, für den dann das menschliche Leben nur eine Spur ist, die letztendlich nichtig ist. Ob Erlösung hier noch zu erwarten ist, bleibt fraglich.

Die Selbstvermessenheit, in der der kleine Spruch die Gott-Perspektive einnimmt, muss Zeitgenossen übel aufgestoßen sein. Was aber meiner Meinung nach schwerer ins Gewicht fällt, ist die tiefe Verzweiflung angesichts des Todes, der keine Hoffnung auf einen gütigen Gott ermöglicht, die  hier durchscheint. Gott ist unser Leben egal. Das lese ich aus den Zeilen.

Und da, wo man auf keinen Gott mehr vertraut, da lässt man sich selbst ein Denkmal, wohl nach dem Vorbild der Cestius-Pyramide in Rom, errichten und triumphiert  so selbst über die Vergänglichkeit der Zeiten. Man wird zum eigenen Gott. Die Nachkommen, im Angesicht eines solchen Selbstbewusstseins, lassen den Spruch  ängstlich wegmeißeln.

Zum Weiterlesen – Derneburg im Internet

 

 

Pyramide

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Ein zweites Leben!

beltane2
Unlängst habe ich – nach ca. sechs Jahren – einen zweiten Anlauf genommen, um mich in der virtuellen Realität “Second Life” umzusehen. Die Volkshochschule Goslar war mein erster Anlaufpunkt, bietet sie nämlich auf der Plattform einen gut aufbereiteten Lern-Parcour, der es mir ermöglicht, zu lernen, wie ich meinen Avatar, mein zweites Ich also, halbwegs ansehnlich anziehe und wie ich mich überhaupt durch diese schier unendliche Welt bewege.

Soweit – so gut. Vielleicht lag mein Unbehagen gestern Abend daran, dass ich noch nicht alle bereitgestellten Aufgaben der VHS bewältigt habe. Jenseits des geschützten Rahmens des Bildungshauses jedenfalls traf ich auf eine gar schreckliche Welt des Kommerzes, wo jeder, wirklich jeder, anscheinend danach trachtet, irgendwelche virtuellen Güter zu verkaufen. Die Avatare, denen ich begegnete, musterten meine “Freebie”-Klamotten abschätzig und unterhielten sich lautstark darüber, was das denn für eine wäre, die in Second Life schon sechs Jahre alt ist, aber noch nicht einmal bereit gewesen war, ihren Avatar “richtig” auszustaffieren. Ein “Lag” im Spiel verhinderte eine adäquate Antwort meinerseits.

Nach erneutem Einloggen teleportierte ich mich zu einem buddhistisch inspirierte Park, den mir Second Life als “sehenswert” empfahl. Auch dort gab es Verkaufsschilder und Spendenaufrufe, jedoch war er zumindest frei von oberflächigen Lifestyle-Aktivisten. In der “obskuren” Welt wollte man mir Bauland verkaufen und “Folkwang” offerierte Reisen zu den Göttinnen, selbstverständlich nur gegen Cash. Der heißt in Second Life Linden Dollar und lässt sich selbstverständlich “verdienen” oder/und gegen Euros eintauschen.

Wenig begeistert von dieser “zweiten Welt”, die sich viel zu wenig von der realen unterscheidet, flüchtete ich in Utopien von einem Leben, das nicht den kapitalistischen Dogmen unterworfen ist.

Ich schaute mir zum wiederholten Male den folgenden Film an und fragte mich, ob das Venusprojekt auch eine Dependance in Second Life hat.

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Landschaft als Orakel! Mythologisch Wandern. Wie geht das? 2. Teil

Ith

Interessanterweise hat sich mir diese Wanderung, auch schon in der Vorbereitung, als extrem widerspenstig gezeigt. So wollten meine Freundin und ich eigentlich eine Etappe des beworbenen Ith-Hils-Weges gehen, mussten aber feststellen, dass die Anfangs- und Zielpunkte mit Bus- und Bahn nur schwerlich bis überhaupt nicht zu erreichen sind.

Nachdem schon die Planung keinen Erfolg verhieß, entschlossen wir uns – zugegebenermaßen war ich ziemlich genervt – einfach nach Cloppenbrügge zu fahren, um von dort eine Rundwanderung zu starten. Der Flyer verhieß Märchenhaftes und ließ sich im Coppenbrügger Reisebüro auch in der Druckversion abholen.

Nun ja … diese Wanderung war wirklich anstrengend und zeichnete sich durch eine extrem eigenartige Beschilderung aus, die uns zwar ständig mit Sagen und Göttern konfrontierte, uns aber einfache Ortshinweise verweigerte. Sportlich ging es los, doch wir (oder war ich es nur?) scheuten den steilen Aufstieg, was dann einen gemächlichen Anfang ergab, der fatalerweise aber nach ca. zwei Minuten doch zum Aufstieg führte. Dumm gelaufen. Noch übler war es, dass der Weg in einem Waldarbeiter-Trekker-Pfad mündete, der uns zum Abstieg und der Entdeckung einer Schwefelquelle zwang. Die “grillbratende” einheimische Bevölkerung war auch keine große Hilfe, sodass wir nach einer erneuten Rast den zweiten Anlauf für den Aufstieg zur Felsenformation “Adam und Eva” erprobten. Auch hier führte uns der gewählte, anscheinend “bequemere” Weg ins tiefe Dickicht. Immer tiefer ging es im Steilaufstieg in den Wald hinein, wo sich dann auch dieser Weg als Waldarbeiter-Pfad entpuppte, der im Nirgendwo endete. Querfeldein erreichten wir schließen den Gipfel und den schmalen Kammweg. Ich fragte mich zum wiederholten Male, warum meine Wanderbegleitung das flache Cuxland nicht vorab in Erwägung gezogen hatte und wurde von unzähligen “Bärlauch, Bärlauch”-Rufen durch eine frühblühende, wirklich hübsch anzusehende Ithlandschaft geführt. Beim Ith-Turm schließlich, der einen romantischen Blick auf das nahe Atomkraftwerk bot, ging es zurück nach Coppenbrügge. Total erschöpft bin ich zu Haus angekommen und muss sagen, dass rückblickend die Wanderung nicht ganz so schlecht war, wie sie mir in den ersten vier Stunden vorgekommen war.

Schön wäre es aber, liebe Verantwortlichen (wer immer ihr seid!), Waldarbeiterwege abzusperren, sodass Wanderinnen nicht in den tiefen Schlammfurchen versinken (Ich habe jetzt das Prinzip des mittelalterlichen Hohlweges verstanden!), bevor sie im forstwirtschaftlichen Nirgendwo landen. Auch wären Schilder, die nicht nur “Pilze” oder andere Symbole zeigen und nicht nur auf den jeweiligen Märchen- und Sagen-Podcast-Content hinweisen, stattdessen aber – ganz profan – Ortsnamens-Beschriftungen auf Pfeilen aufweisen, auch unterhalb des Ith-Kammes angenehm gewesen.

Bei einem eventuellen zweiten Anlauf zu einer Ith-Wanderung würde ich mich auf “einen steilen Aufstieg” einstellen, um dann hinterher entspannt die sagenhaften Plätze des Iths genießen zu können.

Doch genug der profanen Worte:

Wenn ich den Ith rückblickend als Person ansehe, dann würde ich meinen, dass er sich meines Besuches mit aller Kraft verweigern wollte. Vielleicht lag es aber auch einfach nur daran, dass ich zum “Opfer” des Aufstiegs nicht bereit gewesen war und so der Berggeist -nehmen wir mal an, dass es so etwas gibt – sein Geheimnis (immer vorausgesetzt, dass er eines hat!) nicht preisgeben wollte. Vielleicht hätte ich auch ganz zu Beginn meiner Wanderung dem Baumheiligtum Coppenbrügges: “Peterlinde” meine Ehrerbietung bringen müssen und um Unterstützung für die Wanderung bitten sollen.

Ich lese die Landschaft wie ein Orakel und bin dann – ganz und gar freiwillig – in einer virtuellen Welt, die ich als Spiegelbild meiner inneren Zustände ansehe. Das ist letztendlich ein Spiel, dass natürlich von einer unglaublichen Wichtigkeit des eigenen Selbst ausgeht. “Gut so!”, denke ich, “wer glaubt sonst an mich, wenn nicht Ich!”

Ein solcher Umgang mit der Landschaft eröffnet Dimensionen, die mit dem alltäglichen Bewustsein nicht mehr viel gemein haben.

Ihr merkt es: Das ist der Beginn des Geschichtenerzählens. Die Wanderung wird zur persönlichen Quest und ich bin mittendrin.

Ich kann entscheiden, inwiefern diese Geschichte für mich Relevanz haben soll und inwieweit ich mich auf das Spiel einlassen mag oder nicht.

Und ihr, die ihr die Geschichte hört, könnt mir vielleicht die Frage beantworten: Was – zur Hölle – war da gestern los? Und so beginnt ihr – vollkommen spielerisch – eure eigene Reise.

Habt ihr auch Lust auf Wanderungen? Dann partizipiert am Wildfrauenhaus.

Zum Weiterlesen: Mythologisch Wandern. Teil 1

adam-eva

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Hagel – Hagalaz!

Externsteine

“Ich weiß, dass ich hing am windigen Baum
neun ganze Nächte,
vom Speer verwundet und Odin geopfert,
selber mir selbst,
an dem Baum, von dem niemand weiß, aus welchen Wurzeln er wächst.” (Havamal)

Im Tarot gibt es den Gehängten. Und von Zeit zu Zeit hängen wir – im übertragenen Sinne – alle am Baum: – wie Odin – neun Nächte lang.

Die germanischen Völker haben nämlich, laut Tacitus, in Nächten gezählt.

Jetzt wird ein Zyklus vollendet.

Ein Hagelsturm prasselt auf mich herab. Es ist die Zeit, sich selbst zu befrieden, um dann gestärkt, in eine neu erfundene Zukunft zu gehen.

Hagalaz ist auch der Hagel.

Vielleicht erinnert ihr euch noch an den Blitzhagel, der letzen Sommer über Deutschland hinwegfegte? Er hinterließ eine Schneise der Verwüstung.

All diese Hagelkristalle sind wie die unzähligen kleinen Quadrate, die sich Aleister Crowley als blaues Gitter von Lady Frieda Harris als Hintergrund auf seiner Karte des Gehängten zeichnen ließ.

Hajo Banzhaft schreibt dazu:

Die unbegrenzte Anzahl von kleinen Quadraten, von Crowley elementare Signale genannt, sind die engen, gesellschaftlichen Muster, welche den Menschen aus jeder individuellen Verantwortung entbinden, weil sie für jede schöpferische Tat schon ein Kästchen, einen gesellschaftlichen Kommentar oder eine Entschuldigung bereithalten. Zu diesen Mustern legt sich der Gehängte quer. Mit seinem Opfer und durch sein Bestreben, seinen innere Hilflosigkeit zu akzeptieren, hat er sich von seiner bisherigen Wichtigkeit losgesagt. So muss er sich nicht länger profilieren und kann sich damit von den gesellschaftlichen Zwängen befreien. Damit wird die Sicht nach innen frei für die wahren Zusammenhänge im Leben. Die Lage des Gehängten zwingt ihn, sich zu öffnen für das, was ist, gleichgültig, ob es ihm jetzt gefällt oder nicht.” (Banzhaft, Hajo: Der Crowley-Tarot, München 1998, S. 162)

Diese gesellschaftlichen Muster, die ja durchaus eine Eigendynamik entwickeln, nenne ich die Kräfte der Riesen, die uns unbewusst erscheinen, die aber ihren eigenen Gesetzen folgen. Diese Kräfte der Riesen können wir meistern, wenn wir uns mit der Kraft Lokis verbinden, der uns – quasi als Hilfe – den Fenriswolf zur Seite gestellt hat.

der Gehängte

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Verbotene Filme

“Verbotene Filme” habe ich heute im Kino gesehen.

Eine Dokumentation, die, wie momentan üblich, collagenartig Filmschnippsel und Meinungen arrangiert und so den Zuschauern ermöglicht, zu eigenen Schlüssen zukommen, jenseits von offensichtlicher Beeinflussung und “Propaganda”, die ja letztendlich das Thema “NS-Propagandafilme” kontrapunktieren würde.

Im Hintergrund der Dokumentation steht die Annäherung an die Beantwortung der Frage, ob die Filme aus der Nazizeit freigegeben werden sollten oder nicht?

Als ein gut gewähltes Intro habe ich den  filmisches Einstieg in das Thema empfunden das ganz praktisch auf das hochexplosive Nitro-Material anspielt, auf das die Filme archiviert sind. Weiter geht es dann im Stil einer klassischen Studienarbeit, die exemplarische Filmausschnitte  einzelnen Themen wie “Antisemitismus”, “anti-britisch”, “Euthanasie”, …. zuordnet. Dabei folgt  der Regisseur  Felix Moeller üblichen Gewichtungen. So nimmt das Thema Juden-Hass einen sehr viel größeren inhaltlichen und zeitlichen Rahmen  ein,  als beispielsweise “anti-polnische”  Filme oder das  Thema “Thriller”.

Insgesamt hätte ich mir eine  längere Konfrontation mit den Originalmaterialen gewünscht, die auch nicht ständig vom Setting der Vorführung oder gar Meinungsbekundungen von  Schulklassen  “gebrochen” worden wären.   Hier scheint der Regisseur Angst vor seiner eigenen Courage gehabt zu haben. Offensichtlich wollte er es vermeiden, die Zuschauer “zu direkt” der Wirkung der Filme auszusetzen. Schade!

Letztendlich erscheint mir die Einteilung in verschiedene Themenblöcke “uninspiriert”, andererseits – dies sei ehrlicherweise gesagt – bezweifle ich, dass zum jetzigen Zeitpunkt der Diskussion ein positionierterer dokumentarischer Umgang in Deutschland möglich wäre. Insofern spreche ich eine klare Sehempfehlung aus, hoffe aber, dass diese Dokumentation  nur den Anfang einer offeneren Auseinandersetzung mit dem filmischen Erbe der NS-Zeit markiert.

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Flugkünste

The Heroic Siegfried oppo p 54

Wenn ich fliegen will, dann tanze ich Sabar.

Bei den Männern, zumindest denen der Heldensage, ist das anders- Wieland, nicht unbedingt ein sympathischer “Held”, vergewaltigt Badhilde, schmiedet sich dann ein Federkleid und kann, mit Hilfe dieser ersten Flugmaschine, der Rache ihres Vaters, König Nidung, entfliehen.

Die Ausstellung im privaten Luftfahrtsmuseum Hannover beginnt mit diesem zweifelhaften Helden, zeigt erste Anfänge der zivilen Luftfahrt, um sich dann der mitlitärischen Nutzung der Flugmaschinen zu widmen.

Bisher hat Technikgeschichte nicht unbedingt zu meinen primären Interessen gezählt und so wusste ich bis zum heutigen Tag nicht, warum der IATA-Flughafen-Code von Hannover ein J am Ende aufweist (HAJ).

Ob das vielleicht mit den Hannoveraner Karl Jatho zusammenhängt, der

“nach persönlichen Notizen sowie angeblich 30 Jahre später beigebrachten notariellen Bestätigungen einer der ersten Menschen (war), die einen motorisierten Flug druchgeführt haben” (Wikipedia, besucht am 01.04.2014)?

Die netten ehrenamtlichen und durchaus auskunftsfreudigen Mitarbeiter des Luftfahrtsmuseum können diese Frage sicherlich beantworten. Nicht nur deshalb gebe ich  hier eine klare Besuchsempfehlung.

Luftfahrtmuseum Hannover

 

Flugzeug

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