Parasiten, Blockwarte und Zombies

Manchmal lohnt der Blick von der Postmoderne zurück in die Moderne, die uns gleichermaßen antiquiert wie auch irgendwie beruhigend-gemütlich vorkommt. Der Rückblick ermöglicht uns das Eintauchen in jene wunderbare Sentimentalität,  die einem gemütlichen Teekränzchen gleichkommt, bei dem gehaltvolle Lektüre rezitiert wird, um hinterher in einem gepflegten Diskurs überzugehen, der so viel erbauender zu sein scheint, als jeder Whatsapp-Nachrichtenstream.

Und so lauschen wir dann Friedrich Schiller:

Schon in der Schule sah man, welch Früchtchen das geben würde! Das schwänzelte um den Lehrmeister herum und horchte und schmeichelte und wußte sich fremdes Verdienst zuzueignen und seine Eier in fremde Nester zu legen. Das erschrak vor keiner Niederträchtigkeit, um sich einzuschmeicheln, einzunisten. Als er älter ward, ging das alles ins Große. Bald spielte er den Heuchler, bald den Spaßmacher, wie’s die Zeit heischte; mit jedem Winde wußte er zu segeln. (Der Parasit)

Erstaunt reiben wir uns nun die Augen und wir ahnen, dass es in der sogenannten “guten alten Zeit”  genauso wenig “anheimelnd” gewesen zu sein scheint, wie auch in der Jetzt-Zeit. Schiller ermöglicht uns einen Rückblick, der uns feststellen lässt, dass all die Blockwarte, Denunzianten und Verleumder, die momentan so inflationär auftreten und dabei sogar Rückenwind von der Journaille und anderen staatlich gelenkten Kräften erhalten, keine besondere Ausprägung der gegenwärtigen Konsens-Gesellschaft sind. Und so wird vernichtet, was sich nicht – im Sinne der Corporate Identity, hinter der sich doch nur eine zweifelhafte Globalisierungs-Doktrin verbirgt -, verwerten lässt. Und all die Zombies, die heute die designten Büro-Etagen  wichtig durcheilen, finden ihre wohlfeilen Vorbilder auch  in den  Heuchlern, Verrätern und unterwürfigen Lakaien  des 18. und 19. Jahrhunderts, nur – das ist der Unterschied – dass damals niemand euphemistisch von einer demokratisch-freiheitlichen Gesellschaft sprach.

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Je ne suis pas Paris!

Jetzt werden wieder Kerzen entzündet und wohlig Mitgefühl und Empathie bekundet. Zeitgleich werden allüberall Warnungen davor ausgestoßen, dass dieses schreckliche Ereignis möglicherweise von bösen Rechtspopulisten ausgenutzt werden könnten und dass es sich bei den Attentätern sicherlich nicht um “Flüchtlinge”, sondern um französische Staatsbürger handelt, wobei vergessen wird, dass das “Label” französisch oder deutsch nicht unbedingt für Menschen stehen muss, die auch für europäische Werte einstehen, sondern vielmehr auch fundamentalistisch-indoktrinierte Angehörige islamischer Parallelkulturen meinen könnte und dies vermutlich auch tut. Mit solchen schulmeisterlichen Warnungen indes soll Kritik an der “Asyl”krise oder gar an der europäischen Unterwerfung unter islamische Befindlichkeit unterbunden werden. Es wird von zweifelhaften Politikern und ihren Auftrags-Schreiberlingen verlautbart werden, dass man diesen “Rattenfängern” nicht zum Opfer fallen solle, was ja interessanterweise in der Ausdrucksweise implizieren würde, dass man – träfe dieser Fall ein – dann selbst eine Ratte und wahrscheinlich zur Vernichtung freigegeben wäre, derweil die Grenzen offen stehen und Religionskriege, Frauendiskriminierung und was dergleichen Unschönes mehr ist nach Europa importiert werden. Grenzenlos. Deshalb kann es nur heißen: “Je ne suis pas Paris”. Ich entzünde keine Kerze, bete zu keinem Gott um Hilfe und werde nicht Beifall klatschen, wenn Politiker ihr Mitgefühl – pressewirksam europäisch inszeniert – zum Ausdruck bringen. Stattdessen fordere ich Handlungen. Unser Land muss sich schützen, nicht aber im Zeichen einer falsch verstandenen “Toleranz”, die nur Feigheit ist, die andere Wange devot hinhalten. “Je ne suis pas Paris”, einfach deshalb, weil ich kein Opfer einer Politik sein möchte, die den europäischen Niedergang in Kauf nimmt, um ihrer Utopie einer scheinbaren “Menschlichkeit” , die letztendlich aber nur die liberalistische Protegierung von Finanzinteressen meint, zu frönen und sich dabei nicht scheut, seine Bürger den Wölfen vorzuwerfen. Ich denke selbst und bin kein Schaf! Was ist mit euch?

260820151970

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