Erkundungen in Mecklenburg-Vorpommern: Der gute Rest (8. – 10. Tag)

P1000655

Am nächsten Tag machten wir uns per Fahrrad von Schloss Klink auf nach Waren, nicht ohne vorher das fabulöse Frühstücksbüffet des Hotels genossen zu haben.

P1000658
Müritz, Reeckkanal

Auf dem Weg nach Waren passierten wir einen Campingplatz, dessen Name bei mir zuerst Befremdung ausgelöst hat: den Camping- und Wohnmobilpark Kamerun. Mir erschien die Benennung nach einem afrikanischen Land zuerst erstaunlich, doch dann erklärte ich mir die Namensgebung mit der deutschen Kolonialvergangenheit. Kamerun war schließlich einmal Bestandteil des deutschen Reiches gewesen und wirklich, so erzählte  es uns die Rezeptionistin, hatte ein  deutscher Kolonialbeamter, Militärangehöriger oder was auch immer nach seiner Rückkehr das Gelände an der Müritz gekauft und wohl in einem Anflug von Sentimentalität  “Kamerun” getauft.

Den Campingplatz ziert nun eine kamerunische Flagge und auch das Ambiete ist afrikanisch dekoriert. Ein Blick auf die Speisekarte des Restaurants zeigt eine Reihe von afrikanischen Rezepten, die allerdings weniger von der kamerunischen als von der gambischen Küche, mit Ausflügen nach Südafrika, inspiriert sind.

Gegessen haben wir dort nicht, weswegen ich hier kein abschließendes Fazit ziehen kann.

Weiter ging es im beständigen Auf und Ab. Schließlich  erreichten wir unser Ziel, schauten uns eine Kirche an, genossen das Ambiente des hübschen Marktplatzes und fuhren schließlich mit dem Schiff gemütlich zurück nach Klink.

P1000662
Uferpromenade Waren

Über den folgenden Tag, den letzten “richtigen” Urlaubstag, gibt es nicht viel zu berichten, außer dass wir den Sauna- und Wellnessbereich des Hotels genossen. Der punktete mit einer tollen Aussicht auf die Müritz und vermittelte  auch ansonsten – mit Swimming Pool und mehreren Saunen ausgestattet – ein Wohlfühlerlebnis, das jedoch angesichts der hohen Übernachtungspreise des Hotels – modernisiert werden sollte.

P1000657

Am Abend aßen wir beim “Müritzer Bauernmarkt” deftig-rustikal und ließen den Tag gemütlich ausklingen.

Am 10. Tag  waren wir das Fahrradfahren endgültig leid und ließen uns von der Fähre nach Waren übersetzen. Dort nahmen wir den Zug nach Rostock und fuhren mit dem IC zurück nach Hannover. Da der Fahrradtransport bei der Hinfahrt uns arge Probleme bereitet hatte, waren wir erfreut, dass er diesmal ohne Erschwernisse verlief.

Im Zug hatte ich nun ausreichende Muße um mir Walter Pater’s “The Renaissance Studies in Art and Poetry”  als Hörbuch anzuhören und so meine Kenntnisse über die Renaissance aufzufrischen. Schließlich hatte ich die letzten drei Nächte in einem Hotel, dessen Hauptgebäude im Neorenaissance-Stil erbaut war, verbracht und das von uns besuchte Schloss in Güstrow stellt sogar einen originärer Renaissance-Bau.  Und so ging dann eine erlebnisreiche Reise zu Ende.

www.pdf24.org    Sende Artikel als PDF   

Erkundungen in Mecklenburg-Vorpommern: Von Serrahn nach Schloss Klink (7. Tag)

Das war ein anstrengender Tag.

Zuerst ging es mit dem Fahrrad und Gepäck auf kürzesten Weg nach Krakow am See. Von dort ging es mit dem Bus weiter nach Plau am See. In Plau fand gerade die Badewannen-Rallye statt und die ganze Stadt war in Partylaune. Insofern schauten wir uns den Burgturm mit der Wallanlage nur von außen an und genossen ansonsten das Spektakel.

P1000622

Von Plau fuhren wir mit dem Schiff nach Lenz, da zu der von uns angestrebten Zeit keine direkte Fahrt mehr nach Malchow möglich war. Von Lenz wiederum radelten wir nach Malchow.

Dort fiel mir gleich ein Gebäude auf, dass mit “Filmpalast” überschrieben war und das ich der nationalsozialistischen Architektur zuordnete. Ein Irrtum: Das Gebäude soll die typische Architektur der DDR zeigen und beherbergt mittlerweile das DDR Museum, dessen Besichtigung  sicherlich lohnenswert gewesen wäre. Doch wir waren mit großem Gepäck unterwegs.

Letztendlich kann ich meine Fehleinschätzung immer noch nicht fassen. Selbst die Ornamente des Gebäudes scheinen mir germanisch inspirierte Adaptionen zu sein, wie sie mir beispielsweise schon in der Bethlehemkirche in Hannover begegnet sind  und wie sie auch in den Zeiten des Nationalsozialismus gepflegt wurden.   Die Blüte rechts im Bildes ist eindeutig eine  Hagal-Rune, wenn auch in  Blütenform. All das kann natürlich Zufall sein, was mir jedoch zu banal wäre! Vielleicht  lässt sich diese ästhetische Kontinuität aber auch so erklären, dass der Architekt noch von der Ästhetik des Dritten Reichs inspiriert war oder aber, dass die sozialistische und die nationalsozialistische Architekturauffassung Parallelen aufweist.  (Wer hier eine Idee hat, möge es mir schreiben!)  Das Baujahr dieses Gebäudes, in dem auch Jugendweihen und andere kulturelle Veranstaltungen stattfanden,  ist definitiv das Jahr 1957!

P1000643

In Malchow ist u.a. noch die Klosterkirche sehenswert. Wir machten uns auf den Weg dorthin und passierten die Drehbrücke. Während meine Freundin dann aber  – hoch motiviert – weiter zur Kirche radelte, machte ich es mir auf einer Parkbank der Langen Straße bequem und genoss den Blick auf den Malchower See: irgendwie erschöpft.

P1000645

Später ging es dann mit dem Zug von Malchow nach Waren. Von dort radelten wir nach Schloss Klink an der Müritz.

Leider war unser Hotelzimmer im historischen Teil des Neorennaissance Schlosses sehr klein bemessen, sodass wir in das Nebengebäude mit Balkon wechselten.

P1000649

 

Den Abend ließen wir dann beim leckeren “Müritzer Gold”  ausklingen. P1000652

 

Das gesamte Fotoalbum befindet sich hier.

www.pdf24.org    Sende Artikel als PDF   

Erkundungen in Mecklenburg-Vorpommern: Krakow am See und Serrahn (6. Tag)

P1000525

Wir starteten in Serrahn.  Mit dem Fahrrad ging es erst einmal, nach einer ziemlichen Steigung, zum Van der Valk Golfhotel. Dort genossen wir die schöne Aussicht auf dem See, um dann am Ostufer entlang, über Doblin, weiter nach Krakow am See zu fahren.  Dabei umrunden wir nicht den gesamten See, sondern kürzten ab: zu hügelig war die Strecke für ungeübte Fahrradfahrerinnen wie uns. “Fahrradfahren ist mir doch irgendwie zu anstrengend und ich bevorzuge das gemächlichere Spazierengehen und Wandern”, schloss ich: vorerst!

In Krakow am See besichtigten wir die alte Synagoge im neugotischen Stil, um dann – nachdem wir einige Einkäufe getätigt hatten –  zur Ferienwohnung zurückzukehren.

P1000537

Nach einer Pause startete ich am frühen Abend noch einmal zu einem Spaziergang, um mir zu Fuß Serrahn näher anzuschauen.  In Serrahn gibt es nicht nur eine alte Backsteinkirche, sondern auch eine ehemalige Poststation, in der sogar schon Napoleon übernachtet haben soll, zu sehen.

P1000607

 

P1000539

Danach zog es mich erneut in den Zauberwald, der aber so stark von Mücken bevölkert wurde, dass ich mich dort nicht so lange aufhalten konnte, wie ich es eigentlich gewollt hätte.  Insofern konnte ich nicht mehr die alten Skulpturen, die im Garten des zerstörten Schlosses Kuchelmiss gestanden haben, betrachten.  Stattdessen machte ich mich auf dem n Weg nach Serrahn-Hof. Auch die in dieser Richtung  zu findenden Hügelgräber entdeckte ich nicht; immerhin gelangen mir aber einige tolle Fotos.

P1000588

P1000602

Mein Fazit: Ich muss unbedingt noch einmal Serrahn besuchen, um in mehr zeitlicher Muße den Ort und seine fantastische Umgebung  zu entdecken. Da das Nebeldurchbruchstal sumpfig und feucht ist, empfiehlt sich dafür eine mückenfreie Zeit.

Mein gesamtes Fotoalbum befindet sich hier.

www.pdf24.org    Sende Artikel als PDF   

Erkundungen in Mecklenburg-Vorpommern: Von Güstrow nach Serrahn (5. Tag)

Von Schwerin aus ging es mit der Bahn nach Güstrow. Gleich, in der Nähe des Bahnhofs gelegen, begrüßt uns ein Relikt der nationalsozialistischen Vergangenheit: das Reichsbahnamt. Über der Eingangstür sieht man den Reichsadler als typisches Herrschaftsinsignium seiner Zeit.

Da mich die Architektur des Nationalsozialismus interessiert und ich ja hier im Blog des Öfteren über Bauwerke und Orte aus dieser Zeit berichtet habe, fiel es mir sofort auf.

P1000511
Durch die hübsche Güstrower  Altstadt ging es zur zentralen Kirche, wo gerade Markt abgehalten wurde. Ich probierte Erbsensuppe mit Lungenwurst, die ich per dato noch niemals vorher gegessen hatte und wobei es sich wohl um eine mecklenburgische Spezialität handeln soll.

Das imposante Renaissance Schloss bestaunen wir nur von außen, da wir ja an den Tagen zuvor schon das Schloss in Schwerin und das in Ludwigslust besucht hatten und uns langsam von den vielen Schlössern der Kopf schwirrte.

P1000515

Danach ging es noch in den Dom. Dort gab es, wie scheinbar in allen Kirchen Mecklenburg-Vorpommers, schon beim Eintritt, aufdringliche Spendenaufrufe auszuhalten. Hier wurde dies aber noch durch den Verweis auf ein gesondert zu erwerbendes Fototicket getoppt. Ich ließ mich nicht nötigen, weswegen ich nun hier keine bildlichen Erinnerungen präsentieren kann, weder vom Wandgrab des Herzogs Ulrichs, noch vom schwebenden Engel Ernst Barlachs.

Nach der Besichtigung schwangen wir uns auf das Fahrrad, um zu unserer hübschen Ferienwohnung in Serrahn.

Die Fahrt gestaltete sich anstrengend, da es im beständigen Wechsel hinauf und hinab ging. Zum Schluss erreichten wir das Nebeltal , durch den ein wildwasser-rauschender Gebirgsbach, die Nebel, fließt. An einer alten Wassermühle ging es vorbei. Ich kam mir vor wie im verzauberten Wald in Tolkiens “Herr der Ringe”, als mich gar ein ganzer Mückenschwarm angriff. Ein Schild wies darauf hin, dass hier einst das Schloss Kuchelmiß gestanden haben soll, das leider in sozialistischen Zeiten abgerissen worden war. Mein Innehalten war nur kurz: zu blutrünstig waren die Plagegeister.

Endlich in Serrahn angekommen, kauften wir im Hofladen der alten Schule hochgepriesene selbstgemachte Nudeln, die auch nicht anders schmeckten, als industriell gefertigte, und  außerdem noch Lübetzer Bier. So klang dann der Tag gemütlich aus.

Das Bier wurde von uns übrigens als wohlschmeckend bewertet.

Das kleine Güstrower Fotoalbum gibt es hier zu sehen.

 

www.pdf24.org    Sende Artikel als PDF   

Erkundungen in Mecklenburg-Vorpommern: Ludwigslust (4. Tag)

Von Schwerin ging es mit der Bahn nach Ludwigslust, einen kleinen Ort, der seit 1752 so heißt, wie  auch das gleichnamige Schloss.

Dieses  entstand an der Stelle eines Jagdschlosses auf morastigem Gelände. Genau genommen hatten wir, während der Schlossbesichtigung, die ganze Zeit, den Eindruck, dass es schwanken würde. Nun ist es in der Tat so, dass das Gebäude auf Pfählen steht, nur verneinte dies der Herr, der uns später durch das Schloss führen würde,  vehement.  “Was haben sie denn am Mittag getrunken?”, war seine lustige Antwort auf  meine diesbezügliche Anfrage.

P1000480

Doch ich will chronologisch berichten: Bevor wir  das Schloss nämlich überhaupt betraten,  lösten die steinernen Kaskaden  bei uns Entzückungen aus, während das wirklich schreckliche Kopfsteinpflaster unsere Unmutsbekundungen hervorrief.

P1000481

Danach kauften wir die Eintrittskarten und vertrieben uns die Zeit bis zur Führung, indem wir der Stadtkirche, die in zentraler Achse zum Eingang des Schlosses liegt, einen Besuch abstatteten.

“Schauen Sie sich das an. Sie werden erstaunt sein”, hatte uns zuvor der Ticketverkäufer gesagt und behielt damit recht.

Die Stadtkirche zeigt ein riesiges Fresko “Verkündigung der Geburt Christi an die Hirten”, was die gesamte Apsis einnimmt. Ein Foto kann die dreidimensionale Wirkung des Gemäldes, was auch dadurch zustande kommt, dass  – ähnlich wie bei Theaterdekorationen – mehrere Pappmaschee-Wände hintereinander aufgestellt sind,  nicht wirklich wiedergeben. Die Realität ist eindringlicher, als jede Abbildung.

P1000489

Überhaupt das Pappmaschee. Die Kandelaber auf dem Altar sind aus billiger Kartonage, genauso wie auch die Dekorationen im Goldenen Saal des Schlosses, das wir danach besichtigten.

P1000499

Es wurde uns erzählt, dass das Rezept zur Pappmaschee Herstellung, die im Gegensatz zu der uns bekannten üblichen Form, witterungsbeständig ist, nicht mehr bekannt sein und der Erfinder, dieses quasi mit ins Grab genommen haben soll.  Ich konnte das nicht glauben. Lässt sich das alte Pappmaschee nicht mit unseren heutigen wissenschaftlichen Möglichkeiten analysieren und lassen sich daraus nicht Rückschlüsse auf die Rezeptur ableiten?

P1000486

Das Schloss, dessen Raumaufteilung und  Inneneinrichtungen größtenteils erhalten geblieben sind, ist noch nicht vollständig renoviert. Der Ostflügel steht Besuchern zur Verfügung; der Westflügel mit dem Appartement der Herzogin und der Wohnung der Alexandrine von Preußen  wird wohl erst in den nächsten Jahren fertiggestellt werden.

Beeindruckt haben mich u.a. die rekonstruierten Tapeten und die  in der  Bildergalerie ausgestellten Nachbildungen antiker Gebäude aus Kork. Sie stammen vom Phelloplastiker Carl May und wurden vermutlich als Tischdekoration, Anschauungsmaterial und Gesprächsanreiz genutzt.

P1000505

Apropos Gesprächsanreiz: Auch die  ausgestellten Bilder dienten einst in erster Linie dazu, mit den Gästen in ein Gespräch zu kommen, weniger als Dekoration oder als Geldanlage, wie in den heutigen Zeiten.  Ja, es gibt einiges vom Barock zu lernen! (Buchempfehlung)

Im Anschluss an die Schlossführung schauten wir uns noch den wunderschönen Park an, um dann, nicht ohne zuvor ein Grillhähnchen am Bahnhof gekauft zu haben, nach Schwerin zurückzukehren.

Meine Ludwigsluster Bildersammlung findet sich hier.

www.pdf24.org    Sende Artikel als PDF   

Terror allüberall!

080820112532

Nachdem gestern der dritte Terroranschlag innerhalb von zwei Wochen stattfand, davon allein zwei in Deutschland, kann man nicht zur Tagesordnung übergehen.  Auch denen, die bisher den Medien vertrauten,  muss langsam aufgehen, dass die Politik der offenen Grenzen und der Religion “Mensch”, die uns seit Jahrzehnten als allein richtig propagiert wird,  ihren Preis verlangt: Der Preis ist der, dass wir die Konflikte und die Armut der Welt nach Deutschland importiert haben. Die Menschen, die vor Terror in ihren Heimatländern flohen, finden eben diesen hier wieder vor. Unsere zivilisatorische Gesellschaft wird von den importierten ethnisch-religiösen Konflikten aufgefressen, wenn wir nicht laut und deutlich “Halt” schreien. Der fromme Wunsch nach Bildung für die, die da kommen, ist naiv, wenn man einmal erfahren hat, wie tief kulturelle und auch biologische Determinanten den Menschen steuern und wie schwierig es ist, diese zu überwinden. Im Gegenteil: Die analphabetischen Migrantenströme, genauso wie die scheinbar nicht integrierbaren Parallelgesellschaften, passen das Bildungssystem “nach unten” an und eine faschistisch anmutende  Religion verlangt gleichzeitig  Rücksichtnahmen auf Befindlichkeiten, die zur vorauseilender Unterwerfung führen, weil ansonsten barbarische Gewalt angedroht ist.

Das neue Deutschland, das auf diese Art und Weise erschaffen wird,  kann nur befriedet werden, wenn wir uns über mehrere Generationen den Verwerfungen anpassen und dabei vergessen, was wir einmal gehabt haben: an Frauenrechten, sexueller Vielfalt, Diskussionskultur. Der großstädtischen Jugend kommt die “Kanaken”sprache beispielsweise schon heute “normal” vor und selbst die, die es anders könnten, passen sich an, um nicht anzuecken.

Um diese vorgezeichnete Entwicklung zu stoppen, ist es fast zu spät. Die Demographie wird siegen  und wir werden in der Umbruchsphase eine Barbarei erleben, die wir seit den Hunnen-Invasionen nicht mehr gekannt haben. Freuen an all diesen Verwerfungen darf sich nur das globalisierte Finanzkapital, was gemeinschaftlich-staatlich finanzierte Konsumenten braucht, die dumm wie Stroh sind und nichts hinterfragen, was ihnen  medial vorgekaut wird.  Diese  gezüchteten Zombies  ermöglichen es letztendlich, dass die  internationalen Konzerne weiter wachsen und ihre Politmarionetten mit monetären Vorteilen versorgen, die diese wiederum  dazu verpflichten, ihnen zu dienen. … Hilfe für die Unterprivilegierten der Welt kann so nicht geboten werden. Im Gegenteil. Deutschland wird zum Auswanderungsland für die, die es sich leisten können.

www.pdf24.org    Sende Artikel als PDF   

Mecklenburg-Vorpommern entdecken: Schwerin (3. Tag)

Leider stellte ich am Dienstagmorgen fest, dass mein Fahrrad einen Platten hatte. Insofern musste ich es fast die gesamte Strecke  vom Sieben Seen Einkaufscenter bis zur  Innenstadt von Schwerin schieben. Glücklicherweise fand sich in der Schelfstadt,  der 1705 erbauten Neustadt, auch eine Fahrradreparatur, sodass ich es dort abgeben konnte, um es am frühen Abend  fahrbereit abholen zu können. Überhaupt scheinen die mecklenburgischen Städte gut mit Fahrradläden ausgestattet zu sein, sodass einem als Radreisender im Fall der Fälle gut geholfen werden kann.

Zu Fuß ging es dann zum Schweriner Dom, der auf demGrund einer Holzkirche und einer romanischen Basilika in den Jahren 1270 bis 1416 entstanden ist.

Das Glasfenster auf dem folgenden Fenster begeisterte mich mit seinen interessanten Lichtspiegelungen.

P1000423

Das ist die Innenansicht des Domes. Man beachte die Farbgebung der Decke, die die Farbgebung des Jahres 1460 wiedergibt.

Der Dom ist eines der bedeutendsten Bauwerke der Backsteingotik. Leider war der Kreuzgang verschlossen, sodass wir diesen nicht begehen konnten.

P1000405

Vom Dom aus schlenderten wir zum Schweriner Schloss.  Es wurde auf den Überresten einer slawischen Burg errichtet.

Über die Schlossstraße kommend, führte uns der Weg geradewegs zum mecklenburgischen Landtag, sodass wir erst einmal in den Burggarten, der vom Hofgärtnermeister Theodor Klett nach Anregungen von Gottfried Semper und Peter Joseph Lenné gestaltet wurde,  abbogen.

Das ist die Orangerie, die fast schon italienisch anmutet.

P1000430

P1000440

P1000446

Durch den Burggarten erreichten wir den Teil des Schlosses, der öffentlich zugänglich ist: das Schlossmuseum.  Die Kapelle ist aufgrund der Sperrzone des Landtages nur zu den Gottesdiensten zugänglich, sodass wir sie nicht sehen konnten.

Im Museum nahmen wir an einer Führung teil, die zu empfehlen ist, schließlich “sieht man nur”, wie es in einer bekannten Redewendung  heißt, “was man auch weiß”.

Der 1858 vollendete Thronsaal beeindruckte, genauso wie die aus Intarsien gelegten Fußböden.

P1000468

Im Schloss soll der Kobold  Petermännchen herumgeistern, das auf dem folgenden Bild abgebildet ist.

P1000461

Nachdem wir mein Fahrrad von der Reperatur abgeholt haben, fuhren wir noch durch den am Burggarten angrenzenden Schlossgarten, um dann zum Hotel zurückzukehren.

Weitere Bilder von der Schwerin Erkundung sind hier zu sehen.

www.pdf24.org    Sende Artikel als PDF   

Erkundungen in Mecklenburg-Vorpommern: Wismar (Tag 2)

Jetzt ist meine Mecklenburg Vorpommern – Reise schon wieder zu Ende und ich habe es nicht geschafft, während des Aufenthaltes regelmäßig zu bloggen, sodass ich das, bevor es dem Vergessen anheim fällt,  jetzt nachholen werde.  Den Bericht über den ersten Tag gibt es hier.

Nach einem wunderbaren Frühstück im NH Hotel Schwerin, ging es am Montag nach Wismar. Dies hatte den praktischen Grund, dass am Montag bekanntlich die Museen nicht geöffnet sind, wir aber natürlich das Schweriner Schloss auch von Innen besichtigen wollten.  Insofern stand am Montag Wismar und am Dienstag Schwerin auf unserer Agenda.

Der Zug brachte uns nach einer halbstündigen Fahrt  über Dorf Mecklenburg und Bad Kleinen zur kleinen Hansestadt, die von touristischen Besuchern nur so wimmelte und leider auch preislich nicht gerade als günstig von uns empfunden wurde.

P1000396

Dort erwartete uns nicht nur eine pittoreske Hafenansicht im Wechselspiel mit Industrieromantik, sondern auch eine wunderschöne historische Altstadt mit interessanten Kirchen.

P1000400

Die Kirchen in Mecklenburg Vorpommern sind vorwiegend aus Backstein gebaut, der immer dann Verwendung findet, wenn natürliche Baumaterialien nicht vorhanden sind.  Auch für meinen Heimatort Hannover ist die Backsteinarchitektur typisch.  Lies auch hier.

Vor der leider noch im April 1945 zerstörten Ratskirche St. Marien, die jetzt nur noch aus einem Turm und einem großen Platz besteht, der die Größe des einst bedeutenden Sakralbaues anzeigt, gibt es eine Backstein-Werkstatt, wo man selbst tätig werden kann.

P1000366

 

Der Turm, ohne Kirche, sieht seltsam verweist aus und ich frage mich, ob der Bombenterror am Ende des Zweiten Weltkrieges auf deutsche Städte, nicht ein  grausamer Akt der Willkür und der Barbarei war? Die Ruinen der Kirche wurden leider 1960  gegen den Willen der Bevölkerung abgetragen.  Der sozialistische Fortschritt sollte sich schließlich auch in der Architektur der Städte abbilden.

P1000365

P1000368

Im fast alten Glanz dagegen erstrahlt die Nikolaikirche, die  ab 1380 in Anlehnung an die Marienkirche errichtet wurde.  Momentan finden Restaurierungsarbeiten statt, die die sakrale Atmosphäre mit Gerüstbauten und Bauplanen konfrontieren, was fotografisch durchaus reizvoll sein kann.

P1000337

P1000328

P1000335

P1000352

Der größte Marktplatz des Bundeslandes lädt  zwischen all den Kirchenbesichtigungen,  zu einer kleinen Rast ein.

Auf dem folgenden Foto sind im  Vordergrund eine  Meerfrau und ein Meermann zu sehen, die die Wasserkunst dekorieren; im Hintergrund erkennt man die Häuser “Alter Schwede” und das Reuterhaus.

P1000360

Meine fotografische Spielerei zeigt die im Stil der holländischen Renaissance errichtete Wasserkunst. Bis zum Jahre 1897  erreichte hier – über Holzrohre  – das Wasser der Metelsdorfer Quelle den Marktplatz und versorgte so die Haushalte.

P1000358

In der Georgenkirche probten ambitionierte Schüler gerade die Hexenszene aus Goethes Faust. Teil 1. Ich schaute zu, derweil meine Freundin mit dem Fahrstuhl auf den Turm fuhr und die Aussicht auf Wismar genoss.

P1000377

Meinen persönlichen Höhepunkt stellte aber die gotische Heiligen-Geist-Kirche dar, in der sich einst ein Hospital befunden hat.  Ein netter Herr, der uns dort mit Kaffee und Keksen versorgte, erklärte uns die Kirche wortreich und ließ uns auch in verschlossene Räume blicken. Von ihm erfuhren wir auch, dass im Hofe der Kirche einige Szenen von Friedrich Wilhelm Murnaus expressisonistischem  Vampirfilm “Nosferatu. Eine Symphonie des Grauens”  gedreht wurden.

P1000379

Über diesen Hof trug der Vampir einen Sarg. Heute stehen dort Pilger-Zelte, Boot und ein Wäscheständer.

P1000384

Nach diesem erlebnisreichen Tag ging es am Abend zurück nach Schwerin, wo meine Freundin und ich, da wir uns essensmäßig nicht einigen konnten, wohl den schlechtesten Döner-/Falafelteller unseres Lebens, mit einer Extraportion Ketchup und Mayo (igitt!), aßen.

Mein ausführlicheres Wismar-Fotoalbum findet ihr hier.

www.pdf24.org    Sende Artikel als PDF   

Erkundungen in Mecklenburg-Vorpommern: Schwerin (1. Tag)

 

20160710_195433-1

Mecklenburg-Vorpommern – Im Vorfeld meiner Reiseplanung erschloss sich mir dieses Bundesland nicht, außer vielleicht, dass ich dabei gleich an Rügen und Prora mit seinem überdimensionierten KdF-Heim, direkt an der Ostseeküste, denken musste. Dorthin wird mich meine kleine Mecklenburg-Vorpommern Reise jedoch nicht führen.

Stattdessen mache ich mich, zusammen mit einer Freundin, in Richtung Schwerin auf.

Die Stadt erschloss sich mir nicht auf dem ersten Blick:
– zu rumpelig das Kopfsteinpflaster auf dem Weg vom Bahnhof zum Hotel,
– zu trist die Plattenbauvorstadt und das Industriegebiet,
– zu verwunderlich gar, die oberirdischen Stadtwerkleitungen.

Die Schlaglöcher der Nebenstraßen erinnerten mich gar an Gambia. Der Geruch, der in der Luft lag, ließ mich an die untergegangene DDR denken und ich fragte mich, wohin meine jahrelang gezahlten Solidaritätsbeiträge versandet waren?

Doch das Hotel entschädigte für das Ungemach. Eine erste Inspektion der Innenstadt konfrontierte uns später mit einer hübschen Altstadt. Der Platz vor dem imposanten Backsteindom wurde von jungen Menschen mit einem Klangteppich von “Jesus hat dich lieb” – Liedern gefüllt. Eine Denkmal-Stele zeigt eine junge Dame, die der Herrschaft den blanken Po zeigt.

20160710_171535-1

Der kleine Pfaffenteich animiert zur Muße und die angrenzenden Häuser faszinieren durch ihre Architektur.

Eine leckere Suppe im “Freischütz” ließ die Lebensgeister, nach der beschwerlichen Anreise im IC-Zug (mit Fahrrad!) wieder erwachen, derweil meine Reisebegleiterin kränkelte und über meine Witze gar nicht mehr lachen konnte.

Bevor es zurück in das Hotel ging, riskierten wir noch einem Blick auf das märchenhafte Schweriner Schloss, das wie aus Zuckerguss gebaut erschien und neugierig auf eine ausführliche Besichtigung macht.

Erwartungsfroh zog ich mir am Abend eine Tarot-Karte. Es war die Karte der Herrscherin, die mir zuviel,  was mir wohl sagen wollte, dass Mecklenburg-Vorpommern für mich im Zeichen der Schlösser stehen sollte. Na, warten wir es ab.

www.pdf24.org    Sende Artikel als PDF   

Devotionalienhandel und Eventkultur

P1000315
Irmensul, Mixed Media, 29 x 40 cm, Juli 2016

Kunst entwickelt sich immer mehr zur materialisierten Devotionale eines Künstler-Events, sei es nun eine Ausstellungs-Veranstaltung, eine Performance oder was auch immer.

Die Kunstauktion ist ein “zweitrangiges” Event, dass dem primären Event, nämlich das der Kunsterstellung, weitere Wertigkeit (oder eben nicht) zuspricht. Die Kunst wird innerhalb der Auktion  als Energiekörper erneut aufgeladen und soll dem Käufer mit dem Anschein von Bildung, Besonderheit und finanzieller Weitsicht versehen. Kunst als hohle Performance eben. Fazit: Kunst kann nur jenseits des Marktes stattfinden und ich frage mich, ob man als Künstler angesichts dieser Verhältnisse überhaupt noch öffentlich präsentieren sollte? Macht man sich nicht schon mit einer Ausstellungseröffnung zum bloßen Event, zur schnöden Unterhaltung, in einer Zeit, wo Menschen solche Veranstaltungen vermehrt  nutzen, um sich abzulenken, vor dem, was bedrohlich erscheint?  Ist Kunst also auf diese Art und Weise systemunterstützend?

Das primäre Kunstereignis könnte ein sakraler Akt sein, ist jedoch zumeist nicht viel mehr als Leere. Es wird primär für den Markt produziert. Es wird geplant und konzipiert, was das Zeug hält und letztendlich soll damit nur käuflich  unterhalten werden.  Kunst ohne Seele, ist das. 

Doch wenn die Kunst ein sakraler Akt ist, dann tritt sie in dem Dialog mit dem Numinosen, und stellt sich erhaben über die Welt der Krämer. Sie entspricht dann dem Kunstverständnis  von Julius Evolas erstem Zeitalter. Dieses ist durch das Ideal der Fruchtbarkeit und der Potenz gekennzeichnet.

Ein kleiner Exkurs sei mir hier gegönnt: Herr Evola teilt die Geschichte in seinem Buch “Revolte gegen die moderne Welt” in vier Zeitalter ein, die in beständiger Degeneration begriffen sind. Im ersten Zeitalter wurde danach getrachtet, die Fesseln des Individuellen zu öffnen und sich dem Göttlichen  zu öffnen, was – so meine Anmerkung –  spätestens seit 1966 auch das Selbst sein kann, was dem gottgleichen Status erringen will.  

Wenn das Kunstwerk jedoch Ideale des Heroismus und des Sieges beschwört, entspricht es dem aristokratischen Zeitalter. Die ethischen  Ideale, die hier verfolgt werden, sind die der Treue, des Mutes und der Ritterlichkeit. Man denke dabei nur an die höfische Kunst, aber auch an die Kunstauffassung der faschistischen Diktaturen, die sich hier bedienten, um eine Stärkung ihrer Macht und eine mythologischen Aufladung zu erfahren. 

Das Zeitalter der Aristokratie wurde von dem uns nur zu bekannten gegenwärtigen   Zeitalter der Krämer abgelöst, wobei ich davon ausgehe, dass alle genannten verschiedenen Zeitalter in einer gewissen Ungleichzeitigkeit immer noch existent sind und Julius Evola immer nur jenes, welches für eine bestimmte Zeitepoche charakteristisch ist, in dem Vordergrund seiner Betrachtung gestellt hat.

Schon während des aristokratischen Zeitalters, nahm das Diktum der Ökonomie beständig zu.  Spätestens seit der beginnenden Industrialisierung sind die Ideale,   wenn man überhaupt noch von solchen sprechen mag, fast nur noch ausschließlich  ökonomischer Natur. Profitmaximierung und die Generierung von immer neuen Gewinnen,  in einer Gesellschaft von Konsumenten,  stehen nun im Fokus der Aufmerksamkeit.  Jede Aktion wird als Arbeit verstanden, die in erster Linie einen monetär fassbaren Nutzen erbringen muss.  Das ist der Duktus, dem auch die professionelle Kunst, wie sie in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird, folgt, selbst  dann, wenn sie, in dem, was sie zelebriert, mehr dem Zeitalter der sakralen Herrschaft oder der Aristokratie entsprechen sollte, als dem der Ökonomie. Sobald aber ausschließlich oder auch nur partiell auf eine monetäre Verwertbarkeit oder auf eine Aufmerksamkeitsökonomie gezielt wird, die sich in den heutigen Zeiten ja auch wieder in Geld aufwiegen soll,  wird die Kunst verraten.

Sie wird zum schnöden Produkt und unterwirft sich dem Geist der Höker und Marketenderinnen.

Kunst als Event ist abzulehnen, wenn sie dabei auf das Geld fixiert bleibt, wenn sie sich aber darüber erhebt, ein Fest ist, dann ist sie eine Huldigung des Ästhetischen , des Nicht-Zweckmäßigen und des Göttlichen. Sie ist etwas Sinnstiftendes, was uns über uns Selbst, unser Selbst erkennen lässt.

Kunst kann nur noch jenseits des Marktes stattfinden. Die Seele kann nicht zum Produkt werden, ohne verloren zu gehen. 

www.pdf24.org    Sende Artikel als PDF