“Alchemie. Die große Kunst” in Berlin

Kulturforum Berlin

 

Für Hans Christopf Binswanger sieht  in seinem Buch “Geld und Magie die moderne Wirtschaft als  eine erfolgreiche Variante der alchemistischen Kunst.

Die Alchemie stammt aus Ägypten, dem Land, wo vor ca. 5000 Jahren zum ersten Mal Gold gefunden wurde. Sie basiert auf den praktischen Fähigkeiten früher Metallwerker und Schmelzer, auf griechischer Philosophie und auf Einflüsse östlicher mystisch-geprägter Kulturen, die in den ersten nachchristlichen Jahrhunderten entstanden sind. Die moderne Wirtschaft hat das alte Ziel der Alchemie, nämlich aus Nichts etwas Wertvolles herzustellen,  man denke nur an die Papiergeldschöpfung, auf einer materiellen Basis zur Perfektion gebracht. Die Rolle des Steins der Weisen der Alchemie hat nun das Geldkapital eingenommen, das, selber Geld, wiederum Geld schafft. Da aber, wo viel Geld ist, muss es angelegt werden, wozu sich dann wieder die Kunst eignet.  Wenn dann erst Begehrlichkeiten geweckt sind, erfährt das, was Mittel der Projektion ist, nämlich das Kunstwerk, eine erneute Wertsteigerung. Ein schnöder Alltagsgegenstand kann so zum begehrten Kunstobjekt werden. Der moderne Kunstbetrieb ist ein Durchlauferhitzer. Einige Künstler, die nach dem Besuch einer Kunsthochschule, das Glück haben, von einer renommierten Galerie vertrieben zu werden, erfreuen sich über die Präsentationen ihrer Werke auf Kunstmessen. Wenn dann einige ihrer Werke gar in Museen ausgestellt werden, wächst ihr materielle Wert.  Im übertragenen Sinne wird so Gold aus unedler Materie erschaffen und ich will nicht ausschließen, dass auch einige der modernen Werke der Berliner Ausstellung  auf diese Art und Weise (und durchaus beabsichtigt)  eine alchemistische Wertsteigerung erfahren.

In der Berliner Ausstellung “Alchemie. Die Große Kunst“im Kulturforum wird der Bogen von der antiken Alchemie bis hin zu modernen Künstlern, die sich von der Alchemie haben inspirieren lassen, gespannt. Manche moderne Werke erscheinen, gerade im Kontrast zu den alten Folianten und ihren mit Herzblut gezeichneten Allegorien auf Sulfur, Quecksilber und Antimon seltsam blutleer. Und so ist dann ein kitschiges Jeff Koons Artefakt genauso zu sehen, wie eine Ausgabe von George Ripleys  “The Compound of Alchemy (1471)” und eine Videoinstallation, die ein qualmendes Laboratorium im Stile der Super Mario-Spiele zeigt. Was ist hier wertvoll? Wer bestimmt über den Wert eines Kunstwerks und ist vielleicht das alles nur eine Projektion eines Marktes auf ein Objekt, das an sich wertlos ist?

Die Ausstellung stellt  Objekte aus  verschiedensten Zeiten und auch Kulturen nebeneinander und überlässt es den Besuchern, eigene Schlüsse aus dieser Collage der Artefakte, die selbst schon wieder Kunst ist,  zu ziehen.  Mich lässt die Ausstellung, genauso wie auch manche anderen Kunst-Präsentationen, stellenweise zu der Einsicht kommen, dass hier aus Sch… Gold gemacht wird, was ja durchaus einen alchemistischer Prozess der Wertschöpfung darstellt. “Ist das Kunst oder kann das weg?”, möchte man hier den bekannten Kühlschrank-Magneten-Spruch zitieren.

Aber auch die Kreativität als Schöpfungsakt an sich, weist Parallelen zur Alchemie auf.  Die Stufen des alchemistischen Prozesses, Materia Prima, Calcination, Sublimation, Solution, Putrefaction, Destillation, Coagulation, Tinctura, Multiplikation und Projection, lassen sich durchaus auf den künstlerischen Akt übertragen.  Fernab der Konzeptkunst kann der Künstler immer auch als Schamane und als Magier verstanden werden. Man denke nur an Joseph Beuys und auch ich habe meine Homepage mit “Shamanic Art Coaching” untertitelt, wobei auch ein Quantum romantischer Ironie mitspielen mag!

Blick vom Kulturforum Berlin auf dem Potsdamer Platz
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Der Freischütz und die faustische Seele

Vielleicht liegt es am schlechten Frühlingswetter, dass ich mein Bett überhaupt nicht mehr verlassen möchte. Endlich keine Sonne mehr, die einen dazu auffordert, das wohlige Bett zu verlassen, um durch eine optisch aufdringliche Blütenpracht zu spazieren. Endlich, trübes Wetter, dass mich meine Zeit, umgeben von Tabletts, Ebook-Readern, richtigen Büchern, krümeligen Kuchen und Bier, im Bett genießen lässt.

Ich mache es wie die Könige.
Ich regiere mein Reich vom Bett aus.

“Legendär war das Bett von Alexander dem Großen. Es hatte einen goldenen Baldachin und stand in einem Zelt mit 50 goldenen Pfosten. Auf diesem Prunkbett fläzend, pflegte er Besprechungen mit seinen Heerführern zu halten. Die Römer machten das Bett endgültig zum Lebensmittelpunkt, indem sie auf pompösen Speiseliegen, verziert mit Intarsien aus Gold, Silber und Schildpatt, schlemmten und schlummerten.

Frankreichs Könige präsentierten sich vom 14. Jahrhundert an bei offiziellen Anlässen im  “lit de justice”, , einem Thron in Bettform. Das “Bett der Gerechtigkeit” sollte die souveräne Haltung des Oberhauptes betonen, das seine Staatsgeschäfte lässig aus Kissen heraus tätigen kann. Frankreichs Sonnenkönig Ludwig XIV nannte 413 Schlafstätten sein Eigen, davon 155 überdimensionierte Exemplare. Viel Bett bedeutete viel Potenz.” (Prüfer, Tillmann: Eine Bettgeschichte, gefunden am 21.04 auf www.zeit.de)

Unterbrochen habe ich meine 14tägige Regentschaft mit allerlei Kultur- und Natur-Ausflügen, von denen ich euch hier mehr oder weniger berichtet habe. Bisher nicht erwähnt habe ich meinem Besuch der Oper im benachbarten  Hildesheim.

Hildesheim hat nur ein Theaterhaus; Hannover dagegen besitzt eine eigene Oper, war aber, bei der letzten Inszenierung, die ich dort besuchte, so pädagogisch-schmuddelig, dass ich es fortan vermieden hatte, dieses Haus erneut zu betreten. Bei der Aufführung des “Freischützes” hatte sich nämlich der Regisseur Kay Vogel am Begriff der “Nationaloper” abgearbeitet, was in der Praxis dann zu einem erbärmlichen Konglomerat von Penis-Symbolen, Pegida-“Nazis” (bzw. das, was der Regisseur dafür hält) und Schießereien im Rotlicht-Milieu verkam. Diesen in Szene gesetzten Irrsinn hielt ich nur bis zur Pause durch. Dann verließ ich fluchtartig das Opernhaus.

In Hildesheim wird nun erneut der “Freischütz” aufgeführt und ich nutzte die Chance,  die traumatischen Bilder der hannoverschen Inszenierung durch neue und bessere zu überschreiben. Glücklicherweise verschonte mich der Regisseur Dominik Wilgenbus mit politisch  aktuellen Bezügen, stattdessen überlässt er es den Zuschauern, im Zeichenhaften der Sage, als die er den “Freischütz” versteht, Bezüge zum eigenen Leben, was ja immer auch Nöte beinhaltet, zu ziehen. Dabei lehnt er sich an das Puppenspiel an und überzeichnet die Akteure mit bunten Trachtengewändern ins Grotesk-Komische-Klamaukhafte. Vor diesem so harmlos wirkenden Bühnenraum plagen den jungen Jäger Max  die bekannten Versagensängste, die er durch das Gießen von teuflischen Freikugeln beheben wird. Er versucht so, auf einer äußerlichen Ebene, Abhilfe für sein Problem zu schaffen. Im Programmheft lese ich, dass er auf diese Art und Weise den Weg des Guten, der den Menschen auf sich selbst zurückwirft und Kräfte in seinem Innern mobilisiert, scheut. Der Regisseur sagt dazu: ” Max ist dem Faust verwandt, verkörpert aber als nicht gelehrter Mann eine andere Dimension des dämonischen Menschen. Er sucht das Böse nicht, er lässt es zu. Er beschließt den Teufelspakt und räumt so den dämonischen Mächten Gewalt über sich ein.” (S. 5)

Diesen Gedankengang halte ich für bemerkenswert, berührt er nämlich die Frage, ob das wirklich Böse nicht gerade dort verankert ist, wo Menschen unbewusst alles mitmachen, ohne selbst Verantwortung zu übernehmen. In einer Reihe von Artikeln habe ich mich mit diesem Thema, auch aus einer persönlichen Betroffenheit heraus, auseinandergesetzt und bin – vereinfacht gesagt – zum Schluss gekommen, dass das Böse im Kollektiv verwurzelt ist und dass die Menschen vorrangig dafür anfällig werden, wenn sie meinen, im Auftrag des vermeintlich Guten zu handeln (siehe auch hier).

Deshalb sehe ich in meiner modernen Interpretation, die vermutlich keineswegs mit der Wirkungsabsicht von Carl Maria von Weber übereinstimmt und in der ich die moralisch intendierten Rollen von Kasper und Agathe außerhalb meiner Betrachtung lasse, in den Kräften des teuflischen Samiels das Prinzip der Rebellion gegen die eingefahrene dörfliche Gemeinschaft verwirklicht. Dieses Kollektiv lässt zu, dass der junge Mann ein Probeschießen erfolgreich bestehen muss, um Agathe ehelichen zu dürfen. Max erhebt sich darüber und versucht, das schäbige Spiel, das da mit seinem Glück getrieben wird, durch die Nutzung von Freikugeln auszutricksen. Insofern kehrt sich, innerhalb meiner Interpretation, der Gut-Böse-Dualismus um. Zum Schluss wird er insofern erfolgreich sein, als dass der Eremit, der eine Allegorie auf Gott zu sein scheint, das Probeschießen abschafft.

Mit dem Regisseur stimme ich darin überein, dass es Parallelen zwischen Max und Faust gibt. Max ist jedoch  weitaus schwächer angelegt als Faust, was daran liegen mag, dass er kein Gelehrter ist und sich von Kasper verführen lässt, wohingegen Faust dem Pakt mit Mephistoles bewusst eingeht und danach trachtet, die Welt nach seinen Wünschen zu kreieren und so sein eigenes Königreich zu erschaffen.

Ach, ich habe meines schon gefunden!

Für alle Opernfreude, geht es hier zum Hildesheimer Freischütz.

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Alchemie in Halle

Schon früh hatte ich erste Berührungspunkte mit der Alchemie und zwar in Form dieses Heyne-Taschenspiels von 1975, das die Zeiten nur unvollständig überlebt hat und dessen 64 Karten jetzt ein wenig zerfleddert daherkommt. Leider klärt mich die beigelegte kurze Anleitung nicht darüber auf, woher die Holzschnitte und die gereimten Sinnsprüche stammen.

Jedenfalls ziehe ich mir gleich eine Karte des Tages und erhalte:

Die Arbeit

Der Töpfer seine Scheibe dreht.
Aus Ton und Wasser der Topf entsteht.
Mußt Trockenes und Feuchtes binden.
So kann das Wasser die Erd’ nicht überwinden.

Die Erklärung, die praktischerweise auf der Rückseite stehen, sieht das Wasser als Symbol des Unbewussten. Dieses wird negativ im Sinne von Trieb und “niedrige Stimmung” gewertet, die das Gelingen der Arbeit verhindern. Aber auch ein Zuviel an Verstand verhindert den Erfolg, der durch den Zusammenhalt der schöpferischen Kräfte charakterisiert ist.

Die allegorischen Darstellungen und Sinnsprüche dienen dazu, die eigene Selbstentwicklung zu fördern. Vom Verlag intendiert war das sicherlich nicht. Die Veröffentlichung als “Spiel” verheißt erst einmal vordergründig Unterhaltung, die dann aber, dafür sorgen die alten Abbildungen, doch in die Tiefe führen.

Leider ist dieses Spiel nur noch, wenn überhaupt, als Flohmarktware erhältlich.

Wohingegen das Orakelspiel die Selbsttransformation durch alchemistische Bezüge befördert, lässt die Ausstellung in Halle diesen spirituellen Aspekt vollkommen außen vor und kapriziert sich stattdessen auf die Zusammenhänge zwischen Alchemie und modernen Naturwissenschaften. Das Weltgeheimnis soll entschlüsselt werden und eine beständige Annäherung an dieses hehre Ziel sehen die Ausstellungsmacher in der Alchemie, die zur Entwicklung der modernen Chemie  sowie der Pharmakologie und so u.a. auch zu John Daltons Atomhypothese geführt hat, verwirklicht.

Ausgangspunkt der Ausstellung sind die Überresten von Gerätschaften, die sich in einer Abfallgrube befanden. Diese gehörten zu einer Alchemistenwerkstatt, die in einem ehemaligen Franziskanerkloster, das im Zuge der Reformation nicht mehr vom Orden genutzt wurde, beheimatet war. Anhand der Chemikalienreste, die sich an den Geräten nachweisen ließen, lässt sich nachvollziehen, womit sich die dortigen Alchemisten im 16. Jahrhundert befassten. Die Produktion von Gold stand hier nicht im Vordergrund, stattdessen wurde hauptsächlich das hochgiftige Antimonium hergestellt. Diesem wurde, wenn es denn in geringen Mengen produziert wird, eine reinigende Wirkung unterstellt, weswegen man damals glaubte, ein Allheilmittel für alle Krankheiten der Welt gefunden zu haben.

Der Gang durch die sehenswerte Ausstellung endet “jenseits des Atoms”. Ein Bild des Inneren des Genfer Teilchenbeschleunigers ist dann auch über den gefundenen archäologischen Inventar angebracht und verweist so auf die gegenwärtige Annäherung an das “Weltgeheimnis”. Die zwinkernde Warnung,  bei all diesen wissenschaftlichen Höhenflügen, die Bodenhaftung nicht zu verlieren, darf am Schluss nicht fehlen: Der Besucher erfährt, dass im Jahre 2016 ein schnöder Marder, den größten Teilchenbeschleuniger der Welt außer Betrieb gesetzt hat (Zeitungsmeldung).

Neben der Ausstellung in Halle, zeigt auch das Berliner Kulturforum eine Alchemie-Ausstellung, die allerdings ihren Schwerpunkt auf der Verbindung von Alchemie und Kunst liegt. Der künstlerische Schaffensprozess weist nämlich Parallelen zum alchemistischen Prozess der Transformation auf. Beide, Künstler und Alchemist, wollen Neues erschaffen.

Auch auf dem Besuch der Berliner Ausstellung freue ich mich schon.

Alchemie. Die Suche nach dem Weltgeheimnis (Halle, bis 05.06.2017)

Alchemie und die große Kunst läuft im Berliner Kulturforum  (Berlin, bis 17.06.2016)

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Landpartie durch das Leinebergland

Die  Wanderung durch den Hainberg am Samstag hatte leider bei mir eine üble Blase am Fuß hinterlassen, sodass ich froh war, dass Alexander für uns nur einen kleinen Spaziergang hinauf zum neu errichteten Leineberglandbalkon auf dem Duinger Berg geplant hatte.   Am Parkplatz, unseren Startpunkt, gab es zwar eine Übersichtskarte, in der die neue Schutzhütte eingezeichnet war, eine Wegbeschilderung vermissten wir. Nichtsdestotrotz erreichten wir innerhalb von einer halben Stunden den Leineberglandbalkon, dessen Besonderheit es ist, dass sie, wie der Name schon verrät,  über einen Balkon verfügt. Dieser ermöglicht einen schönen Ausblick ins Külftal.

Die Hütte, die erst im Oktober des vergangenen Jahres eingeweiht wurde,  liegt am Schnittpunkt von drei Wanderrouten, bietet ausreichende Sitzmöglichkeiten, jedoch keinen einzigen Papierkorb, womit die Gemeinde wohl Pflege- und Betriebskosten sparen möchte.  Ob das eine weise Entscheidung ist, wird die Zukunft zeigen.

Hinter der  Hütte liegt  der Lübbrechtser Steinbruch, wo früher Kalkstein abgebaut wurde. Eine Informationstafel informiert uns darüber, dass es in der Gegend  viele Töpfereien gegeben hat und die Handwerker regelmäßig,  über Monate hinweg, um ihre Heimat verließen, um ihre zerbrechlichen Waren bis nach Königsberg zu verkaufen.

Vom  Töpfermuseum Duingen habe ich  leider erst im Nachhinein erfahren, sodass wir es ein anderes Mal besuchen werden. Statt ins Museum ging es  erst einmal ins Restaurant Pöttjerkrug, das zu moderaten Preisen deutsche Hausmannskost bot.

So gestärkt machten wir  einen kurzen Abstecher zur Lippoldshöhle, wo einst der Räuber Lippold wohnte. Leider fühlte ich mich nicht fit genug, um die Kriechgänge zu erkunden. Auch hier, so mein Entschluss, muss ich noch einmal wiederkommen. Ausführliche Hintergründe zur Höhle gibt es hier.

Danach fuhren wir in das hübsche Einbeck,  das durch seine vielen Fachwerkhäuser, die allesamt um ca. 1540 – nach einem Großbrand – gebaut wurden, ein mittelalterliches Ambiente vermittelt. Leider wurde dies durch den gerade stattfindenden verkaufsoffener Sonntag getrübt. Zumindest konnte ich so ein Ostergeschenk für meine Mutter kaufen, nämlich typischen Einbecker Blaudruck.

P.S. Der Ausdruck “Landpartie” erinnert mich ja immer an dieses bezaubernde Bilderbuch meiner Kindheit, wo Onkel Tobi so herrlich in die Irre fährt. Kennt ihr das auch noch?

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Jägerhaus und Hubertuskapelle im Hainberge

Am Samstag hat mich die Hubertuskapelle im Hainberge gerufen, was ich dann auch den anderen Teilnehmerinnen des Wildfrauenhauses schmackhaft gemacht habe und so starteten wir gegen 10 Uhr am Hauptbahnhof in Hannover.

Kennengelernt hatte ich diese Tour durch einen lieben Freund, der die Strecke noch aus seiner Kindheit als Sonntagsausflug kannte, siehe hier.

Los ging es damals an  der Burganlage in Wohldenberg, die jetzt ein katholisches  Bildungszentrum beherbergt. Um 1731 wurden die spätmittelalterlichen Teile durch eine barocke  Hubertuskapelle ergänzt. Die zeitgleich errichte, ebenfalls  Hubertuskapelle genannte ausgebaute Grotte am Hainberg (die Felsinschriften nennen die Jahre 1727  und 1733), steht in direkter Verbindung zu ihr, weshalb uns auch der Autor der Jubiläumsschrift zur Hubertuskapelle von 1933 diesen Weg u.a.  mit folgenden Worten empfiehlt:

Ein Marsch von anderthalb bis zwei Stunden, teilweise auf bequemen Waldsteigen, teilweise auf einem chauffierten Wege führend, bringt uns zum Ziele. (S. 5)

Das Jägerhaus, eine alte Traditionsgaststätte, stand leer, als ich es vor zwei Jahren erstmalig besuchte. Mittlerweile hat es neue Besitzer gefunden, sodass eine Öffnung zum Sommer geplant ist. Ursprünglich war es als Jagdhaus vom Grafen Ernst Friedrich Herbert von Münster errichtet worden.

Im alten Führer heißt es:

Der Wanderer fühlt sich, wenn er am Ziele, dem Jägerhause angekommen ist, reich belohnt für seine Wandermühe. Ein Waldidyll von eigenartigem Reiz und Zauber liegt vor seinen Blicken. Der freundliche Wirt, der schon eine lange Reihe von Jahrn das Haus ständig bewohnt, könnte erzählen von den Ausrufen des Entzückens und der Bewunderung, in die die Wanderer beim Anblick des Jägerhauses und seiner prächtigen Umgebung ausbrachen, besonders von dem so oft wiederholten Rufe: ‘Hier möchte ich wohnen’: er könnte erzählen von den begeisterten Schilderungen, die die Besucher sich nachher gegenseitig über ihre tiefen Eindrücke entwarfen aber später in Karten und Briefen, die zum Jägerhaus flogen, niederlegten; könnte erzählen von der treuen Liebe und Anhänglichkeit, die in der Umgebung wohnende ‘Stammgäste’ dem Jägerhause bewahren Dn durch häufigen Besuch selbst in rauher Winterzeit immer wieder von neuem befunden. (S. 6)

Es macht Spaß  im alten Büchlein zu lesen.  Dr. Karl Henkel lässt uns an seinem unmittelbaren Erleben teilhaben, um uns erst dann die Ergebnisse seiner Quellenstudien mitzuteilen.

Heutige Wander- und Ausflugsführer stellen dagegen meist nur nüchtern die Gegegebenheiten dar und schwelgen sprachlich nicht in euphorisch-poetisch-romantischen Betrachtungen, die die Seele des Ortes berühren dürfen, wie diese Schrift. Ach, ich sagte es schon einmal hier im Blog: Wir brauchen eine neue Romantik!

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Von Hagal zur schwarzen Sonne

hagal-adlerDie Isolation vom natürlichen Universum muss vollzogen werden, um in die vollkommene Bewusstheit des Selbst zu gelangen. Dafür steht die schwarze Sonne und  als kleineres Symbol die schwarze Flamme. Zweimal die Hagal-Rune übereinander gelegt, allerdings leicht verschoben, ergibt die schwarze Sonne.

Sie besteht also aus den Mutter-Korn. In dieser Illustration aus dem Buch von A. Kummer trägt ein Adler die Hagal-Rune, die in ein Rad eingelassen ist.  Das Rad, man denke nur an die Tradition der Osterräder, verweist, genauso wie der Adler auf die Sonne.

Im Fachwerk symbolisiert der Querbalken den Helsweg.  Der Querbalken bemüht sich, die schrägen Balken zu harmonisieren. Wenn dies nicht gelingt,  kommt es zur Katastrophe. Insofern finde ich die Entsprechung dieser Rune im Tarot-Trumpf des Turmes. Die Ecken der Rune verbunden ergeben die Bienenwabe oder das Mutterkorn. Dieses steht für die Menschheit, die sich aus sich selbst heraus gebiert. Das ist die All-Rune.

Heute habe ich mich, im Rahmen eines Seminars,  im Fototransfer auf Polyesterorganza versucht. Als Motive dienten mir u.a. das Titelbild “Runenmagie” von Karl Spiesberger und Illustrationen aus “Heilige Runenmacht” von Siegfried Adolf Kummer. Darüber hinaus lernte ich die Herstellung einer Druckplatte für Gelatinedruck und den Fototransfer auf dichten Baumwollstoff.  Auch gefilzt haben wir. Ob die “Mami Wata”, die ich auf den Nadelfilz gesetzt habe, etwas geworden ist, weiß ich noch nicht. Sie liegt noch eingeweicht im Wasser. Ich bin gespannt.

Dank an Gudrun Bialas für die engagierte Workshopleitung!

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