Trani und Castel del Monte (5. Tag)

Trani

In Trani tauchte die Sonne die Fischerboote in ein helles Licht. Am Hafenbecken entlang, vorbei an Verkaufsständen mit Fisch und anderen Meeresfrüchten ging es zur Kathedrale San Nicola Pellegrino.

Unter den Normannen und Staufen wurde Trani zu einer wichtigen Seehandelsstadt. Hier sammelten sich die Kreuzritter, um die heilige Stadt Jerusalem zu befreien.

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Ostuni und Alberobello (4. Tag)

Ostuni

Von  Bari ging es  durch Olivenbaum Monokulturen  in Richtung Ostuni.

Manche der Stämme der Bäume sehen so grotesk surreal aus,  dass sich dort, bei müßig Betrachtung,  Gestalten und Figuren erkennen lassen.

Die Altstadt des Städtchens Ostuni ist auf drei Hügeln gebaut. Im Idealfall sollten die übereinander gestaffelten Häuschen kalkweiß in der Sonne leuchten, die Realität sah indes anders aus: Die Sonne wurde immer wieder von dichten Wolkenbändern verdeckt, der Wind pfiff und das strahlende Weiß der Häuser machte dann doch eher einen schmutzigen Grau Platz.

In der engen Gasse des folgenden Fotos sollen Eindringlinge mit flüssigen Pech beglückt worden sein. Heute ist die Gasse hübsch anzuschauen. “Ostuni und Alberobello (4. Tag)” weiterlesen

Altamura und Matera (3. Tag)

Matera

Der Höhepunkt des Tages stellte für mich heute Matera, das nicht mehr zu Apulien, sondern zur Basilikata gehört, dar. Sie ist eine der ältesten Städte der Welt.

Auf den Fotografien der Reiseführer kommt das Panorama der Felsenwohnungen lange nicht so beeindruckend herüber, wie in der direkten Schau. Sicherlich waren die Wohnverhältnisse hier in der Vergangenheit desolat, besonders wenn man dabei an die hygienischen Umstände denkt, heute aber geben die Felsenwohnungen ein seltsam pittoreskes und gleichsam bezauberndes  Bild ab.

In Matera gibt es eine Reihe von Felsenkirchen. Ich besichtigte eine mit dem Namen Santa Lucia alle Mala, die ins 9. bis 10. Jahrhundert datiert und ca. 1960 noch als Wohnung benutzt wurde.

Ein kleines Museum ermöglichte mir, das Innenleben einer solchen Felsenwohnung kennenzulernen.

Zuvor war ich in Altamura gewesen.

Altamura

Die Kathedrale Santa Maria Assunta wurde im Auftrag von Friedrich II. errichtet.

Dieser bevölkerten die Stadt, nachdem sie von den Sarazenen vernichtet worden war, mit Griechen und Juden an, weswegen man in der Altstadt griechisch inspirierte Vorhöfe bewundern kann.

Altamura ist bekannt für sein Brot, was ich auch probieren durfte.

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Von Lecce nach Otranto (2. Tag)

Papierkunst in Lecce

Nach dem Frühstück ging es  nach Lecce: eine wunderschöne Barockstadt, die streng genommen keine  ist, sondern aufgrund der spanischen Einflüsse einen eigenen Stil herausgebildet hat,  den man Leccer Barock nennt und der an grotesken Zuckerguss erinnert.

In Lecce  gibt es eine Handwerkskunst, genannt cartapesta, die darin besteht,  kunstvolle Figuren aus Pappmachee herzustellen.

Ursprünglich war diese Fertigkeit entwickelt worden, um das Problem von  viel zu schweren Heiligenfiguren bei Prozessionen zu lösen. Pappmachee dagegen ist leicht und erschien so das ideale Material für Heiligenbilder zu sein. “Von Lecce nach Otranto (2. Tag)” weiterlesen

Verloren in Apulien (Ankunftstag)

Schon am Vortag war ich nach Köln angereist und übernachteten flughafennah im absolut empfehlenswerten Leonardo Hotel Köln-Bonn. Dadurch gestaltete sich die Anreise nach Bari mit Germanwings relativ entspannt.

Una Hotel Regina

Das Una Hotel Regina ist eingebettet in eine hübsche Gartenanlage, die jedoch noch im Winterschlaf verweilt. Alles ist geschlossen, selbst das Fitnesscenter und der Innenpool sind nicht nutzbar. Die Decke im Bett ist nur ein dünnes Laken, was mir für die Temperaturverhältnissen in Apulien im März nicht angemessen zu sein scheint. Die unbezogene Überdecke halte ich für unhygienisch, las aber im Internet, dass die Kombination aus Laken und Decke in Südeuropa üblich ist, gefallen tut mir dies indes überhaupt nicht. Das Abendessen war fantastisch.

Torre A Mare

Immerhin scheint die Sonne und der Hunger trieb mich so in Richtung von Torre A Mare. Der Weg dorthin führte lebensgefährlich an einer Autostraße entlang, die nur einen viel zu kleinen abgeteilten Streifen für Fußgänger aufwies. An den Fahrbahnrändern stapelte sich der Unrat. Die Häuser, die ich passierte waren entweder stark durch Mauern abgeschottet, was ich für ein Zeichen von Kriminalität und dem daraus abzuleitenden Schutzvorkehrungen halte oder schlichtweg Ruinen in einer zugemüllten Landschaft.

Im Ort selbst waren alle Läden geschlossen und mit dunklen Rollläden gesichert. Sie würden vermutlich erst um 16.30 Uhr aufmachen, aber wer weiß das schon so genau. In der Osteria del Porto am Hafen drängelten sich ungefähr zwölf hysterisch kreischende Italienerinnen an der Selbstbedienungstheke vor, sodass die Essensbestellung zur Kampfhandlung werden musste. Die Portion Tagliatelle ai frutti di mare und der Tintenfischsalat waren klein, aber wohlschmeckend.

Abendunterhaltung

Am Abend gab es im Hotel ein fantastisches Abendessen, was mich aber nicht darüber hinweg trösten konnte, dass bis zwei Uhr in der Nacht für mich an Schlaf nicht zu denken war. Das Hotel hat sich scheinbar auf das Ausrichten von privaten Feiern spezialisiert und so weckten die wummernden Techno-Bässe Aggressionen in mir, die mir bis dato noch unbekannt waren.

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Schmetterlinge, Blüten und verspiegelte Säle in Hannover

Als Vorbereitung auf meine Apulien-Reise habe ich mir den Roman  “Reise in die Nacht: Ein Fall für Avocado Guerrieri” von Carofiglio besorgt. Nun kann ich zu dem Buch noch nichts  weiter sagen, nur soviel, dass ihm ein Aphorismus von Laotse vorangestellt ist. Darin heißt es:

Was für die Raupe das Ende der Welt, ist für den Rest der Welt ein Schmetterling. (Laotse)

“Gaukler der Tropen” im Berggarten Hannover

Dies wiederum scheint mir eine gute Überleitung zum vorgestrigen Besuch des Berggartens in Hannover zu sein, wo sich noch bis zum  2. April rund 1000 Tagfalter im Tropengewächshaus beim Blütenbesuch oder bei der Nahrungsaufnahme an der Futterstationen beobachten lassen.

Hier ist ein Bananenfalter (Mexiko bis Peru) in einer Futterstation zu sehen.

Auch der folgende Schmetterling stammt aus Südamerika. Für die Ausstellung wurden Puppen aus Zuchtbetrieben in Costa Rica, Malaysia und anderen Ländern bestellt, die sich dann im tropischen Klima des hannoverschen Gewächshauses schnell zu prachtvollen Schmetterlingen entwickelt haben.

Mehr Informationen zur Ausstellung gibt es hier.

Orchideen

Danach erfreute ich mich an den prachtvollen Orchideen.

Meine Orchidee, die ich vor einigen Monaten im Baumarkt erworben hatte, ist mir leider eingegangen, weil ich Fehler bei der Pflege gemacht hatte.

Hier aber sind Fachleute am Werk. Der Berggarten beherbergt eine der größten Orchideen-Sammlung der Welt. Ihre Geschichte geht bis auf das Jahr 1835 zurück. Unter dem Hofgärtner Hermann Wendland hat sich daraus eine systematische Sammlung entwickelt.

Nun schlenderte ich noch durch den Großen Garten von Herrenhauses, der sich, aufgrund des Kälteeinbruchs der vergangenen Wochen, noch im Winterschlaf zu befinden schien.

Die Grotte in den Herrenhäuser Gärten

Ursprünglich war diese mit Muscheln, Kristallen, Glas und Mineralien geschmückt und diente als Rückzugsort für die Hofgesellschaft.  Grotten stellen ein wichtiges Element des Barockgartens dar.

Bei dieser Außenfigur der benachbarten  Freitreppe, die im Krieg zwar unzerstört geblieben ist, aber nicht mehr am originalen Standort steht,  sind im Hintergrund Schnecken neu eingesetzt worden und sollen so verdeutlichen, wie  einst wohl auch die Innenraumgestaltung der  Grotte ausgesehen haben mag.

Schon im 19. Jahrhundert verfiel die Grotte; 1849 wurde sie ausgebessert und erhielt die  klassizistische Fassade, die auch heute noch zu sehen ist.

Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Grotte nochmals schwer beschädigt; der östliche Salon wurde im Januar 1945 durch einen Bombentreffer fast völlig zerstört. Erst kurz vor dem dreihundertsten Jubiläum im Jahr 1966 gelang die Instandsetzung des gesamten Gebäudes seinem Vorkriegszustand gemäß. Doch letztlich blieb auch diese Sanierung auf halbem Wege stecken und sicherte nur das äußere Bild der Grotte innerhalb der Gartenkomposition, denn nach wie vor blieb die Grotte für das Publikum geschlossen und wurde lediglich als Lagerraum für Gerätschaften zur Gartenbearbeitung und für Beleuchtungseinrichtungen genutzt. (Landeshauptstadt Hannover, Hrsg.: Niki de Saint Phalle – La Grotte, Hannover 2003, S. 14 f.)

Nach Plänen von  Niki de Saint Phalle wurde die Grotte von 2001 – 2003  künstlerisch umgestaltet. Sie selbst erlebte die Fertigstellung nicht mehr.

Es ist ein ganz wundersamer Ort geworden, der sich unbedingt einen Besuch lohnt.

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Der Park an der Ilm in Weimar (4. Tag)

Die mir in Weimar verbleibende Zeit nutzte ich, nachdem ich mir einige Gebäude des nationalsozialistischen Weimars angeschaut hatte, noch für eine kurze Begehung des Parks an der Ilm, der zwischen 1778 und 1828 entstand.

Der Park  zeigte sich mir, obwohl wir doch schon den März datieren, im winterlichen Kleid.

Immer wieder taten sich dabei Sichtachsen auf. Hier wandert der Blick zu Goethes Gartenhaus, was einst der Herzog Carl August von Sachsen-Weimar-Eisenach den Dichter geschenkt hatte und was von Goethe 1776 bezogen wurde.

Sichtachsen als gestalterisches Moment der Gartengestaltung sind mir u.a. schon vom Wörlitzer Landschaftspark bekannt und wirklich war dieser das Vorbild für den Park an der Ilm. Herzog Karl August und Goethe  hatten Wörlitz nämlich, im Zuge einer Informationsreise besucht, bevor sie unter Einbeziehung älterer Anlagen, mit der Planung in Weimar begannen. In der Anfangszeit leitete Goethe die gestalterische Arbeit, später wurde dies vom Herzog übernommen.

Leider ließ es meine Zeit nicht zu, alles zu entdecken. So schlenderte ich von der Parkhöhle kommend zur künstlichen Ruine und dann zum römischen Haus, um dann im kleinen Bogen umzukehren und vorbei an Goethes Haus zurück zur Altstadt zu laufen. “Der Park an der Ilm in Weimar (4. Tag)” weiterlesen

Das nationalsozialistische Weimar (4. Tag)

Am Montag haben die meisten Museen in Weimar geschlossen, so nutzte ich die verbliebene Zeit hauptsächlich dazu, das nationalsozialistische Weimar zu entdecken.

Da ich mich dabei vor allem dafür interessiere, wie zur Zeit des Nationalsozialismus Mythos kreiert  bzw. wie  bestehende  religiöse Rituale und Symbole umgedeutet werden, um sie für die eigenen Zwecke nutzbar zu machen und ich in diesem Zusammenspiel durchaus eine Erklärung für den zeitweisen Erfolg dieser Ideologie sehe, machte ich mich auf dem Weg zur Nietzsche-Gedächtnishalle.

Die Nietzsche-Gedächtnishalle

(Humboldtstr. 38) Diese liegt genau neben dem Nietzsche-Archiv, dessen Namen irreführend ist, handelt es sich dabei schließlich nicht um ein Archiv, sondern um ein Museum, was – Überraschung – am Montag geschlossen war.  Immerhin lässt sich der Audioguide online auf der Webseite der Klassik-Stiftung nachhören.

Hier, in der “Villa Silberblick, starb Nietzsche und seine Schwester richtete hier ein Archiv ein, was der Edition des Nachlasses ihres Bruders dienen sollte.

Schon 1910 plante sie, die Einrichtung einer Gedächtnishalle. Diese Idee wurde von den Nationalsozialisten wieder aufgegriffen, was nicht verwunderlich ist, sah Hitler schließlich als eine Bezugsgröße des Dritten Reiches an. Im Jahre 1934 erhielt der Publizist und Architekt Paul Schultze-Naumburg den Auftrag zum Entwurf einer Gedächtnishalle. Eine Fertigstellung wurde jedoch durch den Ausbruch des Zweiten Weltkriegs verhindert und so kamen auch die von Benito Mussolini gestifteten Dionysos- und Apollo-Statuen nicht mehr zur Aufstellung.

Ab 1946 wurde die Halle vom Radio DDR 2  und nachfolgenden MDR genutzt und steht seit der Jahrhundertwende leer.

Das hier ist die tempelähnliche Eingangshalle, die natürlich verschlossen war.

Die durch einen Gitterzaun versperrte Zufahrt zwischen Nietzsche-Archiv und Gedächtnishalle lässt die Größe der sich nach hinten erstreckenden Gebäude erkennen. “Das nationalsozialistische Weimar (4. Tag)” weiterlesen

Dichterhäuser in Weimar: Schiller- und Goethehaus (3. Tag)

Das Schillerhaus

Am dritten Tag besuchten wir das Schillerhaus, wo Herr Dr. Paul Kahl einen Vortrag  über “Wilhelm Tell und die Weimarer Klassik” hielt.

Das Konzept der Weimar-Jena-Akademie literarische Betrachtungen  mit Ortsbegehungen zu verknüpfen, spricht mich ausgesprochen an, schließlich korrespondiert es mit meinem Ansatz des mythologischen Wandern, spart jedoch, das ist wohl dem herrschenden Zeitgeist geschuldet, eine sinnlich-empfindsame Durchdringung aus und  kapriziert sich stattdessen ganz auf eine verstandesmäßige Herangehensweise.

Im Schiller-Wohnhaus schrieb der Dichter seinen “Wilhelm Tell” und verbrachte hier auch die letzten drei Jahre seines Lebens. 1847 gelangte das ehemalige Wohnhaus in städtischen Besitz, woraufhin  die Räume in Kulträume umfunktioniert wurden. Den Ist-Zustand beschreibt Dr. Kahl wie folgt:

Was man hier sieht ist eine “bildungsbürlich-biedermeierliche Innenrauminszenierung des 19. Jahrhunderts in der Mansarde, erweitert um eine stilgeleitete Innenrauminszenierung der späten DDR im ersten Stockwerk. (Kahl, P.: Der Geschichtsort Schillerhaus in Weimar)

Schon vor Goethe wurde Schiller als eine bürgerliche Identifkationsfigur angesehen, an dessen Person sich eine Verehrung inszenierte. Auf dem Original-Bett des Dichters häuften die Besucher im 19. Jahrhunderts Rosen an und auch A. Hitler soll dies bei seinem Besuch im Schiller-Haus getan haben, was ihn später jedoch nicht davon abhielt, den “Wilhelm Tell” verbieten zu lassen.

Da das Seminar nun beendet war, zog ich, samt Gepäck vom  Wielandsgut Oßmannstedt und seiner doch recht einfachen Übernachtungsmöglichkeit, in Form eines Bettgestelles, was auf dem Boden lag,  in das Hotel Best Western Premier Hotel Russischer Hof um. Das luxuriöse Zimmer, was mich nun willkommen hieß, war schon eher nach meinem Geschmack und meine Laune stieg bei der Aussicht auf eine entspannte  Nacht, die dann allerdings ein wenig durch die Geräusche der Lüftungsanlage (oder was auch immer?) gestört wurden. Vielleicht hätte ich diese aber auch einfach abstellen können. “Dichterhäuser in Weimar: Schiller- und Goethehaus (3. Tag)” weiterlesen

Politische Korrektheit in Weimar

Nachdem am Samstag hinter der bildungsbürgerlich Struktur der Seminar-Gesellschaft, dank der offen geäußerten “Politischen Korrektheit” der Mitarbeiterin des Deutschen Nationaltheaters (auch DNT genannt 🙂 )und meines Widerspruchs dagegen,  die anscheinend doch recht dünne zivilisatorische Maske bei einigen Teilnehmern (wohlgemerkt nicht allen) Risse  bekam und das Monster, was sich dahinter verbarg, chimärenhaft sichtbar wurde, beispielsweise, indem mir nicht mehr die Hand gegeben wurde oder die Antwort am Frühstückstisch auf eine banale Frage sehr knapp ausfiel,  war ich dann doch recht froh darüber, dass die Veranstaltung am Sonntag ihr Ende fand.

Schade, denn auch hier zeigte sich für mich wieder,  dass der ideologische Zwist, der mittlerweile alle gesellschaftlichen Themen in Deutschland erreicht hat, nicht zum Diskurs, sondern zur Ausgrenzung und Stigmatisierung führt.

Meine Absicht war es gewesen, mich während der Veranstaltung nicht politisch zu äußern. Dieser Entschluss von mir  wurde schon am ersten Abend auf die Probe gestellt, wo eine Teilnehmerin von ihren Erfahrungen in Dresden  berichtete, wo sie in eine Pegida-Demonstration geraten war. Der Polizeischutz, den Pegida aufgrund von linksextremistischen Bedrohungen erdulden musste, wurde dabei von ihr als besonderer Gruselfaktor geschildert und unterschwellig Pegida zu Lasten gelegt.  Ich blieb standhaft und wechselte das Thema, schließlich wollte ich genau das vermeiden, was mir am darauffolgenden  Tag  passieren sollte, als nämlich  die Mitarbeiterin des Nationaltheaters, was nicht mehr so heißen darf, mir viel zu euphorisch auf AFD-kritische bzw. -feindliche Inszenierungen hinwies und ich mich daraufhin  als AFD-Sympathisantin zu erkennen geben musste.

Theater kann zwar  immer auch politisch sein, keine Frage, sollte aber niemals durchgängig nur eine Sichtweise vermitteln, sondern gerade zur Diskussion einladen. Da dies gegenwärtig anscheinend nicht möglich ist,  bevorzuge ich Inszenierungen, die sich am Werk und seinen zeitgenössischen Rahmen orientieren.

Was ist los in diesem Land, in dem die freie Meinungsäußerung nur noch denen möglich ist, die bereit sind, negative Konsequenzen zu erdulden? Ist dies der Grund, warum so viele schweigen?

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