Meinungsfreiheit in Gefahr!

Über Geld spricht man nicht, genauso wenig wie über Politik und  Religion. Das ist eine Alltagsweisheit, die immer dann eingehalten wird, wenn man in Begegnungen mit anderen Menschen im konfliktlosen, aber auch seichten Fahrwasser, bleiben möchte.

Das Themengebiet der Politik lässt sich in einem Deutschland, dessen soziales Gefüge  sich “zwischen den Kräften des Hergebrachten und denen des ständigen Fortbringens, Abservierens und Auslöschens” schon im Krieg befindet, nicht mehr vermeiden, wie ich auch unlängst in Weimar feststellen musste. Wohingegen im oben ausschnittsweise angeführten  Zitat  von Botho Strauß  noch einen Krieg prophezeit (siehe sein wortgewaltiges Spiegel-Essay “Anschwellender Bockgesang von 1993, online), sind wir jetzt, im Jahre 2018,  schon mittendrin und  eine diskursive Auseinandersetzung zwischen verschiedenen Meinungsvertretern ist kaum noch möglich, wird doch der jeweilige politische Gegner von der Mainstream-Gesellschaft gerne als “Nazi” und damit für vogelfrei erklärt. Und fast alle machen mit! “Meinungsfreiheit in Gefahr!” weiterlesen

Die letzte Woche im Zeichen von Aida und 70 Jahre Israel

Aida im Opernhaus Hannover

Ach, die letzte Woche war anstrengend. Nicht nur, dass mein Koffer von der Gardaseefahrt noch nicht ausgepackt ist und die bleierne Müdigkeit der Langstrecken-Busfahrten nicht bei mir überwunden zu sein scheint, zu allem Überfluss versprach auch die aktuelle Aida-Inszenierung ( hier! ) im hannoverschen Opernhaus am Dienstagabend keine Entspannung.

Die Eintrittskarte waren  günstig, die Plätze verhießen eine gute Sicht und so machte ich mich mit einer Freundin in das hannoversche Opernhaus auf. Das hat mich ja schon wiederholt enttäuscht , was ich wohl verdrängt haben musste, denn schließlich informierte ich mich, schrecklich naiv war das, vorab nicht darüber, wer da in der Regie, steuergeldfinanziert und in Watte gebettet, seine pubertären und politisch-korrekten Alpträume ausleben durfte. Es ist der gleiche Regisseur, der auch schon die unsägliche und aktuell wieder aufgenommene hannoversche  Freischütz-Aufführung zu verantworten hat und der anscheinend in Hannover protegiert wird.

Und so machten alle bei der großen Propagandashow  mit:  die Sänger, der Chor, die Bühnenbildner, … usw. Oper auf LSD:  Auf einem Bühnenraum, der an Proben-Situationen angelehnt ist,  stürzte eine mediale Reizüberflutung auf mich ein. Ich hielt aus und ertrug sowohl das Frauen-Schlammcatchen als  auch die SM-Priesterin vor Fackelträgern: STOISCH!  Was blieb mir auch anderes übrig, schließlich saß ich mittig in einer  Zuschauerreihe:  GEFANGEN!  Als dann aber auf schwarzer Leinwand Fragen eingeblendet wurden, die mich zum “richtigen” Denken im Sinne des Regisseurs erziehen  wollten, war meine emotionale Verfassung  kurz vor lautstarken Buh-Rufen angekommen. Dass ich davon Abstand nahm, ist einzig und allein den musikalischen Leistungen  der Sänger und des Orchesters geschuldet.

Als der Vorhang zur Pause fiel, war ich in erster Linie ERLEICHTERT, konnte ich so  endlich meinem Unmut in Gesprächen Luft verschaffen und auch das Opernhaus VERLASSEN. Zuvor empfahl mir eine Besucherin die Augen zu schließen und einfach die Musik zu genießen. Sie mache dies auch so.

70 Jahre Israel

Am Donnerstag feierte  der Staat Israel sein 70jähriges Bestehen. Die Feierstunde im Alten Rathaus erstaunte mich insofern, als fast alle Redner kein optimistisches zukunftsweisendes Bild zeichneten, sondern stattdessen immer wieder auf die Shoah verwiesen, sodass bei mir fast der Eindruck entstehen konnte, als dass diese quasi als negativer Gründungsmythos für den jungen Staat  herhalten soll. In einer der vielen Reden wurde gar betont, dass Israel immer eine Zufluchtsstätte darstellt, falls denn antisemitische Übergriffe in Deutschland zunehmen würden. Dabei wurde  u.a. auf dem jüngsten Überfall  auf dem Kippa tragenden Israeli durch einen Syrer  in Berlin Bezug genommen.

Nach all den schwermütigen und “politisch korrekten” Reden  (mit Bashing der üblichen Verdächtigen, inkl. einem Seitenhieb auf Martin Luther) gab es dann ein Konzert vom Grinberg Quartett mit Klezmer-Musik.  Auch eingängige Schlagern waren zu hören. Diese heiterten – gegen Ende der Veranstaltung – die Stimmung freudvoll auf. Das Buffet tat sein übriges und so fand ich mich bald in kurzweilige Gespräche mit Israelreisenden verwickelt. Meine Neugierde wurde jedenfalls geweckt: Sollte ich Israel auch einmal besuchen?

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Morbider Charme in Verona

Den letzten Tag unserer Reise verbrachten wir in Verona.

Natürlich statteten wir der römischen Arena und dem
Balkon von Romeo und Julia einen Besuch aus.

Spannender als die schnöde pseudoromantische Aussichtsplattform waren die Touristenmassen davor.

Ich scheine nicht mehr an die große Liebe zu glauben und so hatte ich auch kein Interesse daran, die rechte Brust der Julia-Statue anzufassen, um diesbezügliches Glück herbeizuzaubern.  Einen der wenigen Momente, wo kein Tourist an der Statue klebte, nutzte ich für ein schnelles Foto.

In Verona gibt es Interessanteres zu erleben, als diesen Touristen-Nepp.

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Bardolino und Sirmione

Bardolino

In Bardolino ist  am Donnerstagmorgen bis 13 Uhr Markttag.  Die Lage am Ufer des Gardasees ist spektakulär, die Stände jedoch bieten zumeist  dieselbe Chinaimportware an, die sich auch andernorts kaufen lässt, vermischt mit einigen lokalen Angeboten. Da der Markt sehr groß ist, habe ich aber nicht alles gesehen. Das gemütliche Schlendern am Ufer des Gardasees und der ein oder andere Blick auf das feilgebotene Sortiment hat aber Spaß gemacht und immerhin habe ich dann doch zwei Ledergürtel gekauft. Der ein oder andere dekorative Keramikartikel gefiel mir auch, wohlwissend aber, dass ich dafür zu Hause keinen Platz haben würde, ließ ich mich  nicht zum Kauf verführen.

Überall an der Uferpromenade sind hübsche Blumenbeete angelegt. So macht das Flanieren Freude!

Eine Übersicht über alle Märkte am Gardasee findet sich hier.

Sirmione

Die historische Altstadt erstreckt sich auf einer Halbinsel, in der sich eine Eisdiele an die nächste reiht. Selbst ich, die normalerweise keine große Eisliebhaberin bin, kam hier auf dem Geschmack.

Seit der Jungsteinzeit ist dieser durch seine perfekte Lage gesegnete Ort bewohnt. Die Römer siedelten hier, genauso wie die Langobarden, von deren  Klöstern und Kirchen auf Sirmione  fast nichts  mehr erhalten geblieben ist.

Nach der Inquisition in den 1250er Jahren  in Südfrankeich wurde die Festung Sirmione  der letzte Rückzugsort für die überlebenden Katharer und Patariner.

Man betritt die Altstadt durch das mit Wappen geschmückte Tor der Westmauer eines imposanten Kastells.

Das Castello Scaligero ist eine Hinterlassenschaft der Skaliger, eines Geschlechts, das seit 1262 seinen  Hauptsitz in Verona hatte. Auch in Sirmione übernahmen sie die Macht. Sie bauten die ursprünglich römische  Festung  für ihre Zwecke aus. Nach der Flucht vom Skaliger  Antonio aus Verona fand ihre Herrschaft 387 ihr Ende. Die Nachkommen der Skaliger, deren Hinterlassenschaften überall am Gardasee zu bestaunen sind,  gingen in den bayrischen Adel, wo sie Zuflucht fanden, über.

Sirmione fiel unter die Herrschaft von Venedig, bis es mit der Einigung Italiens im 19. Jahrhundert der Provinz Brescia zugeordnet wurde.

Hinter der Burg  mit ihren für die Skaliger typischen Schwalbenschwanzzinnen tut sich ein fantastastisches Panorama auf den See auf, was mich wirklich in seiner Grandiosität überrascht hat.  Wenn man nun  den Uferweg folgt, kommt man zu dem “Strand der Blondinen”, der Kirche San Pietro in Mavino  und zu den Grotten des römischen Dichters  Catullus. Da ich leider an Abfahrtzeiten gebunden war, konnte ich  mir  all dies nicht mehr ansehen, stattdessen verweilte ich am See und genoss die absolut beeindruckende Naturschönheit. Ich bin mir sicher: Ich komme wieder!

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Venedig – ganz kurz!

Meine letzte Venedigreise ist ja noch nicht lange her. Da ich jetzt aber mit Schüler/innen unterwegs war, konnte ich mich nicht weiter auf den Spuren des verborgenen Venedigs machen, stattdessen gab es eine kleine Stadtführung, die aber bei den Jugendlichen auf wenig Interesse stieß. Die wollten sich lieber geschminkt vor romantischen Kulissen fotografieren, wozu sie dann nach der Führung auch noch Gelegenheit hatten. Selbst der Markusdom entzückte sie nicht.

Buchtipp:

Verborgenes Venedig von Thomas Jonglez und Paola Zoffoli

Einige Schüler/innen wollten  Gondel fahren, doch die 100 Euro, die diese für 30 Minuten kosten sollte, schreckte, selbst bei Besetzung mit sechs Personen,  ab. So blieben die Gondeln leer. 🙂

Während die Schüler/innen sich auf die Suche nach anderen fotogenen Orten machten, schlenderte  ich selbst derweil mit meiner Kollegin durch Maskengeschäfte, um danach pünktlich alle Jugendlichen wieder einzusammeln. Keiner ist im Gassengewirr von Venedig verloren gegangen und während der gesamten Abschlussfahrt waren alle Jugendlichen   immer pünktlich am vereinbarten Treffpunkt zur vereinbarten Zeit, was in dieser Altersgruppe keine Selbstverständlichkeit ist.

Der  Bootstransfer brachte uns dann ganz entspannt zum zentralen Busbahnhof zurück,  von wo wir die Rückreise zum Feriendorf antraten.

Ausführlich habe ich – ganz ohne Schüler –  hier über Venedig berichtet

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Von Malcésine nach Limone

Nachdem unser Bus samt Busfahrer nicht zur Verfügung stand,  da irgendein Defekt am Fahrzeug aufgetreten war, organisierte Alpetours einen Ersatz, sodass wir dann relativ komplikationslos im Doppeldeckergefährt  mit drei aufgeregten Schulklassen nach Malcésine starten konnten.

Malcésine

Der hübsche Ort liegt am Ostufer des Sees, in der Nähe des Monte Baldo, dessen Spitze mit einer Panoramaseilbahn bequem erreichbar gewesen wäre, wenn wir denn einen weiteren Tag zur Verfügung gehabt hätten.

Die Stadt wird beherrscht von der Skalierburg, wo Goethe das erste Abenteuer seiner Italienreise erleben musste. Hier nämlich wurde er bezichtigt, als Spion geheime Pläne der Festung gezeichnet zu haben, nachzulesen in der “Italienischen Reise” mit Eintrag vom 14.09.1786.

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Mit der Schulklasse zum Gardasee!

Ich bin ja nicht nur Reisebloggerin, sondern u.a. auch Lehrerin. Für die 10. Klasse stand nun die Abschlussfahrt an. Die Wahl meiner Schüler/innen fiel dabei auf den Gardasee inkl. jeweils einen Ausflug nach Verona und Venedig. Diesen Wunsch bin ich gerne nachgekommen, obwohl mich die lange Busfahrt wirklich sehr abschreckte. Zu Recht, wie ich jetzt bestätigen kann.  Als Anbieter wählten wir Alpetours, der sich auf Klassenfahrten spezialisiert haben.

Die Busfahrt

Ja, wir sind angekommen und wir sind auch alle heil und gesund zurückgekommen. Darüber hinaus waren die beiden Nachtfahrten mit zwei Klassen im Bus und  jeweils nur einem Fahrer, der eben seine vorgeschriebenen Pausen machen musste, was dazu führte, dass man, immer dann, wenn man endlich eingeschlafen war, wieder aufgeweckt wurde, eine Strapaze.

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Grottaglie und Tarent (7. Tag)

Am letzten Tag der Rundreise fuhren wir vom Hotel Una Regina in Bari aus, bis hin zum Golf von Tarent. Dabei ging es erneut durch das Trulli-Land und ich sah, dass in der Umgebung von Alberobello viele Häuser stehen, die eine hübsche Synthese von Trulli-Bauweise und Modernität aufweisen.

Grottaglie

Der Ortsname, der soviel wie Grottenstädtchen meint, verweist auf die Höhlen, die schon in der Altsteinzeit bewohnt worden waren. Grottaglie blickt also auf eine wirklich lange Geschichte zurück.

Als die Sarazenen im 10. Jahrhundert Taranto überfielen, suchten viele Menschen Schutz im Inland, u. a. auch in den Gravinen von Grottaglie.

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Polignano a Mare und Bari (6. Tag)

Polignano a Mare

Polignano ist eine hübsche Stadt, deren kleine Altstadt über einer zerklüfteten Felsenküste liegt.  Manche der Häuser sind direkt auf oder in dem Felsen gebaut und manche der  Fenster sind direkt  aus dem Felsen herausgehauen worden.

Unten tobt die kristallklare Adria und animiert, höhere Temperaturen vorausgesetzt, zu wagemutigen Sprüngen in das kühle Nass.  Im Jahr 2017 fand folgerichtig hier die Meisterschaft im Klippenspringen statt (Red Bull Cliff Diving 2017)

In der Altstadt lassen sich überall Literaturzitate, die auf Treppenstufen oder Häusern geschrieben stehen und von Zeit zu Zeit durch neue Botschaften ersetzt werden.

Gegenüber dem Stadttor befindet sich ein kleines Lokal, in dem ich  einen “speziellen” Kaffee mit Amaretto und kleiner Orangenschale probieren durfte. Sehr lecker, siehe auch hier.

Bari

Die Mittagspause verbrachte ich in Bari. An die italienischen Restaurant-Gewohnheiten mit ihrem  Vorspeisenteller, den folgenden zwei Gängen und den anschließenden Dessert kann ich mich kaum gewöhnen, schließlich ist das Gesamtpaket sehr zeit- und geldaufwändig, die Beschränkung auf einem einzigen Gang jedoch  nicht sättigend.

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