Abschied vom Nil

Ein letzter Blick auf Luxor

Straßenszene in Luxor
Im Winter Palace hat nicht nur Agathe Christie „Tot auf dem Nil geschrieben, sondern sich auch Howard Carter von seinen Ausgrabungen des Grabes von Tutanchamun erholt.

Von Luxor nach Hurghada

Abreiseerfahrung am Flughafen Hurghada

Ich wurde pünktlich vom Schiff abgeholt. Der Reisebus mäanderte dann noch zu einem anderen Hotel, wo weitere Gäste abgeholt wurden, um uns dann durch die vielen Straßensperren nach Hurghada zu kämpfen.

Bis Qina ging es an einem traurigen Nebenkanal des Nils entlang.

Danach ging es durch eine zunehmend felsiger werdende Wüste, bis wir, nicht ohne abermals Kontrollen durchlaufen zu haben, den Kunstort Hurghada erreichten.

Dies dauerte leider schrecklich lange, weshalb ich es auch nicht verstand, warum die Gäste mit Anschlussaufenthalten zuerst zu ihren Hotels in Hurghada und Nachbarorten gebracht wurden, bevor wir zum Flughafen weiterfuhren.

Am Flughafen war der Andrang stark, sodass der Bus lange warten musste, bevor er überhaupt zur Abfahrtshalle fahren durfte. Ich wurde, wegen der Abflugzeit, zunehmend nervöser. Der Reisebegleiter beruhigte mich, was aber im Nachhinein auch nichts anderes als „leere Worte“ waren. Jetzt waren es nur noch ca. 90 Minuten zum Abflug und um überhaupt in den Flughafen hineinzukommen, musste ich erneut ca. 30 Minuten vor der Tür warten. Ich checkte ein, gab das Gepäck auf und fand mich hernach in einem Sicherheitskontroll-Chaos wieder, was ich in dieser Form noch nie erlebt habe und auch nicht wieder erleben möchte! Als dann der „letzte Aufruf“ für den Flug kam, befand ich mich immer noch weit hinten in der Schlange, Hinweise auf meine Zeitknappheit zu Flughafenmitarbeitenr fruchteten nichts. „Das Flugzeug wird schon warten“, wurde mir gesagt, was wohl stimmt, mich aber nicht beruhigen konnte. Eine halbe Stunde nach der regulären Abflugzeit wurde ich dann vorgelassen, rannte hernach zum Gate, wo mir schon hektisch zugewinkt wurde. Der Mitarbeiter rief dann noch beim Zubringerbus zum Flugzeug an, dass dieser auf uns warten sollte. Vollkommen erschöpft ließ ich mich dann auf dem Flughafensitz fallen und war nun wirklich froh, dass Land verlassen zu dürfen!

Wenn denn dieser Urlaub eine Erholungsreise und keine Studienreise gewesen wäre, wäre meine Erholung spätestens zu diesem Zeitpunkt vollkommen futsch gewesen.

Hier ist meine Google-Bewertung des Flughafen Hurghadas.

Ein ungeliebtes Reisemitbringsel aus Ägypten

Während der Nilkreuzfahrt erwischte es mehrere Gäste: wahlweise Durchfall oder Verstopfung.

Ich spürte an einem Tag nur ein leichtes Unwohlsein, was ich aber mit Tannacomp in den Griff bekam, ansonsten war ich beschwerdelos und hielt mich, angesichts des üppigen Buffets, auch nicht an irgendwelche Regeln zur Nahrungsaufnahme, wie: „Peel it, boil it, cook it or forget it! Meine Indien-Reise hatte ich ja ohne eine Durchfallerkrankung erlitten zu haben, überstanden und so war ich unvorsichtig geworden.

Unserer Reisegruppe wurde zudem versichert, dass die Lebensmittel ausschließlich mit Mineralwasser gewaschen werden. Wir konnten sogar die Küche auf dem Nilkreuzfahrtschiff besichtigen. Diese kam blitzblank daher, sodass ich immer mehr Vertrauen fasste und das angebotene Essen in vollen Zügen genoß.

Die Rechnung für diese Unvorsichtigkeit kam dann in Deutschland in Form von Durchfall auf mich zu.

Notgedrungen las ich mich dann durch verschiedene Internetforen, wo Ägyptenreisende ihre gesundheitlichen Leidensgeschichten zum besten gaben. Ich fand die Empfehlung, eine Hefekur mit Perenterol zu machen. Gesagt und getan! Dies stellte sich jedoch als wirkungslos heraus. Vielleicht hätte ich damit vor der Reise meinen Magen auf ägyptische Hygiene-Verhältnisse vorbereiten sollen?

Geholfen hat mir dann ein Medikament, was die gleiche Zusammensetzung wie das Wundermittel, das von Ägyptenurlaubern favorisiert wird, aufweist: Pentofuryl. Es enthält, genauso wie das viel gepriesene Antinal (in Ägypten zu kaufen), Nifuroxazid.

Nachdem es mir nun wieder gesundheitlich besser geht und ich auch den Ärger auf dem Flughafen Hurghada verdaut habe, bleiben mir die schönen Erinnerungen an die Reise und den Rest verdränge ich mal lieber!

Wer meine Reise von Anfang an verfolgen will, ist hier und hier richtig.

Die kunstvollen Handtuchtücher, die das Zimmerpersonal (manchmal sogar zweimal am Tage) zauberte, werde ich jedenfalls vermissen.

Zwei unterschiedliche Filmtipps

Die westlichen Besucher bleiben in Ägypten aus. Die Trostlosigkeit verödeter Touristenorte, die Kunstlandschaften abbilden, zeigt dieser halbdokumentarische Film aus dem letzten Jahr und nimmt dabei die Perspektive der Touristen-Dienstleister ein.

Dann machen wir doch lieber eine Nilkreuzfahrt. Zur Einstimmung können nicht nur meine Blogbeiträge dienen, sondern auch Rüdiger Sünners Film über die Reise von Paul Klee nach Ägypten. Dabei unternimmt der Autor-Regisseur (1991) selbst eine kleine Nilkreuzfahrt von Assuan nach Luxor, jedoch nicht auf einem Nilkreuzfahrtschiff, sondern auf einen kleinen Boot, wie ich es beim Ausflug zum nubischen Dorf erleben durfte. Auf den Spuren von Paul Klee lässt er ägyptischenTotenbuch-Texte und mythologische und eigene Unterweltserfahrungen in seine Betrachtungen mit einfließen. All dies tritt miteinander unaufgeregt in eine Beziehung: eine bildliche und textuelle Collagetechnik, die meine Reiseskizzen ebenfalls beeinflusst hat und die sich, wenn ihr meine Nilkreuzfahrt-Beiträge aufmerksam lest, dort ebenfalls in Ansätzen finden werdet.

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