Abschied von Indien: Fort Agra und die Rückreise nach Dehli mit anschließendem Heimflug

Fort Agra

Das Eingangstor
Blick vom Fort Agra zum Tja Mahal

(08.10.2018) Das Fort Agra stammt in seinen Ursprüngen noch aus vormugulischer Zeit. Auf dem Trümmern der Lodi-Burg errichtete der Mogulherrscher Akbar zwischen 1565 und 1573 das Fort.

Auch bei den Mogulherrschern hing der Familiensegen manchmal schief. Als Aurangzeb seinen Vater absetzte, wurde Shah Jahan hier in den Hausarrest geschickt. Immerhin  gibt es hässlichere Gefängnisse, doch wird die Einschränkung seiner Bewegungsfreiheit Shah Jahan sicherlich nicht gefallen haben. Von seiner prächtigen Wohnung aus konnte er das von ihm erbaut Tja Mahal zumindest noch aus der Ferne betrachten.

Die „deutsche“ Autobahn und die leidige Trinkgeldfrage

Zwischen Agra und Dehli gibt es eine Privatautobahn, die nach deutschem Vorbild konzeptiert wurde und wirklich erinnert alles, inklusive der Raststätten, an Deutschland. 

Auf der Fahrt nach Dehli erhielten dann auch der Reiseleiter,  der Busfahrer und der Helfer des Busfahrers, der für die Sauberkeit im Bus und den Getränkenachschub zuständig war, ihr Trinkgeld. 

Leider war die Trinkgeldfrage und die ständigen Anfahrten  von  irgendwelchen  Geschäftsräumen, die da wären der Tuchhändler, der Teppichhändler, der Laden mit indischem Kunsthandwerk, der Gewürzhändler und der heutige Marmorhändler mit seinen reich verzierten Tischen (ich hoffe, hier nichts vergessen zu haben!) das große Manko dieser ansonsten gelungenen Reise.

Zum Trinkgeld ist zu sagen, dass ich dieses gerne gebe, nicht aber über die genaue Höhe und die Art und Weise, wie es zu überreichen wäre, im Vorhinein vom Reiseleiter informiert bzw. unterschwellig genötigt werden möchte.  Unser Reiseleiter wollte partout nicht, dass im Bus das Trinkgeld in entsprechende Kuverts gesammelt würde, sondern wollte dieses namentlich gekennzeichnet überreicht bekommen, wodurch sich für  mich die Frage stellte, ob er, wenn er denn mit der Höhe nicht zufrieden wäre, dafür sorgen würde, dass das Gepäckstück  des betreffenden Gastes verschwinden würde? Vielleicht meinte er aber auch nur, mit Hilfe dieses kleinen plumpen psychologischen Tricks, mehr Trinkgeld zu bekommen, als wenn er alles „ohne Anweisung“ hätte laufen lassen.

Ich weiß es nicht und wahrscheinlich bin ich mal wieder zu misanthropisch eingestellt, schlussendlich gab es einige Reisenden, die seiner Aufforderung Folge leisteten und vom Reiseleiter sowieso begeistert waren und andere, die sich nicht daran hielten.

Ich übergab Busfahrer, Bushelfer und Reiseleiter das gesammelte (sic!) Trinkgeld. Der Reiseleiter fragte mich daraufhin, von wem es sei und als ich antwortete, dass es eine Kollekte wäre, woraufhin er sagte, dass er genau dies hätte verhindert haben wollte. 

Noch einmal frisch machen in Dehli …

Lemon Tree Premier, Dehli Airport

In Dehli hatten wir noch ein gemeinsames Abendessen und ansonsten die Gelegenheit uns in einem Hotelzimmer, was wir uns mit vier Gästen teilten, noch einmal frisch zu machen.  Den Raum (und die Dusche!) hatten wir für zwei Stunden zur Verfügung. Die Absprache mit den anderen Gästen funktionierte gut, zumal die Reisegruppe insgesamt sehr angenehm war und sich alle gut verstanden.  Später dann wurden wir zum Flughafen gefahren. 

Der Aufenthalt am Flughafen und der Flug mit Lufthansa

Der Flughafen in Dehli zeichnet sich dadurch aus, dass er wert auf Ruhe legt, weshalb die Hallen mit lärmdämmenden Teppichen ausgelegt sind. Leider funktionierte die Klimaanlage im Wartebereich nicht wirklich, sodass ich am letzten Abend die meisten Mückenstiche meiner Reise erdulden musste. 

Der Flug zurück gestaltete sich unproblematisch und war glücklicherweise nicht, wie auf der Hinreise, ausgebucht, sodass ich mich nicht ganz wie besagte Sardine in der Ölbüchse fühlen musste, einem Eindruck, den ich leider auf dem Hinflug gewinnen musste.

Es gab, genauso wie auf dem Hinflug, indisch inspiriertes Essen. Dazu möchte ich anmerken, dass ich, unabhängig davon, dass ich das indische Essen wirklich mag,  darüber etwas verwundert war, dass eine deutsche Fluggesellschaft nicht bemüht ist, ihren Gästen auch annähernd  deutsches Essen anzubieten, um auf diese Art und Weise zum Kulturbotschafter des eigenen Landes zu werden. (Nun ja … wirklich verwunderlich ist es eigentlich auch nicht, entspricht die Übernahme von Fremden und die Verleugnung des Eigenen ja der in Deutschland zur Zeit herrschenden Hauptstrom-Ideologie.)

Da es mitten in der indischen Nacht war, wurde uns ein kleiner Abendsnack gereicht und am Morgen ein Frühstück gereicht. Alles hat gut geschmeckt.  

In Frankfurt hatte ich diesmal keine zeitlichen Probleme meinen Anschlussflug nach Hannover zu bekommen. Auf der Hinreise war der zeitliche Rahmen von einer Stunde zum Umsteigen fiel zu knapp bemessen und ich war erst fünf Minuten vor Abflug in der Maschine, was einem Stress darstellt, den man als Reisender nicht wirklich braucht. 

Marmortisch mit kunstvollen Einlegearbeiten aus Schmucksteinen
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