Märchenhaftes Taj Mahal und islamische Verunsicherungen!

Landleben

(07.10) Auf dem Weg von Jaipur nach Agra  legen wir einen Stopp in einem indischen Dorf ein, wo wir durch die Gassen schlenderten, uns eine Schule anschauten und mit den Bewohnern redeten. 

An den Toren waren überall Swastikas angemalt, die in Indien ein Glückssymbol sind, in Deutschland aber nach wie vor verboten sind.  Auf Deutsche wirkt das etwas befremdlich. 

Die Geisterstadt Fatehpur Sikri

 Die  Geisterstadt Fatehpur Sikri aus zwei Teilen: der Moschee und dem nordöstlich davon errichteten Palast.  Sie wurde im 16. Jahrhundert errichtet und nach wenigen Jahren, nachdem die Quellen der Umgebung, austrockneten, wieder verlassen. 

Das Mogulreich, was von  1526 bis 1858 existierte, umfasste als Kernland die Indus-Ganges-Ebene um die Städte Delhi, Agra und Lahore.  Staatssprache war Persisch. Die  islamischen Eroberer selbst wiesen mongolische, türkische und persische Wurzeln auf.

Die Moschee

Mit Moscheen habe ich es ja nicht so … Alle Urteile, die ich über den Islam hege, wurden auch hier wieder bestätigt und letztendlich war es ein Fehler sich dieses Gebäude überhaupt angesehen zu haben  und damit Kräfte zu unterstützen, die ich zutiefst ablehne.

Dass ich dann, trotz meiner Vorbehalte,  doch die Moschee betreten habe, lag daran, dass der Besichtigungspunkt schon in der Reise inkludiert war und ich andernfalls vor den Eingangstüren hätte warten müssen. Dort hätten die Basarhändler mich aggressiv bedräng, was ich selbstverständlich vermeiden wollte.

Um also bei meiner Reisegruppe zu bleiben, musste ich es erdulden, dass man als westliche Frau dazu genötigt wird, eine Kopfbedeckung und eine Kutte gegen eine Gebühr zu tragen, was merkwürdigerweise von den Hindu-Frauen nicht verlangt wird. Ich werte das mal als Geldschneiderei und als eine Unterwerfungsgeste!

Die größte Moschee Indiens wurde von Kaiser Akbar ab 1572 für den Sheik Salim Chishti,  immerhin einem Sufi-Mystiker, der ihm die Geburt eines Thronerben prophezeit hatte,   gebaut.   Sheik Salim Chrishti erhielt auf dem Innenhof ein Mausoleum. Die Architektur ist, wenn man sich denn für islamische Kunst interessiert, durchaus  sehenswert, doch meine Ablehnung der islamischen Religion hielt mich gänzlich davon ab, hier nur ein einziges Foto zu machen. 

Der Palastbereich

Die einstige Palaststadt ist nahezu unversehrt erhalten geblieben, nur leider stank es dort bestialisch, was eine Besichtigungstour zur olfaktorische Herausforderung machte. Wir tippten auf Rattenurin, unser Reiseleiter meinte aber, dass der Geruch noch an den Monsumregen der vergangenen Tage (und mangelnder Pflege durch die Angestellten) liegen würde. 

Die jungen Herren versuchen die Säule zu umgreifen, weil das angeblich Glück bringen soll. Offensichtlich haben sie schon jetzt Spaß an ihrem fröhlichen Tun und so kann das Glück ja nicht mehr fern sein. Es sei ihnen gegönnt.
Das reich verzierte Kapitell der Säule bildet eine Plattform auf dem einst der Thron platziert war. 
Die Architektur mutet hinduistisch an.  Das Gebäude mit den vier Türmen ist die Private Audienzhalle, Diwan-i-Khas. 

Das Tja Mahal

Von Fatehpur Sikri bis zum Tja Mahal, dem Wahrzeichen Indiens, ist es dann nicht mehr weit.

Der Großmogul  errichtete für seine im Kindbett verstorbene Gemahlin  im 17. Jahrhundert dieses Grabmahl. 

Ausländische Touristen bezahlen einen sehr viel höheren Eintritt als Einheimische, dafür muss man sich dann beim eigentlichen Mausoleum nicht anstellen. Das Innere ist schlicht und hat mich nicht begeistert, dafür aber die Aussicht von der dem Gebäude vorgelagerten Plattform auf dem Fluss  Yamuna.  

Das Tja Mahal, was übersetzt “Krone des Palastes” heißt,  ist wunderschön, berührt hat es mich dennoch nicht: zu groß  sind mittlerweile  meine Aversionen gegen eine Religion,  in deren Tradition auch dieses  Bauwerk steht.  Die Grabmoschee haben wir glücklicherweise nicht besucht. 

Amüsiert hat mich, dass viele Inder offensichtlich verrückt danach sind, zusammen mit westlichen Touristen fotografiert zu werden. Es wird freundlich gefragt und alsbald ist man umringt von der Großfamilie und lächelt für einem Schnappschuss in die Kamera.  

Die letzte Nacht in Indien verbrachten wir, wieder sehr luxuriös,  im Double Tree by Hilton

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