Bad Pyrmont als Landschaftstempel

Schloss in Bad Pyrmont

Das Konzept der Landschaftstempel nach Peter Dawkins

Ich halte Peter Dawkins Konzept der Landschaftstempel für ein vorrangig subjektives, nichtsdestoweniger aber für ein wirksames, so man sich denn auf seine weltanschauliche Schablone einlässt, weshalb ich auch sein Buch „Wahrheiten aus dem Urgrund ewiger Freude. Das Grundlagenwerk der westlichen Weisheitstraditionen“ (*) als liebgewonnene Inspirationsquelle mein eigen nenne.

Für das Verständnis der Arbeit von Peter Dawkins ist es von zentraler Bedeutung, dass er bei seinem Konzept der Landschaftstempel von drei „Erzengeln“ ausgeht. Diese kann man auch, wie er selbst schreibt, als Gedankenformen, Ideen und/oder Archetypen ansehen.

Da sich Peter Dawkins in einem christlich-mysthischen Referenzrahmen, der als höchstes Ziel die geistige Liebe (Caritas) und damit die vollständige Auflösung des eigenen Selbst in eine göttliche Einheit ansieht, bewegt, behalte ich diese Begrifflichkeit bei.

Die drei Erzengel

Es gibt also drei Erzengel.

  1. Lebensrad = Chakra = Rad des Lebens.
  2. Chakrasystem = Muster von Chakren. Die einzelnen Lebensräder, haben sich in Mustern, die nicht zufällig sind, organisiert.
  3. Lebensbaum = mehrere verbundene Lebensräder = Blume des Lebens = Kabbala

Auswirkungen auf die Architektur

Die drei Erzengel verwirklichen sich, nach Peter Dawkins, nicht nur im menschlichen Körper und im Kreislauf der Natur genauso wie im Lebenskreislauf des Menschen , sondern auch in der Architektur.

Die Architektur manifestiert in ihrem Ideal die kosmischen Muster und beachtet dabei ihre Auswirkungen die sie auf das Bewusstsein und das Verhalten der Menschen ausübt (nach Dawkins, S. 125). Man denke dabei nur an die großen gotischen Kathedralen.

Peter Dawkins schreibt:

„Die sakralen Gebäude und Tempel der verschiedenen Traditionen der Welt wurden bewusst so entworfen, dass sie die gleichen schönen Energiemuster verkörperten, die nicht nur im menschlichen Körper, sondern auch in der gesamten Natur zu finden sind. So waren zum Beispiel die vorreformatorischen christlichen Kirchen und Kathedralen sowie die Moscheen des Islams, in diesem Bewusstsein errichtet. Das hatte zur Folge, dass eine geheiligte und für Eingebung des Geistes offene Atmosphäre nicht nur in diesen Gebäuden, sondern im ganzen umliegenden Land erzeugt wurde. (Ebd., S. 125).

Peter Dawkins verfolgt, darauf aufbauend, die Ansicht, dass ganze Städte als Tempel angelegt sein können. Diese weisen ein eigenes Chakrensystem auf.

Hier kann ich zustimmen. Immer da nämlich, wo, beispielsweise im Zuge einer herrschaftlich-absolutistischen Stadtplanung Achsen angelegt worden sind, die beispielsweise den herrschaftlichen Wohnort mit der Stadt verbinden, kann ich Harmonie spüren, da aber wo modernes städtebauliches Chaos herrscht und wo Verwurzelung durch Rekonstruktion aufgelöst werden soll, verspüre ich tiefstes Unbehagen und hege sogar Fluchtgedanken.

Jedoch:

Nicht jede harmonisch empfundene Stadtlandschaft wurde mit Kenntnis über die Auswirkung der Gestaltung auf die Menschen willentlich geplant, genauso wenig wie jede als uneinheitlich empfundene Stadtlandschaft mit Absicht so verunstaltet wurde, wie wir sie jetzt vorfinden.

Vorausgesetzt aber wir arbeiten mit dem Bewusstsein für pythagoreische Formen, die sich in der Welt manifestieren, macht es Sinn, gestalterisch einzugreifen, um energetische Muster in Stadt- und Landschaftstempeln sichtbar zu machen und so heilend für Mensch und Umwelt zu wirken.

Als ein Beispiel für eine Stadt, die in Peter Dawkins Sinne einen Tempel darstellt, führt er Edinburgh an.

Edinburgh

Dazu legt Peter Dawkins auf den Stadtplan ein Chakrensystem aus und verortet daraufhin das Edinburgh Schloss als Scheitel-Chakra und die Stadtlandschaft vom Canongate Kirk bis zum Holyrood Palace als Wurzel-Chakra.

Für mich ist das spannend, war ich ja im Sommer erst in Edinburgh und bin das Chakrensystem vom Scheitel– bis zum Wurzelchakra abgelaufen, ohne mir freilich Peter Dawkins System in der Vorbereitung der Reisevergegenwärtigt zu haben. Intuitiv fand meine Edinburgh Begehung dann beim Canongate Kirkyard ihr Ende.

Bad Pyrmont

Eine weitere Stadt, die Peter Dawkins als Beispiel für einen Tempel anführt, ist Bad Pyrmont.

Bad Pyrmont liegt ja in der Nähe meines Heimatortes Hannover. Vor etwa zwei Wochen wählte meine Fraktion Die HANNOVERANER, dessen Mitglied ich bin, diesen Standort aus, um eine Klausurtagung durchzuführen.

Ich war erfreut. Mit Bad Pyrmont verbindet mich eine tiefe Liebe, schließlich habe ich diesen Ort in der Vergangenheit schon wiederholt als sehr kraftspendend empfunden. Ich habe auch schon hier über Bad Pyrmont geschrieben.

Diese nicht nur von mir gespürte hoch energetisierende und heilende Wirkung von Bad Pyrmont liegt sicherlich vor allem daran, dass sich hier sehr viele unterirdische Quellen befinden. Bad Pyrmont liegt im Tal der Quellen. Schon vor 2000 Jahren nutzten unsere Vorfahren die heilkräftige Wirkung des dortigen Wassers. Fibeln, die im Brodelbrunnen als Opfergaben gefunden wurden, zeugen noch davon, dass hier die Quellgötter angerufen wurden. Opfergaben sollten göttlichen Beistand ermöglichen.

Wie glücklich war ich erst als ich feststellte, dass unser „Parkhotel Bad Prymont“ direkt neben der Friedrichsquelle lag. So konnte ich, während meines Aufenthaltes, das frische Quellwasser genießen.

Das Zentrum Bad Pyrmont aber ist der Hyllige Born. Dies ist ein wirklicher Tempel, der den ältesten Brunnen der Stadt überdacht. Im Innern des Wandeltempels lassen sich, allerdings nur zu den Öffnungszeiten, sämtliche Quellen probieren.

Peter Dawkins hat diesem Ort dem Herzchakra zugeordnet, wohingegen die Hufeland Therm den Scheitel bezeichnet.

Vom Herzchakra, dem Hylligen Born, lässt sich auf der Hauptallee das Chakrensystem bis hin zum Basischakra erlaufen.

Darüber hinaus hat Peter Dawkins die Nord-Süd-Achse, also das Chakrensystem, und die Ost-West-Achse als Achsenkreuz eines Energierades definiert. Die sich so gebildeten acht Kraftpunkte sind intuitiv ausgewählt und aktiviert wurden.

Einer der Kraftpunkte ist beispielsweise die Dunsthöhle, eine Grotte, aus der reines Kohlendioxid ausströmt und die zumindest im Sommerhalbjahr zu besichtigen ist.

Die Stadt Pyrmont hat, in Kooperation mit Peter Dawkins, einen Geomantischen Spaziergang entworfen, weswegen man auch eine diesbezügliche Beschilderung vor Ort vorfindet. Das Flugblatt – mit näheren Informationen dazu – findet sich hier.

Der Weg der Stelen von Marco Pogacnik

In dieser Broschüre erfährt der Besucher auch, dass, beginnend vom Basischakra aus, der Künstler Marko Pogacnik Stelen installiert hat. Diese nennt er „Lithopunktur“, abgeleitet von lithos = Stein. Wenn man die Erde als Körper ansieht, beispielsweise als Göttin Gaia, dann sind diese Setzungen als Akupunkturnadeln zu verstehen, die die Heilkraft und Identität des Quellheiligtums Bad Pyrmont stärken sollen.

Der „Weg der Stelen“ führt von der Touristinformation durch den Kurpark und Bergkurpark hinauf zum Bamberg.

Um diesen Weg zu begehen, hatte ich allerdings am Wochenende keine Gelegenheit mehr. Die Kommunalpolitik stand im Fokus.

Auch ein „Lithopunkt“: Das Kriegerdenkmal in Bad Pyrmont.

Das macht aber nichts: Bad Pyrmont ist für mich ein leicht zu erreichendes Ziel. Wenn ich denn tiefe Erholung und Inspiration suche, komme ich hierher. Jedem, der ähnlich gelagerte Bedürfnisse verspürt, sei die Kurstadt wärmstens empfohlen.

(* = Affiliatelinks/Werbelinks)

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