Einmal quer durch Deutschland: Von Thüringen in die Eifel

Rhein

Abenteuer mit der Deutschen Bahn erleben!

(26.07.2018) Der Tag gestaltete sich anstrengend. Mit der Bahn wollte ich von Eisenach nach Gemünden. Die Bahnauskunft zeigte mir ein dreimaliges Umsteigen an und ich ahnte schon Schlimmes, weiß ich als routinierte Nutzerin öffentlicher Verkehrsmittel doch, dass jeder Wechsel der Verkehrsmittel mit  unvorhersehbaren Risiken verbunden ist. Diese sind mit den Stichworten  “Verspätungen” und “Suche nach der richtigen Abfahrtsstelle” treffend umschrieben.

Meine schlechten Vorahnungen wurden übertroffen. Schon der erste Zug kam mit Verspätung in Wiesbaden an, sodass der Folgezug nach Köln für mich nicht mehr erreichbar war.  Sämtliche anderen regulär fahrenden schnellen  Züge fielen,  wie mich  die Anzeigetafel erbarmungslos informierte,  “wegen einer Baustelle”  aus, sodass ich mit dem Bummelzug nach Köln fahren musste.

Immerhin war die Landschaft pittoresk. Das Bähnchen zuckelte  am Rheinufer entlang und ich war von der Schönheit der Landschaft entzückt.

Rhein

Ich hatte ja einmal im Westerwald, in Hachenburg und in Montabaur gewohnt, war in dieser Zeit aber merkwürdigerweise nie bis nach Bingen und Rüdesheim a. Rhein gekommen, obwohl dies ja nicht allzu weit vom Westerwald entfernt gelegen ist. “Einmal quer durch Deutschland: Von Thüringen in die Eifel” weiterlesen

Eisenach: Meine persönlichen Höhepunkte!

Burschenschaftsdenkmal

Über die Wartburg und das intuitiv von mir als lohnenswerte erachtete Reuter-Wagner-Museum hatte ich ja schon hier geschrieben.

Am zweiten Tag meines Aufenthaltes in Eisenach (24.07.2018)  ließ ich mich einfach treiben und schaute, wohin mein Weg mich führen würde. Als festen Programmpunkt hatte ich nur die Stadtführung eingeplant, bei allem Weiterem folgte ich meiner inneren Stimme.

Die Stadtführung in Eisenach

Der Mythos einer jeweiligen Kultur stellt (…) den Prägestock dar, der für das Heimatempfinden maßgebend ist. Diesem Prägestock entspringen erst jene Elemente, die wir gemeinhin als heimatstiftend bezeichnen: der räumliche, der zeitliche, der soziale und der kulturelle Aspekt. In den alten Dorf- und Stadtkernen schlummert noch der Geist des Mythischen. Zumindest erkennt man, dass ohne ihn nicht wäre, was heute bewundert wird. Dieses Mythisches ist aber nicht anderes, als die zum Bild gewordene Rückbindung.  (Mohr, Volker: Der Verlust des Ortes. Schnellroda 2011, S.57)

So suchte ich also das Alte und Gewachsene, was mich mit dem Ort verbinden würde, nicht das Neue. Stadtführer wissen darum, dass der Tourist gemeinhin nicht die austauschbaren Glas- und Konsumpaläste favorisiert, genauso wenig wie die modernen Wohnbaracken,  und tragen dem Rechnung.  In Eisenach fällt das nicht schwer, schließlich hat man, nach dem Zusammenbruch der DDR,  die Kernstadt wieder neu renoviert. “Eisenach: Meine persönlichen Höhepunkte!” weiterlesen

Waldbaden, Kräuterwandern und Transformationserfahrungen bietet der Feensteig!

[Werbung, da Pressereise]  Die Welterbereregion WartburgHainich hatte mich (und auch noch andere Blogger und Pressevertreter) vom 21. bis zum 22. Juli  zu einer kleinen Reise eingeladen, siehe hier.

Dies ist der zweite Teil meiner Vorstellung der Region. Der erste Teil lässt sich hier nachlesen.

Waldbaden  

Nun ja …Ich muss es nicht ShinrinYoku  nennen, nur weil vor ungefähr zwei Jahren erste Zeitschriften in Deutschland angefangen haben  über den japanischen Trend des Waldbadens zu berichten, mit der Absicht diesen auch in Deutschland Fuß fassen zu lassen.

In Deutschlang gibt es ja eine lange Wandertradition, die von den Romantikern begründet wurde. Diese sahen in der Landschaft eine Wiederspiegelung ihrer seelischen Zustände und suchten in der Schönheit der Natur eine Vereinigung mit dem Göttlichen. So verließ man die engen Städte und begab sich auf Wanderreise, was auch entfernt an die Bildungsreise des Adels erinnern mag.

Spätestens in der Wandervogel-Bewegung wurden Bewegungen in der freien Natur, bestenfalls auch noch nackt, als energetisierend angesehen und entsprachen der damaligen Vorliebe, die industrialisierten Städte zu verlassen und sein Heil in einer natürlicheren Umgebung zu suchen und zu finden. 

“Waldbaden” ist also tief beheimatet in der deutschen Seelenlandschaft, nur haben viele den Zugang zur eigenen Tradition eben verloren und  können sich  das, was eigentlich schon da ist, eher durch den Umweg über exotische Moden, wie beispielsweise das japanische ShinrinYoku, erschließen. “Waldbaden, Kräuterwandern und Transformationserfahrungen bietet der Feensteig!” weiterlesen

Die Wolfsschanze

(Donnerstag, 12. Juli) Das Hotel  in Kaunas ist leider so mit Reisegruppen überfüllt, dass das Frühstück zur Nahkampfzone verkommt. Ich koche mir dann lieber im Hotelzimmer noch einen ruhigen Tee (Wasserkocher vorhanden!), bevor wir uns dann per Bus in Richtung Polen aufmachen.  Auch der  Weg dorthin ist eine einzige Baustelle, ähnlich wie es auch die Strecke von Danzig zur russischen Grenze ist.  

Eine zufällige Begegnung im Fahrstuhl sagt zu mir, dass man bei solchen Reisen ständig auf der Flucht ist. Da muss ich zustimmen. Solche Rundreisen liefern viele erste Eindrücke, für ein tieferes Durchdringen und Einlassen auf die verschiedenen Orte und Menschen ist aber keine Muße vorhanden.  “Die Wolfsschanze” weiterlesen

Memel und Kaunas

Kaunas, Skulpturen

Ein Wort zuvor:

Da ich als Bloggerin immer auch möchte, dass die eigenen Texte gelesen (und kommentiert) werden, beschäftige ich mich, wie wohl auch die meisten meiner Kolleginnen, auch mit dem drögen Thema Suchmaschinenoptimierungen. Das Netz wimmelt von selbsternannten Experten, die einen mit dem nötigen Wissen versorgen.  Mich langweiligen diese Texte. . Immerhin habe ich mir ein entsprechendes Hilfsprogramm (neudeutsch Plugin) installiert. Das erfreut mich jetzt regelmäßig mit solchen Nachrichten: „Der Text erzielt 50.9 in dem Flesch Reading Ease-Test, was als ziemlich schwer zum Lesen betrachtet wird. Versuche, kürzere Sätze zu formulieren, um die Lesbarkeit zu erhöhen.“

Ich möchte mich von solchen Aussagen nicht beirren lassen und standhaft meinen Sprachstil beibehalten, auch wenn der ein oder andere Leser  so von meinen Texten  abgeschreckt sein mag.  Sprache hat auch immer etwas mit Denken zu tun und „leichte Sprache“, die ja auch allüberall politisch gefordert und auch  umgesetzt wird, ermöglicht nur ein oberflächige Erfassen von Inhalten. Dies suggeriert zwar ein Verstehen, in Wirklichkeit aber wird nur eine Konsumhaltung, die immer neuen Nachschub benötigt, weil die Menschen nicht mehr in die Tiefe vordringen können, unterstützt. Ich lehne das ab, auch wenn ich so die ständig wachsende Zahl der Bildungsfernen nicht an meinen Gedanken teilhaben lassen kann 🙂 . “Memel und Kaunas” weiterlesen

Von Runen und Hexen auf der Kurischen Nehrung

Drachenkampf

(Dienstag, 10. Juli)  Auch heute möchte ich, genau wie bei meinem gestrigen Beitrag,  mit einem Film beginnen. “Quax in Afrika” (Entstehungszeitraum 1943 – 45) sollte in der Dünenlandschaft der Kurischen Nehrung gedreht werden, da die Wehrmacht aber zeitgleich schon zurückgedrängt wurde, entschied man sich dagegen.  Die Gegend galt  als “mögliches Feindgebiet”.

Der Parniddener Berg und das Sonnenobservatorium

Ich schaue mir heute die Dünenlandschaft an, deren eindrucksvollster Teil jedoch genau im Grenzgebiet zwischen Russland und Litauen liegt. Vorsichtshalber schalte ich mein Handy auf Flugmodus, da ich nicht Gefahr laufen möchte, dass sich ein russischer Anbieter automatisch  in mein Netz einwählen könnte. Dieser würde nämlich hohe Kosten verursachen.

Durch die Nährungswälder geht es zum Parniddener Berg (auch genannt Hohe Düne).  Von hier aus hat man einen eindrucksvollen Blick auf Haff und Nehrung.

Dünenlandschaft bei Nidel

“Von Runen und Hexen auf der Kurischen Nehrung” weiterlesen

Die Kurische Nehrung

Der russische Teil der Nehrung

(Montag, 9. Juli) Von Königsberg  fahren wir zum russischen Teil der Nehrung und passieren dabei Kranz/Selenogradsk.  Für den Eintritt in den Nationalpark, der als ein solcher schon in der deutschen Zeit bestand, muss Eintritt bezahlt werden. Die Straße führt dann schnurgerade  und monoton durch Wälder, mit Bäumen, die sich zur Seite lehnen. In den Dörfern stehen noch viele Häuser aus deutscher Zeit,die allerdings nich immer im guten Zustand sind.  Alles wirkt wie aus der Zeit gefallen.  Da wir keine Zwischenstopps einlegen, bekomme ich kein Gefühl für die besondere Qualität der Nehrung, die ja als Landzunge zwischen Kurisches Haff und Ostsee liegt. Wasser werde ich erst sehen, als wir unser erstes Zwischenziel, die Vogelwarte Rositten, erreicht haben. 

Vogelwarte  Rossitten/Rybatschi

Vogelwarte Rossitten

Mit zwei riesigen Fangnetzen werden  Vögel gefangen und mit Ringen versehen.  Auf diese Art und Weise folgt auch die heutige Station  immer noch der Tradition des Ornithologen Johannes Thienemann, der  die Methode der Vogelberingung entwickelte und hier die erste große deutsche  Vogelwarte  schon 1901 gründete. Durch die Vogelberingung kann die  Flugroute von Zugvögeln verfolgt werden. “Die Kurische Nehrung” weiterlesen

Meine Reise nach Tilsit (u.a.)

Tilsit, Luisenbrücke

Es gibt einen bekannten deutschen Spielfilm von Veit Harlan aus dem Jahre 1939, in dem das Städtchen  Tilsit eine entscheidende Rolle spielt. Er heißt “Die Reise nach Tilsit” (nach einer Vorlage von Hermann Sudermann) und hat mich zu der Überschrift meines heutigen Blogartikels inspiriert. 

Die Reise nach Tilsit
Das Bild habe ich in Aida aufgenommen, wo es im ehemaligen Gasthaus Blode einen kleinen Ausstellungsraum über die Region und insbesondere über die Künstlerkolonie auf der Nehrung gibt. Dazu schreibe ich später …

Tilsit/Sovetsk

(Sonntag, 8. Juli) Nachdem wir gestern im Samland und an die Bernsteinküste waren, fahre wir heute erst einmal nach Tilsit.  Der Weg dorthin führt an brachliegenden Feldern vorbei und kleinen Dörfern mit manchmal bis zu vier gut besetzten Storchennestern.

Vor Tilsit  stehen riesige Antennenmasken, die vor dem Verfall der Sowjetunion, laut Reiseleiterin, als Störsender genutzt worden sind, jetzt aber die Sendesignale des Auslands verstärken. Nun ja … weniger euphemistisch gebrochen können wir sie wohl auch Abhöranlagen nennen. “Meine Reise nach Tilsit (u.a.)” weiterlesen

Von Pillau nach Palmnicken und Rauschen

(Samstag, 7. Juli) Mit dem Bus fahren wir zur Marinestadt Pillau/Baltijsk. Es riecht nach verbrannten Laub und überall kehren Kadetten das Laub weg. Noch bis vor Kurzem war diese Stadt für ausländische Gäste gesperrt und nur mit Sondergenehmigung besuchbar.

Pillau

Pillau liegt direkt am Frischen Haff und liegt an dessen einziger Öffnung zur Ostsee gegenüber Fischhausen/Samland, weshalb der Ort schon immer eine strategische Bedeutung innehatte. 

Es gibt eine alte fünfstrahlige  Festung aus dem Dreißigjährigen Krieg, die aber, laut Reiseleiterin, nur nach Voranmeldung besucht werden könnte. Mein Reiseführer sagt indes etwas anderes: Zeit, um es zu überprüfen, wer Recht hat, habe ich jedoch nicht, da ich mich den Vorgaben der Reisegesellschaft anpassen muss.  

Ein russischer Reisebus hat ebenfalls In Pillau angehalten und hört sich Erklärungen zur Festung an. 

Wir schauen in die ehemalige Reformierte Kirche (Baujahr 1866) , die jetzt der orthodoxen Kirche untersteht, hinein. Dort findet gerade ein Gottesdienst statt und Frauen mit Kopftüchern verneigen devot ihr Haupt vor einem Priester.  “Von Pillau nach Palmnicken und Rauschen” weiterlesen

Von Danzig nach Königsberg

(Freitag, 6. Juli) Die Stadtführerin Anna zeigt uns innerhalb von zwei Stunden die Höhepunkte des wiederaufgebauten Danzigs.

Die Bernstein-Verkaufsshow

Zwischendurch besuchen wir noch ein hochpreisiges Juweliergeschäft, wo uns erklärt wird, wie sich echer Bernstein von gefälschten unterscheiden lässt. Dieser schwimmt  angeblich im Wasserbecken  mit Salz oben, Plastikimitate jedoch sinken auf dem Boden.

Nichtsdestotrotz kann ich mir nicht vorstellen, dass an den vielen Straßenständen nun ausschließlich Plastik verkauft wird, vermute eher, dass die kleine Vorführung ein abschreckender Trick ist, um die Reisegruppe von den hochpreisigen Angeboten des eigenen Ladens zu überzeugen. “Von Danzig nach Königsberg” weiterlesen