„Lucifer Rising“ von Kenneth Anger als Einstieg für eine „magische“ Nilkreuzfahrt!

Kennt ihr den Kurzfilm von Kenneth Anger „Lucifer Rising“? Bei Minute 27.09 (also fast zum Ende des Films hin) sind die Memnon Kolosse zu sehen, davor u.a. auch die Externsteine, über die u.a. ja hier auch schon geschrieben habe.

Die Memnon Kolosse habe ich im Zuge meiner Nilkreuzfahrt am ersten Tag nach meiner Ankunft besucht. Sie bewachen das Tal der Könige, zu dem ich noch bloggen werde.

Der Film ist ein wunderbarer Beginn für eine „magische“ Ägyptenreise, nur sollte man beim Schauen erst einmal davon Abstand nehmen, all die Schnitte und Assoziationsketten verstehen zu wollen, die Kenneth Anger hier eingefügt hat. Ganz entspannt, kann man den Film einfach auf sich wirken lassen und die hypnotische Wirkung, die sich dabei entfaltet, genießen.

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Annäherung an YouTube

Zu dem Thema „Mythologisches Wandern“ habe ich ja schon des öfteren geschrieben, z. B. hier und hier und hier. Auch im Kessel, Ausgabe 3 habe ich einen einführenden Artikel zum Thema veröffentlicht: hier.

Jetzt habe ich mich erstmalig darin versucht, einen älteren Blogbeitrag über das „Mythologische Wandern“ zum Youtube-Vlog umzuarbeiten und ich muss sagen, dass das gar nicht so einfach ist und zumindest für mich eine Herausforderung darstellt.

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Faszinierendes Rajasthan

Jetzt liegt meine von Marco Polo Reisen organisierte Sonderreise Indien „Faszinierendes Rajasthan“  hinter mir und ich bin wieder zurück im (glücklicherweise) sonnigen Deutschland. Nachdem der fehlende Schlaf vom Rückflug in der Nacht nachgeholt wurde,  muss ich nun erst einmal die vielen, vielen Eindrücke, die während auf der Reise auf mich einprasselten, sortieren und rekapitulieren.

Ich schaue mir die fast 1000 Fotografien an, die ich während der Rundreise geknipst habe, und kann kaum noch den einen märchenhaften Maharadscha-Palast von den anderen unterscheiden.

Die Anreise

Am 29. September  ging es los. Ich flog von Hannover nach Frankfurt, wo ich umstieg. Die Transferzeit von einer Stunde und zwanzig Minuten war viel zu knapp bemessen, zumal der Zubringerbus, der mich vom City-Hopper-Flugzeug zum Terminal brachte,  gefühlt endlos lange über das Flughafengelände mäanderte, sodass ich dann nur noch eine Stunde Zeit hatte, um den Flieger nach Delhi zu erreichen.  Stress breitete sich aus und vom gemütlichen Schlendern durch den Frankfurter Flughafen war ich weit entfernt.   Die Sicherheitskontrollen taten ihr übriges, um meinen Adrenalinspiegel ansteigen zu lassen. Vollkommen durchgeschwitzt wurde ich dann, zehn Minuten vor Abflug, von  einer Stewardess mit den Worten: „Wollen Sie auch noch mitfliegen?“, begrüßt. „Faszinierendes Rajasthan“ weiterlesen

Wochenrückblick im Zeichen der Wintersonnenwende

Julkind. Mixed Media, 29,7 x 42

Was für eine merkwürdige Woche. Am Montag fühlte ich mich noch fit, jedoch im Vorfeld schon gestresst von den vielen bevorstehenden Terminen. Am späten Nachmittag überfiel mich dann ein Krankheitsgefühl mit Schüttelfrost und ich lag nur noch auf dem Sofa. Immerhin schaute ich mir noch eine  Reportage über Venedig an, die aktuell noch in der Arte-Mediathek zu finden ist (hier).

Am Dienstag stand die Regionsversammlung an, in der ich mich, trotz fortgesetzten Unwohlseins, quälte, schließlich war ich, innerhalb unserer Fraktion, diesmal diejenige, die die Haushaltsrede (hier) halten sollte. Wir sind ja nur zwei gewählte Vertreter unserer rein kommunal aufgestellten Wählergemeinschaft und wechseln uns  mit dieser Aufgabe ab.

Nun ja …  man darf ja durchaus andere politische Meinungen vertreten als ich, jedoch sollte man, das ist meine feste Überzeugung, gerade im öffentlichen Rahmen einen gewissen Anstand bewahren, wozu eben auch gehört, sich die Reden der anderen Fraktionen in Ruhe anzuhören und nicht durch laute Zwischenrufe, störende Privatgespräche oder durch das demonstrative Verlassen des Saals zu torpedieren. Das macht mich  traurig, zeigt es doch, dass in unserer sogenannten Demokratie mittlerweile eine faire Debattenkultur nicht mehr vorhanden ist und dass gerade diejenigen, die sich hier als moralisch überlegen ausgeben,  dringenden Lernbedarf aufweisen.  In der anschließenden „Diskussion“ der Haushaltsreden zeigte sich, dass der Inhalt unserer Rede scheinbar überhaupt nicht verstanden wurde, warf man der AFD und uns, von Seiten einer SPD-„Kollegin“ nämlich, „unerträgliche deutschtümelnde Arroganz“ vor und ein anderer SPDler las daraufhin  Schlicht-Prosa (wohl aus den sozialen Netzwerken entnommen) vor, in der das multikulturelle Erbe der Weihnachtsgeschichte betont wurde. So ist das eben: Es reicht schon aus, die Probleme der Jetzt-Zeit nur zu benennen, um als „rassistisch“  gebrandmarkt zu werden. Der mediale Beifall ist den so Handelnden dabei auch noch sicher, die im Rausch der scheinbaren moralischen Überlegenheit  nicht bemerken, dass sie sich längst zu Steigbügelhaltern des Totalitarismus haben degradieren lassen. „Wochenrückblick im Zeichen der Wintersonnenwende“ weiterlesen

Forget about Nick

Da hatte ich mich gefreut, zwei Kino-Gutscheine gewonnen zu haben, um dann feststellen zu müssen, dass der Betreiber des einzigen Programmkinos, das den Film in Hannover zeigt, sich aus fadenscheinigen Gründen weigert, diese einzulösen. Ärgerlich.  Ich hatte eine Freundin eingeladen, weswegen ich, trotz des Ungemaches,  die Tickets käuflich erwarb. Positiv gestimmt war ich dabei nicht, wollte nun aber wissen, ob der Film, den ich unter normalen Umständen nicht besucht hätte, irgendwelche Überraschungen für mich bereithalten würde.

Wenn in einem deutschen Film, der in New York spielen soll, in Wirklichkeit aber fast die gesamte Zeit in einem schicken Loft-Appartement platziert ist, auf der Tür des New Yorker Buchladens ein „Refugees Welcome“ – Abziehbildchen klebt, dann handelt es sich um geförderte Staatspropaganda. Nicht immer muss sie im direkten Auftrag erfolgen.  Mittlerweile  reicht es bei den meisten Kulturschaffenden aus, an den staatlichen Fördertöpfen zu hängen, um im vorauseilendem Gehorsam „politisch korrekt“ zu agieren.

Inhaltlich handelt Margarethe von Trottas Film von zwei abservierten Frauen, die vom gemeinsamen Ex die Wohnung überschrieben bekommen haben und diese sich nun, mehr oder wenig freiwillig, teilen müssen. Die Ältere von den beiden verkörpert den mütterlichen Typ. Diese hat die eigene Karriere  zugunsten der Familie zurückgestellt, um dann in den letzten fünf Jahren noch einen Doktor in Neuerer Deutscher Literatur nachgeschoben zu haben, der sich jedoch beruflich nicht mehr verwerten lässt. Sie ist eben zu alt und so bringt sie dann in New York im kleinen Kreis jungen Menschen die Gedichte von Ingeborg Bachmann nahe. „Magst du das dann mal vorlesen?“, sagt sie, derweil die andere, die einst ihren Mann übernommen hat, die nun gemeinsame Wohnung, mit Hilfe eines smarten Maklers, Kaufinteressenten präsentiert. Lustig ist das jedoch nicht.

Ihre Mitbewohnerin ist 40 Jahre alt, was anscheinend das Alter ist, wo Nick, so heißt der Ex, sich  jüngere Gespielinnen sucht. Immerhin hat er den einstigen Mannequin eine Modefirma finanziert, wo sie sich nun, auf der Suche nach altersgerechter Kleidung, im Life-Style-Business versucht. Vollständig darauf kann sie sich jedoch nicht konzentrieren, ist sie schließlich vom Liebeskummer zerfressen.

Und der Mann, um den sich alles dreht? Der hat sich ein junges Modell geangelt, ist aber von deren Lebensstil überfordert, sodass er reumütig zur Karrierefrau, die einst auch mal eine Modepuppe war, zurückkehrt. Die verzeiht,  macht aber zur Bedingung, dass er nun beide Exfrauen nehmen müsste und ich frage mich, ob das Spaß oder die Aufforderung zur Polygamie ist. In den ge“gender“ten Zeiten, in denen wir heutzutage  leben, ist doch alles Verhandlungsbasis, nur anscheinend die Rolle der Frau nicht, die nach wie vor auf den Mann fixiert zu sein scheinen muss.  Insgesamt fand ich den Film daher enttäuschend.

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Münchhausen in Agfacolor

Kürzlich lief auf Arte der UFA Klassiker Münchhausen.  Was für ein fantastisch-abgedrehter Film!

Interessanterweise kann ich mir, trotz seines Alters, noch immer ansehen und dabei im Filmgenuss schwelgen. Nicht bei allen Filmen funktioniert das. So wollte ich mir letztens mal wieder „Momo“  anschauen, musste  dann aber bereits nach den ersten 10 Minuten ausschalten, weil mir das alles doch viel zu albern vorkam.

Ganz anders beim Münchhausen-Film. Während des Schauens stiegen bei mir ganz langsam wieder Erinnerungen auf, hatte ich diesen Film ja in meiner Kindheit schon  gesehen, aber alles vergessen, vor allem war mir überhaupt nicht mehr bewusst, wie  kreativ dieser Film ist, der sich nur grob an die Münchhausen-Vorlage hält, ansonsten aber einen wilden Plot aufbaut, der zwischen der Gegenwart und der märchenhaften Vergangenheit hin und her springt und so die lineare Zeiterfassung außer Kraft setzt.

Erich Kästner hat übrigens Regie geführt. In Dresden, wo er aufgewachsen ist, gibt es  im Haus seines Onkels ein Museum, was seinen literarischen Schaffen gewidmet ist. Eine Figur, die Erich Kästner Kindheits-Ich darstellt, sitzt frech auf der Grundstücksmauer. Als ich vergangenen Samstag in Dresden war, ist der rote Doppeldeckerbus der Stadtrundfahrt daran vorbeigefahren.

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Captain Fantastic

Im Film „Captain Fantastic“ wird interessanterweise auch in der Öko-Idylle der Leistungsgedanke mit strukturierter Tagesordnung niemals aufgegeben , sondern  perfektionisiert. Die Beschulung durch die Eltern in der Naturidylle ist dem Lernergebnissen an staatlichen Schulen haushoch überlegen, was, nachdem die Wildnis notgedrungen verlassen werden musste,  beim Zusammentreffen mit den von der Trash-Kultur infizierten Sprößlingen  der Verwandtschaft deutlich wird. Die Kinder von „Captain Fantastico“ zeigen sich, in der Konfrontation mit dem schrillen-amerikanischen Kapitalismus, zwar autistisch-nerdhaft und deshalb für den Zuschauer  ungewollt komisch, sind aber durch die vom Vater vorausgegangene  praktizierte Willensschulung, die sie an der felsigen Steilwand lehrte, ihre eigenen körperlichen Grenzen zu überschreiten, vor allen zivilisatorischen Gefahren gefeit.  Sie haben quasi, durch die Schulung in der Wildnis, übermenschliche Fähigkeiten erlangt.  (Warum muss ich dabei bloss an Louis Trenker denken?)

„Captain Fantastic'“ arbeitet so dem zu, was er vordergründig vorgibt zu kritisieren. Der Film suggeriert durch seinen Titel, dass er einer bizarre Aussteiger-Romantik frönt, in der Tat zeigt er aber deutlich, dass der gegenwärtige Zeitgeist keinen Platz mehr für Hippies kennt. Eine  libertäre Ideologie, ganz im Sinne von Ayn Rand, wird gefrönt, die wohl,  angesichts der globalisierten Verwerfungen, das Überleben des von Abstiegsängsten geplanten Mittelstandes sichern soll.

Der Film endet dann auch schlussfolgernd  im IKEA-Einfamilienhaus, wo Captain Fantastic  und seine Kinder ein geordnetes Leben finden, jedoch das in der Wildnis praktizierte Homeschooling beibehalten.

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Kolberger Disziplinierungen

Nie werde ich vergessen, wie ich vor einiger Zeit  mit Verleumdungen konfrontiert wurde, die vermutlich einzig und allein dem Zweck verfolgten, mich klein zu machen, mich wieder auf Linie zu bringen, nachdem ich in der Vergangenheit einmal meine Kritik in Worte gefasst und diese auch zur Kenntnis gegeben hatte, in der naiven Vorstellung, dass die Verantwortlichen nicht darum wüssten und unter der Voraussetzung, dass dort Menschen sitzen würden, die den offensichtlich aufgezeigten Problemen ins Auge sehen würden und an einer Lösung interessiert wären. Dem war nicht so.

Stattdessen war ich mit einer kräftezehrenden Disziplinierung konfrontiert, wo angebliche Vergehen gegen mich kreiert wurden und auch nicht davor zurückgeschreckt wurde, zu instrumentalisieren, was nutzbar gemacht werden konnte. So kann es passieren …

All dies, was ich erlebt habe, erinnert mich an eine Szene im wirklich filmtechnisch mehr als gelungenen Durchhaltefilm der Nationalsozialisten „Kolberg“ (Regie Veit Harlan), wo ein selbsternannter „Vater“ des Dorfes Kritik übt, indem er sich gegen den Befehl des Kommandanten stellt, einfach deshalb, weil dessen Befehl wenig durchdacht ist. Der zur Hilfe geeilte preußische Offizier Gneisenauer verlangt nun von ihm, die Folgen der Befehlsverweigerung (ein Graben wurde zugeschüttet) wieder rückgängig zu machen und erst danach wäre er bereit, ihn überhaupt anzuhören. Wo käme man denn dahin, wenn jeder eine eigene Meinung sowie Mitsprache hätte und individuell entscheiden würde!

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Das Funktionieren des Systems steht eben über der Vernunft des Einzelnen und erst wenn man bereit ist, sich dem System bedingungslos unterzuordnen, kann das Gemeinschaftsgefüge erfolgreich funktionieren: so die Botschaft des Films.

Die Kolberger, die dies verstanden haben,  können schließlich, durch Befehlsgehorsamkeit und Opferbereitschaft, der einfallenden napoleonischen Armee erfolgreich entgegentreten.

Zuvor ordnet sich auch der rebellierende H. Nettelberg dem Offizier Gneisenauer unter, der sich danach aber – Überraschung! – zu einer Anhörung bereit erklärt, wo er seine zuvor gezeigte  befehlerische Härte mit dem Verweis auf Freundschaft und gegenseitige Unterstützung relativiert. Auch lässt er sich nun davon überzeugen, dass Nettelbergs Kritik eigentlich inhaltlich richtig gewesen war, womit der Film „Kolberg“ hier in seiner vorrangig propagandistischen Aussage selbst „bricht“ und so versöhnlicher zu sein scheint, als das, was ich erleben durfte.

Über die Schrecken von vielfältigen „Systemen“  habe ich schon wiederholt geschrieben, z.B. hier. Und für alle,  die es verstehen können,  sei gesagt,  dass jedes System immer Gefahr läuft,  sich zum thursischen zu entwickeln.

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„Lou Andreas Salomé“: Meine kleine Filmkritik

Kann man sich ansehen, muss man aber nicht! Für die Biographie von Lou Andreas Salomé wird ein herkömmliches Erzählformat genutzt. Uninspiriert. Eine alte Lou diktiert einem jungen Germanisten ihr Leben. So ist dann der Rahmen für die linear eingefügten Lebens-Sequenzen vorgegeben, in denen die Männer seltsam „bescheuert“ herüberkommen und die Protagonistin sie dauerbeschwipst zumeist abweist, während sie gleichzeitig schlaue Lebensweisheiten von sich gibt. Das feministische Lehrstück wird untermalt von melancholischer Klaviermusik in der Endlosschleife. „Deutsches Autorenkino“ reloaded. Der auf diese Weise politisch korrekt belehrte Zuschauer kann im Anschluss an die Filmvorführung intelligent-erhaben nach Hause schweben und alles ganz exorbitant gefunden haben! Bei mir bleibt jedoch ein fader Beigeschmack. Filmkunst geht anders.

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A Clockwork Orange

Dies ist einer der verstörendsten Filme, den ich jemals gesehen habe.

In einer Zeit, wo der einstige Humanismus sich immer mehr in die Fratze des Neoliberalismus verwandelt und wo unter dem Deckmäntelchen des Guten konkrete, aber auch subliminale Gewaltexzesse vollzogen werden, empfehle ich einen gepflegten Filmabend, der keine Entspannung verspricht, dafür aber geeignet ist, gegenwärtige gesellschaftliche Zementierungen in Frage zu stellen. Schließlich markiert das um sich greifende Dogma der Political Correctness mittlerweile die Grenze zwischen dem, was sich im Einklang mit dem herrschenden und medial-propagierten Glaubenssystem befindet und was deshalb auch gedacht und gesagt werden darf und dem, was ein unumstößliches TABU darstellt, das nur mit dem Risiko des sozialen Todes verletzt werden darf. Unaussprechlich!

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