Jodhpur: die blaue Stadt

Über Jodhpur, dem "Tor zur Wüste Thar" thront das imposante Fort Mehrangarh. Im Innern der gewaltigen Festung entfaltet…

Gepostet von Marina Sosseh am Donnerstag, 4. Oktober 2018

Unser Hotel in Jodhpur: Indana Palace

Übernachtet haben wir für zwei Nächte im Indiana Palace. Das Hotel hat mir, trotz eines Stromausfalls, insgesamt sehr gut gefallen. Störend fand ich aber die vielen Tauben, die mich auch davon abgehalten haben, den Swimmingpool zu nutzten.

Das Essen war fantastisch (wie eigentlich in allen Hotels während der Reise) und am Abend gab es im Garten ein Unterhaltungsprogramm mit traditioneller Musik aus Rajasthan.

Mit einer kleinen Gruppe Mitreisender besuchten wir jedoch in einer im Lokal gelegenen Lokalität eine Bar, in der zu wirklich ohrenbetäubender Musik hübsche Tänzerinnen im Bollywood-Stil Animationen betrieben.  Einer der Herren, wohl der Geschäftsführer der Lokalität, steckte den Damen immer wieder Geldscheine zu,  wohl um die Gäste dazu aufzufordern, es ihnen gleichzutun. “Jodhpur: die blaue Stadt” weiterlesen

Das Land des Todes

(02.10) “Das Land des Todes” wurde das Wüstendreieck genannt, das bis in das Grenzgebiet zu Pakistan führt. Bikaner begrenzt es im Norden, Jaipur im Osten.

Ganz so öde und unwegsam wie der Name suggeriert, kam mir die Landschaft dann doch nicht vor. Dies soll u.a. daran liegen, dass die indische Regierung nach dem Monsumregen, laut Auskunft unseres Reiseleiters, immer wieder Akaziensamen auf die  Wüste Thar  streuen lässt, was diese, zumindest ein wenig, begrünt. “Das Land des Todes” weiterlesen

Auf nach Mandawa! Der Vlog

Jetzt habe ich mich mal als Vloggerin versucht, was eine ungewohnte Erfahrung für mich war. Ich habe so meine Schwierigkeiten vor der Kamera zu agieren, bin nämlich per se keine Selbstdarstellerin.

Während der Reisen lenkt mich schon  das Fotografieren vom unmittelbaren Erleben ab, weshalb auch das direkte Videofilmen  so seine Tücken für mich hat.

Aus all diesen Gründen  habe ich mich entschlossen, den Video-Blog  wie einen  altmodischen Diaabend anzulegen, mit dem Unterschied jedoch, dass man ungestraft die Vorführung verlassen kann,  also nicht gezwungen ist, sich die ganzen 20 Minuten anzuschauen.

Allerdings, so meine Idee,  kann so ein virtueller Diaabend sicherlich zur Entschleunigung in dieser schnelllebigen Zeit beitragen, weswegen mir eine diesbezügliche Renaissance  durchaus angeraten zu sein scheint.

Ich kommentiere also ausgewählte Bilder.  Dies habe ich weitgehend “ohne Schnitt” praktiziert, weshalb  es sicherlich “authentisch” ist,  jedoch auch das ein oder andere Füllwort bei der Aufnahme  begünstigte. Wahrscheinlich muss ich in Zukunft  auch noch Mut zu Pausen aufbringen.  Fehler habe ich mit Sprechblasen korrigiert.

Das Ergebnis ist nicht perfekt, aber ein erster Schritt in eine Richtung, die mich interessiert und Übung macht sicherlich die Meisterin.

Mein  schriftlicher Reisebericht zum Aufenthalt in Mandawa findet sich hier.

www.pdf24.org    Sende Artikel als PDF   

Auf nach Mandawa!

(01.10) Durch die Vorstädte Dehlis mit ihren Hochhäusern fuhren wir mit dem Reisebus durch das ländliche Indien. Ich sitze vorne und habe deshalb beste Sicht auf das Verkehrsaufkommen und die mehr als riskanten Verkehrsmanöver unseres Fahrers. Nein, in Indien möchte ich  kein Auto fahren, schließlich scheint sich absolut niemand an irgendwelche Regeln zu halten, dafür wird dann aber im  Zweifelsfall ausgiebig gehupt.

Wir fahren in die Region Shekhavati. Diese bestand, seit dem Niedergang der Mogul-Kaiser  im 17. Jahrhundert, aus mehreren kleinen Fürstentürmen. Mandawa  gilt mit seinen vielen bemalten Havelis als hübschester Ort der Region. “Auf nach Mandawa!” weiterlesen

Auf der Rückreise

Heiligelinde

(Freitag, 13. Juli) Den Tag verbringe ich im Bus. Endlos geht es dabei über masurische Dörfer mit schlechten Straßen, dafür aber sehe ich sehr viele Storchennestern. 

Niemals hätte ich im Vorfeld gedacht, dass sich die Strecke so unerhört lange hinzieht.

 

Heiligelinde/Swieta Lipka

Den einzigen Lichtblick des Tages stellt der Stopp in Heiligelinde/Swieta Lipka dar. Ursprünglich soll hier einmal  in Kultplatz der Pruzzen, eines baltischen Volkes, gewesen sein. Die Linde war das Symbol von kleinen Erdmännchen (genannt Puschkait), die mit den uns bekannten Heinzelmännchen vergleichbar sind. Ich vermute jedoch, dass es sich hier vorrangig  um  einen rituellen Ort für eine Göttin gehandelt haben muss, schließlich wird hier immer noch Maria gehuldigt.

Heute ist Heiligelinde ein bekannter Marienwallfahrtsort. Die barocke Basilika wurde von Jesuiten gebaut. Sie ist reich verziert, u.a. ist dort eine Holzfiguren zu sehen, die Maria zusammen mit einem Lindenstab zeigt und damit auf eine Legende des 14. Jahrhunderts anspielt, in der ein geschnitztes Marienkind in dem Baum gehängt wurde, wonach sich in Folge viele Wunder zutrugen.   “Auf der Rückreise” weiterlesen

Memel und Kaunas

Kaunas, Skulpturen

Ein Wort zuvor:

Da ich als Bloggerin immer auch möchte, dass die eigenen Texte gelesen (und kommentiert) werden, beschäftige ich mich, wie wohl auch die meisten meiner Kolleginnen, auch mit dem drögen Thema Suchmaschinenoptimierungen. Das Netz wimmelt von selbsternannten Experten, die einen mit dem nötigen Wissen versorgen.  Mich langweiligen diese Texte. . Immerhin habe ich mir ein entsprechendes Hilfsprogramm (neudeutsch Plugin) installiert. Das erfreut mich jetzt regelmäßig mit solchen Nachrichten: „Der Text erzielt 50.9 in dem Flesch Reading Ease-Test, was als ziemlich schwer zum Lesen betrachtet wird. Versuche, kürzere Sätze zu formulieren, um die Lesbarkeit zu erhöhen.“

Ich möchte mich von solchen Aussagen nicht beirren lassen und standhaft meinen Sprachstil beibehalten, auch wenn der ein oder andere Leser  so von meinen Texten  abgeschreckt sein mag.  Sprache hat auch immer etwas mit Denken zu tun und „leichte Sprache“, die ja auch allüberall politisch gefordert und auch  umgesetzt wird, ermöglicht nur ein oberflächige Erfassen von Inhalten. Dies suggeriert zwar ein Verstehen, in Wirklichkeit aber wird nur eine Konsumhaltung, die immer neuen Nachschub benötigt, weil die Menschen nicht mehr in die Tiefe vordringen können, unterstützt. Ich lehne das ab, auch wenn ich so die ständig wachsende Zahl der Bildungsfernen nicht an meinen Gedanken teilhaben lassen kann 🙂 . “Memel und Kaunas” weiterlesen

Von Runen und Hexen auf der Kurischen Nehrung

Drachenkampf

(Dienstag, 10. Juli)  Auch heute möchte ich, genau wie bei meinem gestrigen Beitrag,  mit einem Film beginnen. “Quax in Afrika” (Entstehungszeitraum 1943 – 45) sollte in der Dünenlandschaft der Kurischen Nehrung gedreht werden, da die Wehrmacht aber zeitgleich schon zurückgedrängt wurde, entschied man sich dagegen.  Die Gegend galt  als “mögliches Feindgebiet”.

Der Parniddener Berg und das Sonnenobservatorium

Ich schaue mir heute die Dünenlandschaft an, deren eindrucksvollster Teil jedoch genau im Grenzgebiet zwischen Russland und Litauen liegt. Vorsichtshalber schalte ich mein Handy auf Flugmodus, da ich nicht Gefahr laufen möchte, dass sich ein russischer Anbieter automatisch  in mein Netz einwählen könnte. Dieser würde nämlich hohe Kosten verursachen.

Durch die Nährungswälder geht es zum Parniddener Berg (auch genannt Hohe Düne).  Von hier aus hat man einen eindrucksvollen Blick auf Haff und Nehrung.

Dünenlandschaft bei Nidel

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Die heilige Geometrie

 

Das rätselhafte Castel del Monte

Mit dem Thema würde ich ja letztens sehr augenscheinlich in Apulien konfrontiert, als ich das Castel del Monte besuchte, dieses eindrucksvolle Monument der Stauferzeit, das keine Funktion zu haben scheint, außer der, die vollkommene Symetrie der Zahl Acht verwirklicht zu haben.

Die Zahl Acht ist im Castel der Monte durch seinen Grundriss mit seinen achteckigen oktogonalen Türmen wiederholt manifestiert. Der Goldene Schnitt, der ebenfalls auf Pythagoras zurückgeht,  wurde ebenfalls  in seiner Konstruktion verwirklicht. “Die heilige Geometrie” weiterlesen

Was sich in Hankensbüttel alles erleben lässt!

Zum Beispiel …. das

Otterzentrum Hankensbüttel

Pünktlich um 9.30 Uhr waren ein Freund und ich dort, gerade rechtzeitig, um an der geführten Tour durch das Otterzentrum teilzunehmen.

Eine solche geführte Tour ist auch zu empfehlen, da die meisten Tiere im Otterzentrum nachtaktiv sind und am Tage schlafen, sodass sie normalerweise nicht zu sehen sind, es sei denn, dass gerade Fütterungszeit ist. Die Tour ist mit den jeweiligen Fütterungszeiten der Tiere verknüpft und stellt so sicher, dass man als Besucher, die Tiere auch zu sehen bekommt.

Wenn man zu einem späteren Tageszeitpunkt  (als 9.30 Uhr) das Otterzentrum besucht, kann man einfach zu den Fütterungen, die ganztägig angeboten werden, dazu stoßen. Ein Flyer informiert über die jeweiligen Zeiten.  Die Tiere bekommen bei jeder Fütterung jeweils nur eine kleine Portion zugeteilt, sodass diese Praxis einer artgerechten Haltung nicht widerspricht, die Besucher aber glücklich macht. “Was sich in Hankensbüttel alles erleben lässt!” weiterlesen

Polignano a Mare und Bari (6. Tag)

Polignano a Mare

Polignano ist eine hübsche Stadt, deren kleine Altstadt über einer zerklüfteten Felsenküste liegt.  Manche der Häuser sind direkt auf oder in dem Felsen gebaut und manche der  Fenster sind direkt  aus dem Felsen herausgehauen worden.

Unten tobt die kristallklare Adria und animiert, höhere Temperaturen vorausgesetzt, zu wagemutigen Sprüngen in das kühle Nass.  Im Jahr 2017 fand folgerichtig hier die Meisterschaft im Klippenspringen statt (Red Bull Cliff Diving 2017)

In der Altstadt lassen sich überall Literaturzitate, die auf Treppenstufen oder Häusern geschrieben stehen und von Zeit zu Zeit durch neue Botschaften ersetzt werden.

Gegenüber dem Stadttor befindet sich ein kleines Lokal, in dem ich  einen “speziellen” Kaffee mit Amaretto und kleiner Orangenschale probieren durfte. Sehr lecker, siehe auch hier.

Bari

Die Mittagspause verbrachte ich in Bari. An die italienischen Restaurant-Gewohnheiten mit ihrem  Vorspeisenteller, den folgenden zwei Gängen und den anschließenden Dessert kann ich mich kaum gewöhnen, schließlich ist das Gesamtpaket sehr zeit- und geldaufwändig, die Beschränkung auf einem einzigen Gang jedoch  nicht sättigend.

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