Ist die Romantik konservativ?

Ich schaute mir letztens die Aufzeichnung der Diskussion zu der Frage, ob die Romantik eine konservative Option wĂ€re, auf YouTube an. UrsprĂŒnglich hat die Veranstaltung am 15.03.2019 in der Bibliothek des Konservatismus in Berlin stattgefunden.

Genau genommen ist es zu Beginn kein GesprĂ€ch, sondern die beiden Kontrahenten, die ich mal so nenne, weil sie diametral entgegengesetzte Positionen vertreten, nicht aber, weil sie unfreundlich gegeneinander sprechen (wie ich es in der Politik immer erlebe) halten jeweils einen Vortrag. Im zweiten Tal stellt dann der Moderator einige Fragen und die GesprĂ€chspartner, die vorher so eloquent ĂŒber ihre Sicht auf die Romantik referierten, wirken auf mich  dabei  seltsam unbeholfen. Das direkte GesprĂ€ch ist nicht so ihres.  Wahrscheinlich liegt es daran, dass es sich bei beiden um keine Muttersprachler handelt, denke ich mir, und habe VerstĂ€ndnis.

Der niederlĂ€ndische Philosoph Prof. Dr. Andreas Kinneging hĂ€lt es jedenfalls mit Goethe, der die Klassik als das Gesunde und die Romantik als das Kranke bezeichnete. 

Wie die geneigten Leser und Leserinnen  meines Blogs  wissen, habe ich  schon mehrfach die Forderung nach einer neuen Romantik positioniert, schließlich ist unser zeitgenössischer Weltzusammenhang von der Dominanz der Vorliebe fĂŒr das objektiv Evaluierbare gekennzeichnet, was die subjektive Innenschau in der Regel nicht ernst nimmt und  sie merkwĂŒrdigsten Außenseitern ĂŒberlĂ€sst, die dann bestĂ€ndig  ermahnt werden, die ökonomische Nutzbarkeit ihres Handelns nicht außer Acht zu lassen, obwohl doch gerade die Nische, die ihnen zugestanden wird, besagt, dass sie sich genau darum nicht zu scheren haben. 

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Der Park an der Ilm in Weimar (4. Tag)

Die mir in Weimar verbleibende Zeit nutzte ich, nachdem ich mir einige GebĂ€ude des nationalsozialistischen Weimars angeschaut hatte, noch fĂŒr eine kurze Begehung des Parks an der Ilm, der zwischen 1778 und 1828 entstand.

Der Park  zeigte sich mir, obwohl wir doch schon den MÀrz datieren, im winterlichen Kleid.

Immer wieder taten sich dabei Sichtachsen auf. Hier wandert der Blick zu Goethes Gartenhaus, was einst der Herzog Carl August von Sachsen-Weimar-Eisenach den Dichter geschenkt hatte und was von Goethe 1776 bezogen wurde.

Sichtachsen als gestalterisches Moment der Gartengestaltung sind mir u.a. schon vom Wörlitzer Landschaftspark bekannt und wirklich war dieser das Vorbild fĂŒr den Park an der Ilm. Herzog Karl August und Goethe  hatten Wörlitz nĂ€mlich, im Zuge einer Informationsreise besucht, bevor sie unter Einbeziehung Ă€lterer Anlagen, mit der Planung in Weimar begannen. In der Anfangszeit leitete Goethe die gestalterische Arbeit, spĂ€ter wurde dies vom Herzog ĂŒbernommen.

Leider ließ es meine Zeit nicht zu, alles zu entdecken. So schlenderte ich von der Parkhöhle kommend zur kĂŒnstlichen Ruine und dann zum römischen Haus, um dann im kleinen Bogen umzukehren und vorbei an Goethes Haus zurĂŒck zur Altstadt zu laufen. „Der Park an der Ilm in Weimar (4. Tag)“ weiterlesen

DichterhÀuser in Weimar: Schiller- und Goethehaus (3. Tag)

Das Schillerhaus

Am dritten Tag besuchten wir das Schillerhaus, wo Herr Dr. Paul Kahl einen Vortrag Â ĂŒber „Wilhelm Tell und die Weimarer Klassik“ hielt.

Das Konzept der Weimar-Jena-Akademie literarische Betrachtungen  mit Ortsbegehungen zu verknĂŒpfen, spricht mich ausgesprochen an, schließlich korrespondiert es mit meinem Ansatz des mythologischen Wandern, spart jedoch, das ist wohl dem herrschenden Zeitgeist geschuldet, eine sinnlich-empfindsame Durchdringung aus und  kapriziert sich stattdessen ganz auf eine verstandesmĂ€ĂŸige Herangehensweise.

Im Schiller-Wohnhaus schrieb der Dichter seinen „Wilhelm Tell“ und verbrachte hier auch die letzten drei Jahre seines Lebens. 1847 gelangte das ehemalige Wohnhaus in stĂ€dtischen Besitz, woraufhin  die RĂ€ume in KultrĂ€ume umfunktioniert wurden. Den Ist-Zustand beschreibt Dr. Kahl wie folgt:

Was man hier sieht ist eine „bildungsbĂŒrlich-biedermeierliche Innenrauminszenierung des 19. Jahrhunderts in der Mansarde, erweitert um eine stilgeleitete Innenrauminszenierung der spĂ€ten DDR im ersten Stockwerk. (Kahl, P.: Der Geschichtsort Schillerhaus in Weimar)

Schon vor Goethe wurde Schiller als eine bĂŒrgerliche Identifkationsfigur angesehen, an dessen Person sich eine Verehrung inszenierte. Auf dem Original-Bett des Dichters hĂ€uften die Besucher im 19. Jahrhunderts Rosen an und auch A. Hitler soll dies bei seinem Besuch im Schiller-Haus getan haben, was ihn spĂ€ter jedoch nicht davon abhielt, den „Wilhelm Tell“ verbieten zu lassen.

Da das Seminar nun beendet war, zog ich, samt GepĂ€ck vom  Wielandsgut Oßmannstedt und seiner doch recht einfachen Übernachtungsmöglichkeit, in Form eines Bettgestelles, was auf dem Boden lag,  in das Hotel Best Western Premier Hotel Russischer Hof um. Das luxuriöse Zimmer, was mich nun willkommen hieß, war schon eher nach meinem Geschmack und meine Laune stieg bei der Aussicht auf eine entspannte  Nacht, die dann allerdings ein wenig durch die GerĂ€usche der LĂŒftungsanlage (oder was auch immer?) gestört wurden. Vielleicht hĂ€tte ich diese aber auch einfach abstellen können. „DichterhĂ€user in Weimar: Schiller- und Goethehaus (3. Tag)“ weiterlesen

Der zweite Tag in Weimar: Das Stadtschloss mit seinen DichterÀumen und das Deutsche Nationaltheater

Am zweiten Tag meines Aufenthaltes im Weimarer Land hörten wir am Vormittag einen weiteren  inspirierenden Vortrag von Dr. Paul Kahl ĂŒber Goethes Iphigenie und diskutierten anschießend, inwieweit de Tyrann erziehbar ist. Wohingegen sich Goethe hier fĂŒr eine humanistisch geprĂ€gte Konfliktlösung ausspricht, zeigt Schiller im Wilhelm Tell auf, dass AufklĂ€rung und Empfindsamkeit angesichts eines ungezĂŒgelten Despotismus scheitern muss. In der anschließenden Diskussion wurde dann von einigen Teilnehmern der Tyrann mit H. Trump gleichgesetzt, was mir dann  doch reichlich vereinfachend vorkam.

Das Stadtschloss mit seinen DichterrÀumen

Danach fuhren wir mit Fahrgemeinschaften nach Weimar.  Im Stadtschloss, der einstmaligen Residenz der Herzöge von Weimar und Eisenach, besuchten wir die Dichterzimmer von Goethe und Schiller. Insgesamt gibt es vier solcher MemioralrĂ€ume, die jeweils den literarischen Motiven von Goethe, Schiller, Wieland und Herder gewidmet sind.  Eingerichtet wurden sie im Auftrag von Maria Pawlowna, verheiratet mit Carl Friedrich, Erbprinz von Sachsen-Weimar. Sie wollte damit die Wichtigkeit der Dichter fĂŒr ihre Politik unterstreichen und sich dadurch natĂŒrlich selbst aufwerten.

Ein antikes Sarkophagrelief, das Szenen von Euripides „Iphigenie bei den Tauren“ zeigt, was wiederum als Vorlage fĂŒr Goethes Iphigenie gedient hat,  gab Anlass fĂŒr die Herrichtung der Dichterzimmer. Im Goethe-Raum befinden sich dann auch mehrere Bilder, die Goethes Iphigenie illustrieren, gleichwie sich im Schiller-Raum ein GemĂ€lde zum „Wilhelm Tell“ befindet. Obwohl in diesem Zimmern die Literatur im Vordergrund stehen sollte, sind in beiden altarĂ€hnlich inszenierte Dichter-BĂŒsten in Szene gesetzt.

 

Zum weißen Schwan

Aufgrund des dichten Terminplans hatten wir nur eine kleine Mittagspause zur VerfĂŒgung, die ich zum Besuch des Gasthauses „Zum weißen Schwan“ nutzte. Ich entschied mich fĂŒr das MittagsmenĂŒ mit Vorspeise, Hauptgericht und Espresso, was mit insgesamt 14 € preislich moderat war und auch vorzĂŒglich mundete.

Das Deutsche Nationaltheater

Danach ließen wir uns durch das Deutsche Nationaltheater fĂŒhren und ich hatte die Gelegenheit endlich einmal den BĂŒhnenbereich und die WerkstĂ€tten eines Theaters zu besuchen. Leider plauderte unsere junge FĂŒhrerin  nach meinem Geschmack etwas zu begeistert ĂŒber das  anscheinend ĂŒberaus „politisch korrekte“ Regietheater in Weimar, sodass ich, entgegen meiner Absicht mich zurĂŒckzuhalten, zum Widerspruch animiert wurde.

Wetterkapriolen

Damit aber nicht genug! Bei der RĂŒckfahrt gerieten wir in heftigste Schneeverwehungen,  sodass  unsere Fahrerin uns nicht bis zum Wielandsgut bringen könnte und wir die letzten Kilometer im eisigen Wind zu Fuß zurĂŒcklegen mussten.

Der nachfolgende Vortrag ĂŒber „Weimar und die deutsche Geschichte“ verschob sich, da auch andere Teilnehmer mit Ă€hnlichen Transportproblemen zu kĂ€mpfen hatten, leicht nach hinten. Die  nachfolgende Diskussion verlief angeregt, wenngleich einige der Seminarkollegen mir zwar immer noch freundlich, aber doch deutlich distanziert entgegentraten.  Woran das wohl lag? 🙂

Zu Besuch bei Wieland: Der 1. Tag im Weimarer Land

Von Hannover ging es heute ĂŒber Göttingen und Erfurt nach Oßmannstedt. Jetzt bin ich im ehemaligen Wohnhaus von Christoph Martin Wieland, der 1797 dem Gutshof nördöstlich von Weimar erwarb, um dort mit seiner Familie nach Art eines römischen Landjunkers zu leben.

Das ruhige Landleben inspirierte ihm zum Scheiben und Dichten. Auch heute noch ist es ganz still im ehemaligen „Osmantium“,  das jetzt zur Klassik Stiftung Weimar gehört und in desen BildungsstĂ€tte (Weimar-Jena-Akademie) ich mich gerade aufhalte.

FĂŒr mich ist es ganz ungewohnt, einmal nicht ein stĂ€ndiges urbanes Rauschen, wie ich es aus Hannover gewohnt bin, zu hören. Das GĂ€stezimmer ist spartanisch und das Wieland-Museum lĂ€sst sich leider nicht besuchen, da noch  bis zum  25.03 Winterpause ist

DafĂŒr kann ich mich an das Fenster setzen und auf dem barocken Delphin-Brunnen im Schnee-Ambiente schauen und ganz langsam all die Hektik hinter mir lassen, die in den letzten Monaten mein stĂ€ndiger Begleiter war. Durchatmen – zu sich kommen …. Das Leben kann so schön sein, wenn es denn nicht das ewige Ticktack des Existenzkampfes im Fokus hat.

Ich horche einem Vortrag ĂŒber die Beziehung von Goethe zu Schiller und der Referent jongliert so wortgewaltig mit der Sprache, dass es mir, die stĂ€ndig dem einfallslosen Verwaltungs-Journalisten-Wirtschaftsdeutsch in den politischen AusschĂŒssen ausgesetzt ist, eine kontrastierende Freude ist.

Umrahmt wird das Gut von einem kleinen Landschaftspark, der vom Reichsgrafen von BĂŒnau angelegt wurde. Irgendwo hier, an der Ilm, sind Anna Dorothea Wieland, Christopf Martin Wieland und Sophie Brentano begraben. Ein Obelisk kennzeichnet diesem Platz. Morgen werde ich mich auf die Suche nach ihm begeben.

Liebe und Freundschaft / umschlang die verwandten / Seelen im Leben, / und ihr Sterbliches deckt dieser gemeinsame Stein. (Grabspruch)

Auf dem Heiligenberg in Heidelberg

Ich hatte es mir so entspannt vorgestellt: Mit dem ICE um halb Acht  nach Frankfurt fahren, um dann um  11 Uhr meine Stadtbegehung zu starten. Leider kam es anders. Der ICE war schon vor Hannover liegen belieben und fiel ersatzlos aus. Der IC, der mir als Ersatz angeboten wurde, fuhr spĂ€ter, brauchte lĂ€nger und hatte schon  in Hannover eine VerspĂ€tung von 10 Minuten. Es wurde nicht besser. AußerplanmĂ€ĂŸig musste er nach Darmstadt fahren, weil irgendetwas umrangiert werden musste, um dann eine andere Strecke nach Heidelberg zu fahren. Dank all dieser UmstĂ€nde hatte ich nun zwar ausreichend Zeit, um mein Buch zu lesen, meine Aufenthaltsdauer in Heidelberg reduzierte sich so aber so auf magere vier Stunden.

Nun  hatte ich leider keine Zeit mehr  fĂŒr die hĂŒbsche Altstadt, die aufgrund der Vorweihnachtssaison sowieso ĂŒberfĂŒllt war: Ich wollte zumindest den Thingplatz sehen. So ĂŒberquerte ich also die Altstadt-BrĂŒcke und ging eine steile Straße (genannt Schlangenweg), die aus vielen, vielen Treppen bestand, hinauf und erreichte so den Philosophenweg.

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In Draculas Reich. Teil 4

Jetzt ist ja schon reichlich viel Zeit seit meiner kleinen RumĂ€nien-Reise vergangen, noch immer aber ist mein Bericht von meiner Pauschal-Rundfahrt nach SiebenbĂŒrgen und den Moldau-Klöstern nicht abgeschlossen Vergessen habe ich das Weiterschreiben nicht, nur leider droht solch mĂŒĂŸige TĂ€tigkeiten, wie eben das Bloggen,  im leider allzu hektischen AlltagsgeschĂ€ft unterzugehen. Traurig, dass dies selbst in der Vorweihnachtszeit, die eigentlich ruhig sein sollte, nicht anders ist.

Wie dem auch sei: Ich nehme mir die Zeit und setzte meinen Bericht fort.  Hier findest du die vorangegangenen Teile: Teil 1, Teil 2, Teil 3

Der Weg fĂŒhrte mich von Biertan aus, noch am selben Tag, weiter nach SchĂ€ĂŸburg (Sighisoara). Die mittelalterliche Altstadt hat sich hier fast vollstĂ€ndig erhalten und wenn man durch die Gassen mit ihren bunten HĂ€usern schlendert, hat man das GefĂŒhl, dass die Zeit stehen geblieben ist. „In Draculas Reich. Teil 4“ weiterlesen

In RĂŒbezahls Reich, Teil 2

Am zweiten Tag in Hirschberg (pol. Jelinia Góra) fuhr ich mit dem Bus nach Agnetendorf (pol. Jagniatków). Da ich am zentralen Busbahnhof startete, musste ich erst den Bus Nr 3. bis nach Slaskie nehmen, um dann in den Bus Nr. 15 umzusteigen. Den hÀtte ich aber auch schon zentral in Hirschberg wÀhlen können, beispielsweise am Jugendstil-Theater, nur eben nicht am Busbahnhof.

Alle Polen, die ich um Rat fragten, waren sehr hilfsbereit und bemĂŒht mich irgendwie zu verstehen, was letztendlich dann auch klappte.

Bei der Planung meines Ausflugs hat mir ĂŒbrigens folgende deutschsprachige BroschĂŒre, die ich online fand, sehr geholfen: Jelinia GĂłra aktiv

Im malerisch gelegenen Agnetendorf ist die Endhaltestelle der Buslinie Nr. 15 direkt am Gerhart Hauptmann Haus gelegen. Von hier aus hÀtte ich auch noch zur mittelalterlichen Burg Kynast wandern können, aufgrund bestehender Gewitterwarnungen entschied ich mich jedoch dagegen.

Direkt gegenĂŒber der Endhaltestelle liegt das ehemalige Anwesen Gerhart Hauptmanns. Da die sowjetischen BesatzungskrĂ€fte gewisse Sympathien fĂŒr Gerhart Hauptmanns  sozialkritisches Drama „Die Weber“ aufbrachten, wurde er nicht Opfer der Vertreibung der Deutschen und konnte bis zu   seinem Tod 1 sein Anwesen, was er selbst „Wiesenstein“ nannte.  Schließlich setzte aber die polnische Regierung  196 seine Enteigung durch, woraufhin er kurz darauf verstarb.

Bis zu seinem Tode muss er hier glĂŒckliche Zeiten durchlebt haben. Er wohnte hier als Dichter des Naturalismus mit seiner zweiten Frau Margarete Marschalk. Das Haus galt als Treffpunkt fĂŒr KĂŒnstler und Literaten.

Ich nĂ€herte mich dem auf einem Granitfelsen gebauten Haus langsam und beging erst einmal den Garten, in dem sich immer wieder wilde Steinhaufen fanden, in deren Schatten sich angenehme Rast einlegen lĂ€sst. Überall sind BĂ€nke und Tische aufgestellt und laden zum Verweilen ein.

Ich könnte mir gut vorstellen, wie Gerhart Hauptmann hier mit Freunden, KĂŒnstlern und Literaten zusammengesessen hat und ĂŒber den Realismus des Naturalismus im Gegensatz zum Klassizismus der Goethezeit debattiert hat.

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Sturm ĂŒberm Acker

Nachdem ich im letzten Beitrag den Kampf der Stedinger Bauern gegen die KirchenfĂŒrsten Bremens erwĂ€hnt hatte, sendete mir ein Facebook Freund folgendes Gedicht eines seiner Ahnen, nĂ€mlich von Bruno Hanns Wittek, zu:

Meiner Heimat Berge tragen
nicht den Glanz von ewigen Firnen,
aber um die grĂŒnen Stirnen
rauscht der Wald seit VĂ€tertagen,
wandern Wolken sanft und still.

Drunten, wo die HĂŒtten stehen,
weint das Korn im Sommerwinde,
kommt der liebe Gott auf Zehen
wie zu einem kleinen Kinde,
das er lÀchelnd trösten will.

Heimat, der ich oft begegnet
in des Alltags WeltenmĂŒhle,
tausendmal bin ich gesegnet;
wenn ich deinen Atem fĂŒhle,
fĂŒhl ich tausendfachen Lohn.

Die um dieses GlĂŒck nicht wissen,
laß sie wandern in die Weite:
Herz und Schuh und Rock zerrissen,
geh ich zÀrtlich dir zur Seite
als dein vielgeliebter Sohn.

Nun passt ein Loblied auf die Heimat ja gut zu meinem Blog. Den AnknĂŒpfungspunkt mir diesen Link zu senden, stellte  aber Witteks Roman „Sturm ĂŒberm Acker“ dar. Inhaltlich  geht es dort auch um einen „Bauernkrieg“. Dieser wurde  aber nicht in einer Schlacht, sondern 1848 im Österreichischen Reichstag ausgetragen: Hans Kudlich stellte hier den Antrag, dass die Bauern von der Zehntabgabe, Robot (Frondiensten) und allen „UntertĂ€nigkeitsverhĂ€ltnissen“ befreit werden sollten und hatte damit in weitgehenden Teilen Erfolg,

Antiquarisch habe ich mir die literarische Umsetzung nun, in der Ausgabe von 1927 und in Frakturschrift, fĂŒr 1.99 € bestellt und sehe jetzt freudig einer interessanten LektĂŒre entgegen. So fĂŒhrt denn eins zum anderen …

 

 

Der goldene Vogel

 

 

Ein ganzes Wochenende habe ich mich,im Zuge eines Seminars, mit einem MĂ€rchen der BrĂŒder Grimm beschĂ€ftigt: „Der goldene Vogel“. Ich kannte es nicht und las es mir erstmals wĂ€hrend der Bahnfahrt von Hannover nach MĂŒhlheim an der Ruhr durch.

Das Seminar wurde von der EuropÀschen MÀrchengesellschaft ausgerichtet.

Die Fahrt war angenehm, teilte ich mir das Zugabteil (auch das gibt es noch!) mit einem netten Ehepaar und einer Frau, die durch ganz Deutschland fahren, um U-Bahnhöfe zu fotografieren. Im Gegensatz zu den furchtbaren Großraumwagen bieten die Abteile, die privat wirken, die Möglichkeit zu GesprĂ€chen. „Der goldene Vogel“ weiterlesen