Innere und äußere Reisen

oder: Warum das Reisen zu meinem künstlerischen Selbstverständnis gehört!

Und die Sonne machte den weiten Ritt

Und die Sonne machte den weiten Ritt
um die Welt
Und die Sternlein sprachen: "Wir reisen mit
um die Welt!"
Und die Sonne, sie schalt sie: "Ihr bleibt zu Haus!
Denn ich brenn' euch die goldnen Äuglein aus
bei dem feurigen Ritt um die Welt."
Und die Sternlein gingen zum lieben Mond
in der Nacht,
und sprachen: "Du, der auf Wolken thront
in der Nacht,
laß uns wandeln mit dir, denn dein milder Schein,
er verbrennet uns nimmer die Äugelein!"
Und er nahm sie, Gesellen der Nacht.
Nun willkommen, Sternlein und lieber Mond,
In der Nacht!
Ihr verstehet, was still in den Herzen wohnt
In der Nacht.
Kommt und zündet die himmlischen Lichter an,
Daß ich lustig mitschwärmen und spielen kann
In den freundlichen Spielen der Nacht.
(Ernst Moritz Arndt)

Reisen ist nichts anderes als „mythologisch Wandern“ im großen. Ausgangspunkt ist, zumindest bei mir, immer die Neugier auf das Fremde und Andere. Der eigene Referenzraum soll erweitert werden, ein Spielraum geöffnet, um neue Erfahrungen und auch Menschen, in unser Leben treten zu lassen.

Innere Reisen

Es gibt innere und äußere Reisen. Für die inneren Reisen muss der Ort nicht unbedingt körperlich verlassen werden. Ausgangsbuch kann ein Buch, was man liest, eine neue Erfahrung, die eingegangen wird oder ein Tanz, der mit der eigenen Seele korrespondiert, sein. Auch das Lesen meiner Blogartikel kann dir innere Reisen ermöglichen, ganz besonders dann, wenn sie dich animieren, selbst aktiv-kreativ zu werden.

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Sakrale Topographie und ein Ausflug nach Abu Simbel

(31.12.2018) Für den Ausflug mussten wir um 4 Uhr in der Nacht aufstehen. Die Busse mit all den Touristen wurden auf einem Parkplatz bei Assuan gesammelt, bevor es dann durch die Wüste nach Abu Simbel ging.

Ein wenig ließ sich noch im Bus schlafen, sodass wir halbwegs ausgeruht um 8.00 Uhr dort ankamen.

Abu Simbel befindet sich am Westufer des Nassasees. Auch diese imposante Tempelanlage wurde in einer aufwendigen Rettungsaktion vor dem Bau des Assuan -Staudammes in den 60er Jahren versetzt, genauso wie dies ja auch schon in Philae und in Kalabscha der Fall gewesen war.

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Daemonic Transmission

(30.12) Über Nacht haben wir in Assuan angelegt und haben dabei das legendäre Old Cataract Hotel, in dem einst Agathe Christie residiert hat, passiert. Agathe Christie schrieb „Tod auf dem Nil“. In Vorbereitung auf die Reise habe ich selbstverständlich das Buch ein weiteres Mal gelesen und ich nehme an, dass die meisten anderen Gäste der Nilkreuzfahrt dies auch getan haben, ich damit also nicht besonders originell bin. 🙂

Der Philae-Tempel

Unter der Herrschaft des römischen Kaisers Augustus entstand der ganz aus Sandstein erbaute Haupttempel, der dem nubischen Gott Mandulis (der sich in seiner Falkengestalt mit Horus vergleichen lässt) und der Göttin Isis von Philae gewidmet ist. Isis soll hier das Herz vom zerstückelten Osiris gefunden haben. Allerdings, dies muss man wissen, ist der jetzige Standort des Tempels nicht identisch mit dem einstigen. Der Philae-Tempel wurde nämlich von seinem einstigen Standort auf der Insel Philae, die im Zuge des Baues des Assuan Staudammes überschwemmt wurde, in den Jahren von 1977 bis 1980 auf das höhere Gelände der 600 Meter entfernten Insel Agilkia versetzt.

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Edfu-Tempel und Kom Ombo

Horusgrüße im Edfu-Tempel

(29.12) Das „Anubis Oracle“ beinhaltet eine Karte, die „Sobek and Horus“ betitelt ist. Sobek ist der Krokodilsgott, der mir in Kom Omba u.a. in Gestalt von Krokodilsmumien begegnen wird. Horus ist der Sohn von Isis und Osiris und in einer älteren Variante der Gott Unterägyptens.

Nicki Scully and Linda Star Wolf: The Anubis Oracle, Vermont 2008

Doch bevor ich euch über ägyptische Mythologie erzähle, fahren wir erst einmal mit einer Kutsche, vor der ein recht bemitleidenswerten Pferdchen gespannt ist, vom Schiffsanleger der Nilschiffe, zur Tempelanlage von Edfu.

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Das Tal der Könige, Hatschepsut und Ramses III.

Wenn es eine Seite gibt, in der sich das ägyptische Volk von anderen unterscheidet, so ist es die Fürsorge, die es seinen Toten zuwendet.

Erman, Adolf: Die Religion der Ägypter, Berlin 2001, S. 207)

(28. 12) Nachdem ich also die Memnon Kolosse passiert hatte, begab sich unsere Reisegruppe nach Theben West und zwar in das Tal der Könige.

Das Tal der Könige

Zu Beginn unserer Tour war der Besucherandrang noch maßvoll, später ….
… sah es dann so aus!

Im Eintrittsgeld war die Besichtigung von drei Gräbern inkludiert. Um sie vor den Besuchermassen (und ihren Ausdünstungen) zu schonen, sind nie gleichzeitig alle Gräber, die zu besuchen sind, geöffnet. Auch die Reiseleiter dürfen nur außerhalb der Gräber Erklärungen abgeben, nicht innerhalb.

Über Letzteres war ich froh, geht es mir beim Besuch solcher Orte schließlich eher um die innere Durchdringung und eine erste Annäherung an den Ortsgeist, weniger um die Beschallung mit Zahlen und Fakten, die ich mir im Nachgang lieber still und leise mit Lektüre aneigne.

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Mein zweiter Tag in Jaipur!

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Das Amber Fort

(6.10) Mit Elefanten kann man das Amber Fort erreichen. Spätestens seit militante Tierschützer hier Tierleid erkannt zu haben glaubten, sehen die meisten deutschen Reiseanbieter davon ab, einen Elefantentransport zu inkludieren.  Wir fuhren also mit einem schnöden Jeeps hinauf.

Der Name des Amber (gesprochen Amer) Forts begründet sich auf die Göttin Amba Mata, auch genannt Ambe Maa,  Durga Maa,  … Kali!   Sie verleiht uns Energie und unterstützt uns darin, Hindernisse in der realen Welt zu zerstören. Sie ist die Kriegsgöttin, die vernichtet, was uns bedrängt.  Lies auch hier!

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Jodhpur: die blaue Stadt

Über Jodhpur, dem "Tor zur Wüste Thar" thront das imposante Fort Mehrangarh. Im Innern der gewaltigen Festung entfaltet…

Gepostet von Marina Sosseh am Donnerstag, 4. Oktober 2018

Unser Hotel in Jodhpur: Indana Palace

Übernachtet haben wir für zwei Nächte im Indiana Palace. Das Hotel hat mir, trotz eines Stromausfalls, insgesamt sehr gut gefallen. Störend fand ich aber die vielen Tauben, die mich auch davon abgehalten haben, den Swimmingpool zu nutzten.

Das Essen war fantastisch (wie eigentlich in allen Hotels während der Reise) und am Abend gab es im Garten ein Unterhaltungsprogramm mit traditioneller Musik aus Rajasthan.

Mit einer kleinen Gruppe Mitreisender besuchten wir jedoch in einer im Lokal gelegenen Lokalität eine Bar, in der zu wirklich ohrenbetäubender Musik hübsche Tänzerinnen im Bollywood-Stil Animationen betrieben.  Einer der Herren, wohl der Geschäftsführer der Lokalität, steckte den Damen immer wieder Geldscheine zu,  wohl um die Gäste dazu aufzufordern, es ihnen gleichzutun. „Jodhpur: die blaue Stadt“ weiterlesen

Hagal – Hagel – Rad des Schicksals

My engagement with the Runes is usually done with an artistic implementation. I open up the energy of the runes and play with it. It is a kind of dialogue. I never know what comes out in the end. Also I forgot the owner of the used quote, maybe it is my favorite Rune-researcher: Adolf Kummer. Werden Walten Sein Vergehe/N Zu Neuem Sein

Gerade fertiggestellt: Rad des Schicksals – Hagal. Mischtechniken, 40 x 29,5 cm. Das Bild hat mich über Wochen beschäftigt, meist nebenbei, während ich auf einem Download gewartet, mir Musikstücke angehört oder einen Vortrag gehört habe. Alles begann mit einer kleinen Bleistiftskizze. Danach experimentierte ich mit Aquarellfarben, um dann mit Filzstiften, Kugelschreiber und auch Acrylfarbe alles zu vervollständigen. Selbst Tipp-Ex kam zum Einsatz. „Hagal — Hagel — Rad des Schicksals“ weiterlesen

Der Rattentempel

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Der Karni-Mata-Tempel in Deshnoke bei Bikaner

(03.10) Von Bikaner fuhren wir weiter bis nach Jodhpur, nicht ohne einen Zwischenstopp in Deshnoke eingelegt zu haben.

Rund 30 Kilometer von Bikaner entfernt befindet sich der Karni-Mata-Tempel, dessen Besonderheit es ist, dass er von unzähligen Ratten bewohnt wird.

Nicht nur die Kuh ist in Indien heilig; in diesem Tempel sollen auch die Ratten Glück bringen, ganz besonders dann, wenn sie weiß sind und über die Füße des Glücksuchenden laufen.

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Matronen in der Eifel und die Wiederkehr der Göttin!

Matronen in der Eifel

In der Eifel gibt es die Matronen. Es handelt sich meist um eine Dreiergruppe von Frauen , die auf einem Votivstein platziert ist. An Schriftquellen sind nur die Inschriften auf den Steinen erhalten, weitere Informationen zu der Matronen-Verehrung, die sich in der römischen Provinz Nieder-Germanien auf das Rheinland fokussiert hat, sind uns leider nicht erhalten.

Aufgrund der römischen, keltischen und germanischen Namen der Stifter handelte es sich bei der Matronenanbetung um eine gallo-römisch-germanischen Kult, der den Göttinnen opferte, um sich für die Überwindung einer schweren Krankheit oder einer Gefahr zu bedanken oder auch um Schutz für die Familie, Fruchtbarkeit oder beruflichen Erfolg zu erwirken.

Dass die Matronen eng mit der Vorstellung von Fruchtbarkeit verknüpft sind, zeigt sich auch dadurch, dass sie sitzend dargestellt werden und auf ihren Schoß Schalen mit Früchten platziert sind. Sie verweisen so auf den jahreszeitlichen Rhythmus und das Werden und Vergehen im Laufe des Jahres, genauso wie auch im menschlichen Leben.

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