Naturschönheiten und historische Entdeckungen in Gerolstein

Was sich in Gerolstein alles erleben lässt!

Erst einmal Wasser trinken!

In Gerolstein gibt es viele Quellen. Direkt am Wasserspielplatz beim Rathaus  befindet sich  eine Abfüllstelle, wo sich das Wasser der Helenenquelle  in mitgebrachte Trinkgefäße oder Flaschen füllen lässt.  Das ist überaus lecker und schmeckte mir besser als das Wasser des Gerolsteiner  Mineralwasseranbieters, der netterweise öffentliche Führungen,  jeweils um 15 Uhr auf seinen Betriebsgelände,  anbietet.

Im  Sidinger Drees, direkt am Ufer des Flüsschen Kyll, und im Gerolsteiner Zentrum sprudelt keine Quelle mehr.  Seit der Zeit der Kelten war dies aber ein Heil-, Bade- und Trinkheiligtum, worüber eine Informationstafel berichtet. Im Brunnen fand man römische Münzen, die überwiegend aus der Zeit des Kaisers Maximinius (3. Jahrhundert nach Christus) stammten.  Ein solches Opfer sollte wohl Glück bringen. “Naturschönheiten und historische Entdeckungen in Gerolstein” weiterlesen

Im Opfermoor Vogtei

[Werbung, da Pressereise]  Die Welterbereregion WartburgHainich hatte mich (und auch noch andere Blogger und Pressevertreter) vom 21. bis zum 22. Juli  zu einer kleinen Reise eingeladen, siehe hier.

Dies ist der dritte Teil meiner Vorstellung der Region. Der erste Teil lässt sich hier nachlesen und den zweiten Teil gibt es hier.

Der Mittelpunkt Deutschlands

Auf dem Grund eines  Sees, der das einstige Opfermoor überflutet, befindet sich der geographische Mittelpunkt Deutschlands. Auf einer energetischen Ebene stellt sich mir die Frage, was das mit einem Land macht, wenn seine vermessene Mitte auf einer uralten Opferstätte liegt?

Niederdorla-Seeheiligtum

Doch bevor ich hier in das Esoterische abgleite,  kehren wir geschwind wieder zu den profanen Fakten zurück: 1990, also direkt nach der Wiedervereinigung, wurde Deutschland  vermessen und  seine Mitte, die immer auch abhängig von der verwendeten Bemessungsmethode ist,  neu  bestimmt. Da der so errechnete Mittelpunkt  “im See”  für etwaige Besucher nicht attraktiv ist, wurde  – so meine Vermutung – in unmittelbarer Nähe, jedoch am Ufer,  1991 eine Kaiserlinde gepflanzt und ein entsprechender Platz  mit einem hinweisenden Mittelpunkts-Stein gestaltet. Dieser lädt jetzt zum müßigen Verweilen ein.

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Die Kurische Nehrung

Der russische Teil der Nehrung

(Montag, 9. Juli) Von Königsberg  fahren wir zum russischen Teil der Nehrung und passieren dabei Kranz/Selenogradsk.  Für den Eintritt in den Nationalpark, der als ein solcher schon in der deutschen Zeit bestand, muss Eintritt bezahlt werden. Die Straße führt dann schnurgerade  und monoton durch Wälder, mit Bäumen, die sich zur Seite lehnen. In den Dörfern stehen noch viele Häuser aus deutscher Zeit,die allerdings nich immer im guten Zustand sind.  Alles wirkt wie aus der Zeit gefallen.  Da wir keine Zwischenstopps einlegen, bekomme ich kein Gefühl für die besondere Qualität der Nehrung, die ja als Landzunge zwischen Kurisches Haff und Ostsee liegt. Wasser werde ich erst sehen, als wir unser erstes Zwischenziel, die Vogelwarte Rositten, erreicht haben. 

Vogelwarte  Rossitten/Rybatschi

Vogelwarte Rossitten

Mit zwei riesigen Fangnetzen werden  Vögel gefangen und mit Ringen versehen.  Auf diese Art und Weise folgt auch die heutige Station  immer noch der Tradition des Ornithologen Johannes Thienemann, der  die Methode der Vogelberingung entwickelte und hier die erste große deutsche  Vogelwarte  schon 1901 gründete. Durch die Vogelberingung kann die  Flugroute von Zugvögeln verfolgt werden. “Die Kurische Nehrung” weiterlesen

Die größte gotische Backsteinburg der Welt

Auf Wiedersehen, Kolberg!

(Dienstag, 3. Juli) Angesichts der mir bevorstehenden Bahnfahrt habe ich schlechte Laune. Nachdem ich am Bahnhof Kohlberg mich dann ungefähr drei Mal habe versichern lassen, dass ich am richtigen Bahnsteig (Peron) und am richtigen Gleis (Tor) stehe und auch der dort haltende Zug in Richtung Marienburg der richtige sei, sitze ich dann wirklich relativ gemütlich im korrekten Zug. Ein deutschsprechender Herr möchte mir kurz vor der Abfahrt ein christliches Buch verkaufen, ist mir aber auch dabei behilflich mein wirklich schweres Gepäckstück auf die erhöhte Ablage zu verfrachten. Ich fühle mich ihm gegenüber zwar nun verpflichtet, kaufe das Buch aber dennoch nicht. “Die größte gotische Backsteinburg der Welt” weiterlesen

Warum wir es gestern nicht bis nach Wienhausen geschafft haben!

Ich besuchte  am Museums-Sonntag die Ausstellung „Schatzhüterin. 200 Jahre Klosterkammer Hannover“ im Landesmuseum Hannover. Letztens hatte ich davon gehört, als ich das Kloster Isenhagen (hier!) besucht hatte und die Dame, die mich durch das alte Gemäuer führte, darauf aufmerksam machte, dass einige der Repliken momentan nach Hannover ausgeliehen sind.

Vor dem Museum sind große Stellwände zu den einzelnen Klöstern, die von der Klosterkammer verwaltet werden,  aufgebaut, u.a. ist auch das Kloster Wienhausen zu sehen.

Das wollte ich gestern, im Zuge der allmonatlichen Wildfrauenhauswanderung besuchen, was aber leider nicht möglich gewesen war, da schon der Zug von Hannover nach Celle Verspätung hatte, sodass wir leider sämtliche Folgebusse, inkl. Rufbus, verpassten. Die nächste Möglichkeit der Anbindung  hätte es erst in weiteren zwei Stunden gegeben. Wir hätten dann die Führung im Kloster um 11 Uhr verpasst und hätten dort bis 14 Uhr warten müssen. Eine Rückreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln wäre auch nicht möglich gewesen, sodass ich eine Wanderung von Wienhausen nach Celle geplant hatte.  Wenn wir diese nun, aufgrund der Zugverspätung, erst  um ca. 16 Uhr angetreten hätten, wären wir am Celler Hauptbahnhof wahrscheinlich erst gegen 20 Uhr gewesen, was ich für zu spät hielt. Man sieht: Ein Ausflug in die norddeutsche Provinz, ohne Auto, kann abenteuerlich sein. Wir entschieden uns dagegen und machten stattdessen eine Rundwanderung bis nach Osterloh und zurück. Landschaftlich war dies, immer an der Aller entlang, eine schöne Wanderung, allein die Mücken und die schwüle Wetterlage machten den Weg sehr beschwerlich.

Insgesamt noch ziemlich erschöpft schaute ich mir am nächsten Morgen also die Ausstellung der Klosterkammer an, musste aber feststellen, dass die Kunstwerke nicht mit mir in Resonanz gingen, allein ein Teppich aus Wienhausen zum Tristan-Epos zog meine ungeteilte Aufmerksamkeit auf sich.  Ansonsten sprachen mich die christlichen Devotionalien nicht sonderlich an, obwohl ich ja dazu neige, in der Christus-Verehrung durchaus eine Wiederauflebung des Baldur Mythos zu sehen.

Mich zog es hinaus –  zum Vater von Baldur-Christus: Wotan. Der steht, als Denkmal von Friedrich Wilhelm Engelhard,  hinter dem Museum und blickt dabei streng auf die Niedersächsische Staatskanzlei.

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Was sich in Hankensbüttel alles erleben lässt!

Zum Beispiel …. das

Otterzentrum Hankensbüttel

Pünktlich um 9.30 Uhr waren ein Freund und ich dort, gerade rechtzeitig, um an der geführten Tour durch das Otterzentrum teilzunehmen.

Eine solche geführte Tour ist auch zu empfehlen, da die meisten Tiere im Otterzentrum nachtaktiv sind und am Tage schlafen, sodass sie normalerweise nicht zu sehen sind, es sei denn, dass gerade Fütterungszeit ist. Die Tour ist mit den jeweiligen Fütterungszeiten der Tiere verknüpft und stellt so sicher, dass man als Besucher, die Tiere auch zu sehen bekommt.

Wenn man zu einem späteren Tageszeitpunkt  (als 9.30 Uhr) das Otterzentrum besucht, kann man einfach zu den Fütterungen, die ganztägig angeboten werden, dazu stoßen. Ein Flyer informiert über die jeweiligen Zeiten.  Die Tiere bekommen bei jeder Fütterung jeweils nur eine kleine Portion zugeteilt, sodass diese Praxis einer artgerechten Haltung nicht widerspricht, die Besucher aber glücklich macht. “Was sich in Hankensbüttel alles erleben lässt!” weiterlesen

Grottaglie und Tarent (7. Tag)

Am letzten Tag der Rundreise fuhren wir vom Hotel Una Regina in Bari aus, bis hin zum Golf von Tarent. Dabei ging es erneut durch das Trulli-Land und ich sah, dass in der Umgebung von Alberobello viele Häuser stehen, die eine hübsche Synthese von Trulli-Bauweise und Modernität aufweisen.

Grottaglie

Der Ortsname, der soviel wie Grottenstädtchen meint, verweist auf die Höhlen, die schon in der Altsteinzeit bewohnt worden waren. Grottaglie blickt also auf eine wirklich lange Geschichte zurück.

Als die Sarazenen im 10. Jahrhundert Taranto überfielen, suchten viele Menschen Schutz im Inland, u. a. auch in den Gravinen von Grottaglie.

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Der Park an der Ilm in Weimar (4. Tag)

Die mir in Weimar verbleibende Zeit nutzte ich, nachdem ich mir einige Gebäude des nationalsozialistischen Weimars angeschaut hatte, noch für eine kurze Begehung des Parks an der Ilm, der zwischen 1778 und 1828 entstand.

Der Park  zeigte sich mir, obwohl wir doch schon den März datieren, im winterlichen Kleid.

Immer wieder taten sich dabei Sichtachsen auf. Hier wandert der Blick zu Goethes Gartenhaus, was einst der Herzog Carl August von Sachsen-Weimar-Eisenach den Dichter geschenkt hatte und was von Goethe 1776 bezogen wurde.

Sichtachsen als gestalterisches Moment der Gartengestaltung sind mir u.a. schon vom Wörlitzer Landschaftspark bekannt und wirklich war dieser das Vorbild für den Park an der Ilm. Herzog Karl August und Goethe  hatten Wörlitz nämlich, im Zuge einer Informationsreise besucht, bevor sie unter Einbeziehung älterer Anlagen, mit der Planung in Weimar begannen. In der Anfangszeit leitete Goethe die gestalterische Arbeit, später wurde dies vom Herzog übernommen.

Leider ließ es meine Zeit nicht zu, alles zu entdecken. So schlenderte ich von der Parkhöhle kommend zur künstlichen Ruine und dann zum römischen Haus, um dann im kleinen Bogen umzukehren und vorbei an Goethes Haus zurück zur Altstadt zu laufen. “Der Park an der Ilm in Weimar (4. Tag)” weiterlesen

Dichterhäuser in Weimar: Schiller- und Goethehaus (3. Tag)

Das Schillerhaus

Am dritten Tag besuchten wir das Schillerhaus, wo Herr Dr. Paul Kahl einen Vortrag  über “Wilhelm Tell und die Weimarer Klassik” hielt.

Das Konzept der Weimar-Jena-Akademie literarische Betrachtungen  mit Ortsbegehungen zu verknüpfen, spricht mich ausgesprochen an, schließlich korrespondiert es mit meinem Ansatz des mythologischen Wandern, spart jedoch, das ist wohl dem herrschenden Zeitgeist geschuldet, eine sinnlich-empfindsame Durchdringung aus und  kapriziert sich stattdessen ganz auf eine verstandesmäßige Herangehensweise.

Im Schiller-Wohnhaus schrieb der Dichter seinen “Wilhelm Tell” und verbrachte hier auch die letzten drei Jahre seines Lebens. 1847 gelangte das ehemalige Wohnhaus in städtischen Besitz, woraufhin  die Räume in Kulträume umfunktioniert wurden. Den Ist-Zustand beschreibt Dr. Kahl wie folgt:

Was man hier sieht ist eine “bildungsbürlich-biedermeierliche Innenrauminszenierung des 19. Jahrhunderts in der Mansarde, erweitert um eine stilgeleitete Innenrauminszenierung der späten DDR im ersten Stockwerk. (Kahl, P.: Der Geschichtsort Schillerhaus in Weimar)

Schon vor Goethe wurde Schiller als eine bürgerliche Identifkationsfigur angesehen, an dessen Person sich eine Verehrung inszenierte. Auf dem Original-Bett des Dichters häuften die Besucher im 19. Jahrhunderts Rosen an und auch A. Hitler soll dies bei seinem Besuch im Schiller-Haus getan haben, was ihn später jedoch nicht davon abhielt, den “Wilhelm Tell” verbieten zu lassen.

Da das Seminar nun beendet war, zog ich, samt Gepäck vom  Wielandsgut Oßmannstedt und seiner doch recht einfachen Übernachtungsmöglichkeit, in Form eines Bettgestelles, was auf dem Boden lag,  in das Hotel Best Western Premier Hotel Russischer Hof um. Das luxuriöse Zimmer, was mich nun willkommen hieß, war schon eher nach meinem Geschmack und meine Laune stieg bei der Aussicht auf eine entspannte  Nacht, die dann allerdings ein wenig durch die Geräusche der Lüftungsanlage (oder was auch immer?) gestört wurden. Vielleicht hätte ich diese aber auch einfach abstellen können. “Dichterhäuser in Weimar: Schiller- und Goethehaus (3. Tag)” weiterlesen

Der zweite Tag in Weimar: Das Stadtschloss mit seinen Dichteräumen und das Deutsche Nationaltheater

Am zweiten Tag meines Aufenthaltes im Weimarer Land hörten wir am Vormittag einen weiteren  inspirierenden Vortrag von Dr. Paul Kahl über Goethes Iphigenie und diskutierten anschießend, inwieweit de Tyrann erziehbar ist. Wohingegen sich Goethe hier für eine humanistisch geprägte Konfliktlösung ausspricht, zeigt Schiller im Wilhelm Tell auf, dass Aufklärung und Empfindsamkeit angesichts eines ungezügelten Despotismus scheitern muss. In der anschließenden Diskussion wurde dann von einigen Teilnehmern der Tyrann mit H. Trump gleichgesetzt, was mir dann  doch reichlich vereinfachend vorkam.

Das Stadtschloss mit seinen Dichterräumen

Danach fuhren wir mit Fahrgemeinschaften nach Weimar.  Im Stadtschloss, der einstmaligen Residenz der Herzöge von Weimar und Eisenach, besuchten wir die Dichterzimmer von Goethe und Schiller. Insgesamt gibt es vier solcher Memioralräume, die jeweils den literarischen Motiven von Goethe, Schiller, Wieland und Herder gewidmet sind.  Eingerichtet wurden sie im Auftrag von Maria Pawlowna, verheiratet mit Carl Friedrich, Erbprinz von Sachsen-Weimar. Sie wollte damit die Wichtigkeit der Dichter für ihre Politik unterstreichen und sich dadurch natürlich selbst aufwerten.

Ein antikes Sarkophagrelief, das Szenen von Euripides “Iphigenie bei den Tauren” zeigt, was wiederum als Vorlage für Goethes Iphigenie gedient hat,  gab Anlass für die Herrichtung der Dichterzimmer. Im Goethe-Raum befinden sich dann auch mehrere Bilder, die Goethes Iphigenie illustrieren, gleichwie sich im Schiller-Raum ein Gemälde zum “Wilhelm Tell” befindet. Obwohl in diesem Zimmern die Literatur im Vordergrund stehen sollte, sind in beiden altarähnlich inszenierte Dichter-Büsten in Szene gesetzt.

 

Zum weißen Schwan

Aufgrund des dichten Terminplans hatten wir nur eine kleine Mittagspause zur Verfügung, die ich zum Besuch des Gasthauses “Zum weißen Schwan” nutzte. Ich entschied mich für das Mittagsmenü mit Vorspeise, Hauptgericht und Espresso, was mit insgesamt 14 € preislich moderat war und auch vorzüglich mundete.

Das Deutsche Nationaltheater

Danach ließen wir uns durch das Deutsche Nationaltheater führen und ich hatte die Gelegenheit endlich einmal den Bühnenbereich und die Werkstätten eines Theaters zu besuchen. Leider plauderte unsere junge Führerin  nach meinem Geschmack etwas zu begeistert über das  anscheinend überaus “politisch korrekte” Regietheater in Weimar, sodass ich, entgegen meiner Absicht mich zurückzuhalten, zum Widerspruch animiert wurde.

Wetterkapriolen

Damit aber nicht genug! Bei der Rückfahrt gerieten wir in heftigste Schneeverwehungen,  sodass  unsere Fahrerin uns nicht bis zum Wielandsgut bringen könnte und wir die letzten Kilometer im eisigen Wind zu Fuß zurücklegen mussten.

Der nachfolgende Vortrag über “Weimar und die deutsche Geschichte” verschob sich, da auch andere Teilnehmer mit ähnlichen Transportproblemen zu kämpfen hatten, leicht nach hinten. Die  nachfolgende Diskussion verlief angeregt, wenngleich einige der Seminarkollegen mir zwar immer noch freundlich, aber doch deutlich distanziert entgegentraten.  Woran das wohl lag? 🙂

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