Der Rattentempel

Wer meine Indien-Reise von Anfang an verfolgen möchte, möge hier beginnen.

Der Karni-Mata-Tempel in Deshnoke bei Bikaner

(03.10) Von Bikaner fuhren wir weiter bis nach Jodhpur, nicht ohne einen Zwischenstopp in Deshnoke eingelegt zu haben.

Rund 30 Kilometer von Bikaner entfernt befindet sich der Karni-Mata-Tempel, dessen Besonderheit es ist, dass er von unzähligen Ratten bewohnt wird.

Nicht nur die Kuh ist in Indien heilig; in diesem Tempel sollen auch die Ratten Glück bringen, ganz besonders dann, wenn sie weiß sind und über die Füße des Glücksuchenden laufen.

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Matronen in der Eifel und die Wiederkehr der Göttin!

Matronen in der Eifel

In der Eifel gibt es die Matronen. Es handelt sich meist um eine Dreiergruppe von Frauen , die auf einem Votivstein platziert ist. An Schriftquellen sind nur die Inschriften auf den Steinen erhalten, weitere Informationen zu der Matronen-Verehrung, die sich in der römischen Provinz Nieder-Germanien auf das Rheinland fokussiert hat, sind uns leider nicht erhalten.

Aufgrund der römischen, keltischen und germanischen Namen der Stifter handelte es sich bei der Matronenanbetung um eine gallo-römisch-germanischen Kult, der den Göttinnen opferte, um sich für die Überwindung einer schweren Krankheit oder einer Gefahr zu bedanken oder auch um Schutz für die Familie, Fruchtbarkeit oder beruflichen Erfolg zu erwirken.

Dass die Matronen eng mit der Vorstellung von Fruchtbarkeit verknüpft sind, zeigt sich auch dadurch, dass sie sitzend dargestellt werden und auf ihren Schoß Schalen mit Früchten platziert sind. Sie verweisen so auf den jahreszeitlichen Rhythmus und das Werden und Vergehen im Laufe des Jahres, genauso wie auch im menschlichen Leben.

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Von Runen und Hexen auf der Kurischen Nehrung

Drachenkampf

(Dienstag, 10. Juli)  Auch heute möchte ich, genau wie bei meinem gestrigen Beitrag,  mit einem Film beginnen. “Quax in Afrika” (Entstehungszeitraum 1943 – 45) sollte in der Dünenlandschaft der Kurischen Nehrung gedreht werden, da die Wehrmacht aber zeitgleich schon zurückgedrängt wurde, entschied man sich dagegen.  Die Gegend galt  als “mögliches Feindgebiet”.

Der Parniddener Berg und das Sonnenobservatorium

Ich schaue mir heute die Dünenlandschaft an, deren eindrucksvollster Teil jedoch genau im Grenzgebiet zwischen Russland und Litauen liegt. Vorsichtshalber schalte ich mein Handy auf Flugmodus, da ich nicht Gefahr laufen möchte, dass sich ein russischer Anbieter automatisch  in mein Netz einwählen könnte. Dieser würde nämlich hohe Kosten verursachen.

Durch die Nährungswälder geht es zum Parniddener Berg (auch genannt Hohe Düne).  Von hier aus hat man einen eindrucksvollen Blick auf Haff und Nehrung.

Dünenlandschaft bei Nidel

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Die Göttin feiern: Eine Süntelwanderung

Vom Parkplatz Kreuzsteinquelle ging es am vorletzten Samstag  hinauf zum Hohenstein.

Der Blutbach

Wir starteten am Blutbach.

Der soll so heißen, weil bei einer Schlacht zwischen den heidnischen Sachsen und den schon christianisierten Franken im Jahr 782 das Wasser des Baches vom Blut der Gefallenen rot gefärbt sein soll.

Der Aufstieg

Leider war der Weg hernach furchtbar steil und stellte alle Mitwanderer vor großen körperlichen Herausforderungen.  Beim nächsten Mal würde ich hier nach einer gemütlicheren Alternative Ausschau halten, zumal man hier, bedingt durch den Gewitterregen, auch leicht auf dem glitschigen Laub ins Rutschen kam. “Die Göttin feiern: Eine Süntelwanderung” weiterlesen

Schmetterlinge, Blüten und verspiegelte Säle in Hannover

Als Vorbereitung auf meine Apulien-Reise habe ich mir den Roman  “Reise in die Nacht: Ein Fall für Avocado Guerrieri” von Carofiglio besorgt. Nun kann ich zu dem Buch noch nichts  weiter sagen, nur soviel, dass ihm ein Aphorismus von Laotse vorangestellt ist. Darin heißt es:

Was für die Raupe das Ende der Welt, ist für den Rest der Welt ein Schmetterling. (Laotse)

“Gaukler der Tropen” im Berggarten Hannover

Dies wiederum scheint mir eine gute Überleitung zum vorgestrigen Besuch des Berggartens in Hannover zu sein, wo sich noch bis zum  2. April rund 1000 Tagfalter im Tropengewächshaus beim Blütenbesuch oder bei der Nahrungsaufnahme an der Futterstationen beobachten lassen.

Hier ist ein Bananenfalter (Mexiko bis Peru) in einer Futterstation zu sehen.

Auch der folgende Schmetterling stammt aus Südamerika. Für die Ausstellung wurden Puppen aus Zuchtbetrieben in Costa Rica, Malaysia und anderen Ländern bestellt, die sich dann im tropischen Klima des hannoverschen Gewächshauses schnell zu prachtvollen Schmetterlingen entwickelt haben.

Mehr Informationen zur Ausstellung gibt es hier.

Orchideen

Danach erfreute ich mich an den prachtvollen Orchideen.

Meine Orchidee, die ich vor einigen Monaten im Baumarkt erworben hatte, ist mir leider eingegangen, weil ich Fehler bei der Pflege gemacht hatte.

Hier aber sind Fachleute am Werk. Der Berggarten beherbergt eine der größten Orchideen-Sammlung der Welt. Ihre Geschichte geht bis auf das Jahr 1835 zurück. Unter dem Hofgärtner Hermann Wendland hat sich daraus eine systematische Sammlung entwickelt.

Nun schlenderte ich noch durch den Großen Garten von Herrenhauses, der sich, aufgrund des Kälteeinbruchs der vergangenen Wochen, noch im Winterschlaf zu befinden schien.

Die Grotte in den Herrenhäuser Gärten

Ursprünglich war diese mit Muscheln, Kristallen, Glas und Mineralien geschmückt und diente als Rückzugsort für die Hofgesellschaft.  Grotten stellen ein wichtiges Element des Barockgartens dar.

Bei dieser Außenfigur der benachbarten  Freitreppe, die im Krieg zwar unzerstört geblieben ist, aber nicht mehr am originalen Standort steht,  sind im Hintergrund Schnecken neu eingesetzt worden und sollen so verdeutlichen, wie  einst wohl auch die Innenraumgestaltung der  Grotte ausgesehen haben mag.

Schon im 19. Jahrhundert verfiel die Grotte; 1849 wurde sie ausgebessert und erhielt die  klassizistische Fassade, die auch heute noch zu sehen ist.

Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Grotte nochmals schwer beschädigt; der östliche Salon wurde im Januar 1945 durch einen Bombentreffer fast völlig zerstört. Erst kurz vor dem dreihundertsten Jubiläum im Jahr 1966 gelang die Instandsetzung des gesamten Gebäudes seinem Vorkriegszustand gemäß. Doch letztlich blieb auch diese Sanierung auf halbem Wege stecken und sicherte nur das äußere Bild der Grotte innerhalb der Gartenkomposition, denn nach wie vor blieb die Grotte für das Publikum geschlossen und wurde lediglich als Lagerraum für Gerätschaften zur Gartenbearbeitung und für Beleuchtungseinrichtungen genutzt. (Landeshauptstadt Hannover, Hrsg.: Niki de Saint Phalle – La Grotte, Hannover 2003, S. 14 f.)

Nach Plänen von  Niki de Saint Phalle wurde die Grotte von 2001 – 2003  künstlerisch umgestaltet. Sie selbst erlebte die Fertigstellung nicht mehr.

Es ist ein ganz wundersamer Ort geworden, der sich unbedingt einen Besuch lohnt.

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Die Teufelskuhle, das Mausoleum Graf Carl von Alten und die Döhrener Wolle: Eine hannoversche Winterwanderung

Gestern unternahmen eine Freundin und ich eine kleine Winterwanderung im Nahbereich.

Wir starteten am Freizeitheim Ricklingen und gingen von dort zum Ricklinger Holz. Von dort wanderten wir weiter in Richtung Hemmingen. Dabei hatte ich die Hoffnung, dass wir an der sogenannten Teufelskuhle vorbeikommen würden, hatte ich nämlich unlängst gebraucht ein Buch mit niedersächsischen Sagen erstanden, wo genau dieser geheimnisvolle Ort Erwähnung fand. Ein Einsiedler soll dort einmal gelebt haben, der nachdem er einen jungen Mann für den christlichen Glauben missioniert hatte, von dessen Bruder ermordet worden sein soll. Danach versank die Kirche mitsamt dem Mörder im Boden und die Erdspalte füllte sich mit Wasser.

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Die aktuelle Inszenierung der Zauberflöte in Hannover

Zwei Wochen im Dauerstress liegen hinter mir. Die Zeugnisse stehen kurz bevor und als Lehrerin ist man so, neben seinen regulären Unterrichtsverpflichtungen, ständig dabei, irgendwelche Listen auszufüllen und auszuwerten.

Der einzige Lichtblick innerhalb dieses stressigen Einerleis war dann für mich der Besuch der Zauberflöte vergangenen Dienstag. Das Opernhaus Hannover hat dieses Stück neu inszeniert. Premiere war am 13.01.2018. Herausgekommen ist mal wieder das von mir ungeliebte Regietheater, allerdings nicht gar so unerträglich, wie ich es 2015 bei der unsäglichen Hannoverschen “Freischütz“-Inszenierung erleben durfte.

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Alles erledigt und offen für das Neue! 

EH, Mischmaterialien, 29 x 39.5 cm, Rauhnächt 2017/18

Die Weihnachtstage habe ich im Kreis meiner Familie verbracht. Endlich war Zeit, um die Serie meiner Blogbeiträge über meine Rumänien-Rundreise fertigzustellen. Die Zeit der Dunkelheit gab auch genug Gelegenheiten, um sich mit Freunden und Bekannten zu treffen. Bücher konnten gesichtet werden und ich stellte fest, dass, selbst wenn für ein halbes Jahr der Kontakt zur Außenwelt abreißen würde, ich genug zu lesen und zu bedenken hätte.

Die Neujahrskartenlegung bestätigte mir das, was ich ohnehin schon wusste, führte es mir aber noch einmal eindringlich vor Augen. Diesmal nutzte ich das an das Crowley-Tarot  angelehnte “Black Flame Tarot“.

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Auf dem Heiligenberg in Heidelberg

Ich hatte es mir so entspannt vorgestellt: Mit dem ICE um halb Acht  nach Frankfurt fahren, um dann um  11 Uhr meine Stadtbegehung zu starten. Leider kam es anders. Der ICE war schon vor Hannover liegen belieben und fiel ersatzlos aus. Der IC, der mir als Ersatz angeboten wurde, fuhr später, brauchte länger und hatte schon  in Hannover eine Verspätung von 10 Minuten. Es wurde nicht besser. Außerplanmäßig musste er nach Darmstadt fahren, weil irgendetwas umrangiert werden musste, um dann eine andere Strecke nach Heidelberg zu fahren. Dank all dieser Umstände hatte ich nun zwar ausreichend Zeit, um mein Buch zu lesen, meine Aufenthaltsdauer in Heidelberg reduzierte sich so aber so auf magere vier Stunden.

Nun  hatte ich leider keine Zeit mehr  für die hübsche Altstadt, die aufgrund der Vorweihnachtssaison sowieso überfüllt war: Ich wollte zumindest den Thingplatz sehen. So überquerte ich also die Altstadt-Brücke und ging eine steile Straße (genannt Schlangenweg), die aus vielen, vielen Treppen bestand, hinauf und erreichte so den Philosophenweg.

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Wilde Männer, Glasbläser und Häusermaler in Venedig. Teil 3

Dies ist der letzte Teil des Berichtes über meine Venedigreise. Hier sind Teil 1 und Teil 2.

Nach dem Frühstück fuhr ich mit dem Zug zur Altstadt. Vom Bahnhof Santa Lucia schlenderte ich gemächlich in Richtung Markusplatz, offen für das, was ich dabei eventuell  noch entdecken könnte. Insofern ließ ich mich treiben. Irgendwann fand ich mich auf eine  der selten Bänke Venedigs wieder, wo ich dem Treiben der Touristen und Einheimischen kontemplativ zuschauen konnte. Solchermaßen eingestimmt  begegnete ich danach dem “Wilden Mann”.  Seht ihr ihn?

An der Vorderfront des Palazzo Bemba-Boldù im Stadtteil Cannaregio ziert er die Häuserfront.   “Wilde Männer, Glasbläser und Häusermaler in Venedig. Teil 3” weiterlesen