Ist die Romantik konservativ?

Ich schaute mir letztens die Aufzeichnung der Diskussion zu der Frage, ob die Romantik eine konservative Option wäre, auf YouTube an. Ursprünglich hat die Veranstaltung am 15.03.2019 in der Bibliothek des Konservatismus in Berlin stattgefunden.

Genau genommen ist es zu Beginn kein Gespräch, sondern die beiden Kontrahenten, die ich mal so nenne, weil sie diametral entgegengesetzte Positionen vertreten, nicht aber, weil sie unfreundlich gegeneinander sprechen (wie ich es in der Politik immer erlebe) halten jeweils einen Vortrag. Im zweiten Tal stellt dann der Moderator einige Fragen und die Gesprächspartner, die vorher so eloquent über ihre Sicht auf die Romantik referierten, wirken auf mich  dabei  seltsam unbeholfen. Das direkte Gespräch ist nicht so ihres.  Wahrscheinlich liegt es daran, dass es sich bei beiden um keine Muttersprachler handelt, denke ich mir, und habe Verständnis.

Der niederländische Philosoph Prof. Dr. Andreas Kinneging hält es jedenfalls mit Goethe, der die Klassik als das Gesunde und die Romantik als das Kranke bezeichnete. 

Wie die geneigten Leser und Leserinnen  meines Blogs  wissen, habe ich  schon mehrfach die Forderung nach einer neuen Romantik positioniert, schließlich ist unser zeitgenössischer Weltzusammenhang von der Dominanz der Vorliebe für das objektiv Evaluierbare gekennzeichnet, was die subjektive Innenschau in der Regel nicht ernst nimmt und  sie merkwürdigsten Außenseitern überlässt, die dann beständig  ermahnt werden, die ökonomische Nutzbarkeit ihres Handelns nicht außer Acht zu lassen, obwohl doch gerade die Nische, die ihnen zugestanden wird, besagt, dass sie sich genau darum nicht zu scheren haben. 

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Innere und äußere Reisen

oder: Warum das Reisen zu meinem künstlerischen Selbstverständnis gehört!

Und die Sonne machte den weiten Ritt

Und die Sonne machte den weiten Ritt
um die Welt
Und die Sternlein sprachen: "Wir reisen mit
um die Welt!"
Und die Sonne, sie schalt sie: "Ihr bleibt zu Haus!
Denn ich brenn' euch die goldnen Äuglein aus
bei dem feurigen Ritt um die Welt."
Und die Sternlein gingen zum lieben Mond
in der Nacht,
und sprachen: "Du, der auf Wolken thront
in der Nacht,
laß uns wandeln mit dir, denn dein milder Schein,
er verbrennet uns nimmer die Äugelein!"
Und er nahm sie, Gesellen der Nacht.
Nun willkommen, Sternlein und lieber Mond,
In der Nacht!
Ihr verstehet, was still in den Herzen wohnt
In der Nacht.
Kommt und zündet die himmlischen Lichter an,
Daß ich lustig mitschwärmen und spielen kann
In den freundlichen Spielen der Nacht.
(Ernst Moritz Arndt)

Reisen ist nichts anderes als „mythologisch Wandern“ im großen. Ausgangspunkt ist, zumindest bei mir, immer die Neugier auf das Fremde und Andere. Der eigene Referenzraum soll erweitert werden, ein Spielraum geöffnet, um neue Erfahrungen und auch Menschen, in unser Leben treten zu lassen.

Innere Reisen

Es gibt innere und äußere Reisen. Für die inneren Reisen muss der Ort nicht unbedingt körperlich verlassen werden. Ausgangsbuch kann ein Buch, was man liest, eine neue Erfahrung, die eingegangen wird oder ein Tanz, der mit der eigenen Seele korrespondiert, sein. Auch das Lesen meiner Blogartikel kann dir innere Reisen ermöglichen, ganz besonders dann, wenn sie dich animieren, selbst aktiv-kreativ zu werden.

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Daemonic Transmission

(30.12) Über Nacht haben wir in Assuan angelegt und haben dabei das legendäre Old Cataract Hotel, in dem einst Agathe Christie residiert hat, passiert. Agathe Christie schrieb „Tod auf dem Nil“. In Vorbereitung auf die Reise habe ich selbstverständlich das Buch ein weiteres Mal gelesen und ich nehme an, dass die meisten anderen Gäste der Nilkreuzfahrt dies auch getan haben, ich damit also nicht besonders originell bin. 🙂

Der Philae-Tempel

Unter der Herrschaft des römischen Kaisers Augustus entstand der ganz aus Sandstein erbaute Haupttempel, der dem nubischen Gott Mandulis (der sich in seiner Falkengestalt mit Horus vergleichen lässt) und der Göttin Isis von Philae gewidmet ist. Isis soll hier das Herz vom zerstückelten Osiris gefunden haben. Allerdings, dies muss man wissen, ist der jetzige Standort des Tempels nicht identisch mit dem einstigen. Der Philae-Tempel wurde nämlich von seinem einstigen Standort auf der Insel Philae, die im Zuge des Baues des Assuan Staudammes überschwemmt wurde, in den Jahren von 1977 bis 1980 auf das höhere Gelände der 600 Meter entfernten Insel Agilkia versetzt.

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Edfu-Tempel und Kom Ombo

Horusgrüße im Edfu-Tempel

(29.12) Das „Anubis Oracle“ beinhaltet eine Karte, die „Sobek and Horus“ betitelt ist. Sobek ist der Krokodilsgott, der mir in Kom Omba u.a. in Gestalt von Krokodilsmumien begegnen wird. Horus ist der Sohn von Isis und Osiris und in einer älteren Variante der Gott Unterägyptens.

Nicki Scully and Linda Star Wolf: The Anubis Oracle, Vermont 2008

Doch bevor ich euch über ägyptische Mythologie erzähle, fahren wir erst einmal mit einer Kutsche, vor der ein recht bemitleidenswerten Pferdchen gespannt ist, vom Schiffsanleger der Nilschiffe, zur Tempelanlage von Edfu.

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Das Tal der Könige, Hatschepsut und Ramses III.

Wenn es eine Seite gibt, in der sich das ägyptische Volk von anderen unterscheidet, so ist es die Fürsorge, die es seinen Toten zuwendet.

Erman, Adolf: Die Religion der Ägypter, Berlin 2001, S. 207)

(28. 12) Nachdem ich also die Memnon Kolosse passiert hatte, begab sich unsere Reisegruppe nach Theben West und zwar in das Tal der Könige.

Das Tal der Könige

Zu Beginn unserer Tour war der Besucherandrang noch maßvoll, später ….
… sah es dann so aus!

Im Eintrittsgeld war die Besichtigung von drei Gräbern inkludiert. Um sie vor den Besuchermassen (und ihren Ausdünstungen) zu schonen, sind nie gleichzeitig alle Gräber, die zu besuchen sind, geöffnet. Auch die Reiseleiter dürfen nur außerhalb der Gräber Erklärungen abgeben, nicht innerhalb.

Über Letzteres war ich froh, geht es mir beim Besuch solcher Orte schließlich eher um die innere Durchdringung und eine erste Annäherung an den Ortsgeist, weniger um die Beschallung mit Zahlen und Fakten, die ich mir im Nachgang lieber still und leise mit Lektüre aneigne.

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Der Rattentempel

Wer meine Indien-Reise von Anfang an verfolgen möchte, möge hier beginnen.

Der Karni-Mata-Tempel in Deshnoke bei Bikaner

(03.10) Von Bikaner fuhren wir weiter bis nach Jodhpur, nicht ohne einen Zwischenstopp in Deshnoke eingelegt zu haben.

Rund 30 Kilometer von Bikaner entfernt befindet sich der Karni-Mata-Tempel, dessen Besonderheit es ist, dass er von unzähligen Ratten bewohnt wird.

Nicht nur die Kuh ist in Indien heilig; in diesem Tempel sollen auch die Ratten Glück bringen, ganz besonders dann, wenn sie weiß sind und über die Füße des Glücksuchenden laufen.

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Matronen in der Eifel und die Wiederkehr der Göttin!

Matronen in der Eifel

In der Eifel gibt es die Matronen. Es handelt sich meist um eine Dreiergruppe von Frauen , die auf einem Votivstein platziert ist. An Schriftquellen sind nur die Inschriften auf den Steinen erhalten, weitere Informationen zu der Matronen-Verehrung, die sich in der römischen Provinz Nieder-Germanien auf das Rheinland fokussiert hat, sind uns leider nicht erhalten.

Aufgrund der römischen, keltischen und germanischen Namen der Stifter handelte es sich bei der Matronenanbetung um eine gallo-römisch-germanischen Kult, der den Göttinnen opferte, um sich für die Überwindung einer schweren Krankheit oder einer Gefahr zu bedanken oder auch um Schutz für die Familie, Fruchtbarkeit oder beruflichen Erfolg zu erwirken.

Dass die Matronen eng mit der Vorstellung von Fruchtbarkeit verknüpft sind, zeigt sich auch dadurch, dass sie sitzend dargestellt werden und auf ihren Schoß Schalen mit Früchten platziert sind. Sie verweisen so auf den jahreszeitlichen Rhythmus und das Werden und Vergehen im Laufe des Jahres, genauso wie auch im menschlichen Leben.

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Von Runen und Hexen auf der Kurischen Nehrung

Drachenkampf

(Dienstag, 10. Juli)  Auch heute möchte ich, genau wie bei meinem gestrigen Beitrag,  mit einem Film beginnen. „Quax in Afrika“ (Entstehungszeitraum 1943 – 45) sollte in der Dünenlandschaft der Kurischen Nehrung gedreht werden, da die Wehrmacht aber zeitgleich schon zurückgedrängt wurde, entschied man sich dagegen.  Die Gegend galt  als „mögliches Feindgebiet“.

Der Parniddener Berg und das Sonnenobservatorium

Ich schaue mir heute die Dünenlandschaft an, deren eindrucksvollster Teil jedoch genau im Grenzgebiet zwischen Russland und Litauen liegt. Vorsichtshalber schalte ich mein Handy auf Flugmodus, da ich nicht Gefahr laufen möchte, dass sich ein russischer Anbieter automatisch  in mein Netz einwählen könnte. Dieser würde nämlich hohe Kosten verursachen.

Durch die Nährungswälder geht es zum Parniddener Berg (auch genannt Hohe Düne).  Von hier aus hat man einen eindrucksvollen Blick auf Haff und Nehrung.

Dünenlandschaft bei Nidel

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Die Göttin feiern: Eine Süntelwanderung

Vom Parkplatz Kreuzsteinquelle ging es am vorletzten Samstag  hinauf zum Hohenstein.

Der Blutbach

Wir starteten am Blutbach.

Der soll so heißen, weil bei einer Schlacht zwischen den heidnischen Sachsen und den schon christianisierten Franken im Jahr 782 das Wasser des Baches vom Blut der Gefallenen rot gefärbt sein soll.

Der Aufstieg

Leider war der Weg hernach furchtbar steil und stellte alle Mitwanderer vor großen körperlichen Herausforderungen.  Beim nächsten Mal würde ich hier nach einer gemütlicheren Alternative Ausschau halten, zumal man hier, bedingt durch den Gewitterregen, auch leicht auf dem glitschigen Laub ins Rutschen kam. „Die Göttin feiern: Eine Süntelwanderung“ weiterlesen

Schmetterlinge, Blüten und verspiegelte Säle in Hannover

Als Vorbereitung auf meine Apulien-Reise habe ich mir den Roman  „Reise in die Nacht: Ein Fall für Avocado Guerrieri“ von Carofiglio besorgt. Nun kann ich zu dem Buch noch nichts  weiter sagen, nur soviel, dass ihm ein Aphorismus von Laotse vorangestellt ist. Darin heißt es:

Was für die Raupe das Ende der Welt, ist für den Rest der Welt ein Schmetterling. (Laotse)

„Gaukler der Tropen“ im Berggarten Hannover

Dies wiederum scheint mir eine gute Überleitung zum vorgestrigen Besuch des Berggartens in Hannover zu sein, wo sich noch bis zum  2. April rund 1000 Tagfalter im Tropengewächshaus beim Blütenbesuch oder bei der Nahrungsaufnahme an der Futterstationen beobachten lassen.

Hier ist ein Bananenfalter (Mexiko bis Peru) in einer Futterstation zu sehen.

Auch der folgende Schmetterling stammt aus Südamerika. Für die Ausstellung wurden Puppen aus Zuchtbetrieben in Costa Rica, Malaysia und anderen Ländern bestellt, die sich dann im tropischen Klima des hannoverschen Gewächshauses schnell zu prachtvollen Schmetterlingen entwickelt haben.

Mehr Informationen zur Ausstellung gibt es hier.

Orchideen

Danach erfreute ich mich an den prachtvollen Orchideen.

Meine Orchidee, die ich vor einigen Monaten im Baumarkt erworben hatte, ist mir leider eingegangen, weil ich Fehler bei der Pflege gemacht hatte.

Hier aber sind Fachleute am Werk. Der Berggarten beherbergt eine der größten Orchideen-Sammlung der Welt. Ihre Geschichte geht bis auf das Jahr 1835 zurück. Unter dem Hofgärtner Hermann Wendland hat sich daraus eine systematische Sammlung entwickelt.

Nun schlenderte ich noch durch den Großen Garten von Herrenhauses, der sich, aufgrund des Kälteeinbruchs der vergangenen Wochen, noch im Winterschlaf zu befinden schien.

Die Grotte in den Herrenhäuser Gärten

Ursprünglich war diese mit Muscheln, Kristallen, Glas und Mineralien geschmückt und diente als Rückzugsort für die Hofgesellschaft.  Grotten stellen ein wichtiges Element des Barockgartens dar.

Bei dieser Außenfigur der benachbarten  Freitreppe, die im Krieg zwar unzerstört geblieben ist, aber nicht mehr am originalen Standort steht,  sind im Hintergrund Schnecken neu eingesetzt worden und sollen so verdeutlichen, wie  einst wohl auch die Innenraumgestaltung der  Grotte ausgesehen haben mag.

Schon im 19. Jahrhundert verfiel die Grotte; 1849 wurde sie ausgebessert und erhielt die  klassizistische Fassade, die auch heute noch zu sehen ist.

Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Grotte nochmals schwer beschädigt; der östliche Salon wurde im Januar 1945 durch einen Bombentreffer fast völlig zerstört. Erst kurz vor dem dreihundertsten Jubiläum im Jahr 1966 gelang die Instandsetzung des gesamten Gebäudes seinem Vorkriegszustand gemäß. Doch letztlich blieb auch diese Sanierung auf halbem Wege stecken und sicherte nur das äußere Bild der Grotte innerhalb der Gartenkomposition, denn nach wie vor blieb die Grotte für das Publikum geschlossen und wurde lediglich als Lagerraum für Gerätschaften zur Gartenbearbeitung und für Beleuchtungseinrichtungen genutzt. (Landeshauptstadt Hannover, Hrsg.: Niki de Saint Phalle – La Grotte, Hannover 2003, S. 14 f.)

Nach Plänen von  Niki de Saint Phalle wurde die Grotte von 2001 – 2003  künstlerisch umgestaltet. Sie selbst erlebte die Fertigstellung nicht mehr.

Es ist ein ganz wundersamer Ort geworden, der sich unbedingt einen Besuch lohnt.