Die letzte Woche im Zeichen von Aida und 70 Jahre Israel

Aida im Opernhaus Hannover

Ach, die letzte Woche war anstrengend. Nicht nur, dass mein Koffer von der Gardaseefahrt noch nicht ausgepackt ist und die bleierne Müdigkeit der Langstrecken-Busfahrten nicht bei mir überwunden zu sein scheint, zu allem Überfluss versprach auch die aktuelle Aida-Inszenierung ( hier! ) im hannoverschen Opernhaus am Dienstagabend keine Entspannung.

Die Eintrittskarte waren  günstig, die Plätze verhießen eine gute Sicht und so machte ich mich mit einer Freundin in das hannoversche Opernhaus auf. Das hat mich ja schon wiederholt enttäuscht , was ich wohl verdrängt haben musste, denn schließlich informierte ich mich, schrecklich naiv war das, vorab nicht darüber, wer da in der Regie, steuergeldfinanziert und in Watte gebettet, seine pubertären und politisch-korrekten Alpträume ausleben durfte. Es ist der gleiche Regisseur, der auch schon die unsägliche und aktuell wieder aufgenommene hannoversche  Freischütz-Aufführung zu verantworten hat und der anscheinend in Hannover protegiert wird.

Und so machten alle bei der großen Propagandashow  mit:  die Sänger, der Chor, die Bühnenbildner, … usw. Oper auf LSD:  Auf einem Bühnenraum, der an Proben-Situationen angelehnt ist,  stürzte eine mediale Reizüberflutung auf mich ein. Ich hielt aus und ertrug sowohl das Frauen-Schlammcatchen als  auch die SM-Priesterin vor Fackelträgern: STOISCH!  Was blieb mir auch anderes übrig, schließlich saß ich mittig in einer  Zuschauerreihe:  GEFANGEN!  Als dann aber auf schwarzer Leinwand Fragen eingeblendet wurden, die mich zum “richtigen” Denken im Sinne des Regisseurs erziehen  wollten, war meine emotionale Verfassung  kurz vor lautstarken Buh-Rufen angekommen. Dass ich davon Abstand nahm, ist einzig und allein den musikalischen Leistungen  der Sänger und des Orchesters geschuldet.

Als der Vorhang zur Pause fiel, war ich in erster Linie ERLEICHTERT, konnte ich so  endlich meinem Unmut in Gesprächen Luft verschaffen und auch das Opernhaus VERLASSEN. Zuvor empfahl mir eine Besucherin die Augen zu schließen und einfach die Musik zu genießen. Sie mache dies auch so.

70 Jahre Israel

Am Donnerstag feierte  der Staat Israel sein 70jähriges Bestehen. Die Feierstunde im Alten Rathaus erstaunte mich insofern, als fast alle Redner kein optimistisches zukunftsweisendes Bild zeichneten, sondern stattdessen immer wieder auf die Shoah verwiesen, sodass bei mir fast der Eindruck entstehen konnte, als dass diese quasi als negativer Gründungsmythos für den jungen Staat  herhalten soll. In einer der vielen Reden wurde gar betont, dass Israel immer eine Zufluchtsstätte darstellt, falls denn antisemitische Übergriffe in Deutschland zunehmen würden. Dabei wurde  u.a. auf dem jüngsten Überfall  auf dem Kippa tragenden Israeli durch einen Syrer  in Berlin Bezug genommen.

Nach all den schwermütigen und “politisch korrekten” Reden  (mit Bashing der üblichen Verdächtigen, inkl. einem Seitenhieb auf Martin Luther) gab es dann ein Konzert vom Grinberg Quartett mit Klezmer-Musik.  Auch eingängige Schlagern waren zu hören. Diese heiterten – gegen Ende der Veranstaltung – die Stimmung freudvoll auf. Das Buffet tat sein übriges und so fand ich mich bald in kurzweilige Gespräche mit Israelreisenden verwickelt. Meine Neugierde wurde jedenfalls geweckt: Sollte ich Israel auch einmal besuchen?

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Die aktuelle Inszenierung der Zauberflöte in Hannover

Zwei Wochen im Dauerstress liegen hinter mir. Die Zeugnisse stehen kurz bevor und als Lehrerin ist man so, neben seinen regulären Unterrichtsverpflichtungen, ständig dabei, irgendwelche Listen auszufüllen und auszuwerten.

Der einzige Lichtblick innerhalb dieses stressigen Einerleis war dann für mich der Besuch der Zauberflöte vergangenen Dienstag. Das Opernhaus Hannover hat dieses Stück neu inszeniert. Premiere war am 13.01.2018. Herausgekommen ist mal wieder das von mir ungeliebte Regietheater, allerdings nicht gar so unerträglich, wie ich es 2015 bei der unsäglichen Hannoverschen “Freischütz“-Inszenierung erleben durfte.

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