Die Göttin feiern: Eine Süntelwanderung

Vom Parkplatz Kreuzsteinquelle ging es am vorletzten Samstag  hinauf zum Hohenstein.

Der Blutbach

Wir starteten am Blutbach.

Der soll so heißen, weil bei einer Schlacht zwischen den heidnischen Sachsen und den schon christianisierten Franken im Jahr 782 das Wasser des Baches vom Blut der Gefallenen rot gefärbt sein soll.

Der Aufstieg

Leider war der Weg hernach furchtbar steil und stellte alle Mitwanderer vor großen körperlichen Herausforderungen.  Beim nächsten Mal würde ich hier nach einer gemütlicheren Alternative Ausschau halten, zumal man hier, bedingt durch den Gewitterregen, auch leicht auf dem glitschigen Laub ins Rutschen kam. “Die Göttin feiern: Eine Süntelwanderung” weiterlesen

Warum wir es gestern nicht bis nach Wienhausen geschafft haben!

Ich besuchte  am Museums-Sonntag die Ausstellung „Schatzhüterin. 200 Jahre Klosterkammer Hannover“ im Landesmuseum Hannover. Letztens hatte ich davon gehört, als ich das Kloster Isenhagen (hier!) besucht hatte und die Dame, die mich durch das alte Gemäuer führte, darauf aufmerksam machte, dass einige der Repliken momentan nach Hannover ausgeliehen sind.

Vor dem Museum sind große Stellwände zu den einzelnen Klöstern, die von der Klosterkammer verwaltet werden,  aufgebaut, u.a. ist auch das Kloster Wienhausen zu sehen.

Das wollte ich gestern, im Zuge der allmonatlichen Wildfrauenhauswanderung besuchen, was aber leider nicht möglich gewesen war, da schon der Zug von Hannover nach Celle Verspätung hatte, sodass wir leider sämtliche Folgebusse, inkl. Rufbus, verpassten. Die nächste Möglichkeit der Anbindung  hätte es erst in weiteren zwei Stunden gegeben. Wir hätten dann die Führung im Kloster um 11 Uhr verpasst und hätten dort bis 14 Uhr warten müssen. Eine Rückreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln wäre auch nicht möglich gewesen, sodass ich eine Wanderung von Wienhausen nach Celle geplant hatte.  Wenn wir diese nun, aufgrund der Zugverspätung, erst  um ca. 16 Uhr angetreten hätten, wären wir am Celler Hauptbahnhof wahrscheinlich erst gegen 20 Uhr gewesen, was ich für zu spät hielt. Man sieht: Ein Ausflug in die norddeutsche Provinz, ohne Auto, kann abenteuerlich sein. Wir entschieden uns dagegen und machten stattdessen eine Rundwanderung bis nach Osterloh und zurück. Landschaftlich war dies, immer an der Aller entlang, eine schöne Wanderung, allein die Mücken und die schwüle Wetterlage machten den Weg sehr beschwerlich.

Insgesamt noch ziemlich erschöpft schaute ich mir am nächsten Morgen also die Ausstellung der Klosterkammer an, musste aber feststellen, dass die Kunstwerke nicht mit mir in Resonanz gingen, allein ein Teppich aus Wienhausen zum Tristan-Epos zog meine ungeteilte Aufmerksamkeit auf sich.  Ansonsten sprachen mich die christlichen Devotionalien nicht sonderlich an, obwohl ich ja dazu neige, in der Christus-Verehrung durchaus eine Wiederauflebung des Baldur Mythos zu sehen.

Mich zog es hinaus –  zum Vater von Baldur-Christus: Wotan. Der steht, als Denkmal von Friedrich Wilhelm Engelhard,  hinter dem Museum und blickt dabei streng auf die Niedersächsische Staatskanzlei.

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Was sich in Hankensbüttel alles erleben lässt!

Zum Beispiel …. das

Otterzentrum Hankensbüttel

Pünktlich um 9.30 Uhr waren ein Freund und ich dort, gerade rechtzeitig, um an der geführten Tour durch das Otterzentrum teilzunehmen.

Eine solche geführte Tour ist auch zu empfehlen, da die meisten Tiere im Otterzentrum nachtaktiv sind und am Tage schlafen, sodass sie normalerweise nicht zu sehen sind, es sei denn, dass gerade Fütterungszeit ist. Die Tour ist mit den jeweiligen Fütterungszeiten der Tiere verknüpft und stellt so sicher, dass man als Besucher, die Tiere auch zu sehen bekommt.

Wenn man zu einem späteren Tageszeitpunkt  (als 9.30 Uhr) das Otterzentrum besucht, kann man einfach zu den Fütterungen, die ganztägig angeboten werden, dazu stoßen. Ein Flyer informiert über die jeweiligen Zeiten.  Die Tiere bekommen bei jeder Fütterung jeweils nur eine kleine Portion zugeteilt, sodass diese Praxis einer artgerechten Haltung nicht widerspricht, die Besucher aber glücklich macht. “Was sich in Hankensbüttel alles erleben lässt!” weiterlesen

Schmetterlinge, Blüten und verspiegelte Säle in Hannover

Als Vorbereitung auf meine Apulien-Reise habe ich mir den Roman  “Reise in die Nacht: Ein Fall für Avocado Guerrieri” von Carofiglio besorgt. Nun kann ich zu dem Buch noch nichts  weiter sagen, nur soviel, dass ihm ein Aphorismus von Laotse vorangestellt ist. Darin heißt es:

Was für die Raupe das Ende der Welt, ist für den Rest der Welt ein Schmetterling. (Laotse)

“Gaukler der Tropen” im Berggarten Hannover

Dies wiederum scheint mir eine gute Überleitung zum vorgestrigen Besuch des Berggartens in Hannover zu sein, wo sich noch bis zum  2. April rund 1000 Tagfalter im Tropengewächshaus beim Blütenbesuch oder bei der Nahrungsaufnahme an der Futterstationen beobachten lassen.

Hier ist ein Bananenfalter (Mexiko bis Peru) in einer Futterstation zu sehen.

Auch der folgende Schmetterling stammt aus Südamerika. Für die Ausstellung wurden Puppen aus Zuchtbetrieben in Costa Rica, Malaysia und anderen Ländern bestellt, die sich dann im tropischen Klima des hannoverschen Gewächshauses schnell zu prachtvollen Schmetterlingen entwickelt haben.

Mehr Informationen zur Ausstellung gibt es hier.

Orchideen

Danach erfreute ich mich an den prachtvollen Orchideen.

Meine Orchidee, die ich vor einigen Monaten im Baumarkt erworben hatte, ist mir leider eingegangen, weil ich Fehler bei der Pflege gemacht hatte.

Hier aber sind Fachleute am Werk. Der Berggarten beherbergt eine der größten Orchideen-Sammlung der Welt. Ihre Geschichte geht bis auf das Jahr 1835 zurück. Unter dem Hofgärtner Hermann Wendland hat sich daraus eine systematische Sammlung entwickelt.

Nun schlenderte ich noch durch den Großen Garten von Herrenhauses, der sich, aufgrund des Kälteeinbruchs der vergangenen Wochen, noch im Winterschlaf zu befinden schien.

Die Grotte in den Herrenhäuser Gärten

Ursprünglich war diese mit Muscheln, Kristallen, Glas und Mineralien geschmückt und diente als Rückzugsort für die Hofgesellschaft.  Grotten stellen ein wichtiges Element des Barockgartens dar.

Bei dieser Außenfigur der benachbarten  Freitreppe, die im Krieg zwar unzerstört geblieben ist, aber nicht mehr am originalen Standort steht,  sind im Hintergrund Schnecken neu eingesetzt worden und sollen so verdeutlichen, wie  einst wohl auch die Innenraumgestaltung der  Grotte ausgesehen haben mag.

Schon im 19. Jahrhundert verfiel die Grotte; 1849 wurde sie ausgebessert und erhielt die  klassizistische Fassade, die auch heute noch zu sehen ist.

Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Grotte nochmals schwer beschädigt; der östliche Salon wurde im Januar 1945 durch einen Bombentreffer fast völlig zerstört. Erst kurz vor dem dreihundertsten Jubiläum im Jahr 1966 gelang die Instandsetzung des gesamten Gebäudes seinem Vorkriegszustand gemäß. Doch letztlich blieb auch diese Sanierung auf halbem Wege stecken und sicherte nur das äußere Bild der Grotte innerhalb der Gartenkomposition, denn nach wie vor blieb die Grotte für das Publikum geschlossen und wurde lediglich als Lagerraum für Gerätschaften zur Gartenbearbeitung und für Beleuchtungseinrichtungen genutzt. (Landeshauptstadt Hannover, Hrsg.: Niki de Saint Phalle – La Grotte, Hannover 2003, S. 14 f.)

Nach Plänen von  Niki de Saint Phalle wurde die Grotte von 2001 – 2003  künstlerisch umgestaltet. Sie selbst erlebte die Fertigstellung nicht mehr.

Es ist ein ganz wundersamer Ort geworden, der sich unbedingt einen Besuch lohnt.

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Die Teufelskuhle, das Mausoleum Graf Carl von Alten und die Döhrener Wolle: Eine hannoversche Winterwanderung

Gestern unternahmen eine Freundin und ich eine kleine Winterwanderung im Nahbereich.

Wir starteten am Freizeitheim Ricklingen und gingen von dort zum Ricklinger Holz. Von dort wanderten wir weiter in Richtung Hemmingen. Dabei hatte ich die Hoffnung, dass wir an der sogenannten Teufelskuhle vorbeikommen würden, hatte ich nämlich unlängst gebraucht ein Buch mit niedersächsischen Sagen erstanden, wo genau dieser geheimnisvolle Ort Erwähnung fand. Ein Einsiedler soll dort einmal gelebt haben, der nachdem er einen jungen Mann für den christlichen Glauben missioniert hatte, von dessen Bruder ermordet worden sein soll. Danach versank die Kirche mitsamt dem Mörder im Boden und die Erdspalte füllte sich mit Wasser.

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Eine Herbstwanderung zur Wewelsburg

Das schöne Herbstwetter nutzte die Wildfrauenhaus-Wandergruppe für einen Ausflug nach Büren zur Wewelsburg.

Mit der S-Bahn fuhren wir  vom Hauptbahnhof Hannover nach Paderborn und dann weiter mit dem Bus S61 ich Niedernturdorf, Abzweigung Bahnhof Salzkotten. 

Sind das noch Sturmschäden vom Orkan Xavier?

Im Dorf gibt es schon einmal eine Kirche und einen Findling zu bestaunen. Über das Flüsschen Alme hinweg ging es durch eine liebliche Wald-Wiesen- und Hügellandschaft bis hin nach Büren.

Vor dem Ortseingang  in Büren kamen wir an einem ehemaligen Schießstand der SS vorbei. Ein Schild informiert über das historische Geschehen. “Eine Herbstwanderung zur Wewelsburg” weiterlesen

Sachlich-monumentale Industriearchitektur in Vahrenwald, Hannover: Ein Fotospaziergang

Einmal im Jahr findet der Tag des Denkmals statt.  Viele Denkmäler, die normalerweise nicht öffentlich zugänglich sind, lassen sich dann besichtigen.

Ich schaute mir das Verwaltungsgebäude der Continentalwerke an der Vahrenwalder Straße in Hannover an.  Leider war  im Innern des Gebäudes nur der erste Lichthof begehbar. Dieser ist auch an Werktagen für die Öffentlichkeit zugänglich und kann jederzeit besichtigt werden. Die anderen beiden Lichthöfe waren leider auch am Tag des Denkmals abgesperrt, was ich schade fand.

Sid Auffahrt gibt einige Erklärungen zum Gebäude ab.

Das Conti Verwaltungsgebäude ist 1912 – 1914  errichtet und von Peter Behrens entworfen worden. Die Firma selbst gründete sich 1871 unter dem Namen “Continental-Caoutchouc & Gutta-Percha-Compagnie” als Produzent von Fahrradreifen und entwickelte sich zu einem weltweit führenden Zulieferer der Autoindustrie.

Man beachte im folgenden Bild die groben Steine zu denen die glatte, sachliche Fassade einen aufstrebenden Kontrast bildet. Die sachliche Nüchternheit zeugt von einer Befreiung von der zeittypischen Historisierung. Obwohl Peter Behrens in seiner Frühphase  die Ornamentik favorisiert hat, tritt sie hier zugunsten einer Großflächigkeit und Schlichtheit fast vollständig zurück.

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Wenn das keine repräsentative Architektur ist! Die fünf Köpfe zeigen die Physiognomie der Erdteile.

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Mögt ihr Stuck?

Ich ja, was ja in meinem Blog immer wieder durch meine viele Fotografien von Stuckfassaden zum Ausdruck kommt.

Ich mag jede Art von Verzierung

Ornamente verzaubern nüchterne Hausfassaden.

Adolf Loos hat in seinem Vortrag “Ornament und Verbrechen” 1910 dazu aufgerufen, das Ornament aus den Städten zu verbannen.

Der moderne Mensch, der Mensch mit den modernen Nerven, braucht das Ornament nicht, er verabscheut es.

In der Zeit, als er dies geschrieben hatte, wurden  Fassaden noch opulent ausgeschmückt. Die Gedankengänge von Adolf Loos  trafen jedoch auf den Zeitgeist einer nüchternen Gegenbewegung  und sie führten letztendlich dazu, dass die Innenstädte in Deutschland immer schlichter wurden. Einfaltsloser! Gründerzeitshäuser, die den Krieg überlebt hatten, wurde der Stuck sogar nachträglich abgeschlagen.

Für die Mehrheit der Menschen in den 50er Jahren war Stuck geschmacklose Pseudostilistik

Der Historizismus, den Adolf Loos verachtete, weil er ihn vorwarf sich beliebig an allerlei Zierart zu vergehen, wurde in den 1964 erschien Bildband von Wolf Jobst Siedler  “Die gemordete Stadt”  post mortem gelobt, schließlich trugen, so seine Meinung,  die Dekors der Gründerzeitfassaden zu einer Stadtlandschaft bei, in der man sich wohlfühlen konnte. Die Tristesse der  funktionalen Nachkriegsbebauung dagegen lässt keine Heimeligkeit aufkommen.  Leider dominiert diese fade Nüchternheit bis heute das Stadtbild.

Allerdings lässt sich glücklicherweise mittlerweile  ein leises  Umdenken feststellen und es kommt sogar zu Neuverstuckungen. Überhaupt sind Retrobauten wieder gefragt. Nach historischem Vorbild soll wieder neu erstehen, was uns mit dem verbindet, was längst vergangen ist.

In Hannover wird gerade diskutiert, die Markthalle abzureißen und durch einen Neubau mit historischen Anleihen zu ersetzen. Eine vollständige Rekonstruktion des einstigen Jugendstilbaus ist leider, aufgrund von Bebauungen, nicht mehr möglich. Spannend wird die Diskussion auch dadurch, dass auch die jetzige Markthalle unter Denkmalschutz steht.

Interessant fände ich es,  sich durchaus moderne Bauten zu erdenken, die Versatzstücke aus dem Historizismus, der sich  ja selbst wieder in der Antike, Gotik, Renaissance, … bedient, interagiert. Das Ornament könnte so mit der Funktionalität in den Dialog treten oder aber gerade im Kontrast eine neue ästhetische Dimension entfalten.

Ich glaube, dass mich eine solche Architektur begeistern könnte.

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“Metropolitan” im GOP-Varieté Hannover

Die Üstra wird 125 Jahre alt und feiert sich, genauso wie das GOP, das es in der aktuellen Version seit 25 Jahren gibt. Auch das “Feuerwerk der Turnkunst” hat Grund zum Feiern, wird es nämlich 30 Jahre alt. Alle drei Jubiläen sind zusammengeführt in eine Show, in der die Üstra das Thema und das Bühnenbild liefert, das GOP den exklusiv-plüschigen Veranstaltungsort und den ein oder anderen Künstler beisteuert  und die “Turnkunst” eben durch die Turner beteiligt ist.

“Metropolitan” wird bis zum 29. Oktober  im GOP Hannover gezeigt. Darin fährt eine längs halbierter Straßenbahnwaggon der Baureihe TW 2000 (“Silberpfeil”) durch Hannover und bildet die Kulisse für Akrobatik und andere sportliche Darbietungen.

Das ist nur insofern eine neue Idee, als dass hier ein  “echter” Stadtbahnwagen auf der Bühne steht und vor den Fenstern der Bühnenbahn die Fahrkulisse von realen Silberpfeil-Fahrten abläuft, ansonsten handelt es sich hier um eine Anlehnung an “Linie 1”. Der “barrierefreie“  Rahmen wird nun als Hintergrund genutzt, um verschiedenartigste Darbietungen wie Breakdance, Poledance, Luftakrobatik und Clownerie zu zeigen.

Mehrheitlich hübsche junge Menschen vollführen dabei akrobatische Übungen, gerne auch mal mit nacktem Oberkörper, was manche der anwesenden Damen zu Schreiattacken animiert. So muss es auch zugehen, wenn die Chippendales auftreten. Etwas verlegen nippe ich am Bier, was mir ein freundlicher Kellner, der jedoch kaum deutsch spricht, gebracht hat. Egal. Es ist sowieso  laut hier und der imaginäre Zug rollt weiter durch hannoversche Landschaften. Im Bühnen-Waggon wird wohlgefällig getanzt und geturnt, zwischenzeitlich taucht ein skurriler älterer Herr auf der Bühne auf, der “Hilfe” schreit und wohl für die Komik zuständig ist. Inhaltlich ist es das schon und ich ahne, dass ich für die Varieté Kunst nicht gemacht bin. Ich hätte mir doch mehr Anleihen an die Realität des öffentlichen Nahverkehrs gewünscht, als es die Songs, die kurzzeitig von Stress und vollen Bahnen trällern, mir ermöglichen. Selbst die muskelbepackten  Mitarbeiter des privaten Wachdienstes, die tagtäglich in der Stadtbahn zu erleben sind,  haben sich hier in fragile  Turner verwandelt, die zu sexy Musik ihre Schlagstöcke und ihre Hüften hüpfen lassen. Nichts ist zu sehen von kotzenden Teenagern auf der Fahrt in den “Funpark”, eingepissten oder wahlweise testesterongeladenen Männer in gespreizter Beinstellung, die einen kaum Platz lassen und schwer schaukelnden Zügen, die einen in Körperkontakt mit Menschen bringen,  mit denen man diesen niemals haben wollte. Nichts ist zu hören, von einer babylonischen Sprachvielfalt, die einem bei der Fahrt mit dem öffentlichen Nahverkehr daran zweifeln lässt, noch in Deutschland zu sein und deren Lautstärke das nordeuropäisch konstituierte Gehör mit größten Herausforderungen konfrontiert.

Man hätte all diese Realitäten  ja durchaus ironisch-überspitzt und in homöopathischer Dosierung angehen können. Die Wohlfühlatmosphäre wäre so nicht gestört und die Gehirnzellen des Publikums wären dennoch ein wenig in Arbeit gekommen. Doch ich muss einsehen, dass es darum hier nicht geht, vielmehr steht die leichte Unterhaltung und der Körper und was Menschen fähig sind, damit anzustellen, im Fokus. Und das ist durchaus beeindruckend.

 

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Moorhenniespfad: Erholung im Nahbereich

Ich bin ja nicht nur Bloggerin, sondern auch  Regionsabgeordnete. In dieser Funktion  durfte ich  gestern den Moorhenniespfad, der im Frühjahr 2016 eröffnet wurde,  kennenlernen. Der ist von Hannover aus mit der S-Bahn bequem zu erreichen und beginnt, ganz bequem, direkt an der Haltestelle Poggenhagen, die gleich nach Wunstorf gelegen ist und sich nicht weit entfernt vom Steinhuder Meer aus befindet.

Das Bahnhofsgebäude von 1907 ist dann auch schon eine erste Station.  Insgesamt gibt es 31, die an zwei Wanderwegen, der sogenannten Nord- und Südroute, aufgestellt sind. Beide lassen sich miteinander kombinieren. Die Nordroute legt ihren Schwerpunkt auf Naturerfahrung, wohingegen die Südroute die Ortsgeschichte und die Kultur in den Mittelpunkt stellt.

Wir begingen einige Stationen der Südroute.  Die aufgestellten Tafeln schildern, wie es in der Vergangenheit an den verschiedenen Plätzen ausgesehen hat oder weisen auf Besonderheiten hin,  an denen man andernfalls achtlos vorbeigegangen wäre.  Die Tafeln nehmen den Besucher quasi bei der Hand und geben ihm das Gefühl, eine persönliche Führung durch das Dorf und seine Umgebung zu erhalten. Da der Pfad im Kontext des Naturparks Steinhuder Meer zur Hörregion Hannover zählt, befinden sich auf den Schrifttafeln QR-Codes, mit denen sich Hörinformationen per Smartphone abrufen lassen. Diese sind selbstverständlich auch im Internet hörbar, doch sollte man die Sequenzen lieber vor Ort abspielen, um so ein ganzheitliches  Erlebnis zu genießen. “Moorhenniespfad: Erholung im Nahbereich” weiterlesen