Eine Herbstwanderung zur Wewelsburg

Das schöne Herbstwetter nutzte die Wildfrauenhaus-Wandergruppe fĂŒr einen Ausflug nach BĂŒren zur Wewelsburg.

Mit der S-Bahn fuhren wir  vom Hauptbahnhof Hannover nach Paderborn und dann weiter mit dem Bus S61 ich Niedernturdorf, Abzweigung Bahnhof Salzkotten. 

Sind das noch SturmschÀden vom Orkan Xavier?

Im Dorf gibt es schon einmal eine Kirche und einen Findling zu bestaunen. Über das FlĂŒsschen Alme hinweg ging es durch eine liebliche Wald-Wiesen- und HĂŒgellandschaft bis hin nach BĂŒren.

Vor dem Ortseingang  in BĂŒren kamen wir an einem ehemaligen Schießstand der SS vorbei. Ein Schild informiert ĂŒber das historische Geschehen. „Eine Herbstwanderung zur Wewelsburg“ weiterlesen

Sachlich-monumentale Industriearchitektur in Vahrenwald, Hannover: Ein Fotospaziergang

Einmal im Jahr findet der Tag des Denkmals statt.  Viele DenkmÀler, die normalerweise nicht öffentlich zugÀnglich sind, lassen sich dann besichtigen.

Ich schaute mir das VerwaltungsgebĂ€ude der Continentalwerke an der Vahrenwalder Straße in Hannover an.  Leider war  im Innern des GebĂ€udes nur der erste Lichthof begehbar. Dieser ist auch an Werktagen fĂŒr die Öffentlichkeit zugĂ€nglich und kann jederzeit besichtigt werden. Die anderen beiden Lichthöfe waren leider auch am Tag des Denkmals abgesperrt, was ich schade fand.

Sid Auffahrt gibt einige ErklÀrungen zum GebÀude ab.

Das Conti VerwaltungsgebĂ€ude ist 1912 – 1914  errichtet und von Peter Behrens entworfen worden. Die Firma selbst grĂŒndete sich 1871 unter dem Namen „Continental-Caoutchouc & Gutta-Percha-Compagnie“ als Produzent von Fahrradreifen und entwickelte sich zu einem weltweit fĂŒhrenden Zulieferer der Autoindustrie.

Man beachte im folgenden Bild die groben Steine zu denen die glatte, sachliche Fassade einen aufstrebenden Kontrast bildet. Die sachliche NĂŒchternheit zeugt von einer Befreiung von der zeittypischen Historisierung. Obwohl Peter Behrens in seiner FrĂŒhphase  die Ornamentik favorisiert hat, tritt sie hier zugunsten einer GroßflĂ€chigkeit und Schlichtheit fast vollstĂ€ndig zurĂŒck.

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Wenn das keine reprĂ€sentative Architektur ist! Die fĂŒnf Köpfe zeigen die Physiognomie der Erdteile.

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Mögt ihr Stuck?

Ich ja, was ja in meinem Blog immer wieder durch meine viele Fotografien von Stuckfassaden zum Ausdruck kommt.

Ich mag jede Art von Verzierung

Ornamente verzaubern nĂŒchterne Hausfassaden.

Adolf Loos hat in seinem Vortrag „Ornament und Verbrechen“ 1910 dazu aufgerufen, das Ornament aus den StĂ€dten zu verbannen.

Der moderne Mensch, der Mensch mit den modernen Nerven, braucht das Ornament nicht, er verabscheut es.

In der Zeit, als er dies geschrieben hatte, wurden  Fassaden noch opulent ausgeschmĂŒckt. Die GedankengĂ€nge von Adolf Loos  trafen jedoch auf den Zeitgeist einer nĂŒchternen Gegenbewegung  und sie fĂŒhrten letztendlich dazu, dass die InnenstĂ€dte in Deutschland immer schlichter wurden. Einfaltsloser! GrĂŒnderzeitshĂ€user, die den Krieg ĂŒberlebt hatten, wurde der Stuck sogar nachtrĂ€glich abgeschlagen.

FĂŒr die Mehrheit der Menschen in den 50er Jahren war Stuck geschmacklose Pseudostilistik

Der Historizismus, den Adolf Loos verachtete, weil er ihn vorwarf sich beliebig an allerlei Zierart zu vergehen, wurde in den 1964 erschien Bildband von Wolf Jobst Siedler  „Die gemordete Stadt“  post mortem gelobt, schließlich trugen, so seine Meinung,  die Dekors der GrĂŒnderzeitfassaden zu einer Stadtlandschaft bei, in der man sich wohlfĂŒhlen konnte. Die Tristesse der  funktionalen Nachkriegsbebauung dagegen lĂ€sst keine Heimeligkeit aufkommen.  Leider dominiert diese fade NĂŒchternheit bis heute das Stadtbild.

Allerdings lĂ€sst sich glĂŒcklicherweise mittlerweile  ein leises  Umdenken feststellen und es kommt sogar zu Neuverstuckungen. Überhaupt sind Retrobauten wieder gefragt. Nach historischem Vorbild soll wieder neu erstehen, was uns mit dem verbindet, was lĂ€ngst vergangen ist.

In Hannover wird gerade diskutiert, die Markthalle abzureißen und durch einen Neubau mit historischen Anleihen zu ersetzen. Eine vollstĂ€ndige Rekonstruktion des einstigen Jugendstilbaus ist leider, aufgrund von Bebauungen, nicht mehr möglich. Spannend wird die Diskussion auch dadurch, dass auch die jetzige Markthalle unter Denkmalschutz steht.

Interessant fĂ€nde ich es,  sich durchaus moderne Bauten zu erdenken, die VersatzstĂŒcke aus dem Historizismus, der sich  ja selbst wieder in der Antike, Gotik, Renaissance, … bedient, interagiert. Das Ornament könnte so mit der FunktionalitĂ€t in den Dialog treten oder aber gerade im Kontrast eine neue Ă€sthetische Dimension entfalten.

Ich glaube, dass mich eine solche Architektur begeistern könnte.

„Metropolitan“ im GOP-VarietĂ© Hannover

Die Üstra wird 125 Jahre alt und feiert sich, genauso wie das GOP, das es in der aktuellen Version seit 25 Jahren gibt. Auch das „Feuerwerk der Turnkunst“ hat Grund zum Feiern, wird es nĂ€mlich 30 Jahre alt. Alle drei JubilĂ€en sind zusammengefĂŒhrt in eine Show, in der die Üstra das Thema und das BĂŒhnenbild liefert, das GOP den exklusiv-plĂŒschigen Veranstaltungsort und den ein oder anderen KĂŒnstler beisteuert  und die „Turnkunst“ eben durch die Turner beteiligt ist.

„Metropolitan“ wird bis zum 29. Oktober  im GOP Hannover gezeigt. Darin fĂ€hrt eine lĂ€ngs halbierter Straßenbahnwaggon der Baureihe TW 2000 („Silberpfeil“) durch Hannover und bildet die Kulisse fĂŒr Akrobatik und andere sportliche Darbietungen.

Das ist nur insofern eine neue Idee, als dass hier ein  „echter“ Stadtbahnwagen auf der BĂŒhne steht und vor den Fenstern der BĂŒhnenbahn die Fahrkulisse von realen Silberpfeil-Fahrten ablĂ€uft, ansonsten handelt es sich hier um eine Anlehnung an „Linie 1“. Der “barrierefreie“  Rahmen wird nun als Hintergrund genutzt, um verschiedenartigste Darbietungen wie Breakdance, Poledance, Luftakrobatik und Clownerie zu zeigen.

Mehrheitlich hĂŒbsche junge Menschen vollfĂŒhren dabei akrobatische Übungen, gerne auch mal mit nacktem Oberkörper, was manche der anwesenden Damen zu Schreiattacken animiert. So muss es auch zugehen, wenn die Chippendales auftreten. Etwas verlegen nippe ich am Bier, was mir ein freundlicher Kellner, der jedoch kaum deutsch spricht, gebracht hat. Egal. Es ist sowieso  laut hier und der imaginĂ€re Zug rollt weiter durch hannoversche Landschaften. Im BĂŒhnen-Waggon wird wohlgefĂ€llig getanzt und geturnt, zwischenzeitlich taucht ein skurriler Ă€lterer Herr auf der BĂŒhne auf, der „Hilfe“ schreit und wohl fĂŒr die Komik zustĂ€ndig ist. Inhaltlich ist es das schon und ich ahne, dass ich fĂŒr die VarietĂ© Kunst nicht gemacht bin. Ich hĂ€tte mir doch mehr Anleihen an die RealitĂ€t des öffentlichen Nahverkehrs gewĂŒnscht, als es die Songs, die kurzzeitig von Stress und vollen Bahnen trĂ€llern, mir ermöglichen. Selbst die muskelbepackten  Mitarbeiter des privaten Wachdienstes, die tagtĂ€glich in der Stadtbahn zu erleben sind,  haben sich hier in fragile  Turner verwandelt, die zu sexy Musik ihre Schlagstöcke und ihre HĂŒften hĂŒpfen lassen. Nichts ist zu sehen von kotzenden Teenagern auf der Fahrt in den „Funpark“, eingepissten oder wahlweise testesterongeladenen MĂ€nner in gespreizter Beinstellung, die einen kaum Platz lassen und schwer schaukelnden ZĂŒgen, die einen in Körperkontakt mit Menschen bringen,  mit denen man diesen niemals haben wollte. Nichts ist zu hören, von einer babylonischen Sprachvielfalt, die einem bei der Fahrt mit dem öffentlichen Nahverkehr daran zweifeln lĂ€sst, noch in Deutschland zu sein und deren LautstĂ€rke das nordeuropĂ€isch konstituierte Gehör mit grĂ¶ĂŸten Herausforderungen konfrontiert.

Man hĂ€tte all diese RealitĂ€ten  ja durchaus ironisch-ĂŒberspitzt und in homöopathischer Dosierung angehen können. Die WohlfĂŒhlatmosphĂ€re wĂ€re so nicht gestört und die Gehirnzellen des Publikums wĂ€ren dennoch ein wenig in Arbeit gekommen. Doch ich muss einsehen, dass es darum hier nicht geht, vielmehr steht die leichte Unterhaltung und der Körper und was Menschen fĂ€hig sind, damit anzustellen, im Fokus. Und das ist durchaus beeindruckend.

 

Moorhenniespfad: Erholung im Nahbereich

Ich bin ja nicht nur Bloggerin, sondern auch  Regionsabgeordnete. In dieser Funktion  durfte ich  gestern den Moorhenniespfad, der im FrĂŒhjahr 2016 eröffnet wurde,  kennenlernen. Der ist von Hannover aus mit der S-Bahn bequem zu erreichen und beginnt, ganz bequem, direkt an der Haltestelle Poggenhagen, die gleich nach Wunstorf gelegen ist und sich nicht weit entfernt vom Steinhuder Meer aus befindet.

Das BahnhofsgebĂ€ude von 1907 ist dann auch schon eine erste Station.  Insgesamt gibt es 31, die an zwei Wanderwegen, der sogenannten Nord- und SĂŒdroute, aufgestellt sind. Beide lassen sich miteinander kombinieren. Die Nordroute legt ihren Schwerpunkt auf Naturerfahrung, wohingegen die SĂŒdroute die Ortsgeschichte und die Kultur in den Mittelpunkt stellt.

Wir begingen einige Stationen der SĂŒdroute.  Die aufgestellten Tafeln schildern, wie es in der Vergangenheit an den verschiedenen PlĂ€tzen ausgesehen hat oder weisen auf Besonderheiten hin,  an denen man andernfalls achtlos vorbeigegangen wĂ€re.  Die Tafeln nehmen den Besucher quasi bei der Hand und geben ihm das GefĂŒhl, eine persönliche FĂŒhrung durch das Dorf und seine Umgebung zu erhalten. Da der Pfad im Kontext des Naturparks Steinhuder Meer zur Hörregion Hannover zĂ€hlt, befinden sich auf den Schrifttafeln QR-Codes, mit denen sich Hörinformationen per Smartphone abrufen lassen. Diese sind selbstverstĂ€ndlich auch im Internet hörbar, doch sollte man die Sequenzen lieber vor Ort abspielen, um so ein ganzheitliches  Erlebnis zu genießen. „Moorhenniespfad: Erholung im Nahbereich“ weiterlesen

GartentrÀume in Wörlitz

Gotisches Haus

Schon 1790, kurz nach seiner Vollendung, zĂ€hlte der Landschaftsgarten in Wörlitz zu den wichtigsten  SehenswĂŒrdigkeiten Europas.

Nicht jeden wird er bekannt sein. Er lohnt aber durchaus einen mehrtÀgigen Aufenthalt.

Ich war leider nur fĂŒr vier Stunden dort. Gut die HĂ€lfte davon verbrachte ich in der Gastronomie bei gehaltvollen GesprĂ€chen. Danach nahm ich an einer kurzen FĂŒhrung durch den Park, eine Schöpfung von FĂŒrst Friedrich Franz von Anhalt-Dessau und seines Architekten Friedrich Wilhelm von Erdmannsdorff,  teil. „GartentrĂ€ume in Wörlitz“ weiterlesen