Eisenach: Meine persönlichen Höhepunkte!

Burschenschaftsdenkmal

Über die Wartburg und das intuitiv von mir als lohnenswerte erachtete Reuter-Wagner-Museum hatte ich ja schon hier geschrieben.

Am zweiten Tag meines Aufenthaltes in Eisenach (24.07.2018)  ließ ich mich einfach treiben und schaute, wohin mein Weg mich führen würde. Als festen Programmpunkt hatte ich nur die Stadtführung eingeplant, bei allem Weiterem folgte ich meiner inneren Stimme.

Die Stadtführung in Eisenach

Der Mythos einer jeweiligen Kultur stellt (…) den Prägestock dar, der für das Heimatempfinden maßgebend ist. Diesem Prägestock entspringen erst jene Elemente, die wir gemeinhin als heimatstiftend bezeichnen: der räumliche, der zeitliche, der soziale und der kulturelle Aspekt. In den alten Dorf- und Stadtkernen schlummert noch der Geist des Mythischen. Zumindest erkennt man, dass ohne ihn nicht wäre, was heute bewundert wird. Dieses Mythisches ist aber nicht anderes, als die zum Bild gewordene Rückbindung.  (Mohr, Volker: Der Verlust des Ortes. Schnellroda 2011, S.57)

So suchte ich also das Alte und Gewachsene, was mich mit dem Ort verbinden würde, nicht das Neue. Stadtführer wissen darum, dass der Tourist gemeinhin nicht die austauschbaren Glas- und Konsumpaläste favorisiert, genauso wenig wie die modernen Wohnbaracken,  und tragen dem Rechnung.  In Eisenach fällt das nicht schwer, schließlich hat man, nach dem Zusammenbruch der DDR,  die Kernstadt wieder neu renoviert. “Eisenach: Meine persönlichen Höhepunkte!” weiterlesen

Bei einer Reise nach Eisenach darf die Wartburg nicht fehlen!

Sängerkrieg-Fresko

Die Wartburg

(23.07.2018) Hoch oben thront sie über Eisenach. Der Weg hinauf  führte mich quer durch die Stadt und an der Fritz Reuter Villa vorbei. Diese war leider geschlossen, hätte mich aber durchaus interessiert, was nicht nur an der klassizistischen Architektur liegen mag, sondern wohl auch darin begründet liegt, dass sie die 1895 von der Stadt Eisenach erworbene Richard-Wagner-Sammlung  beherbergt.

Das Museum hat leider in der Woche erst ab Mittwoch (14 Uhr) geöffnet, sodass ich es auch am Folgetag nicht besuchen konnte. Am Mittwoch wollte ich mich ja schon in Richtung Eifel aufmachen.

Mehr Infos über das Reuter-Wagner-Museum gibt es hier.

Gegenüber der Villa liegt ein kleiner See an dem ich mich ein letztes Mal ausruhte, bevor ich den steilsten Abschnitt des Aufstiegs zur Warthburg auf mich nahm. Es ging durch den Wald. Vorbei ging es an der Eseslsstation und an einem Akkordeon spielenden Ukrainer, der – genauso wie im Hexenwald in Litauen – im Grünen musikalisch aufspielte, um die ein oder andere Spende zu ergattern. “Bei einer Reise nach Eisenach darf die Wartburg nicht fehlen!” weiterlesen

Im Opfermoor Vogtei

[Werbung, da Pressereise]  Die Welterbereregion WartburgHainich hatte mich (und auch noch andere Blogger und Pressevertreter) vom 21. bis zum 22. Juli  zu einer kleinen Reise eingeladen, siehe hier.

Dies ist der dritte Teil meiner Vorstellung der Region. Der erste Teil lässt sich hier nachlesen und den zweiten Teil gibt es hier.

Der Mittelpunkt Deutschlands

Auf dem Grund eines  Sees, der das einstige Opfermoor überflutet, befindet sich der geographische Mittelpunkt Deutschlands. Auf einer energetischen Ebene stellt sich mir die Frage, was das mit einem Land macht, wenn seine vermessene Mitte auf einer uralten Opferstätte liegt?

Niederdorla-Seeheiligtum

Doch bevor ich hier in das Esoterische abgleite,  kehren wir geschwind wieder zu den profanen Fakten zurück: 1990, also direkt nach der Wiedervereinigung, wurde Deutschland  vermessen und  seine Mitte, die immer auch abhängig von der verwendeten Bemessungsmethode ist,  neu  bestimmt. Da der so errechnete Mittelpunkt  “im See”  für etwaige Besucher nicht attraktiv ist, wurde  – so meine Vermutung – in unmittelbarer Nähe, jedoch am Ufer,  1991 eine Kaiserlinde gepflanzt und ein entsprechender Platz  mit einem hinweisenden Mittelpunkts-Stein gestaltet. Dieser lädt jetzt zum müßigen Verweilen ein.

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Waldbaden, Kräuterwandern und Transformationserfahrungen bietet der Feensteig!

[Werbung, da Pressereise]  Die Welterbereregion WartburgHainich hatte mich (und auch noch andere Blogger und Pressevertreter) vom 21. bis zum 22. Juli  zu einer kleinen Reise eingeladen, siehe hier.

Dies ist der zweite Teil meiner Vorstellung der Region. Der erste Teil lässt sich hier nachlesen.

Waldbaden  

Nun ja …Ich muss es nicht ShinrinYoku  nennen, nur weil vor ungefähr zwei Jahren erste Zeitschriften in Deutschland angefangen haben  über den japanischen Trend des Waldbadens zu berichten, mit der Absicht diesen auch in Deutschland Fuß fassen zu lassen.

In Deutschlang gibt es ja eine lange Wandertradition, die von den Romantikern begründet wurde. Diese sahen in der Landschaft eine Wiederspiegelung ihrer seelischen Zustände und suchten in der Schönheit der Natur eine Vereinigung mit dem Göttlichen. So verließ man die engen Städte und begab sich auf Wanderreise, was auch entfernt an die Bildungsreise des Adels erinnern mag.

Spätestens in der Wandervogel-Bewegung wurden Bewegungen in der freien Natur, bestenfalls auch noch nackt, als energetisierend angesehen und entsprachen der damaligen Vorliebe, die industrialisierten Städte zu verlassen und sein Heil in einer natürlicheren Umgebung zu suchen und zu finden. 

“Waldbaden” ist also tief beheimatet in der deutschen Seelenlandschaft, nur haben viele den Zugang zur eigenen Tradition eben verloren und  können sich  das, was eigentlich schon da ist, eher durch den Umweg über exotische Moden, wie beispielsweise das japanische ShinrinYoku, erschließen. “Waldbaden, Kräuterwandern und Transformationserfahrungen bietet der Feensteig!” weiterlesen

Ein Besuch in der Welterbegregion Wartburg-Hainich

Fensterdekoration

[Werbung, da Pressereise]  Die Welterbereregion WartburgHainich hatte mich (und auch noch andere Blogger und Pressevertreter) vom 21. bis zum 22. Juli  zu einer kleinen Reise eingeladen, siehe hier.

Nachdem wir am Bahnhof in Mühlhausen freundlich in Empfang genommen wurden, wartete schon eine lauschige Kaffee- und Kuchenrunde auf dem Berg mit Blick auf das Thüringer Becken auf uns.

Der Waldgasthof Hainrich-Haus und das Rennstieg-Hotel

FensterdekorationWir waren im  Waldgasthof Heinich-Haus angekommen. Dies  ist das ehemalige Anwesen von der Baronsfamilie von Berlepsch und wird heute von der Familie Rettelbusch als Hotel- und Restaurantbetrieb bewirtschaftet. “Ein Besuch in der Welterbegregion Wartburg-Hainich” weiterlesen

Der Park an der Ilm in Weimar (4. Tag)

Die mir in Weimar verbleibende Zeit nutzte ich, nachdem ich mir einige Gebäude des nationalsozialistischen Weimars angeschaut hatte, noch für eine kurze Begehung des Parks an der Ilm, der zwischen 1778 und 1828 entstand.

Der Park  zeigte sich mir, obwohl wir doch schon den März datieren, im winterlichen Kleid.

Immer wieder taten sich dabei Sichtachsen auf. Hier wandert der Blick zu Goethes Gartenhaus, was einst der Herzog Carl August von Sachsen-Weimar-Eisenach den Dichter geschenkt hatte und was von Goethe 1776 bezogen wurde.

Sichtachsen als gestalterisches Moment der Gartengestaltung sind mir u.a. schon vom Wörlitzer Landschaftspark bekannt und wirklich war dieser das Vorbild für den Park an der Ilm. Herzog Karl August und Goethe  hatten Wörlitz nämlich, im Zuge einer Informationsreise besucht, bevor sie unter Einbeziehung älterer Anlagen, mit der Planung in Weimar begannen. In der Anfangszeit leitete Goethe die gestalterische Arbeit, später wurde dies vom Herzog übernommen.

Leider ließ es meine Zeit nicht zu, alles zu entdecken. So schlenderte ich von der Parkhöhle kommend zur künstlichen Ruine und dann zum römischen Haus, um dann im kleinen Bogen umzukehren und vorbei an Goethes Haus zurück zur Altstadt zu laufen. “Der Park an der Ilm in Weimar (4. Tag)” weiterlesen

Das nationalsozialistische Weimar (4. Tag)

Am Montag haben die meisten Museen in Weimar geschlossen, so nutzte ich die verbliebene Zeit hauptsächlich dazu, das nationalsozialistische Weimar zu entdecken.

Da ich mich dabei vor allem dafür interessiere, wie zur Zeit des Nationalsozialismus Mythos kreiert  bzw. wie  bestehende  religiöse Rituale und Symbole umgedeutet werden, um sie für die eigenen Zwecke nutzbar zu machen und ich in diesem Zusammenspiel durchaus eine Erklärung für den zeitweisen Erfolg dieser Ideologie sehe, machte ich mich auf dem Weg zur Nietzsche-Gedächtnishalle.

Die Nietzsche-Gedächtnishalle

(Humboldtstr. 38) Diese liegt genau neben dem Nietzsche-Archiv, dessen Namen irreführend ist, handelt es sich dabei schließlich nicht um ein Archiv, sondern um ein Museum, was – Überraschung – am Montag geschlossen war.  Immerhin lässt sich der Audioguide online auf der Webseite der Klassik-Stiftung nachhören.

Hier, in der “Villa Silberblick, starb Nietzsche und seine Schwester richtete hier ein Archiv ein, was der Edition des Nachlasses ihres Bruders dienen sollte.

Schon 1910 plante sie, die Einrichtung einer Gedächtnishalle. Diese Idee wurde von den Nationalsozialisten wieder aufgegriffen, was nicht verwunderlich ist, sah Hitler schließlich als eine Bezugsgröße des Dritten Reiches an. Im Jahre 1934 erhielt der Publizist und Architekt Paul Schultze-Naumburg den Auftrag zum Entwurf einer Gedächtnishalle. Eine Fertigstellung wurde jedoch durch den Ausbruch des Zweiten Weltkriegs verhindert und so kamen auch die von Benito Mussolini gestifteten Dionysos- und Apollo-Statuen nicht mehr zur Aufstellung.

Ab 1946 wurde die Halle vom Radio DDR 2  und nachfolgenden MDR genutzt und steht seit der Jahrhundertwende leer.

Das hier ist die tempelähnliche Eingangshalle, die natürlich verschlossen war.

Die durch einen Gitterzaun versperrte Zufahrt zwischen Nietzsche-Archiv und Gedächtnishalle lässt die Größe der sich nach hinten erstreckenden Gebäude erkennen. “Das nationalsozialistische Weimar (4. Tag)” weiterlesen

Dichterhäuser in Weimar: Schiller- und Goethehaus (3. Tag)

Das Schillerhaus

Am dritten Tag besuchten wir das Schillerhaus, wo Herr Dr. Paul Kahl einen Vortrag  über “Wilhelm Tell und die Weimarer Klassik” hielt.

Das Konzept der Weimar-Jena-Akademie literarische Betrachtungen  mit Ortsbegehungen zu verknüpfen, spricht mich ausgesprochen an, schließlich korrespondiert es mit meinem Ansatz des mythologischen Wandern, spart jedoch, das ist wohl dem herrschenden Zeitgeist geschuldet, eine sinnlich-empfindsame Durchdringung aus und  kapriziert sich stattdessen ganz auf eine verstandesmäßige Herangehensweise.

Im Schiller-Wohnhaus schrieb der Dichter seinen “Wilhelm Tell” und verbrachte hier auch die letzten drei Jahre seines Lebens. 1847 gelangte das ehemalige Wohnhaus in städtischen Besitz, woraufhin  die Räume in Kulträume umfunktioniert wurden. Den Ist-Zustand beschreibt Dr. Kahl wie folgt:

Was man hier sieht ist eine “bildungsbürlich-biedermeierliche Innenrauminszenierung des 19. Jahrhunderts in der Mansarde, erweitert um eine stilgeleitete Innenrauminszenierung der späten DDR im ersten Stockwerk. (Kahl, P.: Der Geschichtsort Schillerhaus in Weimar)

Schon vor Goethe wurde Schiller als eine bürgerliche Identifkationsfigur angesehen, an dessen Person sich eine Verehrung inszenierte. Auf dem Original-Bett des Dichters häuften die Besucher im 19. Jahrhunderts Rosen an und auch A. Hitler soll dies bei seinem Besuch im Schiller-Haus getan haben, was ihn später jedoch nicht davon abhielt, den “Wilhelm Tell” verbieten zu lassen.

Da das Seminar nun beendet war, zog ich, samt Gepäck vom  Wielandsgut Oßmannstedt und seiner doch recht einfachen Übernachtungsmöglichkeit, in Form eines Bettgestelles, was auf dem Boden lag,  in das Hotel Best Western Premier Hotel Russischer Hof um. Das luxuriöse Zimmer, was mich nun willkommen hieß, war schon eher nach meinem Geschmack und meine Laune stieg bei der Aussicht auf eine entspannte  Nacht, die dann allerdings ein wenig durch die Geräusche der Lüftungsanlage (oder was auch immer?) gestört wurden. Vielleicht hätte ich diese aber auch einfach abstellen können. “Dichterhäuser in Weimar: Schiller- und Goethehaus (3. Tag)” weiterlesen

Der zweite Tag in Weimar: Das Stadtschloss mit seinen Dichteräumen und das Deutsche Nationaltheater

Am zweiten Tag meines Aufenthaltes im Weimarer Land hörten wir am Vormittag einen weiteren  inspirierenden Vortrag von Dr. Paul Kahl über Goethes Iphigenie und diskutierten anschießend, inwieweit de Tyrann erziehbar ist. Wohingegen sich Goethe hier für eine humanistisch geprägte Konfliktlösung ausspricht, zeigt Schiller im Wilhelm Tell auf, dass Aufklärung und Empfindsamkeit angesichts eines ungezügelten Despotismus scheitern muss. In der anschließenden Diskussion wurde dann von einigen Teilnehmern der Tyrann mit H. Trump gleichgesetzt, was mir dann  doch reichlich vereinfachend vorkam.

Das Stadtschloss mit seinen Dichterräumen

Danach fuhren wir mit Fahrgemeinschaften nach Weimar.  Im Stadtschloss, der einstmaligen Residenz der Herzöge von Weimar und Eisenach, besuchten wir die Dichterzimmer von Goethe und Schiller. Insgesamt gibt es vier solcher Memioralräume, die jeweils den literarischen Motiven von Goethe, Schiller, Wieland und Herder gewidmet sind.  Eingerichtet wurden sie im Auftrag von Maria Pawlowna, verheiratet mit Carl Friedrich, Erbprinz von Sachsen-Weimar. Sie wollte damit die Wichtigkeit der Dichter für ihre Politik unterstreichen und sich dadurch natürlich selbst aufwerten.

Ein antikes Sarkophagrelief, das Szenen von Euripides “Iphigenie bei den Tauren” zeigt, was wiederum als Vorlage für Goethes Iphigenie gedient hat,  gab Anlass für die Herrichtung der Dichterzimmer. Im Goethe-Raum befinden sich dann auch mehrere Bilder, die Goethes Iphigenie illustrieren, gleichwie sich im Schiller-Raum ein Gemälde zum “Wilhelm Tell” befindet. Obwohl in diesem Zimmern die Literatur im Vordergrund stehen sollte, sind in beiden altarähnlich inszenierte Dichter-Büsten in Szene gesetzt.

 

Zum weißen Schwan

Aufgrund des dichten Terminplans hatten wir nur eine kleine Mittagspause zur Verfügung, die ich zum Besuch des Gasthauses “Zum weißen Schwan” nutzte. Ich entschied mich für das Mittagsmenü mit Vorspeise, Hauptgericht und Espresso, was mit insgesamt 14 € preislich moderat war und auch vorzüglich mundete.

Das Deutsche Nationaltheater

Danach ließen wir uns durch das Deutsche Nationaltheater führen und ich hatte die Gelegenheit endlich einmal den Bühnenbereich und die Werkstätten eines Theaters zu besuchen. Leider plauderte unsere junge Führerin  nach meinem Geschmack etwas zu begeistert über das  anscheinend überaus “politisch korrekte” Regietheater in Weimar, sodass ich, entgegen meiner Absicht mich zurückzuhalten, zum Widerspruch animiert wurde.

Wetterkapriolen

Damit aber nicht genug! Bei der Rückfahrt gerieten wir in heftigste Schneeverwehungen,  sodass  unsere Fahrerin uns nicht bis zum Wielandsgut bringen könnte und wir die letzten Kilometer im eisigen Wind zu Fuß zurücklegen mussten.

Der nachfolgende Vortrag über “Weimar und die deutsche Geschichte” verschob sich, da auch andere Teilnehmer mit ähnlichen Transportproblemen zu kämpfen hatten, leicht nach hinten. Die  nachfolgende Diskussion verlief angeregt, wenngleich einige der Seminarkollegen mir zwar immer noch freundlich, aber doch deutlich distanziert entgegentraten.  Woran das wohl lag? 🙂

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Zu Besuch bei Wieland: Der 1. Tag im Weimarer Land

Von Hannover ging es heute über Göttingen und Erfurt nach Oßmannstedt. Jetzt bin ich im ehemaligen Wohnhaus von Christoph Martin Wieland, der 1797 dem Gutshof nördöstlich von Weimar erwarb, um dort mit seiner Familie nach Art eines römischen Landjunkers zu leben.

Das ruhige Landleben inspirierte ihm zum Scheiben und Dichten. Auch heute noch ist es ganz still im ehemaligen “Osmantium”,  das jetzt zur Klassik Stiftung Weimar gehört und in desen Bildungsstätte (Weimar-Jena-Akademie) ich mich gerade aufhalte.

Für mich ist es ganz ungewohnt, einmal nicht ein ständiges urbanes Rauschen, wie ich es aus Hannover gewohnt bin, zu hören. Das Gästezimmer ist spartanisch und das Wieland-Museum lässt sich leider nicht besuchen, da noch  bis zum  25.03 Winterpause ist

Dafür kann ich mich an das Fenster setzen und auf dem barocken Delphin-Brunnen im Schnee-Ambiente schauen und ganz langsam all die Hektik hinter mir lassen, die in den letzten Monaten mein ständiger Begleiter war. Durchatmen – zu sich kommen …. Das Leben kann so schön sein, wenn es denn nicht das ewige Ticktack des Existenzkampfes im Fokus hat.

Ich horche einem Vortrag über die Beziehung von Goethe zu Schiller und der Referent jongliert so wortgewaltig mit der Sprache, dass es mir, die ständig dem einfallslosen Verwaltungs-Journalisten-Wirtschaftsdeutsch in den politischen Ausschüssen ausgesetzt ist, eine kontrastierende Freude ist.

Umrahmt wird das Gut von einem kleinen Landschaftspark, der vom Reichsgrafen von Bünau angelegt wurde. Irgendwo hier, an der Ilm, sind Anna Dorothea Wieland, Christopf Martin Wieland und Sophie Brentano begraben. Ein Obelisk kennzeichnet diesem Platz. Morgen werde ich mich auf die Suche nach ihm begeben.

Liebe und Freundschaft / umschlang die verwandten / Seelen im Leben, / und ihr Sterbliches deckt dieser gemeinsame Stein. (Grabspruch)

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