Morbider Charme in Verona

Den letzten Tag unserer Reise verbrachten wir in Verona.

Natürlich statteten wir der römischen Arena und dem
Balkon von Romeo und Julia einen Besuch aus.

Spannender als die schnöde pseudoromantische Aussichtsplattform waren die Touristenmassen davor.

Ich scheine nicht mehr an die große Liebe zu glauben und so hatte ich auch kein Interesse daran, die rechte Brust der Julia-Statue anzufassen, um diesbezügliches Glück herbeizuzaubern.  Einen der wenigen Momente, wo kein Tourist an der Statue klebte, nutzte ich für ein schnelles Foto.

In Verona gibt es Interessanteres zu erleben, als diesen Touristen-Nepp.

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Bardolino und Sirmione

Bardolino

In Bardolino ist  am Donnerstagmorgen bis 13 Uhr Markttag.  Die Lage am Ufer des Gardasees ist spektakulär, die Stände jedoch bieten zumeist  dieselbe Chinaimportware an, die sich auch andernorts kaufen lässt, vermischt mit einigen lokalen Angeboten. Da der Markt sehr groß ist, habe ich aber nicht alles gesehen. Das gemütliche Schlendern am Ufer des Gardasees und der ein oder andere Blick auf das feilgebotene Sortiment hat aber Spaß gemacht und immerhin habe ich dann doch zwei Ledergürtel gekauft. Der ein oder andere dekorative Keramikartikel gefiel mir auch, wohlwissend aber, dass ich dafür zu Hause keinen Platz haben würde, ließ ich mich  nicht zum Kauf verführen.

Überall an der Uferpromenade sind hübsche Blumenbeete angelegt. So macht das Flanieren Freude!

Eine Übersicht über alle Märkte am Gardasee findet sich hier.

Sirmione

Die historische Altstadt erstreckt sich auf einer Halbinsel, in der sich eine Eisdiele an die nächste reiht. Selbst ich, die normalerweise keine große Eisliebhaberin bin, kam hier auf dem Geschmack.

Seit der Jungsteinzeit ist dieser durch seine perfekte Lage gesegnete Ort bewohnt. Die Römer siedelten hier, genauso wie die Langobarden, von deren  Klöstern und Kirchen auf Sirmione  fast nichts  mehr erhalten geblieben ist.

Nach der Inquisition in den 1250er Jahren  in Südfrankeich wurde die Festung Sirmione  der letzte Rückzugsort für die überlebenden Katharer und Patariner.

Man betritt die Altstadt durch das mit Wappen geschmückte Tor der Westmauer eines imposanten Kastells.

Das Castello Scaligero ist eine Hinterlassenschaft der Skaliger, eines Geschlechts, das seit 1262 seinen  Hauptsitz in Verona hatte. Auch in Sirmione übernahmen sie die Macht. Sie bauten die ursprünglich römische  Festung  für ihre Zwecke aus. Nach der Flucht vom Skaliger  Antonio aus Verona fand ihre Herrschaft 387 ihr Ende. Die Nachkommen der Skaliger, deren Hinterlassenschaften überall am Gardasee zu bestaunen sind,  gingen in den bayrischen Adel, wo sie Zuflucht fanden, über.

Sirmione fiel unter die Herrschaft von Venedig, bis es mit der Einigung Italiens im 19. Jahrhundert der Provinz Brescia zugeordnet wurde.

Hinter der Burg  mit ihren für die Skaliger typischen Schwalbenschwanzzinnen tut sich ein fantastastisches Panorama auf den See auf, was mich wirklich in seiner Grandiosität überrascht hat.  Wenn man nun  den Uferweg folgt, kommt man zu dem “Strand der Blondinen”, der Kirche San Pietro in Mavino  und zu den Grotten des römischen Dichters  Catullus. Da ich leider an Abfahrtzeiten gebunden war, konnte ich  mir  all dies nicht mehr ansehen, stattdessen verweilte ich am See und genoss die absolut beeindruckende Naturschönheit. Ich bin mir sicher: Ich komme wieder!

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Venedig – ganz kurz!

Meine letzte Venedigreise ist ja noch nicht lange her. Da ich jetzt aber mit Schüler/innen unterwegs war, konnte ich mich nicht weiter auf den Spuren des verborgenen Venedigs machen, stattdessen gab es eine kleine Stadtführung, die aber bei den Jugendlichen auf wenig Interesse stieß. Die wollten sich lieber geschminkt vor romantischen Kulissen fotografieren, wozu sie dann nach der Führung auch noch Gelegenheit hatten. Selbst der Markusdom entzückte sie nicht.

Buchtipp:

Verborgenes Venedig von Thomas Jonglez und Paola Zoffoli

Einige Schüler/innen wollten  Gondel fahren, doch die 100 Euro, die diese für 30 Minuten kosten sollte, schreckte, selbst bei Besetzung mit sechs Personen,  ab. So blieben die Gondeln leer. 🙂

Während die Schüler/innen sich auf die Suche nach anderen fotogenen Orten machten, schlenderte  ich selbst derweil mit meiner Kollegin durch Maskengeschäfte, um danach pünktlich alle Jugendlichen wieder einzusammeln. Keiner ist im Gassengewirr von Venedig verloren gegangen und während der gesamten Abschlussfahrt waren alle Jugendlichen   immer pünktlich am vereinbarten Treffpunkt zur vereinbarten Zeit, was in dieser Altersgruppe keine Selbstverständlichkeit ist.

Der  Bootstransfer brachte uns dann ganz entspannt zum zentralen Busbahnhof zurück,  von wo wir die Rückreise zum Feriendorf antraten.

Ausführlich habe ich – ganz ohne Schüler –  hier über Venedig berichtet

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Grottaglie und Tarent (7. Tag)

Am letzten Tag der Rundreise fuhren wir vom Hotel Una Regina in Bari aus, bis hin zum Golf von Tarent. Dabei ging es erneut durch das Trulli-Land und ich sah, dass in der Umgebung von Alberobello viele Häuser stehen, die eine hübsche Synthese von Trulli-Bauweise und Modernität aufweisen.

Grottaglie

Der Ortsname, der soviel wie Grottenstädtchen meint, verweist auf die Höhlen, die schon in der Altsteinzeit bewohnt worden waren. Grottaglie blickt also auf eine wirklich lange Geschichte zurück.

Als die Sarazenen im 10. Jahrhundert Taranto überfielen, suchten viele Menschen Schutz im Inland, u. a. auch in den Gravinen von Grottaglie.

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Polignano a Mare und Bari (6. Tag)

Polignano a Mare

Polignano ist eine hübsche Stadt, deren kleine Altstadt über einer zerklüfteten Felsenküste liegt.  Manche der Häuser sind direkt auf oder in dem Felsen gebaut und manche der  Fenster sind direkt  aus dem Felsen herausgehauen worden.

Unten tobt die kristallklare Adria und animiert, höhere Temperaturen vorausgesetzt, zu wagemutigen Sprüngen in das kühle Nass.  Im Jahr 2017 fand folgerichtig hier die Meisterschaft im Klippenspringen statt (Red Bull Cliff Diving 2017)

In der Altstadt lassen sich überall Literaturzitate, die auf Treppenstufen oder Häusern geschrieben stehen und von Zeit zu Zeit durch neue Botschaften ersetzt werden.

Gegenüber dem Stadttor befindet sich ein kleines Lokal, in dem ich  einen “speziellen” Kaffee mit Amaretto und kleiner Orangenschale probieren durfte. Sehr lecker, siehe auch hier.

Bari

Die Mittagspause verbrachte ich in Bari. An die italienischen Restaurant-Gewohnheiten mit ihrem  Vorspeisenteller, den folgenden zwei Gängen und den anschließenden Dessert kann ich mich kaum gewöhnen, schließlich ist das Gesamtpaket sehr zeit- und geldaufwändig, die Beschränkung auf einem einzigen Gang jedoch  nicht sättigend.

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Trani und Castel del Monte (5. Tag)

Trani

In Trani tauchte die Sonne die Fischerboote in ein helles Licht. Am Hafenbecken entlang, vorbei an Verkaufsständen mit Fisch und anderen Meeresfrüchten ging es zur Kathedrale San Nicola Pellegrino.

Unter den Normannen und Staufen wurde Trani zu einer wichtigen Seehandelsstadt. Hier sammelten sich die Kreuzritter, um die heilige Stadt Jerusalem zu befreien.

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Ostuni und Alberobello (4. Tag)

Ostuni

Von  Bari ging es  durch Olivenbaum Monokulturen  in Richtung Ostuni.

Manche der Stämme der Bäume sehen so grotesk surreal aus,  dass sich dort, bei müßig Betrachtung,  Gestalten und Figuren erkennen lassen.

Die Altstadt des Städtchens Ostuni ist auf drei Hügeln gebaut. Im Idealfall sollten die übereinander gestaffelten Häuschen kalkweiß in der Sonne leuchten, die Realität sah indes anders aus: Die Sonne wurde immer wieder von dichten Wolkenbändern verdeckt, der Wind pfiff und das strahlende Weiß der Häuser machte dann doch eher einen schmutzigen Grau Platz.

In der engen Gasse des folgenden Fotos sollen Eindringlinge mit flüssigen Pech beglückt worden sein. Heute ist die Gasse hübsch anzuschauen. “Ostuni und Alberobello (4. Tag)” weiterlesen

Altamura und Matera (3. Tag)

Matera

Der Höhepunkt des Tages stellte für mich heute Matera, das nicht mehr zu Apulien, sondern zur Basilikata gehört, dar. Sie ist eine der ältesten Städte der Welt.

Auf den Fotografien der Reiseführer kommt das Panorama der Felsenwohnungen lange nicht so beeindruckend herüber, wie in der direkten Schau. Sicherlich waren die Wohnverhältnisse hier in der Vergangenheit desolat, besonders wenn man dabei an die hygienischen Umstände denkt, heute aber geben die Felsenwohnungen ein seltsam pittoreskes und gleichsam bezauberndes  Bild ab.

In Matera gibt es eine Reihe von Felsenkirchen. Ich besichtigte eine mit dem Namen Santa Lucia alle Mala, die ins 9. bis 10. Jahrhundert datiert und ca. 1960 noch als Wohnung benutzt wurde.

Ein kleines Museum ermöglichte mir, das Innenleben einer solchen Felsenwohnung kennenzulernen.

Zuvor war ich in Altamura gewesen.

Altamura

Die Kathedrale Santa Maria Assunta wurde im Auftrag von Friedrich II. errichtet.

Dieser bevölkerten die Stadt, nachdem sie von den Sarazenen vernichtet worden war, mit Griechen und Juden an, weswegen man in der Altstadt griechisch inspirierte Vorhöfe bewundern kann.

Altamura ist bekannt für sein Brot, was ich auch probieren durfte.

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Von Lecce nach Otranto (2. Tag)

Papierkunst in Lecce

Nach dem Frühstück ging es  nach Lecce: eine wunderschöne Barockstadt, die streng genommen keine  ist, sondern aufgrund der spanischen Einflüsse einen eigenen Stil herausgebildet hat,  den man Leccer Barock nennt und der an grotesken Zuckerguss erinnert.

In Lecce  gibt es eine Handwerkskunst, genannt cartapesta, die darin besteht,  kunstvolle Figuren aus Pappmachee herzustellen.

Ursprünglich war diese Fertigkeit entwickelt worden, um das Problem von  viel zu schweren Heiligenfiguren bei Prozessionen zu lösen. Pappmachee dagegen ist leicht und erschien so das ideale Material für Heiligenbilder zu sein. “Von Lecce nach Otranto (2. Tag)” weiterlesen

Verloren in Apulien (Ankunftstag)

Schon am Vortag war ich nach Köln angereist und übernachteten flughafennah im absolut empfehlenswerten Leonardo Hotel Köln-Bonn. Dadurch gestaltete sich die Anreise nach Bari mit Germanwings relativ entspannt.

Una Hotel Regina

Das Una Hotel Regina ist eingebettet in eine hübsche Gartenanlage, die jedoch noch im Winterschlaf verweilt. Alles ist geschlossen, selbst das Fitnesscenter und der Innenpool sind nicht nutzbar. Die Decke im Bett ist nur ein dünnes Laken, was mir für die Temperaturverhältnissen in Apulien im März nicht angemessen zu sein scheint. Die unbezogene Überdecke halte ich für unhygienisch, las aber im Internet, dass die Kombination aus Laken und Decke in Südeuropa üblich ist, gefallen tut mir dies indes überhaupt nicht. Das Abendessen war fantastisch.

Torre A Mare

Immerhin scheint die Sonne und der Hunger trieb mich so in Richtung von Torre A Mare. Der Weg dorthin führte lebensgefährlich an einer Autostraße entlang, die nur einen viel zu kleinen abgeteilten Streifen für Fußgänger aufwies. An den Fahrbahnrändern stapelte sich der Unrat. Die Häuser, die ich passierte waren entweder stark durch Mauern abgeschottet, was ich für ein Zeichen von Kriminalität und dem daraus abzuleitenden Schutzvorkehrungen halte oder schlichtweg Ruinen in einer zugemüllten Landschaft.

Im Ort selbst waren alle Läden geschlossen und mit dunklen Rollläden gesichert. Sie würden vermutlich erst um 16.30 Uhr aufmachen, aber wer weiß das schon so genau. In der Osteria del Porto am Hafen drängelten sich ungefähr zwölf hysterisch kreischende Italienerinnen an der Selbstbedienungstheke vor, sodass die Essensbestellung zur Kampfhandlung werden musste. Die Portion Tagliatelle ai frutti di mare und der Tintenfischsalat waren klein, aber wohlschmeckend.

Abendunterhaltung

Am Abend gab es im Hotel ein fantastisches Abendessen, was mich aber nicht darüber hinweg trösten konnte, dass bis zwei Uhr in der Nacht für mich an Schlaf nicht zu denken war. Das Hotel hat sich scheinbar auf das Ausrichten von privaten Feiern spezialisiert und so weckten die wummernden Techno-Bässe Aggressionen in mir, die mir bis dato noch unbekannt waren.

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