Auf der Rückreise

Heiligelinde

(Freitag, 13. Juli) Den Tag verbringe ich im Bus. Endlos geht es dabei über masurische Dörfer mit schlechten Straßen, dafür aber sehe ich sehr viele Storchennestern. 

Niemals hätte ich im Vorfeld gedacht, dass sich die Strecke so unerhört lange hinzieht.

 

Heiligelinde/Swieta Lipka

Den einzigen Lichtblick des Tages stellt der Stopp in Heiligelinde/Swieta Lipka dar. Ursprünglich soll hier einmal  in Kultplatz der Pruzzen, eines baltischen Volkes, gewesen sein. Die Linde war das Symbol von kleinen Erdmännchen (genannt Puschkait), die mit den uns bekannten Heinzelmännchen vergleichbar sind. Ich vermute jedoch, dass es sich hier vorrangig  um  einen rituellen Ort für eine Göttin gehandelt haben muss, schließlich wird hier immer noch Maria gehuldigt.

Heute ist Heiligelinde ein bekannter Marienwallfahrtsort. Die barocke Basilika wurde von Jesuiten gebaut. Sie ist reich verziert, u.a. ist dort eine Holzfiguren zu sehen, die Maria zusammen mit einem Lindenstab zeigt und damit auf eine Legende des 14. Jahrhunderts anspielt, in der ein geschnitztes Marienkind in dem Baum gehängt wurde, wonach sich in Folge viele Wunder zutrugen.   “Auf der Rückreise” weiterlesen

Die Wolfsschanze

(Donnerstag, 12. Juli) Das Hotel  in Kaunas ist leider so mit Reisegruppen überfüllt, dass das Frühstück zur Nahkampfzone verkommt. Ich koche mir dann lieber im Hotelzimmer noch einen ruhigen Tee (Wasserkocher vorhanden!), bevor wir uns dann per Bus in Richtung Polen aufmachen.  Auch der  Weg dorthin ist eine einzige Baustelle, ähnlich wie es auch die Strecke von Danzig zur russischen Grenze ist.  

Eine zufällige Begegnung im Fahrstuhl sagt zu mir, dass man bei solchen Reisen ständig auf der Flucht ist. Da muss ich zustimmen. Solche Rundreisen liefern viele erste Eindrücke, für ein tieferes Durchdringen und Einlassen auf die verschiedenen Orte und Menschen ist aber keine Muße vorhanden.  “Die Wolfsschanze” weiterlesen

Das Museum des Zweiten Weltkrieges

(Donnerstag, 5. Juli) Ich bleibe in Danzig, muss nun aber das Hotel wechseln. Heute beginnt meine organisierte Rundreise, weshalb ich erst einmal das Hotel wechseln muss.  Der Taxifahrer spricht Englisch und erzählt mir, dass er aus Masuren stammt und ich diese Gegend unbedingt  einmal besuchen soll.

Mercure Gdansk Stare Miasto

Ich habe Glück und kann, genauso wie beim Novotel Gdansk, schon am Morgen Einchecken. Die Reisegruppe wird erst am späten Nachmittag Danzig erreichen, sodass mir  noch Zeit für den Besuch des Museums des Zweiten Weltkriegs bleibt.

Das Hotel gefällt mir noch besser als das Novotel Gdansk. Auch hier ist die Lage zur Altstadt perfekt.  Vom Zimmer aus habe ich  einen fantastischen Ausblick auf Danzig, den ich aber nicht lange genieße, mache ich mich doch relativ zeitnah zum Museumsbesuch auf.

Das Museum des Zweiten Weltkrieges

Das Museum ist nur wenige Minuten vom Hotel entfernt. “Das Museum des Zweiten Weltkrieges” weiterlesen

Auf zur Westerplatte!

(Mittwoch, 4. Juli) Der Fahrkartenkauf in Marienburg gestaltet sich unproblematisch. Die Verkäuferin spricht Englisch und der Bahnhof ist mit Anzeigetafeln ausgestattet. 

Der Regionalzug braucht eine halbe Stunde bis zum Danziger Hauptbahnhof. Von dort nehme ich mir ein Taxi bis zum Hotel.

Novotel Gdansk

Dieses kommt, im Vergleich zur einfachen Pension in Marienburg,  recht luxuriös daher. Auszusetzen ist vor allem, dass es nur einen kleinen Fahrstuhl gibt, auf dem man, wenn man Pech hat, lange warten muss. Dies gestaltet den Transport des Gepäcks zum Zimmer schwierig, insbesondere wenn Reisegruppen anreisen. Das Bett ist recht bequem, das Internet gut und das Fernsehen zeigt als deutschsprechenden Sender nur RTL.

Das Hotel weist einen hübschen Innenhof auf, auf dem man, schönes Wetter vorausgesetzt, entspannt sitzen kann.  “Auf zur Westerplatte!” weiterlesen

Die größte gotische Backsteinburg der Welt

Auf Wiedersehen, Kolberg!

(Dienstag, 3. Juli) Angesichts der mir bevorstehenden Bahnfahrt habe ich schlechte Laune. Nachdem ich am Bahnhof Kohlberg mich dann ungefähr drei Mal habe versichern lassen, dass ich am richtigen Bahnsteig (Peron) und am richtigen Gleis (Tor) stehe und auch der dort haltende Zug in Richtung Marienburg der richtige sei, sitze ich dann wirklich relativ gemütlich im korrekten Zug. Ein deutschsprechender Herr möchte mir kurz vor der Abfahrt ein christliches Buch verkaufen, ist mir aber auch dabei behilflich mein wirklich schweres Gepäckstück auf die erhöhte Ablage zu verfrachten. Ich fühle mich ihm gegenüber zwar nun verpflichtet, kaufe das Buch aber dennoch nicht. “Die größte gotische Backsteinburg der Welt” weiterlesen