In Draculas Reich. Teil 10

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Am letzten Tag meiner Rumänien-Rundreise zeigte sich das Wetter nicht von seiner besten Seite.

Ceausescus einstiger “Palast des Volkes” und heutiger Sitz des Parlaments  zeigte sich mir also im Dauerregen. Architektonisch hat sich der einstige Diktatur von den visuellen Erlebnissen einer Nordkorea-Reise beeinflussen lassen. Er selbst hat die Fertigstellung eines flächenmäßig größten Gebäudes der Welt  nicht mehr erlebt.

So ähnlich muss auch der Plan der Nationalsozialisten für die Welthauptstadt “Germania” ausgesehen haben.  Die Achse führt genau auf den “Palast des Volkes” zu. Um hier Freiraum zu schaffen wurden die Häuser von rund 40.000 Bukarestern zerstört und durch Neubauten ersetzt.  Vom einstigen “Klein-Paris” des 19. Jahrhunderts ist kaum noch etwas zu sehen. “In Draculas Reich. Teil 10” weiterlesen

In Draculas Reich. Teil 9

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Am vorletzten Tag meiner Rumänien-Rundreise besuchte ich dann Draculas Schloss (Törzburg)  in Bran.

Die Burg kontrollierte, auf einem 60 m hohen Felsen der Südkarpaten trutzig stehend, einst das enge Tal mit  einem wichtigen Handelsweg, der Siebenbürgen und die Walachei verband.

Die Burg wurde von Dietrich, einen Ritter des Deutschherrenordens erbaut, und bestand im Ursprung nur aus einem Pfahlbau. Seine Besitzer hat die Burg dann des Öfteren gewechselt. Beispielsweise ging das Besitztum auch an dem walisischen Fürsten Mircea cel Batran, der den Vater des historischen Draculas, der mit wirklichen Namen Vlad Tepes hieß,   als Dank für die Unterstützung gegen die Osmanen in den Fürstenstand (Woiwoden) der Walachei erhob.

Insofern mag es sein, dass Dracula hier wirklich einst  weilte und dass es sich beim  “Nest von Dracula” nicht nur um einen Gag der Touristenindustrie handelt. “In Draculas Reich. Teil 9” weiterlesen

In Draculas Reich. Teil 8

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Nach dem Besuch von Kronstadt fuhren wir nach Honigberg (rum. Harman). Dies ist eine weitere Kirchenburg, wie ich sie ja auch schon in Biertan erlebt hatte.

Der hübsche Name leitet sich wahrscheinlich von einem nahen Berg ab. Dort soll es viele Bienenschwärme gegeben habe. Es kann aber auch sein, dass der Name sozusagen aus der alten Heimat der Siebenbürger Sachsen importiert worden ist. “Bei Bingen am Rhein gibt es ein Dorf Honigberg und bei Koblenz wird ein ‘Honigberger’ gekeltert.” (Baedeker: Rumänien. Ostfildern 2017, S. 195)

Der überdachte Eingang zur Kirchenburg, der hier von der Innenansicht nach außen fotografiert ist, ersetzt seit 1791 eine Zugbrücke.

Die Kirche ist von einer hohen Mauer umgeben.  An der Südseite finden sich Wohnhäuser, die heute museal genutzt werden und Alltagsgegenstände der Sachsen zeigen.  Im Kapellenturm lassen sich Wandmalereien des Jüngsten Gerichts bestaunen.  Die Erklärungen sind vorbildlich in drei Sprachen verfasst. “In Draculas Reich. Teil 8” weiterlesen

In Draculas Reich. Teil 7

Ich setze meinen Bericht meiner Rumänien-Rundreise fort.  Die vorhergehenden Teile findet ihr hier: Teil 1  Teil 2 Teil 3 Teil 4 Teil 5 Teil 6

Nach dem Frühstück im Hotel Piemonte in Predeal fuhren wir heute (6.10) in das nahegelegene Kronstadt (rum. Brasov).

Einst hatte der ungarische König Andreas II dem Deutschen Ritterorden das Burgenland zur Sicherung der Karpatengrenze überlassen. Die Siebenbürger Sachsen entwickelten den königlichen Burgflecken hin zu einer Freistadt, die seit 1251 den Namen Kronstadt trägt. Im 16. Jahrhundert war Kronstadt religiöses und kulturelles Zentrum des Butzenlandes (südlicher Teil von Siebenbürgen), wozu die den Siebenbürger Sachsen ausgesprochenen Privilegien wie Gerichtsbarkeit und freies Marktrecht  u.a. wesentlich  beigetragen haben.

Auf dem Bild ist der Marktplatz zu sehen mit dem Berg Tampa und seiner Seilbahn im Hintergrund.  Der Berg scheint aus dem Marktplatz herauszuwachsen, weswegen auch schon der ein oder andere Bär auf Nahrungssuche in Kronstadt gesichtet worden sein soll.

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In Draculas Reich. Teil 6

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Am nächsten Morgen besuchten wir ein weiteres Moldau-Kloster, das genauso, wie das Kloster Modovita, zum Unesco-Weltkulturerbe gehört: das Kloster Voronet.

Die Moldauklöster sind eine Gruppe von rumänisch-orthodoxen Klöstern in der südlichen Bukowina in Rumänien. Ihr Bau wurde im 15. und 16. Jahrhundert im damaligen Fürstentum Moldau von Stefan dem Großen und seinen Nachfolgern – insbesondere Petru Rareș – rund um den Amtssitz Suceava veranlasst.

Überlieferungen zufolge versprach Stefan der Große für jeden Sieg auf dem Schlachtfeld die Errichtung einer Kirche oder eines Klosters. Seine Erfolge über Ungarn, Polen und Türken führten zur Stiftung von insgesamt über 40 Gotteshäusern und zur größten Ausdehnung des Fürstentums Moldau im heutigen Rumänien, Moldawien und der Ukraine.

Ein Teil der Klöster zeichnet sich durch detaillierte Wandmalereien auf den Außenmauern aus. Diese sollten dem damals des Schreibens und Lesens unkundigen Volk Szenen und Gleichnisse aus der Bibel vermitteln. Sowohl die Architektur der oftmals von quadratischen Schutzmauern umgebenen Klosterkirchen als auch die Freskenmalereien selber lassen dabei starke byzantinische Einflüsse erkennen (Ikonenmalerei). Der Baustil ist zum Teil stark von der Gotik geprägt.

Die schönsten Beispiele dieser Außenmalereien finden sich in Sucevița, Moldovița, Arbore und Voroneț. Als Königin der Moldauklöster gilt jedoch das schlichtere, 1466-1469 in einem Karpatental errichtete Kloster Putna, in dem Stefan der Große seit 1504 auch begraben liegt. (Wikipedia zum Stichwort “Moldauklöster”, besucht am 21.12.2017)

Das Dach soll übrigens die Malereien schützen.

“In Draculas Reich. Teil 6” weiterlesen

In Draculas Reich. Teil 5

Nachdem mich jetzt, kurz vor Weihnachten, noch eine Virusinfektion gepackt hat, bleibt unerwartete Zeit, um den Blog-Bericht meiner herbstlichen Rumänien-Rundreise fortzusetzen.

Mittlerweile sind ja schon vier Teile online: Teil 1, Teil 2, Teil 3 und Teil 4

Am vierten Tag der Rundreise verließen wir Siebenbürgen und fuhren über den Tihuta Pass in die Bukowina.

Zuvor machten wir jedoch einen Halt  in Targu Mures. Die Stadt im siebenbürgischen Hochland ist Hauptstadt der Szekler, eine ungarisch sprechende Minderheit, die seit Jahrhunderten in Südost-Siebenbürgen lebt. “In Draculas Reich. Teil 5” weiterlesen

In Draculas Reich. Teil 4

Jetzt ist ja schon reichlich viel Zeit seit meiner kleinen Rumänien-Reise vergangen, noch immer aber ist mein Bericht von meiner Pauschal-Rundfahrt nach Siebenbürgen und den Moldau-Klöstern nicht abgeschlossen Vergessen habe ich das Weiterschreiben nicht, nur leider droht solch müßige Tätigkeiten, wie eben das Bloggen,  im leider allzu hektischen Alltagsgeschäft unterzugehen. Traurig, dass dies selbst in der Vorweihnachtszeit, die eigentlich ruhig sein sollte, nicht anders ist.

Wie dem auch sei: Ich nehme mir die Zeit und setzte meinen Bericht fort.  Hier findest du die vorangegangenen Teile: Teil 1, Teil 2, Teil 3

Der Weg führte mich von Biertan aus, noch am selben Tag, weiter nach Schäßburg (Sighisoara). Die mittelalterliche Altstadt hat sich hier fast vollständig erhalten und wenn man durch die Gassen mit ihren bunten Häusern schlendert, hat man das Gefühl, dass die Zeit stehen geblieben ist. “In Draculas Reich. Teil 4” weiterlesen

In Draculas Reich. Teil 3

Dies ist der dritte Teil meines Berichts zu meiner Reise durch Siebenbürgen und zu den Moldauklöstern. Den ersten Teil findet ihr hier.

Nach dem Frühstück fuhren wir  nach Biertan/Bierthälm. Von dem, was mich dort erwartete, war ich überrascht, hatte ich mich im Vorfeld nicht explizit auf die einzelnen Rundreise-Punkte vorbereitet und war jetzt mit einer Kirchenburg, noch dazu der größten in Siebenbürgen, konfrontiert.

Bisher hatte ich zwar schon viele Kirchen besichtigt, eine Kirche aber, die nicht nur ein Sakralbau, sondern  gleichzeitig eine Burg darstellt, hatte ich zuvor noch nicht erlebt. “In Draculas Reich. Teil 3” weiterlesen

In Draculas Reich. Teil 2

 

 

Das ist die Fortsetzung meines Reiseberichts “Siebenbürgen und die Moldau-Klöster”.  Hier findet ihr den ersten Teil.

Nachdem wir Bukarest hinter uns gelassen hatten, was aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens nicht so einfach war, ging es durch eintönigste Landschaft zur Grenze zwischen der Walachei und Siebenbürgen.

Im Olt-Tal, bei einem der ältesten Klöster Rumäniens, machten wir eine kurze Pause. Das Kloster Cozia wurde 1386 vom Fürst Mircea d. Älteren gegründet. Mit seinen Befestigungen diente es nicht nur religiösen Zwecken, sondern vor allem der Sicherung des Südkarpatenübergangs.

Auch heute wird es noch religiös bespielt und ich war von der orthodoxen Pracht mit seiner Bilderflut schier erschlagen.

Die orthodoxen Kirchen sind immer in drei Räume unterteilt: Vorraum, Gemeinderaum und Altarraum. Letzterer ist durch eine sogenannte Ikonostase verborgen und nur für den Priester zugänglich. Äußerlich sind es Kreuzkuppelbauten, die ihren orientalisch-byzantinischen Architektur-Ursprung deutlich zeigen.

Nach der Besichtigung fuhren  wir weiter in Richtung Hermannstadt, doch nur wenige Kilometer weiter stoppte der Autofahrer vor uns aus unerklärlichen Gründen, was unserem Fahrer zu einer Spontanbremsung nötigte, die wiederum dazu führte, dass der Autofahrer hinter uns einen kleinen Auffahrunfall produzierte. “In Draculas Reich. Teil 2” weiterlesen

In Draculas Reich. Teil 1

Nachdem ich ja im Sommer Rübezahl in Schlesien besucht hatte, machte ich im Oktober Dracula meine Aufwartung.

Rumänien interessierte mich, stammte nämlich meine beste Schulfreundin aus Grundschultagen aus Rumänien und war ich so schon früh mit rumänischen Mitbringseln, wie volkstümlichen Blusen oder bunten Trinkflaschen mit Lederbezügen in Berührung gekommen. Allerdings hatte ich mich in späteren Jahren nie zu einer Reise nach Rumänien durchringen können, zu gefährlich und seltsam erschien mir das Land, was bis 1989 noch in den Händen der Ceausescu-Diktatur war und was ich mir auch danach vorrangig als arm, korrupt und unsicher vorstellte, womit ich (so mein jetziger Eindruck) so falsch nicht lag.

Darüber hinaus fasziniert mich die dunkle Ästhetik der Vampirromane sowie die Schauerromantik  und so sprach mich eine Reise nach Transsylvanien, zu den Schauplätzen von Bram Strokers Dracula, durchaus an.  Auf dem oberen Foto seht ihr einige Dracula-Devovtionalien, die im angeblichen Schässburger Geburtshaus von  Dracula käuflich zu erwerben sind.

Transsylvanien heißt in deutscher Sprache Siebenbürgen und dieser rumänische Landesteil war fest in der Hand der Siebenbürger Sachsen, einer deutschsprachigen Minderheit, die nach der Öffnung Rumäniens  mehrheitlich nach Deutschland und Österreich  übersiedelte.   Insofern versprach ich mir von meiner Rumänien-Reise durchaus deutsche Architektur und deutsche Geschichte. Meine Erwartung wurde hier nicht enttäuscht: Die pittoresken Altstädte in Siebenbürgen ermöglichten  mir einen Zeitsprung in ein Deutschland von Gestern, den ich durchaus zur Nachahmung empfehlen kann.

Da ich nicht sehr viel freie Zeit zur Verfügung hatte, entschied ich mich für eine organisierte Rundreise und wählte als Anbieter Studientours aus. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln hätte ich die meisten Orte nur schwerlich besuchen können und selbst wenn ich mich hier beschränkt hätte, wäre die Anreise zu dem ein oder anderen Höhepunkt der Reise zu einer logistischen Herausforderung für mich geworden. “In Draculas Reich. Teil 1” weiterlesen