Die Ordensburg Vogelsang

(27. und 28.07.2018)  Meine Wanderung  am 27.07 führte mich heute direkt vom Ferienpark Gemünden zur Ordensburg Vogelsang.

Der Weg durch die Eifel, im stetigen Auf und Ab, war landschaftlich ansprechend und – was das beste ist – auf dem gesamten Weg traf ich keinen anderen Wanderer. Wer also die Einsamkeit liebt, der ist hier richtig. 

Um ca. 13.30 Uhr erreichte ich Vogelsang. “Die Ordensburg Vogelsang” weiterlesen

Neustadt an der Weinstraße und das Hambacher Fest 2018


Neustadt an der Weinstraße: Der erste Eindruck

Am Wochenende ging es für mich zum Neuen Hambacher Fest. Um für mich den Besuch möglichst stressfrei zu gestalten, reiste ich bereits am Freitag mit dem Zug an, was sich, von insgesamt 45 Minuten Verspätung abgesehen, als relativ unproblematisch erwies. 😀 Vom Bahnhof Neustadt Böbig lief ich fast 15 Minuten bis zum Hotel Panorama. Dabei zeigte sich Neustadt nicht von seiner besten Seite: Gegenüber des Bahnhofs befindet sich ein Schulgebäude von zweifelhafter architektonischer Qualität. Vorbei an “Flüchtlings”-Containern, Kindergarten und prekärer Wohnbebauung erreichte ich eine Ausfallstraße mit Discounter-Supermärkten und Döner-Gastronomie. Nein, Neustadt zeigte sich am Freitagabend nicht von seiner besten Seite. “Neustadt an der Weinstraße und das Hambacher Fest 2018” weiterlesen

Meinungsfreiheit in Gefahr!

Über Geld spricht man nicht, genauso wenig wie über Politik und  Religion. Das ist eine Alltagsweisheit, die immer dann eingehalten wird, wenn man in Begegnungen mit anderen Menschen im konfliktlosen, aber auch seichten Fahrwasser, bleiben möchte.

Das Themengebiet der Politik lässt sich in einem Deutschland, dessen soziales Gefüge  sich “zwischen den Kräften des Hergebrachten und denen des ständigen Fortbringens, Abservierens und Auslöschens” schon im Krieg befindet, nicht mehr vermeiden, wie ich auch unlängst in Weimar feststellen musste. Wohingegen im oben ausschnittsweise angeführten  Zitat  von Botho Strauß  noch einen Krieg prophezeit (siehe sein wortgewaltiges Spiegel-Essay “Anschwellender Bockgesang von 1993, online), sind wir jetzt, im Jahre 2018,  schon mittendrin und  eine diskursive Auseinandersetzung zwischen verschiedenen Meinungsvertretern ist kaum noch möglich, wird doch der jeweilige politische Gegner von der Mainstream-Gesellschaft gerne als “Nazi” und damit für vogelfrei erklärt. Und fast alle machen mit! “Meinungsfreiheit in Gefahr!” weiterlesen

Die letzte Woche im Zeichen von Aida und 70 Jahre Israel

Aida im Opernhaus Hannover

Ach, die letzte Woche war anstrengend. Nicht nur, dass mein Koffer von der Gardaseefahrt noch nicht ausgepackt ist und die bleierne Müdigkeit der Langstrecken-Busfahrten nicht bei mir überwunden zu sein scheint, zu allem Überfluss versprach auch die aktuelle Aida-Inszenierung ( hier! ) im hannoverschen Opernhaus am Dienstagabend keine Entspannung.

Die Eintrittskarte waren  günstig, die Plätze verhießen eine gute Sicht und so machte ich mich mit einer Freundin in das hannoversche Opernhaus auf. Das hat mich ja schon wiederholt enttäuscht , was ich wohl verdrängt haben musste, denn schließlich informierte ich mich, schrecklich naiv war das, vorab nicht darüber, wer da in der Regie, steuergeldfinanziert und in Watte gebettet, seine pubertären und politisch-korrekten Alpträume ausleben durfte. Es ist der gleiche Regisseur, der auch schon die unsägliche und aktuell wieder aufgenommene hannoversche  Freischütz-Aufführung zu verantworten hat und der anscheinend in Hannover protegiert wird.

Und so machten alle bei der großen Propagandashow  mit:  die Sänger, der Chor, die Bühnenbildner, … usw. Oper auf LSD:  Auf einem Bühnenraum, der an Proben-Situationen angelehnt ist,  stürzte eine mediale Reizüberflutung auf mich ein. Ich hielt aus und ertrug sowohl das Frauen-Schlammcatchen als  auch die SM-Priesterin vor Fackelträgern: STOISCH!  Was blieb mir auch anderes übrig, schließlich saß ich mittig in einer  Zuschauerreihe:  GEFANGEN!  Als dann aber auf schwarzer Leinwand Fragen eingeblendet wurden, die mich zum “richtigen” Denken im Sinne des Regisseurs erziehen  wollten, war meine emotionale Verfassung  kurz vor lautstarken Buh-Rufen angekommen. Dass ich davon Abstand nahm, ist einzig und allein den musikalischen Leistungen  der Sänger und des Orchesters geschuldet.

Als der Vorhang zur Pause fiel, war ich in erster Linie ERLEICHTERT, konnte ich so  endlich meinem Unmut in Gesprächen Luft verschaffen und auch das Opernhaus VERLASSEN. Zuvor empfahl mir eine Besucherin die Augen zu schließen und einfach die Musik zu genießen. Sie mache dies auch so.

70 Jahre Israel

Am Donnerstag feierte  der Staat Israel sein 70jähriges Bestehen. Die Feierstunde im Alten Rathaus erstaunte mich insofern, als fast alle Redner kein optimistisches zukunftsweisendes Bild zeichneten, sondern stattdessen immer wieder auf die Shoah verwiesen, sodass bei mir fast der Eindruck entstehen konnte, als dass diese quasi als negativer Gründungsmythos für den jungen Staat  herhalten soll. In einer der vielen Reden wurde gar betont, dass Israel immer eine Zufluchtsstätte darstellt, falls denn antisemitische Übergriffe in Deutschland zunehmen würden. Dabei wurde  u.a. auf dem jüngsten Überfall  auf dem Kippa tragenden Israeli durch einen Syrer  in Berlin Bezug genommen.

Nach all den schwermütigen und “politisch korrekten” Reden  (mit Bashing der üblichen Verdächtigen, inkl. einem Seitenhieb auf Martin Luther) gab es dann ein Konzert vom Grinberg Quartett mit Klezmer-Musik.  Auch eingängige Schlagern waren zu hören. Diese heiterten – gegen Ende der Veranstaltung – die Stimmung freudvoll auf. Das Buffet tat sein übriges und so fand ich mich bald in kurzweilige Gespräche mit Israelreisenden verwickelt. Meine Neugierde wurde jedenfalls geweckt: Sollte ich Israel auch einmal besuchen?

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Politische Korrektheit in Weimar

Nachdem am Samstag hinter der bildungsbürgerlich Struktur der Seminar-Gesellschaft, dank der offen geäußerten “Politischen Korrektheit” der Mitarbeiterin des Deutschen Nationaltheaters (auch DNT genannt 🙂 )und meines Widerspruchs dagegen,  die anscheinend doch recht dünne zivilisatorische Maske bei einigen Teilnehmern (wohlgemerkt nicht allen) Risse  bekam und das Monster, was sich dahinter verbarg, chimärenhaft sichtbar wurde, beispielsweise, indem mir nicht mehr die Hand gegeben wurde oder die Antwort am Frühstückstisch auf eine banale Frage sehr knapp ausfiel,  war ich dann doch recht froh darüber, dass die Veranstaltung am Sonntag ihr Ende fand.

Schade, denn auch hier zeigte sich für mich wieder,  dass der ideologische Zwist, der mittlerweile alle gesellschaftlichen Themen in Deutschland erreicht hat, nicht zum Diskurs, sondern zur Ausgrenzung und Stigmatisierung führt.

Meine Absicht war es gewesen, mich während der Veranstaltung nicht politisch zu äußern. Dieser Entschluss von mir  wurde schon am ersten Abend auf die Probe gestellt, wo eine Teilnehmerin von ihren Erfahrungen in Dresden  berichtete, wo sie in eine Pegida-Demonstration geraten war. Der Polizeischutz, den Pegida aufgrund von linksextremistischen Bedrohungen erdulden musste, wurde dabei von ihr als besonderer Gruselfaktor geschildert und unterschwellig Pegida zu Lasten gelegt.  Ich blieb standhaft und wechselte das Thema, schließlich wollte ich genau das vermeiden, was mir am darauffolgenden  Tag  passieren sollte, als nämlich  die Mitarbeiterin des Nationaltheaters, was nicht mehr so heißen darf, mir viel zu euphorisch auf AFD-kritische bzw. -feindliche Inszenierungen hinwies und ich mich daraufhin  als AFD-Sympathisantin zu erkennen geben musste.

Theater kann zwar  immer auch politisch sein, keine Frage, sollte aber niemals durchgängig nur eine Sichtweise vermitteln, sondern gerade zur Diskussion einladen. Da dies gegenwärtig anscheinend nicht möglich ist,  bevorzuge ich Inszenierungen, die sich am Werk und seinen zeitgenössischen Rahmen orientieren.

Was ist los in diesem Land, in dem die freie Meinungsäußerung nur noch denen möglich ist, die bereit sind, negative Konsequenzen zu erdulden? Ist dies der Grund, warum so viele schweigen?

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Warum es hier keinen offensichtlichen Mehrwert für dich gibt! Reflexionen über das Bloggen

Meine knappe Antwort lautet: … Weil ich gegen ökonomische Kategorien verwehre und ich eher das Konzept des inspirierenden Müßiggangs verfolge. Da wird dann Tagebuch geschrieben, um sich selbst weiterzuentwickeln.

Dazu passt ganz schön das folgende Zitat von Rudolf von Laban.

“Der Mensch bewegt sich, um ein Bedürfnis zu befriedigen. Mit seiner Bewegung zielt er auf etwas hin, das für ihn von Bedeutung ist. Das Ziel seiner Bewegung ist leicht zu erkennen, wenn diese sich auf ein konkretes Objekt richtet; es können aber auch immaterielle Dinge sein, die eine Bewegung auslösen.” (Laban, Rudolf von: Die Kunst der Bewegung. Wilhelmshaven 2003, S. 9)

Blogs, nicht nur Reiseblogs, sind ja ebenfalls Bewegungen, die irgendwohin führen. Vor dem virtuellen Zeitalter haben wir beim Schreiben die Feder geschwungen und sie über ein Blatt Papier tanzen lassen. “Warum es hier keinen offensichtlichen Mehrwert für dich gibt! Reflexionen über das Bloggen” weiterlesen

Die aktuelle Inszenierung der Zauberflöte in Hannover

Zwei Wochen im Dauerstress liegen hinter mir. Die Zeugnisse stehen kurz bevor und als Lehrerin ist man so, neben seinen regulären Unterrichtsverpflichtungen, ständig dabei, irgendwelche Listen auszufüllen und auszuwerten.

Der einzige Lichtblick innerhalb dieses stressigen Einerleis war dann für mich der Besuch der Zauberflöte vergangenen Dienstag. Das Opernhaus Hannover hat dieses Stück neu inszeniert. Premiere war am 13.01.2018. Herausgekommen ist mal wieder das von mir ungeliebte Regietheater, allerdings nicht gar so unerträglich, wie ich es 2015 bei der unsäglichen Hannoverschen “Freischütz“-Inszenierung erleben durfte.

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In Draculas Reich. Teil 7

Ich setze meinen Bericht meiner Rumänien-Rundreise fort.  Die vorhergehenden Teile findet ihr hier: Teil 1  Teil 2 Teil 3 Teil 4 Teil 5 Teil 6

Nach dem Frühstück im Hotel Piemonte in Predeal fuhren wir heute (6.10) in das nahegelegene Kronstadt (rum. Brasov).

Einst hatte der ungarische König Andreas II dem Deutschen Ritterorden das Burgenland zur Sicherung der Karpatengrenze überlassen. Die Siebenbürger Sachsen entwickelten den königlichen Burgflecken hin zu einer Freistadt, die seit 1251 den Namen Kronstadt trägt. Im 16. Jahrhundert war Kronstadt religiöses und kulturelles Zentrum des Butzenlandes (südlicher Teil von Siebenbürgen), wozu die den Siebenbürger Sachsen ausgesprochenen Privilegien wie Gerichtsbarkeit und freies Marktrecht  u.a. wesentlich  beigetragen haben.

Auf dem Bild ist der Marktplatz zu sehen mit dem Berg Tampa und seiner Seilbahn im Hintergrund.  Der Berg scheint aus dem Marktplatz herauszuwachsen, weswegen auch schon der ein oder andere Bär auf Nahrungssuche in Kronstadt gesichtet worden sein soll.

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Wochenrückblick im Zeichen der Wintersonnenwende

Julkind. Mixed Media, 29,7 x 42

Was für eine merkwürdige Woche. Am Montag fühlte ich mich noch fit, jedoch im Vorfeld schon gestresst von den vielen bevorstehenden Terminen. Am späten Nachmittag überfiel mich dann ein Krankheitsgefühl mit Schüttelfrost und ich lag nur noch auf dem Sofa. Immerhin schaute ich mir noch eine  Reportage über Venedig an, die aktuell noch in der Arte-Mediathek zu finden ist (hier).

Am Dienstag stand die Regionsversammlung an, in der ich mich, trotz fortgesetzten Unwohlseins, quälte, schließlich war ich, innerhalb unserer Fraktion, diesmal diejenige, die die Haushaltsrede (hier) halten sollte. Wir sind ja nur zwei gewählte Vertreter unserer rein kommunal aufgestellten Wählergemeinschaft und wechseln uns  mit dieser Aufgabe ab.

Nun ja …  man darf ja durchaus andere politische Meinungen vertreten als ich, jedoch sollte man, das ist meine feste Überzeugung, gerade im öffentlichen Rahmen einen gewissen Anstand bewahren, wozu eben auch gehört, sich die Reden der anderen Fraktionen in Ruhe anzuhören und nicht durch laute Zwischenrufe, störende Privatgespräche oder durch das demonstrative Verlassen des Saals zu torpedieren. Das macht mich  traurig, zeigt es doch, dass in unserer sogenannten Demokratie mittlerweile eine faire Debattenkultur nicht mehr vorhanden ist und dass gerade diejenigen, die sich hier als moralisch überlegen ausgeben,  dringenden Lernbedarf aufweisen.  In der anschließenden “Diskussion” der Haushaltsreden zeigte sich, dass der Inhalt unserer Rede scheinbar überhaupt nicht verstanden wurde, warf man der AFD und uns, von Seiten einer SPD-“Kollegin” nämlich, “unerträgliche deutschtümelnde Arroganz” vor und ein anderer SPDler las daraufhin  Schlicht-Prosa (wohl aus den sozialen Netzwerken entnommen) vor, in der das multikulturelle Erbe der Weihnachtsgeschichte betont wurde. So ist das eben: Es reicht schon aus, die Probleme der Jetzt-Zeit nur zu benennen, um als “rassistisch”  gebrandmarkt zu werden. Der mediale Beifall ist den so Handelnden dabei auch noch sicher, die im Rausch der scheinbaren moralischen Überlegenheit  nicht bemerken, dass sie sich längst zu Steigbügelhaltern des Totalitarismus haben degradieren lassen. “Wochenrückblick im Zeichen der Wintersonnenwende” weiterlesen

In Rübezahls Reich. Teil 5

Die letzte Station meiner Schlesienreise war Breslau (pol. Wroclaw).

Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4

Mein  Hotel  (Qubus Hotel Wroclaw) lag direkt in der Innenstadt und bot eine spannende Aussicht auf die gotische Maria-Magdalena-Kirche. Überhaupt war es empfehlenswert. Es gab nichts auszusetzen.

Den ersten Abend verbrachte ich damit, die Aussicht aus meinem Zimmer zu skizzieren, was eine recht erholsame Beschäftigung war.

Vor dem Hotel  tobte das Leben, denn schließlich war der zentrale Rathausplatz nur drei Minuten entfernt.  Ich hatte wenig Freude, an dem lauten Trubel zu partizipieren.Vielleicht war der Grund dafür, dass ich  an den vorausgegangenen Tagen einfach schon zu viel erlebt hatte, also irgendwie “übersättigt” war. Touristenmassen schienen sich durch die pittoreske Altstadt zu schieben, von der die meisten Gebäude nicht “echt”, jedoch  nach historischem Vorbild kunstvoll rekonstruiert sind. Kneipe an Kneipe, dazwischen Touristenautos, die Stadtführungen offerieren, Straßenkünstler, die lautstark nach Aufmerksamkeit schreien, …. mir war das alles viel zu viel. Selbst die kleinen Zwerge, die lustig an den ungewöhnlichsten Stellen aufgestellt sind, konnten keine Behaglichkeit verbreiten. Breslau war wohl schon einst die Metropole der Krämer gewesen, wovon ja die groß angelegten Plätze und die alten Warenhäuser zeugen. Der Breslauer Ring ist gar einer der größten Marktplätze Europas.  In Zeiten des globalisierten Hedonismus ist nun kein Halten mehr und an der historischen Tradition des Kaufens und Verkaufens wird nun allzu gerne angeknüpft. Die Partymeile ist eröffnet! Jedoch ohne mich. “In Rübezahls Reich. Teil 5” weiterlesen