Der goldene Vogel

 

 

Ein ganzes Wochenende habe ich mich,im Zuge eines Seminars, mit einem Märchen der Brüder Grimm beschäftigt: “Der goldene Vogel”. Ich kannte es nicht und las es mir erstmals während der Bahnfahrt von Hannover nach Mühlheim an der Ruhr durch.

Das Seminar wurde von der Europäschen Märchengesellschaft ausgerichtet.

Die Fahrt war angenehm, teilte ich mir das Zugabteil (auch das gibt es noch!) mit einem netten Ehepaar und einer Frau, die durch ganz Deutschland fahren, um U-Bahnhöfe zu fotografieren. Im Gegensatz zu den furchtbaren Großraumwagen bieten die Abteile, die privat wirken, die Möglichkeit zu Gesprächen.

Am Tagungsort, der Wolfsburg angekommen, traf ich auf eine kleine Gruppe von Menschen, die ich in der Folgezeit näher kennenlernen würde. Die Dozentin arbeitete mit Methoden der Psychosynthese, worauf ich neugierig war. Zwar hatte ich mich in der Vergangenheit schon in die Theorie eingelesen, aber,  im Alltagsgeschäft, zu wenig Muße, um die von Roberto Assiogli, den Begründer der Psychosynthese, vorgeschlagenen Selbsterkenntnisübungen durchzuführen.

Mich spricht an der Psychosynthese die Verknüpfung von Phantasiereisen, kreativem Tun, schriftlicher Reflexion mit der Betonung der Eigenmacht und der Willenskraft an.

Nun hatte ich ein ganzes Wochenende dafür Zeit und dies noch dazu in einem wirklich schönen Tagungshaus, was sich hinter einer historischen Jugendstilfassade verbirgt und direkt am Waldrand liegt.

Ein kleiner Zauberberg ist das.

In der Gruppe arbeiteten wir uns nun durch besonders prägnante Symbole des Märchens, wie beispielsweise den Vogel, das Pferd, den Fuchs, … usw. durch. Wir näherten uns diesen durch innere Reisen an, schulten unser inneres Erleben, ließen uns tänzerisch auf die märchenhaften Welten ein, malten das Gesehene und transformierten so unserem inneren alten König zum jungen König um. Wir integrierten Seelenanteile. Manche verweigerten sich auch der Integration, was den ein oder anderen Teilnehmer zu der Erkenntnis kommen ließ, dass hier noch eine vertiefende Arbeit angeraten ist.

Mit einem der Teilnehmer führte ich heftige politische Diskussionen, da wir uns in der Einschätzung der Lage der Nation als Antipoden erkannten. Mit anderen Teilnehmerinnen tauschte ich persönliche Erfahrungen aus.

Und da die meisten der Teilnehmer/innen begnadete Märchenerzähler sind, erfreuten wir uns gegenseitig mit Märchen im Kaminzimmer, was wirklich fantastisch war.

Am Sonntag ging es dann zurück. P. nahm mich noch mit dem Auto nach Osnabrück mit. Dort, was für ein Zufall, begegnete mir eine weitere Teilnehmer des Seminars, die auf dem Weg von Mühlheim a. d. Ruhr ebenfalls in Osnabrück gestrandet war. Sie empfahl mir einige Erzählseminare der EMG.

Mit vielfältigen Eindrücken ging es zurück in meine Heimatstadt, die sich aufgrund von Entschärfungen von Weltkriegsbomben noch im Außnahmezustand befand.

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[…] (Anm./off topic: Wer sich für die Arbeit mit Märchen interessiert, dem sei auch folgender Artikel empfohlen, wo ich meine Erfahrung mit einem Psycho-Drama-Seminar schildere: hier!) […]