Die Brücke am Kwai (Teil 7)

Am letzten Tag unserer Thailand-Rundreise war nur noch die Fahrt zum Hotel in Hua Hin, direkt am Golf von Siam, vorgesehen. Unser Reiseleiter, der wunderbarerweise während der gesamten Rundreise auf Fabrikverkäufe verzichtet hatte, machte uns hier ein Angebot für ein zusätzliches Ausflugsangebot, das aber nur möglich wäre, so seine Ansprache, wenn denn alle Reiseteilnehmer damit einverstanden wären. Es gab eine anonyme Abfrage, was ich überaus korrekt fand. Resultat war, dass nur zwei Teilnehmer kein Interesse am Ausflug hatten. Damit wir dennoch nicht auf den zusätzlichen Ausflug (und unser Reiseleiter nicht auf sein Zusatzeinkommen) verzichten mussten, organisierte er für diese eine exklusive Anreise in das Badehotel, während wir dann doch die von ihm beworbene Tour machten. Letztendlich waren alle mit der Regelung einverstanden und Thailand machte auch diesbezüglich seinen Ruf als „Land des Lächelns“ alle Ehre. Gerade diesen Ausflug hätte ich im Nachhinein nicht missen mögen.

Der schwimmende Markt …

Solche schwimmenden Märkte waren in den Khlongs von Bangkok zur Versorgung der Menschen nötig, mittlerweile ist es eine bunte Touristenattraktion, die wir in Damneon Saduak erleben durften.

… und die Eisenbahnlinie, die durch den angrenzenden Markt fährt: Mae Klong Railway Market

Das ist schon aufregend: Mitten durch den Markt Mae Klong fährt eine Eisenbahn. Um Platz zu schaffen bauen die Händler in Sekundenschnelle ihre Auslagen ab, um sie, nachdem die Züge passierten, eben so schnell wieder aufzubauen.

Selbstverständlich fährt die Eisenbahn im Schritttempo, kommt einen dabei trotzdem bedrohlich nahe. Auf Sicherheitsabstände wird hier keinen Wert gelegt.

Mittlerweile hat sich auch dieser Markt zur Touristenattraktion entwickelt, jedoch nicht in dem Maße wie der zuvor besuchte schwimmende Markt, der sich ausschließlich an ausländische Besucher richtet.

Die Brücke am Kwai

In Kanchanaburi besichtigen wir die  Brücke am Kwai, die im Zweiten Weltkrieg von Zwangsarbeitern für die japanische Besatzungsmacht als Teil der „Death Railway“ gebaut wurde.  Zuvor sind wir selbst mit der Thailand-Burma-Eisenbahn über die Brücke gefahren.

Blick aus dem Zugfenster

Ein kleines Museum (JEATH War Museum) zeigt rekonstruierte Bambushütten der Zwangsarbeiter.

Touristen bevölkern die Brücke. doch keine Angst: Falls ein Zug kommt, kann man sich auf Ausweich-Plattformen retten.

Sie alle haben wohl den gleichnamigen Film „Die Brücke am Kwai“ gesehen. Dieser wurde jedoch in Sri Lanka gedreht, hier aber bin ich vor Ort.

Dem Ausbau der Eisenbahnstrecke fielen so viele junge Männer in den Jahren 1942/43 zum Opfer..

Hintergrund ist der, dass die japanischen Besatzer eine Eisenbahnlinie bis nach Burma, das heutige Myanmar benötigten, um ihren Versorgungsnachschub zu gewährleisten. Geschätzte 60.000 Kriegsgefangene legten, zusammen mit 200.000 asiatischen Zwangsarbeitern die Trasse an und viele von ihnen fielen dabei den miserablen Lebensumständen, gepaart mit tropischer Hitze und Monsun-Regenfällen, zum Opfer.

Ein Kriegsgräber-Friedhof (Chungkei War Cemetery) legt davon eindrucksvoll Zeugnis ab. Ihn hatten wir uns gleich am frühen Morgen angeschaut, weil er dicht bei unserem Übernachtungshotel lag.

Eine Grabplatte, exemplarisch für den sinnlosen Tod von vielen Kriegsgefangenen und Zwangsarbeitern.

Dusit Thani Hua Hin

Jetzt ist Zeit für Erholung angesagt:

Das großzügige Hotel Dusit Thani Hua Hin liegt direkt am Strand und lässt mit seinen riesigen Poolanlagen wirklich keine Wünsche offen.

Wahrscheinlich noch wegen der Neujahrs-Festivitäten war das Hotel voller thailändischer Familien, die hier ein paar entspannte Tage verbrachten.

Einige Reiseteilnehmer hatten noch Verlängerungstage hinzugebucht und konnten sich dort von den vielen Eindrücken der Rundreise etwas länger erholen, als dies bei uns der Fall war.

Nach nur eineinhalb Badetagen traten wir, wieder per Nachtflug, unsere Rückreise nach Deutschland an.

Am Flughafen in Bangkok verabschiedet die folgende Figurengruppe die Reisenden. Ich jedenfalls muss noch einmal in dieses von mir als freundlich empfundene Land zurückkommen, was gegenwärtig ein Aufeinanderprallen von einer mehrheitlich religiös und hierarchisch-traditionell gestimmten Gesellschaft mit hedonistisch-kapitalistisch-globalisierten Interessen erlebt.

Wie sich dieser Konflikt auf das Land und die Menschen auswirken wird, vermag ich nur dystopisch zu erahnen. Positiv gesprochen steht Thailand sicherlich vor großen Herausforderungen, die das Land hoffentlich meistern wird, ohne dabei zu viel von dem zu verlieren, was Reisende als positiv erleben.

Mehr von meiner Thailandrundreise: Tempelland und Tropenstrand

Teil 1

Teil 2

Teil 3

Teil 4

Teil 5

Teil 6

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