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MAGISCH REISEN, KUNST und KULTUR: In die Tiefe geschaut!

Die Göttin feiern: Eine Süntelwanderung

Written By: Marina Sosseh - Jun• 10•18

Vom Parkplatz Kreuzsteinquelle ging es am vorletzten Samstag  hinauf zum Hohenstein.

Der Blutbach

Wir starteten am Blutbach.

Der soll so heißen, weil bei einer Schlacht zwischen den heidnischen Sachsen und den schon christianisierten Franken im Jahr 782 das Wasser des Baches vom Blut der Gefallenen rot gefärbt sein soll.

Der Aufstieg

Leider war der Weg hernach furchtbar steil und stellte alle Mitwanderer vor großen körperlichen Herausforderungen.  Beim nächsten Mal würde ich hier nach einer gemütlicheren Alternative Ausschau halten, zumal man hier, bedingt durch den Gewitterregen, auch leicht auf dem glitschigen Laub ins Rutschen kam.

Auf dem Weg hinauf passieren wir einen vielleicht schamanisch  inspirierten Ova-Steinhaufen.

 

Endlich oben angekommen entschädigte der Hohenstein und  dort vor allem der Grüne Altar für die Mühen des Aufstiegs.

 

Der Grüne Altar

Letzterer ist ein Kraftort mit hoher energetischer Ausstrahlung. Ursprünglich war er ein Kultort für die Göttin Ostara. Ich stelle mir vor, wie am sogenannten Hirschsprung, der meiner Meinung nach, männlich ausgerichtet war, Wotan oder Thor geopfert wurde, während am Grünen Altar das weibliche Prinzip verehrt worden ist.

Im Wanderführer “Unser Sonntagsausflug” schreibt Ingeborg Müller dazu:

Das landschaftlich geradezu gewaltig wirkende Hohensteingebiet im westlichen Sünde gilt als das Hauptheiligtum der germanischen Sachsen und soll der Frühlingsgöttin Ostara geweiht gewesen sein. der turmartige Felsen des so genannten Grünen Alters sei – so heißt es- als so heilig erachtet worden, dass nur Priester ihn betreten durften, um ihre kultischen Handlungen zu zelebrieren. Das Volk habe aus angemessener Entfernung an dem Geschehen teilgenommen, und zwar vom südlich gelegenen Wendgeberg aus. Als Beweis für den Ostarakult wird eine vor 400 Jahren am Grünen Altar gefundene Tontafel mit eingeritzten Bildern und Runenschrift angesehen. Eine Nachbildung liegt in einem Marburger Museum. Angeblich sollen an der Kultstätte auch Tier- und möglicherweise sogar Menschenopfer erbracht worden sein. Der Sage nach seien die zierlichen Pfingstnelken an der Wand des Hohenstein von ihrem Blut rotgefärbt.  (Müller, Ingeborg: Unser Sonntagsausflug, blaue Ausgabe. Hameln 2008, S. 46)

Leider finden sich im Buch keinerlei Quellenangaben, jedoch gefällt mir das Bild, was die Autorin hier zeichnet. Ich glaube aber, dass das Ostaraheiligtum Priesterinnen vorbehalten war, während die Priester  am Hirschsprung ihren Göttern opferten.  Auch ein Initiationsweg, ähnlich wie er auch an den Externsteinen oder am Klusfelsen vermutet werden kann, ist hier denkbar.  Erfährt der Initiant oder die Initiantin beispielsweise die Geburt im Geiste einer Weltengöttin am Ostara-Altar, wird er hernach am Hirschsprung mit dem eigenen drohenden Tod konfrontiert, um danach, durch diese Erfahrung gestärkt,  in den Schoß der Göttin zurückzukehren, um sein diesseitiges Leben hinfort mit neuer Kraft zu leben.

Felsspalte auf dem Hirschsprung

Zur Bergschmiede

Da der Hohenstein aus Korallenoolith, also eine Kalkstein-Art besteht, findet man hier viele Frühblüher. Auch Anfang Januar duftet es noch herrlich nach Bärlauch.

Immer wieder blickt man in die Tiefe.

Eine Aufschrift auf einem Findlingsstein erinnert an ein Kind, was ihr abgestürzt sein soll und ermahnt Eltern dazu, auf ihre Kinder aufzupassen.

Gemütlich ging es nun auf dem Kammweg weiter zur Bergschmiede, wo sich, nach der  Wanderung, recht zünftig einkehren lässt. Den lohnenswerten Süntelturm ließen wir dabei links liegen: zu erschöpft war unsere kleine Wandergesellschaft!

 

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