Die Reichserntedankfeste auf dem Bückeberge

Es ist schon sechs Jahre her, seit ich von meinem Besuch auf dem Gelände des ehemaligen Reichserntedankfestes bei Emmerthal berichtetet habe, siehe hier meinen ausführlichen Bericht mit Fotos.

Die groß angelegten Feste fanden zur Zeit des Nationalsozialismus auf dem Bückeberg (Hagenohsen), in den Jahren von 1933 bis 1937 statt. statt, Jeweils am ersten Sonntag nach dem Michaelistag (29.09) sollten die Feste dazu beitragen, den Bauernstand zu stärken, vergleichbar mit den 1. Mai Veranstaltungen, die die Arbeiterschaft honorierten.

Die Reichserntedankfeste gehörten zu den größten Massenveranstaltungen der NSDAP, um so erstaunlicher war es für mich, dass sich bei meinem Besuch im Jahre 2014 auf dem Gelände der Reichserntedankfeste außer einem Schild zur Flora und Fauna, dort keine einzige Erklärungstafel fand. Wer nicht um den Ort Bescheid wusste, der ging achtlos daran vorbei.

Weiterführende Informationen gibt es nicht nur hier auf meiner Website, sondern sicherlich auch im folgenden Buch (*), was ich selbst aber auch noch nicht gelesen habe:

Mittlerweile plant der Landkreis Hameln-Pyromont dort einen „Lernort“ zu errichten. Vielleicht keine schlechte Idee, wenn es denn gelingen würde, sich der Geschichte annähernd objektiv zu nähern und diese nicht ideologisch zu überschreiben, wie das an vergleichbaren Einrichtungen viel zu häufig passiert.

In der gegenwärtigen Gemengelage wird dies wohl nicht gelingen (zu erhitzt ist die Stimmung), weshalb ich die Idee präferisiere, es beim Aufstellen von Hinweisschildern zu belassen, ähnlich wie es in Hannover am Maschsee, ganz unspektakulär, geschehen ist.

Ob mittlerweile, außer Absichtsbekundungen, indes etwas am Bückeberg passiert ist, weiß ich nicht, denke aber: Nein! Die letzten Artikel, die ich zum Thema „Reichserntedankfeste“ im Netz gefunden habe, sind bereits aus dem Jahre 2018 (zum Beispiel hier!) und ich müsste, so meine Absicht, wenn die Corona-Krise denn überwunden ist, mal wieder hinfahren, um zu schauen, wie sich die aktuelle Lage darstellt und ob es dort mittlerweile beispielsweise Schilder gibt oder ob sich bewahrheitet, was ich vermute: Dass da nämlich Stillstand herrscht!

Wie ich auf das Thema aktuell gestoßen bin, ist eine etwas skurrile Geschichte, habe ich doch jemanden kennengelernt, dessen Großmutter Anna Sophie Brandes die Festpostkarte für die Kundgebung auf dem Bückeburg am Erntedanktag 1935 zierte.

Sie war Teil einer Briefmarkenserie, die, im Rahmen der Deutschen Nothilfe, Frauen in Bauerntrachten unterschiedlicher Regionen, zeigte und ist auf dem Foto unterstehend, als Repräsentantin für Niedersachsen, zu sehen.

Meine ganz persönliche Sammlung von Trachtenträgerinnen habe ich letztes Jahr „in Plastik“ bei Ebay ersteigert. Das ist aber eine andere Geschichte. Man beachte die liebevolle Beschriftung einzelner Trachtenpuppen.

(* = Affiliatelink/Werbelink)

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